„Menstruation ist nicht schmutzig!“

Foto: Plan International

Über die Periode spricht man in vielen guatemaltekischen Familien nicht – was weitreichende Folgen für Mädchen haben kann.

Vielen Eltern in Guatemala ist es peinlich und unangenehm, die Menstruation zu thematisieren. So wird sie in den Familien zum Tabu, was sich auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Mädchen auswirkt. Mangelnde Aufklärung über das, was im Körper passiert, wenn man seine Tage hat, kann Ängste auslösen – insbesondere beim ersten Blut, das ein Mädchen plötzlich in der Unterhose entdeckt. Auch gesundheitliche Folgen bringt die Tabuisierung der Menstruation mit sich: Es können Hautauschläge auftreten, mangelnde Hygiene aus Unwissenheit zu Infektionen und anderen Krankheiten führen. Sogar die Bildung der Mädchen wird beeinflusst – denn viele gehen während der Periode nicht zur Schule, was mehrere Tage pro Monat betrifft. Oft haben sie dann Schwierigkeiten, den verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen. Manche von ihnen brechen die Schule schließlich komplett ab.

Delia (17) findet, dass die Menstruation aus der Tabu-Zone geholt werden muss

„Ich habe gelernt, keine Angst mehr davor zu haben. Die Menstruation ist ein natürlicher Prozess.“

Delia (17), klärt in ihrer Gemeinde über Menstruation auf

Das Aufklärungsprogramm baut auf bereits bestehende Programme, die in Brasilien, Kolumbien, China, Indien, Nigeria und Vietnam von Plan und Kimberly-Clark durchgeführt wurden, auf. Sie zielen darauf ab, soziale Normen, Stigmata und Diskriminierung im Zusammenhang mit Pubertät und Periode zu bekämpfen – insgesamt erreichen diese Programme weltweit fast drei Millionen Menschen. Auch Delia hat an einem Schulungsworkshop teilgenommen und fühlt sich seitdem „befreit“. Sie hat erfahren, was die Pubertät ist, was sie mit ihrem Körper macht, wie sich dieser Verändert und wie der Menstruationszyklus verläuft. Seitdem ist sie in ihrer Gemeinde eine Verfechterin für sichere Menstruationsgesundheit geworden: „Ich fühle mich in der Lage, mit meiner Familie und meinen Freunden frei darüber zu sprechen“, sagt sie. „Ich habe auch gelernt, keine Angst mehr davor zu haben, weil ich verstanden habe, dass die Menstruation ein natürlicher Prozess ist.“

Delia (hinten Mitte) mit ihrer Familie
Delia klärt andere Menschen über die Menstruation auf

Auch Männer müssen ins Boot geholt werden

In ihrer Gemeinde setzt sich Delia seitdem aktiv für sichere Hygiene und die Prävention von Krankheiten ein, indem sie Jugendliche mit allen wichtigen Informationen versorgt. Als Mitglied des Leadership-School-Projekts von Plan International will sie außerdem ihre Stimme für alle Mädchen, Jugendlichen und junge Frauen erheben. „Menstruation ist nicht schmutzig“, betont sie. „Wir sollten uns nicht unrein fühlen! Es ist an der Zeit, die Barrieren zu überwinden. Sowohl Männer als auch Frauen sollten über das Thema Menstruation informiert werden.“

Die Geschichte wurde mit Material aus dem guatemaltekischen Plan-Büro erstellt.

Kindern in Guatemala helfen

Mit einer Patenschaft helfen sie dreifach: Sie kommt nicht nur Ihrem Patenkind, sondern auch seiner Familie und seiner Gemeinde zugute! So unterstützen Sie uns dabei, unsere Programmarbeit in Guatemala – wie etwa die Aufklärung über Menstruation sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, aber auch zu Kinderschutz, Gleichberechtigung und Chancengleichheit – erfolgreich umzusetzen. 

Jetzt unterstützen

Sie mögen diesen Artikel? Teilen Sie ihn gerne.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Engagieren Sie sich mit uns für eine gerechte Welt! Registrieren Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter

Widerruf jederzeit möglich. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Kinderschutzrichtlinie

Newsletter