Rückblick auf eine erfolgreiche Entwicklungs-Zusammenarbeit

Foto: Plan International

Nach dem Abschluss des Patenschaftsprogramms vor Ort kann Plan International eine positive Bilanz aus 40 Jahren Arbeit in Thailand ziehen.

Nach mehr als vier Jahrzehnten Programmarbeit in Thailand hat Plan International im Sommer dieses Jahres seine Patenschaftsarbeit in dem südostasiatischen Land beendet. Mithilfe der Beiträge unserer Pat:innen und Spender:innen konnten wir Projekte in unterschiedlichen Bereichen durchführen, um die Rechte und das Wohlergehen der Kinder in den Provinzen Chiang Rai und Chiang Mai zu fördern.

Wirtschaftliche Stärkung

Obwohl sich Thailand in Bezug auf die Einkommensverhältnisse der Bevölkerung sehr positiv entwickelt hat, gibt es auf dem Arbeitsmarkt noch benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie staatenlose Menschen, indigene Gruppen, Jugendliche und Frauen. Plan International konnte vielen Menschen wichtige Unterstützung bereitstellen, um diese strukturellen Barrieren zu durchbrechen, etwa durch berufliche Schulungen und finanzielle Unterstützung. Dadurch haben diese Gruppen nun mehr Möglichkeiten, ihr Familieneinkommen und ihre sozioökonomischen Verhältnisse zu verbessern und die Schulgebühren ihrer Kinder zu bezahlen. 

In den letzten fünf Jahren nahmen fast 1.000 Familien an Beratungsgesprächen mit örtlichen Behörden teil, in denen sie offen Probleme ansprechen und Lösungsvorschläge unterbreiten konnten. Mehr als 800 Familien erwirtschaften ihren Lebensunterhalt nun durch eigene kleine Betriebe. Darüber hinaus haben wir geholfen, Familien, und besonders jungen Müttern, Zugang zu Krediten zu verschaffen. Mit dieser Starthilfe und dem neuen finanziellen Wissen werden die Frauen ihre Kinder zukünftig besser versorgen können.

Eine Frau sitzt in einem Hauseingang und lacht, sie hat ein lächelndes Mädchen auf dem Schoß. Beide tragen traditionelle, schwarz und rot bestickte Kleider.
Bei den Projekten wird darauf geachtet, dass besonders die vulnerabelsten Mitglieder der Gesellschaft bedacht werden.Plan International
Eine Familie mit vielen Kindern steht auf einem Balkon. Einige Kinder winken zur Kamera.
Familien werden durch Kredite und Schulungen wirtschaftlich gestärkt.Plan International

Sexuelle und reproduktive Gesundheit

Eine Schwangerschaft im Teenage-Alter bedeutet für Mädchen meist, dass sie gezwungen sind, die Schule abzubrechen. Da hindert sie später daran, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit der Hilfe unserer Unterstützer:innen konnten wir im Rahmen einer Aufklärungskampagne Tausende von Jugendlichen über sexuelle und reproduktive Gesundheit aufklären. 

Eine der Teilnehmer:innen ist Watinee, eine 14-jährige Aktivistin und ehemaliges Plan-Patenkind. Sie gibt inzwischen selbstbewusst ihr Gelerntes an andere Menschen weiter: „Ich bin sehr glücklich und stolz darauf, meinen Freunden und anderen Menschen in und außerhalb meiner Gemeinde Wissen über die Auswirkungen von Kinderheirat und Teenagerschwangerschaften zu vermitteln.“ Dieses Wissen ist ein effektives Mittel, um Mädchen und Jungen in die Lage zu versetzen, bewusste Entscheidungen über ihr Leben und ihren Körper zu treffen, und ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. 

