Eine Plan-Initiative schützt Menschenleben

Foto: Plan International

Weltweit sind Millionen Familien mit Fluten und Stürmen konfrontiert. Doch gut darauf vorbereitet, werden Gefahren nicht automatisch zur Krise.

Überschwemmungen, Wirbelstürme oder Erdrutsche müssen nicht zwangsläufig zu humanitären Krisen werden: Vorausschauendes Handeln, Investitionen in den Katastrophenschutz sowie frühzeitiges Handeln im Notfall verringern Zerstörung und die Folgen drastisch. Der sogenannten „Floods and Storms Initiative“, der Flut- und Sturminitiative von Plan International, liegt ein einfacher Ansatz zugrunde: Vorbereitet und bereit zu sein, schnell zu handeln. Ganze Gemeinschaften werden dadurch in die Lage versetzt, Leben zu schützen. So verhindern Fachleute und lokale Bevölkerung gemeinsam, dass aus einer Katastrophe eine Krise wird.

„Krisen beginnen, wenn wir es versäumen, uns darauf vorzubereiten.“

Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International

„Krisen beginnen nicht erst, wenn eine Katastrophe eintritt – sie beginnen schon lange davor: Wenn wir es versäumen, uns darauf vorzubereiten“, sagt Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International. „Wenn Gemeinschaften und Freiwillige frühzeitig mit dem Wissen, den Ressourcen und den Systemen ausgestattet werden, um im Bedarfsfall handeln zu können, reagieren sie schneller, klüger und auf eine Weise, die wirklich zu ihrem Alltag passt.“

Personen mit leuchtender Warmbekleidung beraten sich unter einem Baum
Die Mitglieder eines ehrenamtlichen Plan-Komitees unterstützen den Katastrophenschutz im mosambikanischen Distrikt Jangamo Plan International
Ein Mann steht an einem regnerischen Tag auf einem mit Sandsäcken befestigten Deich und blickt auf einen Fluss
Wie hier im Norden von Bangladesch bereiten sich die Menschen mit Sandsäcken auf die Folgen jährlicher Überschwemmungen vor Plan International

Mit der Flut- und Sturminitiative organisiert Plan International seit Juli 2025 gezielte Investitionen, um Gefahren etwa durch saisonale Wirbelstürme und Regenzeiten zu mindern. Gefährdete Gemeinschaften – insbesondere Kinder und jugendliche Mädchen – sollen dadurch besser geschützt werden.

Maßnahmen ergreifen, bevor Katastrophen eintreten

Die Plan-Teams haben Katastrophenschutzkomitees geschult, die Notfallplanung in den Partnergemeinden gestärkt, wichtige Hilfsgüter für einen Notfall an zentralen Orten gelagert und Protokolle für frühzeitiges Handeln eingeführt. Dadurch werden Gemeinden in die Lage versetzt, bei einer drohenden Gefahr schnell reagieren zu können – und nicht erst, wenn eine Katastrophe eingetreten ist. Beispielsweise griffen diese Schutzmechanismen in Mosambik, das im Januar 2026 eine schwere Flutkatastrophe erlebte.

Die Plan-Initiative wird in weiteren 17 Ländern im asiatisch-pazifischen Raum, im Nahen Osten, östlichen und südlichen Afrika, in West- und Zentralafrika sowie Nord- und Südamerika unterstützt. Ihre Schwerpunkte sind Katastrophenvorsorge, effektivere Frühwarnsysteme, Vorsorge für Mädchen und eine schnellere Bereitstellung lebensrettender Hilfe.

Damit das gelingt, arbeiten die Plan-Teams in lokalen Partnerschaften sowie mit den Gemeinden zusammen. Letztere werden dabei begleitet, sich aktiv auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten, bevor diese eintreten, zum Beispiel auf die Folgen einer Flutwelle infolge eines Wirbelsturms.

Kinder hocken unter Tischen und schützen ihre Köpfe mit den Händen
Wie hier in der Dominikanischen Republik üben Kinder bei einem Schutzprojekt von Plan International für den Katastrophenfall Plan International
Blick auf eine Straße, die kniehoch überflutet ist
In der Regenzeit werden in Bangladesch häufig ganze Städte überflutet Tomal Samad

Immer heftigere Zyklone mit rekordverdächtigen Niederschlagsmengen sowie saisonale Monsunregenfälle infolge der Klimakrise lösen immer häufiger katastrophale Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Sie stellen das alltägliche Leben auf den Kopf, denn oftmals werden Familien dadurch aus ihren Häusern vertrieben, Ernten und Viehbestände gehen verloren und nicht zuletzt ist der Zugang zu Schulen, sauberem Wasser sowie grundlegenden Dienstleistungen unterbrochen.

