Krankenpflegerin Fausia arbeitet in einem von Mosambiks staatlich finanzierten Medizinzentren und setzt sich täglich für die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Mädchen und Frauen ein. © Lidia Celeste Felix Langa/Plan International.
Krankenpflegerin Fausia arbeitet in einem von Mosambiks staatlich finanzierten Medizinzentren und setzt sich täglich für die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Mädchen und Frauen ein. © Lidia Celeste Felix Langa/Plan International.
12.04.2021 - von Verena Gresz

Covid-19 und das Recht auf reproduktive Gesundheit in Mosambik

Mosambik hat als eines von wenigen Ländern in Südostafrika ein staatlich finanziertes Programm ins Leben gerufen, das Informationen über sexuelle Rechte und Gesundheit mittels Aufklärungskampagnen verbreitet und kostenlos Verhütungsmittel verteilt. Aber seit die Corona-Pandemie das Land im April 2020 erreichte, stehen die Versorgungsketten der Gesundheitszentren vor großen Herausforderungen.

Seitdem auch Mosambik im Jahr 2020 auf die Covid-19-Pandemie mit einem harten Lockdown reagieren musste, hat der medizinische Sektor starke Probleme, die Lieferketten von Medikamenten und medizinischem Hilfsmaterial aufrechtzuerhalten. Grenzschließungen und die zeitweise Einstellung der Arzneimittelproduktion haben die Gesundheitszentren hart getroffen.

Zu diesen ohnehin oft knappen Gütern zählen auch Verhütungsmittel, die bisher von einer staatlich finanzierten Aufklärungskampagne zum Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten kostenlos ausgegeben wurden. Aber auch sichere Schwangerschaftsabbrüche wurden von den staatlich finanzierten Zentren durchgeführt. Da zuvor viele Frauen aus Mangel an Alternativen illegal abtrieben, konnte durch diese Leistungen vor Ausbruch der Pandemie die Sterblichkeitsrate von ungewollt Schwangeren deutlich gesenkt werden.

„Als uns nach ein paar Monaten die Medikamente ausgingen, hatten wir hier vier Mädchen, die nicht sicher im Gesundheitszentrum abtreiben konnten. Wir mussten sie wegschicken – ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist,“ erinnert sich Fausia, eine Krankenpflegerin aus der Inhambane Provinz im Nordosten Mosambiks.

„Was die Versorgung mit Verhütungsmitteln angeht, gab es eine ganze Menge Mädchen, für die das Hormonimplantat die beste Option gewesen wäre. Im Mai und Juni konnten wir diesen Service aber leider nicht mehr anbieten. Mindestens 80 Mädchen und junge Frauen hätten diesen Service in der Zeit gerne in Anspruch genommen, aber wir konnten nichts tun,“ erzählt Fausia.

Plan International setzt sich in Inhambane für mehr Aufklärung zum Thema sexuelle und reproduktive Rechte und Gesundheit ein. Durch die Förderung von nationalen Gesundheitsprogrammen wie der staatlich finanzierten Verteilung von Verhütungsmitteln und der Bereitstellung von Gesundheitsleistungen können ungewollte Schwangerschaften vermieden werden, die in Mosambik häufig zu einer frühen Verheiratung der betroffenen Mädchen führen.

Ein Schwerpunkt liegt in der präventiven Arbeit, die in Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und Frauengruppen stattfindet. Damit Mädchen und junge Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen und frei über ihre Familienplanung entscheiden können, ist es aber ebenso wichtig, dass sie Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten, um ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit wahrnehmen zu können. Deswegen versorgt Plan International die Zentren regelmäßig mit medizinischem Material und dringend benötigten Medikamenten. 

Nur so können die medizinischen Fachkräfte wie Fausia ihre Arbeit umsetzen und Mädchen und Frauen täglich Zugang zu Leistung gewähren, die ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit schützen und ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ermöglichen.


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