Ermordung eines engagierten Advokaten

Foto: Davinder Kumar

Der gewaltfreie Einsatz für die Rechte von indigenen Bevölkerungsgruppen ist dem engagierten honduranischen Aktivisten Pablo Isabel Hernández zum Verhängnis geworden.

Sie kamen im Morgengrau des 9. Januar 2022. Gegen 8:00 Uhr wurde in der indigenen Gemeinde San Marcos de Caiquín der Umweltaktivist und Landverteidiger Pedro Isabel Hernández durch sieben Schüsse getötet. Kaum jemand aus seiner Gemeinde engagierte sich so unerschrocken gegen Ausbeutung und korrupte Strukturen wie er: Als Bürgermeister des Dorfes Vara Alta de Caiquín, Förderer einer Universität für indigene Völker, Direktor eines lokalen Radiosenders, Präsident eines Biosphären-Netzwerks von Agrarökologen, Koordinator der kirchlichen Gemeinde – und Mitarbeiter eines Plan-Projekts zur Ausbildung von Ombudsleuten für die Bewahrung von Territorien indigener Völker, das von der Europäischen Union finanziert wird.

Bedroht – und schutzlos

Der Landverteidiger war bereits in der Vergangenheit wegen seines Engagements verfolgt und bedroht worden. Unter anderem hatte er mit Beschränkungen zum Verkauf von alkoholischen Getränken und der Offenlegung illegaler Verkaufsangeboten Kritik auf sich gezogen. Überdies gab es Unstimmigkeiten über die Durchführung einer Volksabstimmung und die Verantwortlichkeiten der daran beteiligten Behörden-Mitarbeitenden, die der Bürgermeister – einem Mehrheitswillen folgend – ausgewechselt hatte. Mit seinem Streben nach Natur- und Ressourcenschutz hatte Hernández zudem Grundbesitzer der Region gegen sich aufgebracht, die auf angestammten Gemeindeländereien zum Teil unberechtigt Kaffeeplantagen unterhalten. Trotz der akuten Bedrohungslage wurde ihm niemals Schutz gewährt.

„Hernández war nicht nur ein Menschenrechts-Verteidiger, sondern auch ein indigener Führer und Sprecher der Volksgruppe Lenca.“

Isabel Albaladejo Escribano, Vertreterin der UN-Menschenrechtsorganisation OHCHR in Honduras

Schwerwiegende Menschenrechtsverletzung

„Die Ermordung des Aktivisten Hernández ist äußerst schwerwiegend, da er nicht nur ein Menschenrechtsverteidiger, sondern auch ein indigener Führer und Sprecher der Volksgruppe war“, sagt Isabel Albaladejo Escribano, Vertreterin der UN-Menschenrechtsorganisation OHCHR in Honduras. „Als Direktor des ,Tenaz Community Radio‘ prangerte er öffentlich Menschenrechtsverletzungen gegen das indigene Volk der Lenca an. Die Stimmen derjenigen zum Schweigen zu bringen, die die Menschenrechte verteidigen und die Gesellschaft informieren, ist ein Angriff auf die Demokratie.“

Der Mord an Hernández ist der erste, der 2022 dokumentiert wurde. Im vergangen Jahr registrierte OHCHR gewalttätige Vorfälle gegen mindestens 208 Menschenrechtsaktivist:innen und 93 Journalist:innen. Verschiedene Menschenrechts-Organisationen forderten den honduranischen Staat auf, eine Untersuchung durchzuführen, um jene Personen zu bestrafen, die für das Gewaltverbrechen verantwortlich sind.

Morde, Vertreibungen, Gewalt gegen Frauen: Honduras ist eines der gefährlichsten Länder der Welt. Plan International unterstützt Aktivist:innen dabei, gegen Willkür und Ausbeutung vorzugehen und gewaltfrei zu ihrem Recht zu kommen.

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