Vier junge Frauen mit Hörbeeinträchtigung aus Nepal stehen nebeneinander im Eingang ihres Snackshops. Die Gruppe nimmt erfolgreich am Jugendförderprogramm teil und betreibt gemeinsam ein inklusives kleines Restaurant.

Nepal: Schutz und berufliche Perspektiven

In Nepal stellen Kinderehen nach wie vor eine große Herausforderungen dar und haben schwerwiegende Folgen für die Gesundheit, Bildung und das allgemeine Wohlergehen von Kindern, insbesondere von Mädchen. Obwohl das gesetzliche Mindestalter für Eheschließungen bei 20 Jahren liegt, zählt Nepal im südasiatischen Vergleich zu den Ländern mit den höchsten Raten von Kinderehen. Besonders betroffen sind Mädchen aus armen Familien, marginalisierte gesellschaftliche Gruppen oder Angehörige religiöser und sprachlicher Minderheiten. Die Ursachen reichen von Armut, sozialer Ausgrenzung sowie einem Mangel an Bildungs- und Berufsperspektiven bis hin zu gesellschaftlichem Druck und tief verwurzelten patriarchalen Strukturen. Besonders ausgeprägt sind diese Herausforderungen in unserer Projektregion in Siraha, wo Armut, eine niedrige Alphabetisierungsrate von Frauen und ein eingeschränkter Zugang zu Mobilität und Bildung die Situation zusätzlich erschweren.

Mit diesem Projekt wird dazu beigetragen, dass insbesondere Jugendliche und junge Frauen im Alter von 13 bis 24 Jahren dabei unterstützt werden, den Kreislauf von Kinderehe und Armut zu durchbrechen und ihre Rechte wahrzunehmen. Im Mittelpunkt steht die Aufklärung und Sensibilisierung der Jugendlichen. Gleichzeitig werden auch ihre Familien und Gemeinden eingebunden, um staatliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern und klare Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu etablieren. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist zudem die Schaffung beruflicher Perspektiven. Durch gezielte Schulungen und die Vermittlung finanzieller Kompetenzen werden insbesondere junge Frauen darin unterstützt, Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten und eigene Unternehmen zu gründen. 

Auf einen Blick

Projektregion: Siraha

Projektlaufzeit: April 2026 – März 2030

Budget: 1.227.273 €

Ziele:

  • Kinderheirat verhindern
  • Stärkung der Selbstbestimmung und Gleichstellung von Mädchen und jungen Frauen
  • Wirtschaftliche Perspektiven für junge Menschen, insbesondere für junge Frauen, schaffen

Maßnahmen:

  • Gründung von Jugendclubs zur Stärkung des Engagements gegen Kinderehen
  • Aufklärungskampagnen von und für Jugendliche
  • Trainings und Dialogveranstaltungen für Eltern und religiöse Autoritäten
  • Aufklärung lokaler Führungspersonen zum Thema Kinderschutz und -heirat 
  • Schulungen für junge Arbeitnehmer:innen zu Arbeitsrecht, Gesundheitsschutz und Geschlechtergleichstellung
  • Berufliche Ausbildungen und unternehmerische Schulungen für junge Frauen und Männer 
  • Starthilfen zur Gründung von Kleinstunternehmen

Ausführliche Projektbeschreibung zum Download (pdf)

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

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Spendenkonto
Stiftung Hilfe mit Plan
IBAN: DE12 3702 0500 0008 8757 07
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: NPL100573

So hilft das Projekt

Jugendliche engagieren sich gegen Kinderheirat

In den Gemeinden werden Jugendclubs für 500 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren gegründet, um besonders Mädchen zu vernetzen und im Engagement gegen Kinderheirat zu stärken. Sie nehmen an Trainings und Workshops zu den Themen Kinderehe, Kinderrechten und Schutz vor Gewalt teil. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Gemeinden entwickeln sie Kampagnen- und Aktionspläne und setzen diese um.


Um das Bewusstsein in der Gemeinde zu stärken, finden kreative Events zur Sensibilisierung wie „Art is Power“ (Kunst als Ausdruck gegen Kinderehe) und „Girls Takeover“ statt. Bei „Girls Takeover“, einer weltweiten Aktion von Plan International zum Welt-Mädchentag, übernehmen Mädchen für einen Tag Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei zeigen sie, dass sie ihre Zukunft aktiv mitgestalten können.


Ein weiterer Fokus liegt auf der Stärkung digitaler Kompetenzen. Jugendliche erhalten Trainings zur Medienarbeit, erstellen Inhalte und machen Anliegen über soziale Medien sichtbar. Initiativen wie „Girls Out Loud“ bieten Mädchen sichere Online-Plattformen, um sich auszutauschen und gemeinsam gegen schädliche soziale Normen vorzugehen.

Junge Frau aus Nepal steht vor ihrem Haus in Dhanusha nach erfolgreicher Teilnahme am Jugendförderprogramm.

Familien und Gemeinden handeln gegen Kinderheirat

Dialoge mit Eltern, religiösen und politischen Entscheidungsträger:innen sowie generationenübergreifende Gespräche tragen dazu bei, Kinder und Jugendliche vor Kinderheirat zu schützen und eine sichere Umgebung zu schaffen. Gemeinsam werden Ursachen von Kinderehen diskutiert, Lösungsansätze entwickelt und Aktionen geplant. Besonders religiöse Autoritäten erhalten Trainings und werden als wichtige Multiplikator:innen eingebunden, die mit eigenen Initiativen die Prävention von Kinderehen in ihren Gemeinden vorantreiben.

