Wo Gleichberechtigung ins Spiel kommt
In den indigenen Gemeinden San Pedro und Guairá in Paraguay ist Fußball für viele Jugendliche ein fester Teil des Alltags. Auf staubigen Plätzen kommen Kinder und Jugendliche zusammen, spielen, lachen und verbringen Zeit miteinander.
Doch nicht alle sind selbstverständlich Teil dieses Spiels. Dana kennt diese Situation gut. „Sie sagten mir, dass ich nicht spielen darf, weil Fußball ein Männerspiel sei. Sie wollten nicht, dass ich mit ihnen spiele“, sagt sie. Für viele Mädchen in den Gemeinden ist der Zugang zum Fußball nicht selbstverständlich. Traditionelle Rollenbilder prägen noch immer den Alltag, in dem Sport häufig als etwas für Jungen gilt.
Leben in abgelegenen Gemeinden
San Pedro und Guairá liegen in ländlichen Regionen Paraguays, in denen indigene Gemeinschaften ihre Sprache, Traditionen und Lebensweisen bewahren. Gleichzeitig sind viele dieser Orte abgelegen. Der Zugang zu Infrastruktur, Bildung und Freizeitangeboten ist eingeschränkt. Für Kinder und Jugendliche bedeutet das, dass es nur wenige gemeinsame Räume außerhalb des eigenen Umfelds gibt.
„Sie sagten mir, dass ich nicht spielen darf, weil Fußball ein Männerspiel sei.“
Fußball als gemeinsamer Ausgangspunkt
Die Joaju-Liga schafft genau hier neue Möglichkeiten. Mädchen und Jungen spielen gemeinsam Fußball und verbringen Zeit im Team.
Der Name „Joaju“ stammt aus der Sprache Guaraní und bedeutet „durch ein gemeinsames Ziel verbunden sein“. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Zusammenarbeit und Respekt im Team entstehen, auf und neben dem Spielfeld. Für viele Mädchen ist es das erste Mal, dass sie regelmäßig Fußball spielen können.
Mehr als Sport
Die Joaju-Liga geht dabei über den Sport hinaus. Sie wird von Plan International umgesetzt und von der britischen Botschaft in Asunción unterstützt. Sie richtet sich an rund 90 Jugendliche, insbesondere Mädchen, und verbindet Fußball mit Angeboten zur persönlichen Entwicklung.
Neben dem Training nehmen die Jugendlichen an Workshops teil, in denen soziale und emotionale Themen behandelt werden. Sie lernen, ihre Rechte besser zu verstehen, ihre Erfahrungen einzuordnen und mit schwierigen Situationen umzugehen. Dazu gehören Themen wie Selbstfürsorge, Schutz vor Gewalt und der Zugang zu Unterstützung. Hintergrund sind Erfahrungen von Ausgrenzung und Gewalt, die viele Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag machen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung kultureller Identität. Traditionelle Spiele, spirituelle Praktiken und gemeinschaftliche Werte werden bewusst einbezogen, um das Wissen früherer Generationen zu erhalten.
Teil eines größeren Wandels
Heute ist Dana Teil eines Angebots, das über den Fußball hinausgeht. Sie stehen gemeinsam mit anderen Jugendlichen auf dem Platz und erleben, dass sich Zugänge verändern können.
„Fußball ist meine Leidenschaft. Es macht mich glücklich, hilft mir, neue Freunde zu finden, und gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt Dana. „Mein Traum ist es, Profifußballerin zu werden.“
Die Geschichte von Dana wurde mit Material aus dem Plan-Büro in Paraguay aufgeschrieben.