Uganda steht vor großen Herausforderungen im Umgang mit fast zwei Millionen aufgenommenen Geflüchteten, von denen über eine Million noch minderjährig sind. Viele dieser Kinder und Jugendlichen fliehen vor anhaltenden Krisen in den Nachbarländern wie dem Südsudan oder der Demokratischen Republik Kongo und leben oft in prekären Verhältnissen. Die Geflüchtetensiedlungen wie Kyangwali und die aufnehmenden Gemeinden im Kikuube Distrikt sind chronisch überlastet: Es mangelt an ausreichender Schul- und Wohninfrastruktur, Klassenzimmer sind überfüllt, Lehrkräfte fehlen, und die finanzielle Unterstützung sinkt kontinuierlich. Besonders Mädchen sind gefährdet, die Schule abzubrechen. Frühverheiratung sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind weit verbreitet. Und auch der Mangel an Menstruationsprodukten stellt eine Hürde für sie dar. Jungen wiederum verlassen die Schule oft, um durch Gelegenheitsarbeiten zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Kinder mit Behinderungen haben zusätzlich einen erschwerten Zugang zu Bildung und Schutz.
Das Projekt zielt darauf ab, Kindern und Jugendlichen in der Geflüchtetensiedlung Kyangwali und den umliegenden Gemeinden einen besseren Zugang zu hochwertiger Schul- und Berufsbildung zu ermöglichen und eine inklusive, sichere Lernumgebung zu schaffen. Die Maßnahmen richten sich an alle Kinder und Jugendliche, insbesondere aber an Mädchen sowie Kinder aus benachteiligten oder einkommensschwachen Familien und geflüchtete Minderjährige. Durch den Bau und die Renovierung von Klassenzimmern und Schultoiletten, die Ausstattung mit Schulmaterialien sowie inklusive Fortbildungen für Lehrer:innen sollen Hindernisse für den Schulbesuch abgebaut werden. Spezielle Schulclubs vermitteln Wissen über Kinderschutz und Geschlechtergerechtigkeit und fördern das Selbstbewusstsein der Kinder. Für Jugendliche, die die Schule bereits verlassen haben, werden Ausbildungskurse, finanzielle Unterstützung und Begleitung beim Einstieg ins Berufsleben angeboten. Parallel dazu werden lokale Strukturen wie Elternclubs und Spargruppen gestärkt, um die Gemeinschaft nachhaltig einzubinden und die Bildungs- und Teilhabechancen aller Kinder und Jugendlichen langfristig zu verbessern.
Auf einen Blick
Projektregion: Kyangwali Geflüchtetensiedlung und umliegende Gemeinden in Kikuube
Projektlaufzeit: März 2026 – Oktober 2028
Budget: 1.477.273 €
Ziele:
Besserer Zugang zu hochwertiger und inklusiver Bildung
Berufliche Perspektiven für Jugendliche
Maßnahmen:
Bau- und Renovierung von zehn Klassenzimmern sowie Bau von sechs Toilettenblöcken an sechs Projektschulen
Bereitstellung von Schulmaterialien für 600 Kinder
Schulungen für 90 Lehrer:innen
Gründung von je zwei Elternclubs pro Projektschule
Berufsbildungsangebote und materielle Unterstützung für 100 Jugendliche
Schulung von 20 Landwirtschafts-Multiplikator:innen
Spendenkonto Stiftung Hilfe mit Plan IBAN: DE12 3702 0500 0008 8757 07 BIC: BFSWDE33XXX Stichwort: UGA100528
So hilft das Projekt
Den Schulbesuch ermöglichen
Um allen Kindern ihr Recht auf Bildung zu ermöglichen, arbeiten wir eng mit den Gemeinden, Freiwilligen und sechs Projektschulen zusammen. So können Kinder im schulpflichtigen Alter identifiziert und beim Schulbesuch unterstützt werden. Damit auch Kindern aus einkommensschwächeren Haushalten der Schulbesuch ermöglicht wird, statten wir 600 Schulkinder mit Schulmaterialien wie Heften und Stiften aus. An jeder Projektschule gründen wir einen BABA- und einen MAMA-Club, in denen die Väter und Mütter geschult werden, wie sie als Eltern die Bildung ihrer Kinder unterstützen und für mehr Engagement anderer Eltern und der Gemeinden werben können.
Ein lernfreundliches Umfeld schaffen
In den Schulen schaffen wir eine Umgebung, die das Lernen fördert, indem wir zehn Klassenzimmer und sechs Toilettenblöcke mit jeweils fünf Toiletten bauen oder renovieren. Die neuen Klassenzimmer werden mit Tischen, Stühlen und Bücherregalen ausgestattet. Um besonders Mädchen einen sicheren Schulbesuch und die Wahrnehmung ihres Rechts auf Bildung zu ermöglichen, gründen wir an sechs Projektschulen GEM-Clubs (Girls Education Movement-Clubs). In diesen lernen insgesamt 180 Mädchen und Jungen mehr über Kinderschutz, ihre Rechte und Schutzmechanismen sowie Geschlechtergerechtigkeit. Außerdem werden sie darin bestärkt, ihr Wissen mit Mitschüler:innen und ihren Gemeinden zu teilen. In einem Workshop lernen sie wiederverwendbare Binden selbst herzustellen und so Schülerinnen beim Schulbesuch trotz Menstruation zu unterstützen. Dafür erhalten die Projektschulen die dafür notwendigen Nähmaschinen und Materialien.
