Drei Personen stehen zusammen in einem einfachen Raum mit Tisch und Surfbrett im Hintergrund – Symbolbild für Familien und Jugendliche in einem Projekt für Schutz und Bildung in El Salvador.

El Salvador: Schutz und Bildungschancen

El Salvador ist mit einer komplexen humanitären Lage konfrontiert. Einerseits ist das Land wiederholt extremen Naturereignissen ausgesetzt, die unmittelbare Notlagen verursachen und zur Flucht aus den betroffenen Gebieten führen. Andererseits bewegen Unsicherheit und strukturelle soziale Faktoren viele Menschen zur Migration. Neben dem schlechten Zugang zu Gesundheits- und Sozialsystemen, geschlechtsspezifischer Gewalt und Bandengewalt ist einer der Gründe für die Migration der mangelnde Zugang zu guter Schul- und Berufsausbildung. Laut der Beobachtungsstelle für Kinder und Jugendliche in El Salvador sind 28 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht im Bildungssystem erfasst1. Jugendliche, die die Schule nicht abschließen, sehen sich häufig mit beruflicher Perspektivlosigkeit konfrontiert, was wiederum viele Menschen zur Migration motiviert. Während sich Menschen aus El Salvador auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen und Arbeit dazu entscheiden, das Land zu verlassen, kehren in den letzten Jahren vermehrt Menschen wieder zurück. Migrationspolitische Maßnahmen Nordamerikas führen dazu, dass El Salvador Menschen aufnimmt, die früher ausgewandert sind. Die zurückkehrenden Menschen befinden sich in einer äußerst prekären wirtschaftlichen und emotionalen Lage. Zudem haben viele von ihnen während der Migration (sexuelle) Gewalt und Ausbeutung erlebt. Aufnahmegemeinden in El Salvador versuchen, den zurückgekehrten Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Schulbildung und beruflicher Qualifikation zu ermöglichen. Schwache institutionelle Kapazitäten begrenzen jedoch die Umsetzung.

Mit diesem Projekt wird dazu beigetragen, dass Kinder und Jugendliche in einem gewaltfreien, geschützten Umfeld aufwachsen und ihr Grundrecht auf Bildung uneingeschränkt ausüben können. Dabei richten sich die Maßnahmen an alle Kinder und Jugendlichen, insbesondere aber an Mädchen und junge Frauen sowie an unbegleitete geflüchtete Minderjährige. Plan International unterstützt Kinder und Jugendliche, die aufgrund von (sexueller) Gewalt, Naturkatastrophen oder Armut keinen Zugang zu Bildung haben oder die Schule nicht beenden konnten. Zudem setzt sich Plan International dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mit Migrations- oder Fluchterfahrung sicheren Zugang zu Bildung erhalten. Gleichzeitig stärkt die Organisation bestehende Kinderschutzsysteme, um diese besonders verletzlichen Gruppen besser zu schützen und ihre Rechte zu sichern. 

1 Observatorio de la niñez y adolescencia, El Salvador

Auf einen Blick

Projektregionen: Cabañas, Cuscatlán, Chalatenango, La Libertad, San Salvador

Projektlaufzeit: März 2026 – Februar 2029

Budget: 1.695.886 €

Ziele:

  • Schutz von Kindern und Jugendlichen in Migrations- und Fluchtsituationen vor sexueller, geschlechtsspezifischer und weiterer Gewaltformen sowie die Förderung sicherer Umgebungen
  • Schulbildung und berufliche Entwicklung für Kinder und Jugendliche in instabilen Lebenssituationen
  • Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Aufnahmegemeinden

Maßnahmen:

  • 225 Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt in Flucht- oder Migrationskontexten erhalten eine psychosoziale Betreuung
  • 380 Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung erhalten Beratung und Schutz
  • 90 Verwaltungsangestellte werden zu Kinderschutz und Gewaltprävention sensibilisiert
  • 200 Kinder und Jugendliche erhalten einen sicheren Zugang zu Schulbilung.
  • 200 junge Erwachsene erhalten eine Ausbildung und beginnen eine berufliche Tätigkeit
  • 75 von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen werden gestärkt
  • 2.700 Menschen fördern sozialen Zusammenhalt sowie gewaltfreie Räume

Ausführliche Projektbeschreibung zum Download (pdf)

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

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Spendenkonto
Stiftung Hilfe mit Plan
IBAN: DE12 3702 0500 0008 8757 07
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: SLV100348

So hilft das Projekt

Schutz für Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Fluchterfahrung

Um individuell auf die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien einzugehen, die sich in einer Flucht- oder Migrationssituation befinden, richtet Plan International ein Fallmanagement mit 15 geschulten Mitarbeitenden zum Schutz und zur Beratung der Betroffenen ein. Dabei profitieren 380 Kinder und Jugendliche von individueller Unterstützung, wobei ein besonderer Fokus auf unbegleiteten Minderjährigen sowie Frauen und Mädchen in Migrations- und Fluchtkontexten liegt. Für Kinder, Jugendliche oder Frauen mit besonders hohem Unterstützungsbedarf wird regelmäßig psychologische Betreuung angeboten, um Ängste zu reduzieren und die Bewältigungsfähigkeiten der Teilnehmenden zu stärken. Mobile Teams sind flexibel vor Ort in Aufnahmezentren und Grenzregionen unterwegs, um auch diejenigen zu erreichen, die fliehen oder migrieren und deshalb nicht dauerhaft begleitet werden können. Vor Ort werden Kinder, Jugendliche und ihre Sorgeberechtigten zu wichtigen Themen wie Kinderschutz, Anlaufstellen bei Gewalterfahrungen und Fluchtrisiken beraten. Zudem werden Informationsmaterialien verteilt und bei Bedarf Soforthilfe angeboten. Außerdem sensibilisiert Plan International Behörden auf nationaler und lokaler Ebene für Gewaltprävention und die Bedeutung von Schutzstrukturen für Kinder und Jugendliche.

