Gleichberechtigung Jetzt! - Paneldiskussion zum 10. Welt-Mädchentag

Foto: Plan International

Zum Welt-Mädchentag hat Plan International Deutschland zu einer Panel-Diskussion eingeladen, in der über die Rahmenbedingungen für Geschlechtergerechtigkeit und die politische Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen diskutiert wurde.

Warum braucht es starke weibliche Stimmen, um Chancengleichheit zu erreichen? Diese Frage wurde anlässlich zum 10. Weltmädchentag im Resonanzraum in Hamburg erläutert. Unter dem Leitsatz „Gleichberechtigung Jetzt!“ diskutierte Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland mit Expertinnen zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und der politischen Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen. Zu Gast waren die Journalistin Edith Löhle, Menschenrechtsaktivistin Helen Fares und Kristina Lunz, Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy. Moderiert wurde das Gespräch von der Autorin und Journalistin Şeyda Kurt. 

Kristina Lunz erläuterte die Faktoren, die Mädchen und Frauen davon abhalten, am politischen Geschehen teilzunehmen. Kathrin Hartkopf nannte Beispiele aus Plans Projektarbeit, in denen Mädchen ermächtigt werden, ihre Stimme zu benutzen. Edith Löhle sprach über ihren Weg hinaus aus dem weißen Feminismus und die Notwendigkeit, Geschlechtergerechtigkeit intersektional zu gestalten, also die verschiedenen Lebensrealitäten und Mehrfachdiskriminierungen von diversen Mädchen und Frauen mitzudenken. Anschließend betonte Helen Fares die Macht der Emotionen im Aktivismus und die Verantwortung, die wir alle haben, von unserem demokratischen Privileg Gebrauch zu machen und Menschenrechtsverletzungen sichtbar zu machen. 

Im Anschluss diskutierten die Panelistinnen darüber, welche Räume und Strukturen geschaffen werden müssen, um Geschlechtergerechtigkeit nachhaltig voranzubringen. Sie sprachen über die Bedeutung und die Limitationen von feministischer Außenpolitik, wie sie derzeit praktiziert wird, und wiesen auf die globalen Verstrickungen und kolonialen Kontinuitäten hin, die hinter den Krisen stecken, mit denen die Menschen im globalen Süden heutzutage kämpfen müssen. 

Die gesamte Paneldiskussion sowie das fantastische musikalische Rahmenprogramm von May the Muse und Joy Bogart wurde aufgezeichnet und kann im folgenden Video nachgeschaut werden. Nach dem Panel haben wir uns noch mit den Gästinnen unterhalten und wichtige Statements festgehalten.

Portrait von Edith Löhle
Edith Löhle, Journalistin.Philip Nürnberger

Edith Löhle ermutigt jede:n, sich mit den eigenen Mitteln für Gleichberechtigung einzusetzen

„Mir ist immer wichtig zu sagen, dass jeder sein eigenes Mittel wählen darf, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Das muss nicht immer laut sein, auch wenn hier der Hashtag GirlsGetLoud ist. Manche machen es leise, manche machen es im kleinen Familienkern, manche machen es durch Spenden, andere sind aktivistisch und laut. Es gibt da keinen falschen oder richtigen Weg.“

Şeyda Kurt betont die Wichtigkeit, auf die bereits existierenden Widerstände hinzuweisen

„Es sind immer wieder Mädchen, junge und auch ältere Frauen und Queers, die bei Pandemien, bei Kriegen, bewaffneten Konflikten, Hungerkatastrophen etc. am meisten unter dieser Gewalt leiden. Und sich auch immer wieder gegen diese Gewalt organisieren, Widerstand leisten, wie wir das auch an verschiedenen Orten der Welt sehen. Ich finde es immer wichtig, einerseits auf die Gewalt hinzuweisen, aber gleichzeitig auch auf die Widerstände, die es schon gibt, und diese nicht unsichtbar zu machen.“

Portrait von Şeyda Kurt
Şeyda Kurt, Autorin und JournalistinThomas Spies
Portrait von Helen Fares
Helen Fares, Psychologin und MenschenrechtsaktivistinJannik Nolte

Helen Fares spricht über die Macht der Emotionen in ihrem Aktivismus

„Es wäre vermessen zu sagen, dass wir uns mit den Nachrichten rund um Menschenrechtsverletzungen befassen zu können, ohne an einen Punkt zu kommen, wo wir wütend sind, ohne an einen Punkt zu kommen, wo wir sagen „Wie kann das passieren?“ Und ich glaube, das ist der Ort, an dem wir total viel Kraft schöpfen können, um Menschen mit unserer Emotionalität aber basierend auf Fakten für bestimmte Themen zu sensibilisieren, um die Menschen dazu zu bringen, sich zu engagieren, selbst die Stimme zu erheben und auf Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen und darauf basierend dann auch politischen Druck auszuüben.“ 

Kristina Lunz erklärt, warum Mädchen- und Frauenrechte zentral für internationalen Frieden sind

„Die Arbeit zur Verteidigung von Mädchenrechten von Frauenrechten derart wertvoll, weil das wirklich am Ende die Basis ist für internationalen Frieden. Weil umso mehr Gesellschaften Mädchen und Frauen unterdrücken, desto wahrscheinlicher ziehen auch diese Gesellschaften mit anderen Ländern in den Krieg. Daher: der erste und wichtigste Schritt für Stabilität und Frieden weltweit ist die Förderung von Mädchen- und Frauenrechten.“

Portrait von Kristina Lunz
Kristina Lunz, Gründerin des Centre for Feminist Foreign PolicyKonstantin Börner

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