„Ich bin sehr stolz darauf, anderen Menschen Wissen über die Auswirkungen von Kinderheirat und Teenagerschwangerschaften zu vermitteln.“

Watinee (14), Aktivistin und ehemaliges Plan-Patenkind
Eine Gruppe steht zusammen und hält ein großes blaues Banner.
Das „Teen Power Projekt“ kämpft gegen Heirat und Schwangerschaft von unter 18-Jährigen.Plan International

Klimakrise und Katastrophenvorsorge

Wie viele Gegenden auf der Erde hat auch Chiang Rai vermehrt mit den Auswirkungen der Klimakrise zu kämpfen. Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen und Erdrutsche werden immer verheerender und die Gemeinden hatten meist kein effizientes Katastrophenmanagement. Regelmäßig zerstören Naturkatastrophen Häuser von Familien in den Gemeinden und beschädigen öffentliche Gebäude wie Schulen, die derartigen Belastungen nicht standhalten können. Eine Erhebung aus dem Jahr 2018 ergab, dass in weniger als 15 Prozent der Schulen landesweit überhaupt Risikobewertungen zum Schutz vor Naturkatastrophen vorgenommen wurden. Schulkinder und Lehrkräfte hatten nur wenig Wissen darüber und Bewusstsein dafür, wie sie sich und andere in Notfallsituationen schützen können. 

Plan International hat allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als 18.200 Schüler:innen und 1.866 Lehrkräfte zum Thema Klimawandel und Resilienz geschult. Die Schulkinder ermittelten in Workshops die Gefahren und Risiken im Schulkontext und führten Katastrophen-Übungen für den Ernstfall durch. Um ein besseres Bewusstsein für Katastrophenvorsorge zu schaffen, hat Plan International über Jahre hinweg eng mit den Bildungsbehörden der Provinzen und dem Katastrophenschutz zusammengearbeitet. Als Mitglied des „Thailand Safe School Network“ tauscht sich Plan International fachlich auch mit anderen Organisationen aus, die auf dem Gebiet tätig sind. 

Ein Mädchen steht grinsend vor einer Tafel. Sie hat ein Stück Kreide in der Hand.
Die Schulen in Chiang Rai sind inzwischen besser gegen Naturkatastrophen gewappnet.Plan International
Drei Schülerinnen sitzen auf dem Boden und gestalten ein Plakat.
Schulkinder identifizieren Gefahren im Umfeld der Schule. Plan International

Wasser und Hygiene

In den ländlichen Gegenden von Chiang Rai hatten viele Familien durch den eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser mit vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall und der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu kämpfen. Um diese Umstände zu verändern, hat Plan International Material für den Bau von neuen Wasserfiltersystemen in Dörfern bereitgestellt. Durch diese Projekte haben wir in den vergangenen Jahren mehr als 16.300 Gemeindemitgliedern den Zugang zu sicheren Wasserquellen ermöglicht.

Zudem unterstützten wir auf Gemeindeebene arbeitende Wassermanagementkomitees dabei, die Wassersysteme vor Ort zu warten und zu überwachen. Wichtig ist dabei, dass in den Komitees auch Frauen vertreten sind, damit sichergestellt ist, dass Frauen und Mädchen einen gleichberechtigten Zugang zu sauberem Wasser haben. Dank der selbstständigen Verwaltung von Wasser-Fonds in den Gemeinden können notwendige Reparaturen finanziert werden.

Ein Junge steht vor einem großen Wasserbehälter und wäscht sich die Hände.
Dank der neuen Wasserstellen haben Familien kürzere Wege und besseren Zugang zu Trinkwasser. Plan International

Nach Beendigung unserer Patenschaftsprogramme in Thailand führen unsere Partnergemeinden ihre Entwicklung nun eigenständig fort. Plan International wird sich weiterhin mit Projekten in Thailand engagieren. Die beachtlichen Entwicklungen des Landes in vielen Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft ist Plan International stimmen zuversichtlich, dass dort immer mehr Kinder einer besseren Zukunft entgegenblicken.

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