Fernab von Südsee-Träumen

Foto: Tom Franks

Plan International ist weltweit in 55 Ländern tätig. Neu sind die Salomon-Inseln und Papua-Neuguinea hinzugekommen. Was sind die Hintergründe?

Seit 2017 ist Plan International mit Projekten zur Gleichberechtigung und Gemeindeentwicklung auf den Salomon-Inseln tätig. Seit November 2019 ist der Südsee-Staat – wie auch Papua-Neuguinea – jüngstes Plan­-Programmland, vorerst ohne Paten­schaften. Weil es in beiden Ländern so gut wie keine festen Toiletten gibt, gehen die meisten Menschen in die Öffentlichkeit, um sich dort zu erleichtern. Dies führt dazu, dass das Trinkwasser verunreinigt wird und sich Infektionskrankheiten ausbreiten können. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützen wir Gemeinden dabei, eigene Latrinen und Waschräume zu errichten, und führen Hygieneschulungen für die Bevölkerung durch. Dabei lernt sie nicht nur, wie Sanitäranlagen gebaut und instandgehalten werden, sondern auch, wie sich Krankheiten vermeiden lassen und wie wichtig sauberes Trinkwasser ist. Ein Anfang ist vor allem mit Unterstützung des australischen Plan-Büros gemacht: Krankheiten wie Durchfall oder Hautekzeme sind bereits zurückgegangen.

Freiwillige Proejkthelferin in weißem T-Shirt
Leila (23) ist freiwillige Helferin beim Projekt „Equal Playing Field – Gleiche Spiel­räume“ Tom Franks

„Die Jungen glauben, dass Mädchen nichts wert sind“

Madi, Equal Playing Field Teilnehmerin aus Papua-Neuguinea

In Papua-Neuguinea hat Plan International zudem das Projekt „Equal Playing Field – Gleiche Spiel­räume“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, stereotype Denkmuster aufzubrechen und geschlechterbasierte Gewalt zu reduzieren. Bei Schulungen zu Gleichberechtigung und Menschenrechten lernen Schulkinder, welche Rechte es für alle gibt und wie sie sich vor Missbrauch oder Gewalt schützen können.

Partnerschaften entlang des HDI

Ob ein Land in unsere Programmarbeit aufgenommen wird, hängt unter anderem vom Human Development Index (HDI) ab. Er gibt Aufschluss über den Entwicklungsstand eines Landes, zum Beispiel in den Bereichen Bildung oder Lebenserwartung. Im Berichtszeitraum zog sich Plan International deshalb aus Sri Lanka zurück. Wir wollen in allen Partnerregionen sicherstellen, dass wir mit unseren Projekten zur Selbsthilfe die maximale Wirkung erzielen. Wir wollen einen echten Mehrwert für die Gemeinden schaffen. Durch die Plan-Projekte in dem südasiatischen Land – vor allem mit Unterstüt­zung unserer Pat:innen – hat sich seit 1981 das Leben von 500.000 Mädchen und Jungen nachhaltig verbessert. In Sri Lanka wurden über Plan International Schulen ausgestattet, Kinder­ und Jugendclubs eingerichtet sowie Bildungsangebote verbessert. Im Verlauf unserer fast 40-­jährigen Zusammenarbeit hat sich das Leben in den Partner­gemeinden und auch die wirtschaftliche Situation des Landes selbst so weit entwickelt, dass wir dort seit Januar 2020 nicht mehr tätig sind. Sri Lanka rangierte beim HDI zuletzt auf Platz 71 von 189. Wir haben uns daher entschlossen, die vorhandenen Ressourcen in Ländern einzusetzen, in denen die Dringlichkeit und der Bedarf an einer Förderung wesentlich größer sind.

Teilnehmender Junge schaukelt und lacht
Tom Franks
Junge Schüler spielen auf Schaukel
In Sri Lanka wurden bereits viele Schulen gebaut, dies soll auch in Papua-Neuguinea und auf den Salomon-Inseln passieren. Foto: Plan International

Mit Platz 155 und 153 von insgesamt 189 Staaten liegen Papua-Neuguinea und die Salomon-Inseln im unteren Bereich der globalen Rangliste und gehören zu den entwicklungsschwächsten Ländern der Welt. Ein weiterer Grund für Plan International, diese Staaten zu neuen Programmländern zu machen, ist ihre geo­grafische Nähe zu Australien. Unser dortiges Büro förderte bereits in der Vergangenheit erfolgreich Pro­jekte vor allem in der Asien-Pazifik-Region.

Sie mögen diesen Artikel? Teilen Sie ihn gerne.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Engagieren Sie sich mit uns für eine gerechte Welt! Registrieren Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter

Widerruf jederzeit möglich. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Kinderschutzrichtlinie

Newsletter