Mit Bienen in die finanzielle Sicherheit

Foto: Geoffrey Buta

Seitdem Gifty eine Fortbildung zur ökologischen Imkerei von Plan International absolviert hat, hat sich ihr Leben radikal verändert: Sie führt ein ergiebiges Geschäft, das ihre ganze Familie rundum versorgt und ihre Nachbarschaft zu einem sicheren Ort macht.

Gifty’s Dorf in der Ahafo-Region in Ghana zeichnet sich durch ein Ökosystem mit großer Artenvielfalt aus. Das bedeutet, dass sich Gifty und ihre Nachbar:innen den reichhaltigen Lebensraum mit vielen nichtmenschlichen Bewohner:innen teilen müssen. Dabei kam es in der Vergangenheit zu Konflikten: Häufig wurde ihre Nachbarschaft von Wildbienen heimgesucht, sodass sie gezwungen waren, ihre Häuser manchmal wochenlang zu verlassen.

Gemeinsam mit ihrem Mann arbeitet Gifty auf den Feldern anderer Leute, und ihr Einkommen reichte nicht aus, um ihre sechsköpfige Familie zu ernähren. All das änderte sich 2017, als Gifty an einem Kurs für Bio-Imkerei teilnahm. Der Kurs wurde im Rahmen des „Green Skills“-Projekts von Plan International durchgeführt, finanziert von der Europäischen Union.

Giftys Hand hält eine Tasse, randvoll mit dunklem Honig.
In Giftys Gemeinde ist hochwertiger Bio-Honig sehr gefragt. Geoffrey Buta
Gifty steht in einem üppigen grünen Feld.
Die Flora und Fauna in Giftys Region ist sehr vielfältig - das zieht auch viele Bienen an.Geoffrey Buta

„Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich an dem Kurs teilnehmen sollte, weil ich dachte, er sei nur für Menschen, die lesen und schreiben können. Aber eine Mitarbeiterin von Plan International ermutigte mich, teilzunehmen, damit ich den Umgang mit den Bienen lernen kann, wenn sie in mein Zuhause eindringen“, erklärt Gifty.

„Viele Teilnehmer:innen waren bereits mit der Imkerei vertraut, sodass es für sie einfacher war, dem Unterricht zu folgen. Mir fiel es oft schwer, die Inhalte zu verstehen, weil die Kurse überwiegend auf Englisch gehalten wurden. Aber ich hatte Glück, denn es stellte sich heraus, dass der Kursleiter Mitglied in meiner Kirchengemeinde ist. Er nahm sich an den Wochenenden extra Zeit für mich, damit ich mit ihm den Stoff nachholen konnte.“

Nach der Schulung wurde Gifty beim Aufstellen ihrer eigenen Bienenstöcke unterstützt, damit sie Honig produzieren und ein Geschäft aufbauen kann. Inzwischen kommt sie auf 90 Kilo Honig pro Jahr. Sie verkauft ihr Bio-Produkt auf dem örtlichen Markt und an Student:innen einer nahe gelegenen Universität und verdient damit rund 8.400 GHS (umgerechnet 1.282 US-Dollar) pro Jahr.

Gifty steht mitten im Wald und kümmert sich um ihren Bienenstock.
Nachdem sie den Workshop absolviert hat, kann Gifty nun sicher mit den Bienen umgehen.Geoffrey Buta

„Ich wusste nicht, dass die Insekten, vor denen meine Familie und ich so viel Angst hatten, unsere finanzielle Rettung sein könnten.“

Gifty, "Green-Skills"-Projektteilnehmerin

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Honig ist in ihrer Gemeinde so groß, dass sie kaum mithalten kann. „Ich wusste nicht, dass die Insekten, vor denen meine Familie und ich so viel Angst hatten, unsere finanzielle Rettung sein könnten. Ich hoffe, dass ich expandieren kann, denn die Nachfrage nach Bio-Honig ist riesig, vor allem auch in den Großstädten.“

Gifty startete mit zwei Bienenstöcken inzwischen bestellt sie 45 Bienenstöcke im Wald in der Nähe ihres Hauses und plant, ihr Bienenvolk dieses Jahr um zehn bis zwanzig Bienenstöcke zu erweitern. „Imkerei braucht kein großes Startkapital, man kann mit wenig Geld einen Bienenstock bauen. Alles was man benötigt, ist das technische Know-how und ein bisschen Mut.

Die Imkerei hat das Leben meiner Familie verändert. Vor ein paar Jahren konnte meine Familie kaum zwei Mahlzeiten am Tag essen, meine Kinder mussten die Schule verlassen, weil ich ihr Schulgeld nicht bezahlen konnte. Heute bin ich stolz, dass wieder alle meine Kinder den Unterricht besuchen können.“

Gifty trägt Schutzkleidung und hält ihr Werkzeug für die Imkerei in die Kamera.
Nach Abschluss des Projekts erhielt Gifty die nötige Hilfe, um sich ein Unternehmen aufzubauen. Geoffrey Buta
Gifty füllt ihren Honig durch einen Trichter in Kanister.
Inzwischen hat sich Giftys Imkerei zu einem lukrativen Geschäft entwickelt.Geoffrey Buta

Gifty hat auch beobachtet, dass die Bienen nicht mehr wie früher in ihr Haus eindringen, seitdem sie mit der Imkerei angefangen hat. „Statt mich und meine Familie zuhause zu bedrängen, produzieren sie jetzt Honig und damit ein Einkommen für uns“, sagt sie mit einem breiten Lächeln.

Sie ist dem "Green Skills"-Projekt für die Unterstützung dankbar, die es ihr gegeben hat. „Durch mich wissen die Menschen in meiner Gemeinde jetzt von Plan International und dem positiven Einfluss durch die Organisation. Die Schulung hat mich nichts gekostet, aber ich profitiere enorm von dem Wissen, das sie mir vermittelt hat.“

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