Zwei Frauen tragen Babys in bunten traditionellen Tragetüchern im Freien, ländliche Umgebung in Bolivien

Bolivien: Starke Mütter, gesunde Kinder

Seit Jahren hat die Bevölkerung Boliviens mit einer schwierigen Wirtschaftslage zu kämpfen, die durch eine hohe Inflation zusätzlich verschärft wird. Viele Familien kämpfen mit multidimensionaler Armut – mit weitreichenden Folgen für die betroffenen Kinder. Sie haben häufig mit Entwicklungsproblemen zu kämpfen, die sie im späteren Leben nur schwer aufholen können. So gibt es in den Projektregionen Altiplano und Santa Cruz eine hohe Anzahl von Kindern, die an Fehl- oder Mangelernährung leiden. Zudem verzeichnet das Land eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten in Lateinamerika: Von 1.000 Neugeborenen erleben 24 nicht ihren fünften Geburtstag.1 Dabei sind Kinder in ländlichen Regionen besonders gefährdet. In den Projektgemeinden leben viele Familien von der Landwirtschaft oder sind informell beschäftigt. Ihr Einkommen reicht oft nicht einmal für das Nötigste. Frauen verdienen aufgrund der patriarchalen Strukturen deutlich weniger als Männer und haben seltener die Chance, eine berufliche Ausbildung zu machen. Zusätzlich verschärfen die Auswirkungen des Klimawandels die Lage im Land: Dürren, Starkregen und extreme Hitze bedrohen die Lebensgrundlagen der von der Landwirtschaft abhängigen Bevölkerung. 

Aufgrund der Situation vor Ort verfolgen wir mit diesem Projekt das Ziel, Kindern unter fünf Jahren ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Hierfür verbessern wir die gesundheitliche Versorgung, Bildungsangebote und das Umfeld der Kinder in ländlichen Gemeinden. Wir arbeiten dafür mit örtlichen Gesundheitszentren, Schulen, Kindergärten und Kitas zusammen. Zugleich beziehen wir die Eltern und Erziehungsberechtigten mit ein und schulen sie zu Themen wie gesunde Ernährung, Stillen und gleichberechtigte Elternschaft. Neben Bildungs- und Gesundheitsmaßnahmen fördern wir Mütter, damit sie ein regelmäßiges Einkommen erzielen können. Spargruppen helfen ihnen, finanzielles Wissen aufzubauen und Rücklagen für die Zukunft zu bilden. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Schutz vor Umweltkatastrophen, die aufgrund des Klimawandels zunehmen. Insgesamt sollen diese Maßnahmen die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien verbessern sowie die Klimaresilienz der gesamten Projektregion erhöhen. 

1 UNICEF, The State of the World´s Children 2024

Auf einen Blick

Projektregion: Altiplano, Santa Cruz

Projektlaufzeit: Januar 2026 - Dezember 2029 

Budget: 2 Mio. €

Ziele:

  • Gesunde Entwicklung von Kleinkindern
  • Gestärkte wirtschaftliche Selbstständigkeit von Müttern
  • Verbesserte Klimaresilienz in den Projektgemeinden

Maßnahmen:

  • Ausstattung von 20 Kindergärten und Vorschulen
  • Stärkung von 17 Gesundheitszentren für eine bessere Versorgung von Kleinkindern
  • Schulungen zu frühkindlicher Förderung für 750 Eltern
  • Spielzeug für 500 Kinder
  • Unternehmerische und landwirtschaftliche Schulungen für 500 Mütter
  • Unterstützung bei der Gründung von Kleinstunternehmen
  • Schulungen für Väter zu gleichberechtigter positiver Elternschaft
  • Verbesserung der Wasserversorgung
  • Katastrophenschutzmaßnahmen

Ausführliche Projektbeschreibung zum Download (pdf)

Das Projekt unterstützt folgende Ziele für nachhaltige Entwicklung:

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Spendenkonto
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So hilft das Projekt

Ein gesundes Umfeld für die Kleinsten

Die Kinder profitieren in diesem Projekt von Maßnahmen, die ihnen ein stabiles und für ihre Entwicklung förderliches Umfeld bieten sollen. Zu Beginn des Projekts erhalten die Kinder mit Spielsachen gefüllte Rucksäcke. Das Besondere daran: Eltern gestalten Teile des Spielzeugs zusammen mit ihren Kindern in Workshops. Diese gemeinsamen Aktivitäten fördern nicht nur die Kreativität, sondern stärken auch die Bindung innerhalb der Familien. 

Darüber hinaus bilden wir Eltern zu ausgewogene Ernährung für Kleinkinder, Hygiene und Kindergesundheit fort. Hierzu bieten wir Kochkurse, Dialogveranstaltungen und Kampagnen rund um die Vorteile des Stillens an. 

Um die medizinische Versorgung der Kinder zu verbessern, arbeiten wir mit 17 Gesundheitszentren zusammen. Wir statten ihre Behandlungsräume mit dringend benötigten Materialien aus und schulen das Personal im Umgang mit Kleinkindern sowie zu Themen rund um die Geburt. Auch traditionelle Ärzt:innen, die in den Gemeinden ein hohes Ansehen genießen, werden in diese Maßnahmen einbezogen.

Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation spricht mit Mutter und zwei Kindern vor einem Haus in einer ländlichen Gemeinde in Bolivien

Bessere Bildung und Erziehung ermöglichen

Kindergärten und Kitas spielen eine entscheidende Rolle für die frühkindliche Entwicklung. 20 Kindergärten und sechs Krippen unterstützen wir auf Basis von Bedarfsanalysen unter anderem mit Unterrichtsmaterialien und Spielsachen, damit sie einen geschützten und fördernden Raum für die Kinder bieten. Zusätzlich bilden wir 100 Erzieher:innen zu pädagogischen Inhalten fort und setzen eine Kommunikationskampagne um, welche die Kindergärten und ihr Angebot bekannter machen. 

Besonders wichtig ist uns die Einbindung der Eltern und Erziehungsberechtigten, die wir zu positiver, gewaltfreier Erziehung schulen. Männer werden gezielt ermuntert, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv an der Kindererziehung zu beteiligen. Auf kommunaler Ebene unterstützen wir lokale Behörden dabei, Gesundheitsdaten von Kleinkindern systematisch zu erfassen und auszuwerten.

Außerdem veranstalten wir Dialogtreffen zu gesunder Ernährung. Hier tauschen sich Eltern und Großeltern über traditionelle Rezepte aus und lernen, lokale Lebensmittel wieder verstärkt zu nutzen. In Kochkursen werden die Rezepte direkt in die Praxis umgesetzt.

Vater spielt mit seinem kleinen Kind auf einem Bett in einem einfachen Zuhause in Bolivien

Frauen wirtschaftlich stärken

Eine wichtige Säule unseres Projekts ist die finanzielle Eigenständigkeit der Mütter. Insgesamt 500 Frauen nehmen an Workshops teil, in denen sie Lebenspläne entwerfen, über ihre Ziele reflektieren und ihr Selbstvertrauen stärken. Darauf aufbauend entwickeln sie eigene Unternehmensideen und lernen Geschäftspläne für landwirtschaftliche Kleinstunternehmen zu erstellen. Die Mütter können sich in zwei Bereichen weiterbilden: zum einen in der Kultivierung von Gemüsegärten, umweltfreundlichen Anbaumethoden und der Konservierung von Obst und Gemüse; zum anderen in der Zucht von Nutztieren wie Hühnern, Schweinen, Meerschweinchen, Lamas oder Schafen. Während der Schulungen bieten wir ihnen eine Kinderbetreuung an.

Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung erhalten die Teilnehmerinnen unterschiedliche Materialien zum Unternehmensstart. Diese umfassen beispielsweise Saatgut und landwirtschaftliches Werkzeug für den Gemüseanbau oder Tiere, um mit der Zucht zu beginnen. Wir besuchen die Frauen regelmäßig, um sie auch nach den Schulungen bei Fragen und Herausforderungen weiter zu unterstützen.

Zusätzlich bilden sich die Frauen auch in Finanzfragen weiter und nehmen an Spargruppen teil. So lernen sie Sparen, Investieren und den Umgang mit Finanzen, was ihnen dabei hilft, ihre Produkte gewinnbringend zu verkaufen.

Junge Frau steht in einem Schweinestall neben einem Schwein auf einem Bauernhof in Bolivien

Gemeinden widerstandsfähiger gegen Katastrophen machen

Im Altiplano kommt es aufgrund von Dürren häufig zu Wasserknappheit. 500 Familien lernen deshalb in Workshops, wie sie Wasser achtsam und nachhaltig nutzen. Zudem statten wir Schulen, Kitas und Gesundheitszentren mit Wassertanks aus, welche Regenwasser sammeln und filtern. Darüber hinaus testen wir den Einsatz von Nebelnetzen, die das Wasser aus der feuchten Luft der Berge filtern. Um die Tanks und Nebelnetze nachhaltig zu nutzen, gründen wir lokale Wasserkomitees, die für die Wartung und Pflege der Anlagen verantwortlich sind. 

In der Region Santa Cruz bereiten wir die Gemeinden auf Waldbrände und Überschwemmungen vor. 120 Freiwillige bilden wir in der Bekämpfung von Bränden und dem Umgang mit Hochwasser aus. Ausgestattet mit dem notwendigen Equipment und organisiert in Feuerwehreinheiten helfen diese Teams, ihre Gemeinden im Katastrophenfall zu schützen. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist zudem die Aufklärungsarbeit bei Gemeindeveranstaltungen. 

Ein weiteres zentrales Element der Katastrophenvorbereitung ist die Einrichtung eines Fonds für präventive und akute Maßnahmen. Noch bevor eine Katastrophe eintritt, kann der Fonds aktiviert werden, um Schutzmaßnahmen wie die Verteilung von Wasserkanistern umzusetzen. Sollte eine Katastrophe nicht verhindert werden können, bietet der Fonds schnelle Hilfen zur Schadensbegrenzung. 

Mädchen nutzt sauberes Trinkwasser aus einem Wasserbecken in einer ländlichen Gemeinde in Bolivien

So hilft Ihre Spende

499 €

kosten die Schulungen für eine Mutter, an deren Ende die Erstellung eines Unternehmensplans steht

1.238 €

werden benötigt, um ein Gesundheitszentrum kindgerecht auszustatten

1.663 €

brauchen wir für die Einrichtung einer Kindertagesstätte

5.776 €

kosten vier Wassertanks inklusive Filter

8.268 €

benötigen wir für die Ausstattung von sechs Kinderkrippen mit Mobiliar und Spielsachen

Unterstützen auch Sie das Projekt mit Ihrer Spende, um das gesunde Aufwachsen von Kindern in Bolivien zu fördern.

 

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Porträtfoto Julia Hammer

Julia Hammer & Team
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