Juliette: Mit 1,18 Euro an die Uni

Foto: Signe Vilstrup

Juliette hat es geschafft und ist wirtschaftlich unabhängig. Jetzt will sie die Mädchen in ihrem Slum inspirieren, es ihr nachzutun. In unserer Reihe über das Leben in Kenias größtem Slum Kibera erzählen elf junge Frauen ihre Geschichten.

Wenn der Rest ihrer Familie schlafen geht, fängt Juliette an zu arbeiten. Nachmittags kauft sie auf dem Rückweg von der Schule Erdnüsse in großen Säcken. Im Schein einer Öllampe sortiert sie diese abends sorgfältig. Dann wäscht sie die Hülsenfrüchte, trocknet sie, gibt Salz dazu und röstet sie über dem Feuer.

Am nächsten Morgen packt sie die gerösteten Erdnüsse in kleine Päckchen und zieht los, um sie zu verkaufen. Mehr als 150 Kenia-Schilling (ca. 1,18 Euro) Gewinn macht sie pro Woche – ausreichend, um ihre College-Gebühren zu bezahlen und für die Universität zu sparen. „Wenn du ein Mädchen zwischen 18 und 20 Jahren bist, fangen die Leute an, dich zu hänseln. Sie fragen, warum man noch nicht geheiratet hat. Dass man alt und hässlich enden wird und einen dann niemand mehr will“, sagt Juliette. Die Sprüche ihrer Nachbar:innen prallen an Juliette ab. Sie möchte eine gute Ausbildung, um ihr eigenes Geld zu verdienen und gleichzeitig andere Mädchen zu unterstützen und zu inspirieren, es ihr nachzutun. 

Eine Frau transportiert eine große Schale auf ihrem Kopf
Juliette finanziert sich durch ihr Erdnuss-Business das College.Signe Vilstrup

„Wenn du dein eigenes Geld verdienst, bist du frei.“

Juliette, aus Kibera

Vorbild für andere Mädchen

Neben ihrem Erdnussgeschäft und dem College hat Juliette auch eine eigene Organisation gegründet. Dort schult sie gemeinsam mit anderen Freiwilligen Mädchen darin, wie sie ihr eigenes kleines Unternehmen starten können. „Wenn du dein eigenes Geld verdienst, kann es nie ganz schiefgehen“, sagt sie. „Du bist nicht abhängig von einem Mann, der dich behandeln kann, wie er will. Du bist frei.“

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Hier erfahren Sie, wie das ehemalige Patenkind Gabriel (20) heute als Lokal-Journalist den Menschen in den Slums eine Stimme gibt.

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