Jaqueline: „Du musst deine Rechte kennen, um sie einfordern zu können“

Foto: Signe Vilstrup

Kibera sei ein „Schlachtfeld“, sagt Jaqueline, und sie sei eine der wenigen „Soldatinnen“ im Kampf gegen Ungleichheit. In unserer Reihe über das Leben in Kenias größtem Slum erzählt sie ihre Geschichte.

Es ist Samstagnachmittag und Jaqueline hält bereits ihre zweite Trainingseinheit des Tages ab – es ist eine Art #MeToo für Anfänger:innen: „Weißt du, dass dein Körper dir gehört? Er ist keine Ware oder Sache, die Männer benutzen können, wann und wie es ihnen passt.“ Nur eine von Jaquelines Schülerinnen nickt, alle anderen schauen zu Boden.

Jaqueline ist in Kibera aufgewachsen und klärt als freiwillige Mentorin Mädchen, die dort leben, über ihre Rechte und ihren Körper auf und darüber, wie sie sich selbst schützen können. „Du musst deine Rechte kennen, um sie einfordern zu können.“

Der Unterricht findet außerhalb der Schul- und Arbeitszeiten statt. Heute sind sechs Schülerinnen im Training, in einer Woche erreicht Jaqueline jedoch mehr als 50 Mädchen und junge Frauen. In einigen Gegenden des Slums schaffen es nur zwei von zehn Mädchen, die Schule zu beenden, bevor sie schwanger werden. Die Themen der Schulungen bewegen sich zwischen „Warum du deine Periode bekommst“ über „Ja, du kannst Nein zu einem Mann sagen“ und „Vergewaltigung ist niemals deine Schuld“.

Eine Nahaufnahem eines Gesichts, man sieht nur einen Teil davon
Jaquline gibt Workshops für Mädchen. Signe Vilstrup

„Alle Mädchen müssen mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass sie genauso viel wert sind, wie Jungen und Männer.“

Jaqueline, lebt in Kibera

Veränderung durch Bildung

„Es gibt in der Schule oder zu Hause keine Sexualerziehung“, erklärt Jaqueline. „Deshalb beginne ich immer damit, eine Gebärmutter und die Eileiter auf die Tafel zu malen. Manchmal sind die Mädchen schon 17 Jahre alt, wenn sie hierherkommen. Doch sie wissen nicht, was die Menstruation ist oder warum sie sie bekommen.“

Kibera sei ein Schlachtfeld, sagt Jaqueline, und sie sei eine der wenigen Soldatinnen im Kampf gegen Ungleichheit. „Es gibt gesellschaftliche Normen, die wir ändern müssen. Wir müssen von Haus zu Haus gehen, von Mädchen zu Mädchen. Alle Mädchen müssen mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass sie genauso viel wert sind wie Jungen und Männer und dass sie ganz allein die Macht über ihren Körper haben“, so die junge Frau. „So schaffen wir Veränderung.“

Zurück zur Übersichtsseite

Mädchen gezielt helfen

Wir von Plan International engagieren uns für den Schutz, die Bildung, die politische Teilhabe, die Gesundheit und die Einkommenssicherung von Mädchen und jungen Frauen. Unser Mädchen-Fonds leistet einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Benachteiligung, Armut und Gewalt. Mit Ihrer Spende können wir zum Beispiel Projekte zum Schutz vor sexueller Gewalt und Ausbeutung, zur Einkommenssicherung sowie für gleichberechtigte, gesellschaftliche Teilhabe und Zugang zur Schulbildung umsetzen, damit Mädchen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten.

Jetzt unterstützen

Sie mögen diesen Artikel? Teilen Sie ihn gerne.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Engagieren Sie sich mit uns für eine gerechte Welt! Registrieren Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter

Widerruf jederzeit möglich. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Kinderschutzrichtlinie

Newsletter