Herzenssache Sambia
Im Oktober geht es für Martina und Wolfgang Förster wieder auf große Reise. Zum siebten Mal fahren sie nach Sambia, um im Zentraldistrikt Chibombo ihr Patenkind sowie Plan-Projekte zu besuchen. Das erste Mal waren sie 2005 dort. Damals gab es in Chibombo nur unbefestigte Straßen und die Menschen wohnten in einfachen Hütten.
Heute sind diese zum großen Teil festen Behausungen mit Stromversorgung gewichen. Auf der nun geteerten Hauptstraße zahlt man eine Maut. Und auch sonst hat sich viel getan. „Manchmal erkennt man es kaum wieder. Aber es ist schon toll, über die Jahre zu sehen, wie sich die Region entwickelt – und wie wir mit unserem Engagement dazu beitragen können“, sagt Wolfgang Förster.
Erinnerung, die Zukunft schenkt
Vor vielen Jahren übernahmen Försters ihre erste Plan-Patenschaft für ein Mädchen in Sambia. Nachdem ihr Sohn 2005 bei einem Motorradunfall tödlich verunglückte, gründeten Martina und Wolfgang Förster ihm zum Gedenken zusätzlich eine Stiftung.
„Für uns war die Stiftung eine Möglichkeit, dass Christians Name die Zeit überdauert.“
„Für uns war die Stiftung eine Möglichkeit, dass Christians Name die Zeit überdauert“, erzählen sie. „Da wir uns schon lange für Plan International engagierten, stand für uns schnell fest, diese unter dem Dach der Stiftung Hilfe mit Plan zu errichten.“ So gründeten sie die „Christian Cyperek – Chibombo-children Stiftung“. Seither ist das Grundstockkapital von anfänglich 20.000 Euro auf 100.000 Euro angewachsen und erwirtschaftet jedes Jahr verlässlich Erträge. Eine großartige Entwicklung, die dem aktiven Engagement der beiden Stifter:innen zu verdanken ist.
Großes persönliches Engagement
„Aktuell fehlt uns leider die Zeit für größere Aktionen. Aber wo es geht, machen wir auf unsere Stiftung aufmerksam“, berichtet Martina Förster. „Zu unseren Geburtstagen wünschen wir uns Spenden oder Zustiftungen statt Geschenke. Und auch unser Freundes- und Bekanntenkreis nutzt immer wieder Anlässe, um für unsere Stiftung zu sammeln. Eine Zeit lang haben wir zudem Benefiz-Veranstaltungen organisiert. In unserer Heimatstadt Speyer haben gemeinnützige Stiftungen z. B. die Möglichkeit, die Stadthalle zu vergünstigten Konditionen zu mieten. Hier haben wir schon Konzerte oder auch mal ein Kabarett veranstaltet. Das war zwar immer viel Arbeit, hat aber vor allen Dingen Spaß gemacht. Und es kam einiges für unsere Stiftung zusammen. Rund 180.000 Euro konnten wir so in den letzten 20 Jahren in Plan-Projekte geben.“
Sambia – erst Zufall, dann Herzensland
Mit den jährlichen Erträgen aus dem Stiftungskapital sowie weiteren Spenden fördern Försters hauptsächlich Projekte in Sambia. Zuletzt finanzierten sie Fahrräder, die den Teilnehmenden des Projekts „Menschen vor Klimawandel schützen“ die oft weiten Wege erleichtern sollen. Auch die Schulung von Fahrradmechaniker:innen unterstützen sie, damit die Maßnahme nachhaltig wirkt. „Sambia ist uns einfach ans Herz gewachsen“, erzählen sie. „Dass unser erstes Patenkind von dort kam, war ein Zufall. Es hat sich dann ein sehr enger Kontakt entwickelt und die Besuche vor Ort haben die Verbundenheit weiter verstärkt.“ Auch ihre Enkelkinder waren inzwischen schon mit in Sambia. Sie haben u. a. Bälle für die Kinder in Chibombo mitgebracht, mit denen sie direkt gemeinsam spielten. „Das sind schon prägende Erlebnisse, die verbinden und die man nicht vergisst“, sagt Martina Förster.
Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst im Jahresbericht 2025 der Stiftung Hilfe mit Plan erschienen.