Geflüchtete Familien warten in einem Aufnahmezentrum in Zentralamerika auf humanitäre Hilfe und Beratung

Bildung für Kinder und Jugendliche in Flucht- und Migrationssituationen

Von Flucht und Migration betroffene Kinder und Jugendliche stehen häufig vor erheblichen Hindernissen, die den Schulwiedereinstieg erschweren. Zu Beginn des Projekts werden deshalb die Daten von Kindern und Jugendlichen erfasst, die außerhalb des Schulsystems sind oder stark gefährdet sind, dieses vorzeitig zu verlassen. 200 ausgewählte Kinder und Jugendliche erhalten eine individuelle Betreuung, bei der gemeinsam mit Lehrer:innen, Eltern und Betreuungspersonen schulische und soziale Herausforderungen identifiziert und ein entsprechender Entwicklungsplan erstellt wird. In mindestens acht Betreuungsterminen begleiten die Berater:innen bei der Umsetzung des Plans, indem sie Nachhilfe, sozioemotionale Unterstützung und Schulmaterialien anbieten. Außerdem erhalten 100 Kinder finanzielle Unterstützung zur Deckung von Fahrtkosten und Pausenverpflegung. Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schulabschluss werden beim Einstieg in eine Berufsausbildung unterstützt. Nach einer Marktanalyse zu den Anforderungen regionaler Firmen werden in Zusammenarbeit mit den potenziellen Arbeitgebern verschiedene Ausbildungskurse durchgeführt, die auf die gesuchten Positionen vorbereiten. 200 junge Menschen werden entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten geschult und erhalten dabei auch Bewerbungstrainings sowie die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung. Anschließend werden die jungen Menschen an lokale Arbeitgeber mit fairen Arbeitsbedingungen vermittelt. So erleichtert Plan International jungen Geflüchteten und Migrant:innen den Einstieg in das Berufsleben.

Mädchen in El Salvador sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben in einem Heft

Starke junge Menschen in gestärkten Gemeinden

Um das Selbstbewusstsein und die Resilienz junger Menschen, besonders von Mädchen und jungen Frauen mit Flucht-, Migrations- oder Gewalterfahrungen, zu stärken, werden Schulungen zu Führungsqualitäten angeboten. In geschützten Räumen tauschen sich 75 junge Menschen zu Themen wie Identität, Selbstbewusstsein, Gewalterfahrungen und Lebensplanung aus und bilden wichtige Unterstützungsnetzwerke. Nach den Schulungen erhalten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich mit der Nationalen Mädchenbewegung von Plan International zu vernetzen. In diesem sicheren Raum können sich die Betroffenen über geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt austauschen und reflektieren. Zudem setzen sie gemeinsam Aktionen wie Gemeindeveranstaltungen, Kino-Foren und Workshops mit Gleichaltrigen um. Auch die Aufnahmegemeinden werden gestärkt, indem das Bewusstsein für Kinderschutz und gewaltfreie Räume erhöht wird. Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und lokalen Akteur:innen wird eine Informationskampagne zum Thema Kinderschutz und geschützte Räume entwickelt, die über soziale Netzwerke mehr als 25.000 Menschen erreicht. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit 30 Gemeinden Veranstaltungen für insgesamt 2.700 Einheimische und Geflüchtete durchgeführt. Diese Veranstaltungen werden von 120 geschulten Freiwilligen organisiert und bieten geschützte Lernorte für Austausch und Information zu Kinderschutz, Gewaltprävention und Gemeindezusammenhalt im Umfeld von Flucht und Migration.

So hilft Ihre Spende

605 €

ermöglichen die Ausstattung eines praktischen Berufskurses, in dem Jugendliche auf ihren späteren Beruf vorbereitet werden.

2.568 €

kosten spielerische Materialien wie Hula Hoop-Reifen und Bauklötze, die für 30 Gemeindeveranstaltungen benötigt werden, um insbesondere Eltern die Bedeutung des Spielens nahezubringen.

5.865 €

werden für die Ausstattung drei mobiler Beratungsstellen mit Tischen, Stühlen, Infomaterialien und spielerischen Materialien zur Beratung und Begleitung geflüchteter Menschen benötigt.

9.450 €

brauchen wir für die Ausstattung einer mobilen humanitären Vergabestelle zur Versorgung geflüchteter Menschen mit grundlegenden Alltagsprodukten.

15.605 €

finanzieren eine Medienkampagne, die Eltern für das sichere Aufwachsen ihrer Kinder sensibilisiert.

Unterstützen auch Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende, um Kindern und Jugendlichen in El Salvador den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

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Stiftung Hilfe mit Plan
IBAN: DE12 3702 0500 0008 8757 07
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Hinweis: Die Bilder auf dieser Seite stammen z.T. aus ähnlichen Plan-Projekten.

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Porträtfoto Julia Hammer

Julia Hammer & Team
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