Girls Get Equal-Botschafterin Hannah bei unserer Pressekonferenz in Hamburg 2019. ©Plan International
Girls Get Equal-Botschafterin Hannah bei unserer Pressekonferenz in Hamburg 2019. ©Plan International
05.10.2020 - von Pia Arndt

Hannah Müller-Hillebrand:"Kein Mädchen und keine Frau sollte Angst davor haben, der Welt zu sagen, was sie zu sagen hat."

Hannah Müller-Hillebrand, auch bekannt als @namastehannah auf Instagram, arbeitet bereits seit fünf Jahren im Social Media Bereich.

Die 24-jährige Girls Get Equal-Botschafterin teilt auf ihrem Kanal viel zu den Themen Gleichberechtigung und Empowerment von Frauen. Zu diesen polarisierenden Themen, wie sie selbst sagt, bekommt sie viel positives Feedback - aber auch Hassnachrichten erreichen sie. Wie sie damit umgeht und welche Erfahrungen sie damit gemacht hat berichtet sie uns.


"Seit fünf Jahren arbeite ich im Bereich der sozialen Medien. Das motiviert und inspiriert mich, aber es geht auch viel Hass um. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass hinter jedem Bildschirm eine reale Person steht. Zu zeigen, wofür man steht, erfordert viel Mut, deshalb sollten wir Menschen, die sich öffnen, unseren Respekt zollen.

Ich schreibe viel über Gleichberechtigung und Empowerment von Frauen. Diese Themen polarisieren, und obwohl ich meistens positive Kommentare erhalte, bekomme ich auch Hassbotschaften. Glücklicherweise habe ich noch nie extremen Hass erlebt.

Die Online-Welt und insbesondere die sozialen Medien sind ein mächtiges Werkzeug. Wir sind in der Lage, unsere Gedanken mit einem Klick zu äußern und Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen. Unsere Generation kann so große Veränderungen bewirken. Wir können nicht zulassen, dass die Angst vor Belästigung oder Verletzung diese Chance zunichtemacht. Kein Mädchen und keine Frau sollte Angst davor haben, der Welt zu sagen, was sie zu sagen hat.
 

Aber das ist nicht so einfach, wie es scheint. Es gibt Fälle von Online-Mobbing, die mit Selbstmord enden. Die Gesellschaft muss Belästigung und Gewalt im Internet ernster nehmen. Es ist nicht lustig, ein Dickpic zugeschickt zu bekommen, verfolgt oder mit Nachrichten bombardiert zu werden – das ist kein Kompliment!

Die großen Social Media-Player sollten mehr Leute einstellen, die die Plattformen systematisch scannen und dort helfen, wo Unterstützung benötigt wird. Zu viele verstecken sich hinter Fake Accounts, weil sie glauben, dass sie so nicht für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden können. Die Anonymität im Internet und die fehlende Rechenschaftspflicht macht es Menschen leicht, verletzende Beiträge zu veröffentlichen, ohne dafür einstehen oder Verantwortung übernehmen zu müssen. Ein detaillierterer Identifizierungsprozess könnte da helfen.

Mein Rat an Mädchen: Über schlechte Erfahrungen zu sprechen, ist der einzige Weg, wie wir damit umgehen können. Leise zu leiden, hilft niemandem. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen oder Angst zu haben.

Bitte erzählt, was passiert ist. Ihr seid nicht allein damit! Halten wir zusammen und setzen uns füreinander ein."

Setzt mit uns und Hannah ein Zeichen gegen Online-Belästigung: Unterzeichne jetzt unseren offenen Brief!

 

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Hast du selbst Erfahrungen mit Online-Gewalt gemacht? Hier findest du Hilfe:

Mädchen und Frauen, die digitale Gewalt erleben, können sich in Deutschland auch an den Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) wenden. Dieser ist die wichtigste Anlaufstelle in Deutschland und leistet den hauptsächlichen Anteil der ambulanten Beratung und Hilfestellung für weibliche Opfer von Gewalt. https://www.aktiv­gegen­digitale­gewalt.de/de/

 


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