Die Klimakrise und ihre Folgen

Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA) gehörten Länder im asiatisch-pazifischen Raum, darunter die Plan-Partnerländer Indonesien, Thailand und Vietnam, zu den am stärksten betroffenen – und werden es voraussichtlich auch 2026 wieder sein. Die Folgen des Wetterphänomens El Niño begünstigen zusätzlich Sturmfluten und anhaltende Überschwemmungen, die Millionen Menschen betreffen und insbesondere Kinder und jugendliche Mädchen in Gefahr bringen.

„Vorausschauendes Handeln ist unerlässlich.“

Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International

Durch Katastrophenschutzübungen mit besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, eine vorsorgliche Bereitstellung von Hilfsgütern sowie die direkte Zusammenarbeit mit Gemeindemitgliedern vor Ort können humanitäre Organisationen wie Plan International reagieren – lange bevor sich Gefahren zu Notfällen entwickeln. „Vorausschauendes Handeln ist kein Luxus, sondern angesichts klimabedingter Katastrophen sowohl möglich als auch unerlässlich“, sagte Krishnan.

Frauen erhalten Binden vom Nothilfe-Team
Nach einer Flutkatastrophe in Indonesien verteilen Teams von Plan International Menstruationsprodukte an Frauen in Notunterkünften Plan International

Frühzeitiges Handeln schützt Menschenleben

Beispiel Südostasien: Im vergangenen Jahr unterstützte Plan International etwa Gemeinden in Vietnam dabei, dass lebenswichtige Hilfsgüter an Ort und Stelle vorgehalten werden und lokale Katastrophenschutzkomitees sofort einsatzbereit sind, sobald eine Taifun-Warnung ergeht. Im konkreten Krisenfall konnten die Kinder weiterlernen und ihre Rechte blieben besser gewahrt.

In Indonesien entsandte Plan International nach verheerenden Überschwemmungen in Aceh und Westsumatra mehr als 23 Tonnen lebensrettende Hilfsgüter – darunter Zelte, Decken, Matten, Hygiene- und Menstruationssets sowie weitere wichtige Güter, die Familien dabei unterstützten, ihren Alltag sicher und in Würde zu bewältigen.

Auf den Philippinen, wo Stürme und Überschwemmungen regelmäßig Küsten sowie Erdbeben ganze Inselgemeinden heimsuchen, führte Plan International in den Regionen Masbate, Cebu und Davao Oriental Nothilfemaßnahmen durch. Innerhalb von 72 Stunden nach einem Erdbeben wurden beispielsweise Decken und Matratzen an betroffene Familien geliefert – eine Geschwindigkeit, die durch vorsorglich angelegte Hilfsgüter und gute Vorbereitung möglich war.

In allen drei Notfällen koordinierten die Plan-Teams ihre humanitäre Hilfe auf nationaler und lokaler Ebene; aufeinander abgestimmt waren die Maßnahmen inklusiv und wirksam. Absprachen mit anderen beteiligten Partnern förderten zudem eine schnellere Reaktionszeit. Diese ist – zusammen mit dem Aufbau von verlässlichen Frühwarnsystemen und einer verstärkten Vorsorge für Mädchen – Kernziel der Flut- und Sturminitiative von Plan International. Allesamt Maßnahmen, die Leben retten können.

Ein Champion für vorausschauenden Katastrophenschutz

Weitere Beispiele für die Wirkung der Plan-Initiative finden sich in Malawi, wo eine Kartierung von Risikogebieten und vorausschauende Planungen für den Notfall den Schutz von Gemeindemitgliedern gestärkt haben; Südsudan, wo die Förderung von Hygienemaßnahmen samt Verteilung von Desinfektionsmitteln Gesundheitsrisiken verringert haben; Ecuador, wo das örtliche Plan-Team eine länderübergreifende Vorsorgeinitiative angeführt hat.

Auf einem sandigen Platz spielen Kinder Fußball
Im Katastrophenfall kümmern sich Plan-Fachleute um den Schutz der Kinder und helfen bei deren Versorgung Plan International

„Der Unterschied wird dadurch gemacht, was wir vor einer Krise tun.“

Unni Krishnan, globaler Leiter der Humanitären Hilfe bei Plan International

Die Schutzinitiative von Plan International stärkt die Resilienz von Gemeinden und positioniert die Kinderrechtsorganisation als proaktiven Vorreiter beim vorausschauenden Katastrophenschutz.

„Der Unterschied zwischen Verwüstung und Widerstandsfähigkeit wird dadurch ausgemacht, was wir vor einer Krise tun, wie wir in den ersten Augenblicken nach einer Katastrophe reagieren und wie wir uns vorbereiten“, sagt Krishnan.

Der Nothilfe-Fonds

Weltweit nimmt die Zahl der Krisen zu: Naturkatastrophen, sozio-ökonomische und bewaffnete Konflikte, Hunger sowie Krankheiten bedrohen Gesundheit, Lebensgrundlagen und die Zukunft von Millionen Menschen. Gerade Kinder sind in unübersichtlichen Situationen der Not oft diejenigen, die am wenigsten Beachtung finden. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, betroffene Kinder und ihre Familien zu unterstützen.

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