Uganda: Mädchen stärken, Gewalt verhindern
Gewalt gegen Frauen und Kinder ist in Uganda weit verbreitet. Besonders häufig sind Gewalt in Partnerschaften und sexuelle Übergriffe gegen Kinder. Auch Frühverheiratungen sind ein großes Problem: 34 Prozent der jungen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren haben bereits vor ihrem 18. Geburtstag geheiratet1. Die Folgen sind schwerwiegend – gesundheitlich, psychisch und wirtschaftlich. Armut, traditionelle Rollenbilder und die geringe gesellschaftliche Stellung von Frauen und Mädchen verschärfen die Situation. Zwar gibt es Gesetze zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen, doch oft fehlt es an Geld, Personal und funktionierenden Strukturen, um sie wirksam umzusetzen. Viele Betroffene haben wenig Vertrauen in Polizei und Justiz. Lange Verfahren, fehlender Rechtsbeistand und unzureichend geschultes Fachpersonal erschweren den Zugang zu Gerechtigkeit zusätzlich. Hinzu kommt, dass Uganda fast zwei Millionen Geflüchtete aus Nachbarländern beherbergt.2 Auch viele von ihnen haben geschlechtsspezifische Gewalt erlebt und besonders junge Geflüchtete benötigen dringend Unterstützung. Doch es gibt zu wenig Angebote im Bereich der psychischen Gesundheit.
Mit diesem Projekt wollen wir den Schutz von Jugendlichen und jungen Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt verbessern und sie im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit stärken. Dabei sind etwa 9,5 Prozent der Projektteilnehmenden Geflüchtete und mindestens vier Prozent Menschen mit Behinderungen. Jugendliche, insbesondere junge Frauen, sollen ihre Rechte kennen und einfordern können. Sie lernen, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren und Schutz-, Gesundheits- und Justizangebote zu nutzen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Müttergruppen sowie auf Mädchenclubs und Peer-Gruppen, in denen Gleichaltrige Wissen zu Bildung, sexueller und reproduktiver Gesundheit und Menstruationshygiene vermitteln. Betroffene von Gewalt erhalten psychosoziale Unterstützung. Durch Aufklärungskampagnen sensibilisieren wir Gemeinden für Themen wie Gewaltprävention, sexuelle Gesundheit und Zugang zur Justiz. Gleichzeitig verbessern wir den Zugang zu Rechtsberatung und schulen Polizei, Justiz- und Gesundheitspersonal in Gleichstellung, Menschenrechten und Gewaltprävention.
Die ADA fördert das Projekt im Rahmen von International Partnerships Austria mit € 1,5 Mio.
1 UNICEF, The State of the World´s Children 2025
2 UNHCR, 2025
Auf einen Blick
Projektregion: West-Nile, Northern
Projektlaufzeit: Dezember 2025 – November 2028
Budget: 2.030.000 €
Ziele:
- Weniger Gewalt – mehr Schutz von Jugendlichen und jungen Frauen
- Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit (SRG)
- Stärkung der Rechte und Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen
Maßnahmen:
- Stärkung von Müttergruppen für mehr Eigenständigkeit und bessere Versorgung von Mutter und Kind
- Gründung von Mädchenclubs und Gleichaltrigengruppen zu Bildung, SRG und Menstruationshygiene
- Psychosoziale Unterstützung für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt
- Verteilung von Hygiene- und Gesundheitsartikeln
- Aufklärung der Gemeinschaft zu SRG, Gewaltprävention und Frauenrechten
- Schulungen für Polizei, Justiz und Gesundheitspersonal zu Gleichstellung und Gewaltschutz
Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:
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So hilft das Projekt
Gesundheit, Schutz und Selbstbestimmung für Mädchen und junge Frauen
Unterstützt werden Gruppen junger und minderjähriger Mütter auf Gemeindeebene. In den Gruppentreffen wird praxisnah Wissen zu SRG (sexueller und reproduktiver Gesundheit), Menstruationshygiene, positiver Elternschaft, Einkommensmöglichkeiten und dem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt vermittelt.
Zudem werden Clubs zur Förderung von Mädchenbildung an 27 Schulen gegründet und gestärkt. Hierzu werden Lehrkräfte und Jugendliche geschult, um gemeinsam altersgerechte und inklusive Informationen zu SRG, Menstruationshygiene, geschlechtsspezifischer Gewalt und Gleichstellung zu vermitteln. Weiter werden 450 Jugendlichen und jungen Menschen ein sicherer Zugang zu psychosozialer Ersthilfe sowie bedarfsgerechte Überweisungen zu Gesundheits-, Rechts- und Schutzdiensten ermöglicht – vertraulich, traumasensibel und inklusiv.
Wiederverwendbare Binden, Menstruationstassen, Seife und sogenannte Dignity-Kits, die auch Unterwäsche, Zahnbürsten und eine Taschenlampe beinhalten, werden an besonders gefährdete Mädchen und junge Frauen verteilt. Damit verbessern wir die Menstruationshygiene und menstruationsbedingte Barrieren im Alltag, wie das Fernbleiben von der Schule, werden reduziert. Zusätzlich erhalten Gesundheitseinrichtungen sowie Gesundheitsteams Produkte für bedarfsgerechte sexuelle und reproduktive Gesundheit.
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Förderhinweis:
- Das Projekt wird aus Österreich von International Partnerships Austria mit 1,5 Millionen € kofinanziert.
- Hinweis: Die Austrian Development Agency (ADA) übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt von Kommunikationsmaterialien, die von Partnerorganisationen erstellt wurden. Die darin enthaltenen Aussagen, Meinungen und Informationen liegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die Position oder Haltung der ADA wider.
Hinweis: Die Bilder auf dieser Seite stammen z.T. aus ähnlichen Plan-Projekten.
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Julia Hammer & Team
Engagementberatung
Tel.: 040/607 716 - 260
E-Mail: info@stiftung-hilfe-mit-plan.de

