„Weil Chancen wichtig sind“

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Seit Mai 2025 ist Dr. Kasia Mol-Wolf Mitglied des ehrenamtlichen Beirats der Stiftung Hilfe mit Plan. Hier erzählt sie, warum sie nicht zögerte, das Amt zu übernehmen − und was sie in ihrer neuen Rolle vorhat.

„Wenn ich auf meine Tochter und ihre Generation schaue, frage ich mich oft, in welcher Welt sie erwachsen werden. Es ist eine Welt voller Möglichkeiten. Noch nie hatten junge Menschen Zugang zu so viel Wissen, so vielen Vorbildern und so vielen Chancen. Gleichzeitig erleben wir aber auch eine Generation, die unter enormem Druck steht. Krisen, Unsicherheit, Zukunftsängste und steigende Leistungsanforderungen prägen den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Besonders beschäftigt mich dabei die Situation von Mädchen. Sie wachsen heute mit mehr Freiheiten auf als jede Generation zuvor – und gleichzeitig mit einem kaum erreichbaren Anspruch, alles sein zu müssen: erfolgreich, schön, beliebt, leistungsstark, selbstbewusst und dabei möglichst mühelos. Doch auch Jungen stehen zunehmend unter Druck. Die digitale Welt sorgt für eine ständige Vergleichbarkeit und konfrontiert junge Menschen täglich mit Bildern, Erwartungen und Idealen, denen kaum jemand dauerhaft gerecht werden kann. 

Gemeinsam Kinder stark machen

Umso wichtiger ist die Frage: Wie schaffen wir es, Kinder und Jugendliche nicht nur fachlich, sondern auch emotional stark für ihre Zukunft zu machen? Vielleicht war das einer der Gründe, warum ich nicht lange überlegen musste, als ich gefragt wurde, ob ich den Beirat der Stiftung Hilfe mit Plan unterstützen möchte. In meinem Berufsleben habe ich viele Jahre darüber geschrieben, wie Menschen, vor allem Frauen, ihr Potenzial entfalten und selbstbewusst ihren individuellen Weg gehen − und wie gesellschaftlicher Wandel gelingt. Als Unternehmerin, Aufsichtsrätin und Mutter weiß ich aber auch: Chancen sind nicht gleich verteilt. Der Ort, an dem ein Kind geboren wird, entscheidet noch immer viel zu oft darüber, welche Möglichkeiten ihm offenstehen.

Porträtfoto von Dr. Kasia Mol-Wolf
Dr. Kasia Mol-Wolf engagiert sich als ehrenamtliche Beirätin in der Stiftung Hilfe mit Plan Lotta Laabs

„Ich habe selbst erlebt, wie wichtig Chancen sind.“

Kasia Mol-Wolf, Beiratsmitglied der Stiftung Hilfe mit Plan

Perspektiven und Erfahrungen einbringen

Im Beirat begleiten wir die Stiftung mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen. Unsere Aufgabe ist es, den Vorstand zu beraten, aber auch als unabhängige Kontrollinstanz zu fungieren. Wir diskutieren strategische Fragen, bringen unser Wissen ein und helfen dabei, Wirkung sichtbar zu machen. Dabei geht es um weit mehr als Projekte und Kennzahlen. Es geht um die Frage, wie wir Kindern und Jugendlichen die Chance geben können, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Besonders beeindruckt hat mich das Projekt „Stark in die Zukunft“, mit dem die Stiftung die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland fördert. Gemeinsam mit Schulen werden Programme entwickelt, die Resilienz, Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen stärken. Fähigkeiten also, die junge Menschen heute mindestens genauso dringend brauchen wie fachliches Wissen. Denn mentale Gesundheit ist keine Nebensache. Sie ist eine zentrale Voraussetzung dafür, Herausforderungen zu meistern, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und den eigenen Weg zu finden. Gerade in einer Zeit, in der Orientierung oft schwieriger geworden ist als Information, brauchen junge Menschen innere Stärke ebenso sehr wie Bildung.

Workshopleiter Philipp Wolf liest gemeinsam mit zwei Schülerinnen im Rahmen des Projekts "Stark in die Zukunft" zur Förderung der mentalen Gesundheit von Grundschulkindern.
Im Rahmen des Projekts "Stark für die Zukunft" werden Workshops für Grundschulkinder entwickelt und durchgeführt Nobert Latim
Klassenzimmer mit interaktivem Whiteboard, das positive Werte wie Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt im Rahmen des Projekts "Stark in die Zukunft" zur Förderung der mentalen Gesundheit von Grundschulkindern zeigt.
Als roter Faden zieht sich das Thema "Gute Gefühle" durch die Workshops. Indem sie lernen, Gefühle einzuordnen und auszudrücken, werden Kinder für die Zukunft gestärkt Nobert Latim

Chancen können Türen öffnen

Mich berührt dieses Thema auch deshalb so sehr, weil ich selbst erlebt habe, wie wichtig Chancen sind. Als Kind bin ich mit meiner Mutter aus Polen nach Deutschland geflohen. Viele Türen haben sich für mich nur geöffnet, weil Menschen an mich geglaubt, mich unterstützt und mir Möglichkeiten eröffnet haben. Dafür empfinde ich bis heute große Dankbarkeit. Diese Erfahrung prägt meinen Blick auf gesellschaftliches Engagement. Jede Zustiftung, jede Spende und jedes Vermächtnis ist weit mehr als finanzielle Unterstützung. Es ist eine Investition in Menschen. Es ist die Entscheidung, Chancen zu schaffen, die weit über das eigene Leben hinauswirken. 

Genau das macht die Stiftung Hilfe mit Plan für mich so besonders: Sie verbindet Verantwortung mit Wirkung und schafft Perspektiven für diejenigen, die sie am dringendsten brauchen. Als Beirätin möchte ich dazu beitragen, noch mehr Menschen für dieses Engagement zu begeistern. Denn die Zukunft beginnt nicht erst morgen. Sie beginnt heute – mit der Entscheidung, jungen Menschen die Stärke, den Mut und die Chancen zu geben, die sie für ihren Weg brauchen. Daran mitwirken zu dürfen, empfinde ich als großes Privileg.“

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst im Jahresbericht 2025 der Stiftung Hilfe mit Plan erschienen.

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