Gemeinsam für ein gesünderes Dorf

Foto: Plan International

Sichere Sanitärversorgung ist eine Grundlage für gute Gesundheit. Eine laotische Dorfgemeinschaft entwickelt Lösungen, um Hygiene und Lebensbedingungen zu verbessern.

Nulai (33) lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Bezirk Saravan im Süden von Laos. Als sie nach ihrer Heirat in das Dorf ihres Mannes zieht, bemerkte sie bald, vor welchen Herausforderungen hier viele Familien stehen: Die meisten Haushalte verfügten nicht über eigene Toiletten. Stattdessen nutzt die Dorfbevölkerung Flächen im Freien – wodurch Keime und Krankheitserreger in die Umwelt gelangen. Sie werden mit dem Regenwasser verbreitet und erhöhen das Risiko für Infektionen. Insbesondere für kleine Kinder sind solche Ansteckungen riskant.

Nulai sitzt gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Ehemann bei einer Informationsveranstaltung zu Hygiene
Nulai (33) mit ihrem Mann Khampai bei einer Informationsveranstaltung über sichere Sanitärversorgung Plan International

Auch Nulais Familie war betroffen. Wiederkehrende Magen-Darm-Erkrankungen führten dazu, dass ihre Kinder regelmäßig dem Unterricht fernbleiben mussten. Gleichzeitig versuchte Nulai, die Betreuung ihrer Kinder mit der Arbeit auf den Reisfeldern und den Aufgaben im Haushalt zu vereinbaren.

„Es dauerte Tage, bis sich meine Kinder von jeder Krankheit erholt hatten“, erklärt sie. „Auch ihre Rückkehr in die Schule nach der Genesung war oft eine Herausforderung. Die wiederkehrenden Krankheitsphasen belasteten die Familie. „Es war eine schwierige Zeit für mich. Ich machte mir ständig Sorgen“, erinnert sich Nulai.

„Es dauerte Tage, bis sich meine Kinder von jeder Krankheit erholt hatten.“

Nulai (33), Teilnehmerin am Hygiene- und Sanitärprogramm in Laos

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Im Jahr 2023 beteiligte sich die Dorfgemeinschaft an einem Programm, das Familien dabei unterstützt, gemeinsam Lösungen für bessere Hygiene und sichere Toiletten zu entwickeln. „Die Menschen in unserem Dorf waren zunächst unsicher“, sagt Bermvilai, die Dorfvorsteherin und Leiterin des lokalen Komitees. „Aber als wir die Vorteile erkannten, waren wir fest entschlossen, das Projekt zum Erfolg zu führen.“

Nach und nach errichteten die Familien sichere Toiletten für ihre Haushalte. Auch Nulais Familie entschied sich für den Bau einer festen Toilette und eines Badezimmers. „Eine eigene Toilette ist für mich eine große Erleichterung“, sagt sie. „Ich mache mir keine Sorgen mehr wegen des Regens, dass mich jemand sehen könnte oder dass ich nachts hinausgehen muss. Nur wenige Schritte von meinem Haus entfernt habe ich eine saubere, sichere Toilette.“

Für Nulai bedeutet die Toilette nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Privatsphäre. Gerade während ihrer Menstruation ist es für sie wichtig, einen geschützten Ort in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses zu haben.

Nulai vor der neuen Toilette und Wascheinrichtung ihres Hauses
Nulai nutzt die neue Toilette und die Waschmöglichkeiten an ihrem Zuhause Plan International

„Eine eigene Toilette ist für mich eine große Erleichterung.“

Nulai (33), Teilnehmerin am Hygiene- und Sanitärprogramm in Laos

Mehr Zeit für Familie und Einkommen

Die Veränderungen beschränkten sich nicht auf Nulais Familie. Innerhalb von vier Monaten verfügte jeder Haushalt im Dorf über eine eigene Toilette. Unterstützt wurde die Gemeinschaft dabei vom Gesundheitsamt des Bezirks Saravan, lokalen Gesundheitspartnern und dem Gesundheits- und Ernährungsprogramm von Plan International. 

Einige Monate später wurde das Dorf offiziell dafür anerkannt, dass die Menschen nicht mehr auf Toilettengänge im Freien angewiesen waren – ein wichtiger Schritt, um Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit der Gemeinschaft langfristig zu stärken.

Nulai spricht mit Menschen aus ihrer Gemeinschaft über Hygiene und die Bedeutung sicherer Toiletten
Nulai informiert ihre Gemeinschaft über Hygiene und sichere Sanitärversorgung Plan International
Mitarbeitende des Gesundheitsamts des Bezirks Saravan überreichen der Dorfvorsteherin und Mitgliedern der Gemeinschaft eine Urkunde
Das Gesundheitsamt des Bezirks Saravan überreicht der Dorfvorsteherin und der Gemeinschaft eine Urkunde für die erfolgreiche Verbesserung der Sanitärversorgung Plan International
Khampai erklärt der Gemeinschaft verschiedene Möglichkeiten für sichere Toiletten
Khampai stellt der Gemeinschaft verschiedene Modelle sicherer Toiletten vor Plan International

Eine Veränderung, die bleibt

Die Veränderungen im Dorf sollen langfristig erhalten bleiben. Dafür setzt sich auch das lokale Komitee ein, das die Umsetzung des Programms begleitet hat. Neue Familien und frisch verheiratete Paare werden ermutigt, sichere Toiletten zu bauen und die gemeinsam entwickelten Hygieneregeln weiterzuführen. „Unser Komitee setzt sich dafür ein, ein hygienisches Dorf zu erhalten und sicherzustellen, dass alle von dieser positiven Veränderung profitieren“, sagt Bermvilai.

Für Nulai sind die Auswirkungen bis heute spürbar. Die sichere Toilette gibt ihr mehr Privatsphäre und Sicherheit und hilft ihr, Zeit für ihre Familie und den Anbau und Verkauf von Auberginen zu gewinnen.

Die Geschichte von Nulai wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Laos aufgeschrieben. 

Über das Projekt

Seit 2014 setzt Plan International gemeinsam mit lokalen Behörden und Partnerorganisationen ein Gesundheits- und Ernährungsprogramm in der Provinz Saravan um. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Gemeinden dabei zu begleiten, ihre Sanitärversorgung und Hygiene langfristig zu verbessern. Die Menschen vor Ort entwickeln eigene Lösungen, bauen sichere Toiletten und setzen Maßnahmen um, die helfen, Krankheiten vorzubeugen.

Ergänzend unterstützt das Programm Familien dabei, die Ernährung von Kindern zu verbessern. Ziel ist es, die Gesundheit und Lebensbedingungen von Familien nachhaltig zu stärken und gemeinsam mit den Gemeinden langfristige Veränderungen zu schaffen.

Der Sonderprojekt-Fonds

Damit Familien weltweit Zugang zu sicherer Sanitärversorgung und besseren Gesundheitsbedingungen erhalten. Mit einer Spende in den Sonderprojekt-Fonds von Plan International unterstützen Sie vielfältige Projekte, die Gemeinschaften stärken und langfristige Veränderungen ermöglichen.

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