"Hinter den Kulissen geht es weiter"

Foto: Michael Fahrig

Wenn Kunst und Kultur im Lockdown stecken, liegt auch unsere Erlebnisausstellung „Mission 2030“ auf Eis. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf den Museumsbetrieb hat, haben wir Andrea Hein gefragt. Die Diplom-Biologin leitet das Umweltbildungszentrum des Museums am Schölerberg in Osnabrück, das unsere interaktive Schau zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zeigt.

Wie funktioniert Museum im Lockdown?

Für eine Bildungseinrichtung mit Publikumsverkehr ist das sehr einschneidend. Wo wir sonst jährlich 100.000 Besucher:innen empfangen, sind jetzt im wahrsten Sinne des Wortes die Stühle hochgestellt. Ausstellungsbesuche, pädagogische Veranstaltungen, Museumsshop – das alles findet derzeit nicht statt. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit stillsteht. Hinter den Kulissen geht es weiter. Dazu gehört unter anderem die Entwicklung neuer digitaler Formate.

Wessen bedarf es, um interaktive Ausstellungen, die wie „Mission 2030“ auf Berührungen setzen, wieder zugänglich zu machen?

Ein umfassendes Hygienekonzept mit desinfizierten Kontaktstiften wurde von uns im ersten Lockdown 2020 entwickelt. Und es gab und gibt Vorgaben – sowohl vonseiten des Landes als auch der Stadt. Um einen sicheren Besuch zu gewährleisten, wurde beispielsweise der Publikumsverkehr mittels eines Einbahnstraßensystems durch das Museum gelenkt.

„Wir führen auf einmal ganz neue Diskussionen über Ausstellungsformate, Tastobjekte und das Erleben mit allen Sinnen – Aspekte, die mit dem „Corona-Blick“ eine neue Dimension bekommen“

Andrea Hein
Leiterin Umweltbildungszentrum Museum am Schölerberg
Andrea Hein

Was bleibt trotz Lockdown von Ihrem Begleitprogramm?

Soweit möglich, haben wir versucht, weiterhin Veranstaltungen anzubieten. Dabei kam es uns entgegen, dass wir einen sehr großen Veranstaltungsraum haben, in dem wir die Abstandsregeln einhalten können.

So konnten einige der Vorträge und Schulveranstaltungen bei uns stattfinden, andere brachten wir per Stream ins Internet.

Haben Ihre jetzigen Erfahrungen Einfluss auf das zukünftige Programm?

Wir führen auf einmal ganz neue Diskussionen über Ausstellungsformate, Tastobjekte und das „Erleben mit allen Sinnen“ – Ausstellungsaspekte, die uns sehr wichtig sind und mit dem „Corona-Blick“ eine neue Dimension bekommen.

Wir nehmen aber auch die positiven Erfahrungen mit, die wir gesammelt haben, etwa digitale Angebote, mit denen mehr Menschen erreichbar sind.

Was ist das Besondere an „Mission 2030“?

„Mission 2030“ schafft es, ein sehr komplexes Thema wie die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie lebendig werden zu lassen. Für junge Menschen ist das eine Begegnung auf Augenhöhe mit Jugendlichen weltweit. Das macht die globalen Zusammenhänge trotz der Unterschiede für alle nachvollziehbar. An den Stationen wird jede:r mit folgender Frage konfrontiert: „Was hat das mit mir zu tun?“ Wichtig ist dabei auch, dass die Plan-Ausstellung nicht am Ausgang endet, sondern mit dem Begleitmaterial an den Themen weitergearbeitet werden kann – es sind nur noch neun Jahre bis 2030.

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