Bereits jetzt an später denken
„Für uns war es immer wichtig, dass wir uns sozial engagieren“, erzählen Volker und Lisa Stackebrandt. „Schon als wir vor mehreren Jahrzehnten geheiratet haben, war klar: Wir wollen Menschen an unserer Hochzeit teilhaben lassen, denen es nicht so gut geht. Statt einer teuren Hochzeitsfeier haben wir das hierfür eingesparte Geld Menschen in Äthiopien zukommen lassen, die von Armut und Hunger bedroht waren. Wir haben dann über die Jahre immer wieder für verschiedene Organisationen gespendet, auch höhere Summen. Doch mit zunehmendem Alter macht man sich Gedanken: Was kommt danach? Da wuchs die Idee, eine eigene Stiftung zu gründen.“
„Mit zunehmendem Alter macht man sich Gedanken: Was kommt danach?“
Der Weg zur eigenen Treuhandstiftung
Bei seinen Recherchen stieß Volker Stackebrandt zunächst auf Banken, die ihm Unterstützung bei der Stiftungsgründung anboten. „Aber die haben natürlich andere Prioritäten − wobei der Gemeinwohlgedanke meist weniger ausgeprägt ist“, sagt Volker Stackebrandt. „So bin ich zu Plan International gekommen, auch weil meine Frau Lisa hier seit 2009 Patenkinder hat.“ Überzeugt hat ihn vor allem das Konzept der Treuhandstiftung, denn bei seiner Beschäftigung mit dem Thema merkte er auch: So eine Stiftung kann viel Arbeit sein. „Die Verwaltung, die Vermögensanlage, die juristischen Aspekte – das wollte ich mir mit über 70 nicht mehr antun. Von diesen Aufgaben nimmt mir die Stiftung Hilfe mit Plan nun viel ab. Wichtig war mir außerdem, dass unsere Treuhänderin selbst eine gemeinnützige Organisation ist, die keine kommerziellen Zwecke verfolgt."
Bevor sie sich entschieden, wo sie ihre Stiftung gründen, verglichen Volker und Lisa Stackebrandt verschiedene Organisationen miteinander und beschäftigten sich ausführlich mit den Arbeitsweisen von Plan International und der Stiftung Hilfe mit Plan. „Ich komme aus einer Generation, die viel hinterfragt. Gerade, wenn man jemand Dritten einen so großen Betrag anvertraut, muss man sicher sein, dass verantwortungsvoll damit umgegangen wird“, betont er.
„Nach der Projektreise nach Malawi fühlten wir uns in unserem Engagement voll bestätigt.“
Überzeugt von Plan International
Auf einer Projektreise nach Malawi hat sich das Ehepaar ein eigenes Bild von der Wirkung vor Ort machen können. „Nach der Reise fühlten wir uns in unserem Engagement voll bestätigt“, sagt Volker Stackebrandt und Lisa Stackebrandt ergänzt: „Es war schön zu sehen, mit welcher Professionalität und mit welcher Hingabe die Mitarbeitenden von Plan International dort tätig werden. Wir haben erlebt, was die Hilfe bewirkt und mit welcher Dankbarkeit sie angenommen wird.“
Die Stackebrandt-Stiftung fördert schwerpunktmäßig Projekte in Afrika. „Mich beschäftigen Themen wie die Kolonialgeschichte sehr, und dass daraus resultierend immer noch eine große ökonomische Abhängigkeit besteht“, gibt Volker Stackebrandt Einblick in seine Motivation. „Ich denke, dass wir im globalen Norden vielfach auf Kosten der Menschen dort leben. Die Projektreise nach Malawi hat uns noch einmal gezeigt, wie wichtig die Hilfe von außen ist – und dass es ohne diese noch über Jahrzehnte nicht gehen wird. Wir hoffen jedoch auch, dass unsere Stiftung dazu beiträgt, die Lebensumstände der Menschen dort − bestenfalls − auf lange Sicht zu verbessern.“
Den größten Bedarf sehen Lisa und Volker Stackebrandt dabei in Ländern südlich der Sahara. Anlässlich der besonderen humanitären Katastrophe in Sudan sollen sämtliche Erträge der Stackebrandt-Stiftung aus dem letzten Jahr für die Nothilfe dort eingesetzt werden.