 

Ebenfalls arbeiten wir mit lokalen Behörden zusammen, um Kinderrechtskomitees zu befähigen und das Engagement gegen Kinderheirat weiter zu fördern. Die Mitglieder der Komitees werden gestärkt, sich besser für den Schutz und die Rechte von Kindern einzusetzen. Außerdem werden Mitglieder des Kinderrechtskomitees, lokale Behörden, Eltern, Jugendliche und religiöse Autoritäten für den Young Citizen Score Card-Ansatz sensibilisiert. Mit dieser Methode zur sozialen Rechenschaftspflicht können Jugendliche öffentliche Dienste bewerten und ihre Regierungen zum Handeln bewegen. Anschließend wird die Methode in den Projektgemeinden umgesetzt.

Familie mit junger Frau aus Dhanusha in Nepal, beteiligt am Projekt zur Berufsbildung.

Junge Frauen erfolgreich in Arbeit und Unternehmertum

Junge Menschen, insbesondere benachteiligte Frauen, werden darin gestärkt, ihre beruflichen Perspektiven und unternehmerischen Fähigkeiten zu auszubauen. In Trainings erhalten 310 Teilnehmer:innen grundlegende Lebenskompetenzen, Wissen zu Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte sowie Fachwissen, besonders im digitalen Marketing. Sie lernen, wie sie digitale Plattformen zur Vermarktung und den Aufbau eines eigenen Unternehmens nutzen können. Durch Podcasts vermitteln wir Wissen, Erfolgsgeschichten und Tipps zur Selbstständigkeit. Digitale Finanztrainings stärken vor allem junge Frauen und erleichtern durch Kooperationen mit Banken den Zugang zu Finanzdienstleistungen.

 

Zusätzlich organisieren wir praxisnahe Ausbildungen passend zum Arbeitsmarkt und den Interessen der jungen Menschen. Nach dem Training bekommen Unternehmens-gründer:innen eine Erstausstattung der benötigten Materialien und Starthilfen. In einem 100-Tage-Programm lernen sie, ein eigenes Unternehmen zu entwickeln und ein Fördertopf unterstützt dabei innovative Geschäftsideen. Wir kooperieren mit Unternehmen und Behörden, organisieren Veranstaltungen und schaffen ein inklusives Umfeld, das auch jungen Müttern und Menschen mit Behinderung offensteht. Da die Erlangung einer Staatsbürgerschaft den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung erleichtert, unterstützen wir junge Frauen ohne Staatsbürgerschaft bei deren Erlangung.

Nepalesische Verkäuferin bedient Kundin in ihrem kleinen Geschäft.

Nachhaltigkeit

Um die Nachhaltigkeit des Projekts über die Laufzeit hinaus sicherzustellen, stärken wir vorhandene Kapazitäten und Strukturen auf Gemeinde- und Distriktsebene. Der Fokus auf Führung, Eigenverantwortung und starke Strukturen sorgt dafür, dass Erfolge gegen Kinderehen und für die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen über nach Projektende bestehen bleiben. Auf Gemeindeebene unterstützen wir die gegründeten Jugendclubs für Mädchen als sichere Räume für Bildung, Austausch und Engagement. Durch Schulungen und Mentoring erwerben sie Wissen, Selbstvertrauen und Fähigkeiten, um weiterhin gegen Kinderheirat, Gewalt und Diskriminierung einzutreten. Elterngruppen und lokale Netzwerke fördern positive soziale Normen. 

 

Nachhaltigkeit entsteht zudem durch Verhaltensänderungen von Eltern, Entscheidungsträger:innen und religiösen Autoritäten. Ihre Einbindung hilft, gegen schädliche Praktiken wie Frühverheiratung vorzugehen. Wenn sich Wahrnehmungen und Gewohnheiten verändern, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Schutz der Rechte und Möglichkeiten für Mädchen. Auf institutioneller Ebene arbeiten wir mit lokalen Behörden und Kinderschutzsystemen, um deren Verantwortung und Effizienz zu stärken. Die Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Verbänden und Alumni-Netzwerken fördert Kompetenzen, Beschäftigungsmöglichkeiten und nachhaltige Netzwerke. So bleiben die Erfolge im Bereich Kinderschutz und Gleichstellung dauerhaft erhalten.

Junge Frau arbeitet als Kassiererin in einem privaten Krankenhaus in Nepal, nachdem sie eine Berufsausbildung im YEED-Projekt absolvierte.

So hilft Ihre Spende

382 €

kostet eine von Jugendlichen produzierte Podcast-Folge.

1.256 €

werden für die Durchführung von Trainings für einen Jugendclub zu den Themen Kinderheirat und Kinderschutz benötigt.

6.695 €

ermöglichen die Berufsausbildung für 20 junge Menschen.

7.975 €

benötigen wir, um Starthilfen und Erstausstattung für 25 von jungen Personen geführte Unternehmen bereitzustellen.

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Porträtfoto Julia Hammer

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