Lehrkräfte stärken
Damit Schüler:innen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Herausforderungen pädagogisch wertvoll gefördert werden, sensibilisieren wir die Lehrkräfte und bilden dafür Schulungsleiter:innen aus. Ein Fokus liegt dabei auf gendertransformativer Pädagogik, sodass die Lehrkräfte Bildung inklusiv vermitteln können und Geschlechtergerechtigkeit aktiv in ihre Arbeit integrieren. Zusätzlich werden weitere bedarfsorientierte Schulungen psychologischer Erster Hilfe, Lehrplänen und Bildung im Krisenkontext behandelt. Die Schulungen werden in Zusammenarbeit mit der regionalen Bildungsbehörde von Mentoring und Austauschformaten wie Lernkreise für Lehrkräfte begleitet. Schulungen zu inklusiver Pädagogik stärken die Kompetenzen der Lehrkräfte. Außerdem erhalten vier weiterführende Schulen Unterrichts- und Lernmaterialien. Weiter arbeiten wir mit den Schulverwaltungen zusammen, um Schulverbesserungspläne zu entwickeln und diese zu implementieren.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit fördern
Wir schulen zehn Gemeindemitglieder in Führungsfähigkeiten und der Methode dörflicher Spar- Darlehensgruppen, sodass diese ihr Wissen in den Gemeinden weitergeben können. Die ausgebildeten Trainer:innen gründen solche Spargruppen oder schulen bereits bestehende und fördern so nachhaltig die finanzielle Unabhängigkeit junger Menschen. Die Gruppen werden mit den notwendigen Materialien und Informationen ausgestattet, die sie bei der Buchhaltung und Verwaltung unterstützen. Wir organisieren Netzwerktreffen zwischen den Gruppen und Finanzinstitutionen, die jungen Menschen und Geflüchteten finanzielle Möglichkeiten eröffnen können.
Den Weg in den Beruf ebnen
Zu Beginn wird eine Marktanalyse durchgeführt, um zu identifizieren, welche Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Darauf aufbauend arbeiten wir mit Privatunternehmen und Ausbildungsstellen zusammen, um 100 Jugendlichen aus den Gemeinden und der Geflüchtetensiedlung Kurzausbildungen in unter anderem Holzarbeiten, Imkern, Solarinstallation, Elektronikreparatur oder Catering anzubieten. Die Ausbildungen werden durch Soft-Skills-Schulungen ergänzt, die die Jugendlichem im Umgang mit privaten und beruflichen Herausforderungen unterstützen. Neben den notwendigen Materialien für den Einstieg ins Berufsleben erhalten die Absolvent:innen auch Schulungen zu Finanzwissen, Geschäftsplanerstellung, Unternehmensgründung und -verwaltung. Wir leisten Unterstützung bei der Anmeldung ihres Unternehmens und der Produktentwicklung. Darüber hinaus können die Jugendlichen Karriereberatung und psychosoziale Angebote in Anspruch nehmen.
Wege zu nachhaltiger Landwirtschaft
Wir stärken das Wissen und die Fähigkeiten von 20 Teilnehmenden in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft, Wasser- und Bodennutzung, Tierhaltung sowie Wissensvermittlung. Als ausgebildete Landwirtschafts-Champions erhalten sie neben landwirtschaftlichen Betriebsmitteln wie Samen, Setzlingen und Kleinvieh, Vorführmaterialien und Fahrräder, mit denen sie die Spar- und Darlehensgruppen besuchen und praktisch anleiten können. Zusätzlich werden die Gruppen in Zusammenarbeit mit privaten Anbietern mit subventionierte landwirtschaftlichen Betriebsmitteln gefördert, deren Nutzung von den Landwirtschafts-Champions begleitet wird.
So hilft Ihre Spende
731 €
werden für die Ausstattung von Schulen mit insgesamt sechs Tischen und zwölf Stühlen für Lehrkräfte benötigt
2.148 €
kosten Lehrkräfte-Schulungen zu gendertransformativer Pädagogik an drei Schulen
6.339 €
brauchen wir für die Ausbildung und Ausstattung von sechs Landwirtschafts-Champions
7.085 €
werden für den Bau oder die Renovierung eines barrierefreien und mädchenfreundlichen Schultoilettenblocks benötigt
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Unterstützen auch Sie das Projekt mit Ihrer Spende, um Kinder und Jugendlicheeinen besseren Zugang zu hochwertiger Schul- und Berufsbildung zu ermöglichen und eine inklusive, sichere Lernumgebung zu schaffen.
In Uganda sind viele Mädchen von geschlechtsspezifischer Gewalt, Diskriminierung und Frühverheiratung betroffen. Das Projekt stärkt sie darin, ihre Rechte zu kennen und wahrzunehmen. In sicheren Räumen und Schulungen erwerben sie Wissen über sexuelle und reproduktive Gesundheit und Gleichberechtigung. Gleichzeitig werden Familien, Gemeinden und lokale Institutionen einbezogen, um Gewalt vorzubeugen und Schutzstrukturen zu stärken.
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Doch in Ghana bleibt dieses vielen Menschen verwehrt. Mit dem Projekt "Wasser, Bildung, Zukunft" möchten wir die Gesundheit und Chancengleichheit in acht Gemeinden in den ländlichen Distrikten Guan in der Oti Region und Wa East in der Upper West Region in Ghana verbessern. Es soll der Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser ermöglicht und Sanitäranlagen errichtet werden.
Die ersten Lebensjahre sind enorm wichtig für eine gesunde Entwicklung. Mit diesem Projekt wollen wir Kindern im Alter bis sechs Jahren ein gesundes Aufwachsen und frühkindliche Förderung ermöglichen. Dafür verbessern wir den Zugang zu Gesundheitsdiensten für Schwangere, Mütter und Kleinkinder und fördern eine qualitativ hochwertige sowie inklusive frühkindliche Bildung.