Menstruationstracker gegen Diskriminierung

Foto: Plan International

Um das Perioden-Tabu und unzureichende Versorgung während der Menstruation zu überwinden, werden in Kolumbien Mädchen mit wichtigen Informationen und Hygieneprodukten ausgestattet – und Jungen lernen, wie sie ihre Klassenkameradinnen, Freundinnen oder Schwestern während der Regel unterstützen können.

Weltweit haben schätzungsweise 500 Millionen Menstruierende keinen Zugang zu Menstruationsprodukten und Hygieneeinrichtungen. Für betroffene Mädchen bedeutet dies in einigen Ländern, dass sie während ihrer Periode oft bis zu einer Woche im Monat nicht zur Schule gehen – zusammengerechnet machen all diese verlorenen Tage etwa ein Viertel eines Schuljahres aus. Wenn Mädchen so lange den Unterricht versäumen, besteht die Gefahr, dass sie die Schule ganz abbrechen (müssen). Damit verringern sich ihre Bildungschancen, die Chance auf finanzielle Unabhängigkeit und das Risiko steigt, früh verheiratet und/oder schwanger zu werden.

Mädchen sitzen auf Stühlen und haben auf ihrem Schoß einen Block, um sich etwas zu notieren
Die Mädchen notieren sich Informationen, die sie im Workshop über den Zyklus erhalten.Plan International
Viele Menschen sitzen in einem Raum, in dem ein Workshop stattfindet. Sie sind von hinten mit Blick auf die Vortragende fotografiert
Es sind viele Interessierte zum Workshop gekommen – auch Jungen sind hier erwünscht.Plan International

Mädchen und Jungen gemeinsam für Gleichberechtigung

Auch in Kolumbien haben Armut, Diskriminierungen und Geschlechterungleichheit große Auswirkungen auf heranwachsende Mädchen und junge Frauen. Um das Stigma der Menstruation zu überwinden und Geschlechtergleichheit zu erreichen, ist auch die Unterstützung von Jungen und Männern von großer Bedeutung – denn Gleichberechtigung kann auf einer Grundlage von Bildung, Respekt und gegenseitigem Vertrauen aufgebaut werden, wenn Jungen und Männer miteinbezogen werden. In der kolumbianischen Hafenstadt Cartegana führt Plan International gemeinsam mit dem Sozialunternehmen „Be Girl“ Workshops und Gender-Programme durch, mit dem Ziel, das Perioden-Tabu unter Mädchen und Jungen zu brechen und den Zugang zu Menstruations- und Hygieneprodukten zu verbessern.

Mit den Workshops konnten mehr als 3.600 Mädchen in 15 Gemeinden erreicht werden, insbesondere aus ländlichen Regionen. Sie erhielten Informationen über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte, den weiblichen Zyklus und wurden ermutigt, über ihre eigenen Erfahrungen nachzudenken und die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, zu diskutieren. Jedes Mädchen erhielt außerdem einen Periodenslip – dieser enthält eine Netztasche, in die eine wiederverwendbare, saugfähige Einlage gelegt werden kann. So können sie ihre Periode sicher, umweltfreundlich und kostengünstig bewältigen.

Zwei Jungen schauen in die Kamera und halten jeweils einen Brief hoch
Die Jungen schreiben Briefe zur Unterstützung an die Mädchen.Plan International
Fünf Jungen haben einen Menstruationstracker um den Hals hängen und halten ihn jeweils mit einer Hand fest
Auch die Jungen lernen im Workshop mehr über den weiblichen Zyklus und wie sie ihre Schulkameradinnen, Freundinnen und Schwestern in dieser Zeit unterstützen können.Plan International

Außerdem erhielten die Teilnehmerinnen einen Menstruationstracker, mit dem sie ihren Zyklus kennenlernen können und der sie ermutigt, sich aktiv um ihre Menstruationsgesundheit zu kümmern. Die Halskette besteht aus einer mechanischen Scheibe, die sich im Uhrzeigersinn dreht und als Kalender gestaltet ist. Dieser folgt den Phasen des weiblichen Zyklus und veranschaulicht diesen mit verschiedenen Symbolen, die die wichtigsten Phasen darstellen: Menstruation, Follikelphase, Eisprung, Lutealphase.

Für Eltern sowie Jungen und Männer werden ebenfalls Gender-Programme und Workshops veranstaltet, in denen vermittelt wird, dass die Menstruation etwas völlig Normales ist – und nicht nur ein weibliches Problem. Jungen lernen den weiblichen Zyklus, seine Funktion und Begleiterscheinungen kennen. In Briefen, die sie an die Mädchen von Cartegana schreiben, drücken sie ihre Zuneigung und ihre Unterstützung für sie aus.

Menstruation im Fokus

Auch bei uns in Deutschland sind die monatlichen Kosten für Periodenprodukte für einen signifikanten Teil der Menstruierenden nicht ohne weiteres zu finanzieren, wie eine repräsentative Befragung von Plan International zeigt: 23 Prozent der Befragten sagen, dass die monatlichen Ausgaben für sie eine finanzielle Belastung seien – und jede Zehnte zögert den Wechsel von Tampons, Binden und Slipeinlagen bewusst hinaus, um länger damit auszukommen und geht damit das Risiko von Infektionen ein.

Alle Ergebnisse und die Forderungen, die wir von Plan International in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation WASH United abgeleitet haben, gibt es hier: 

Zum Bericht

Projekte, die Kindern nachhaltig helfen

Für Plan International als Kinderrechtsorganisation mit einem Arbeitsschwerpunkt auf den Rechten von Mädchen und jungen Frauen ist Menstruationsgesundheit und -hygiene bei der Planung der Programme ein wichtiges Thema. Mit einer Spende unterstützen Sie uns, vielfältige Hilfsprojekte in unseren Programmländern in Afrika, Asien und Lateinamerika zu finanzieren und so beispielsweise einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheit und Menstruationshygiene, Bildung oder sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

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