Silent Suffering
Das unsichtbare Leid der Mädchen und Frauen in Sudan13 Millionen
Kinder können derzeit nicht zur Schule gehen12,2 Millionen
Mädchen und Frauen sind von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht5,8 Millionen
sudanesische Frauen sind allein mit ihren Kindern auf der FluchtDas unsichtbare Leid bekommt eine Stimme
Asma* und Mariam*, zwei geflüchtete Frauen aus dem Sudan berichten über sexualisierte Gewalt, die sie während ihrer Flucht erlebten. Im Geflüchtetencamp von Plan International fanden sie Schutz, erhielten Unterstützung und konnten neue Hoffnung schöpfen.
Ein humanitärer Notzustand
Seit April 2023 befindet sich der Sudan in einem brutalen Bürgerkrieg, der auf dem Rücken von Millionen Zivilist:innen ausgefochten wird. Als Hilfsorganisation mit 40 Jahren Arbeitserfahrung in Sudan leisten wir in vielen Regionen dringend benötigte humanitäre Hilfe. Unser Fokus liegt außerdem auf der psychosozialen Betreuung von Kindern und (jungen) Frauen.
Die Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF), einer paramilitärischen Miliz, haben zu der größten humanitären Krise der Welt geführt, bei der fast jeder zweite Mensch inzwischen auf Hilfe angewiesen ist. Fast 12 Millionen Menschen in Sudan mussten vor den Kämpfen flüchten. Die meisten sind sogenannte Binnengeflüchtete, das heißt, sie haben sich – oft mehrfach – innerhalb ihres Landes vor den Kämpfen in Sicherheit bringen müssen. Vier Millionen Sudanes:innen – vor allem Frauen und ihre Kinder – haben Schutz in Nachbarländern gesucht, zum Beispiel in Südsudan, Tschad, Ägypten, Äthiopien oder Uganda.
Insgesamt 16 Millionen Mädchen und Jungen sind in Not und brauchen dringend humanitäre Unterstützung. Insbesondere in Darfur und der Region Kordofan gibt es derzeit eine schwere Hungersnot. Es fehlt an Trinkwasser, Menschen können medizinisch nicht versorgt werden und Krankheiten wie Cholera und Dengue breiten sich aus.
Der Konflikt hat auch zu einem massiven Anstieg von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Frauen geführt. 5,8 Millionen sudanesische Frauen sind allein mit ihren Kindern auf der Flucht. Drei Millionen davon sind minderjährige Mädchen unter 18 Jahren. Sie erleben eine „multiple Schutzkrise“, das heißt, dass sie neben Hunger, Durst und anderen Entbehrungen auch noch in einem für sie gefährlichen Umfeld leben, in dem das Risiko von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen sehr hoch ist.
Der Fall der Stadt El Fasher Ende Oktober 2025 hat auf erschütternde Weise gezeigt, dass sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen zu einer Art Kriegswaffe geworden ist. Das ist in einem sehr konservativ geprägten Land wie Sudan, in dem es große Tabus gibt, über Themen wie Sexualität zu sprechen, besonders dramatisch. Die Opfer erleben deshalb ein „Silent Suffering“ – Leid, das oft unsichtbar bleibt, weil viele Mädchen und Frauen aus Angst vor Stigmatisierung und Ausgrenzung aus ihren Gemeinden kaum darüber sprechen können, was ihnen angetan wurde.
Sie möchten unsere Arbeit unterstützen?
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie die Versorgung der Menschen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Nahrung und Wasser und schaffen zugleich Schutzräume sowie psychosoziale Unterstützung für Überlebende von Gewalt.
Leben im Ausnahmezustand
Ein Blick in Fatimas Zelt im Geflüchtetenlager24 Millionen
Kinder sind direkt von Krieg, Vertreibung oder dem Zusammenbruch von Dienstleistungen betroffen
16 Millionen
Kinder sind in Not und brauchen sofortige Unterstützung
11,7 Millionen
Menschen sind auf der Flucht
527 Tonnen
Lebensmittel, sanitäre Hilfsgüter, Hygieneartikel und weitere lebenswichtige Güter hat Plan International bis Dezember 2025 bereitgestellt
Was macht Plan International in Sudan?
- Plan International ist seit über 40 Jahren in Sudan tätig, hat dort großes Vertrauen in den Gemeinden aufgebaut und arbeitet mit lokalen Organisationen vor Ort zusammen.
- Wir leisten humanitäre Hilfe in vielen Landesteilen, aber auch in den angrenzenden Nachbarländern, wohin Millionen Sudanes:innen geflüchtet sind. Plan International verteilt Lebensmittel, Hygienekits und andere Nothilfegüter. Wir errichten Schutzräume für Kinder und Frauen, wo diese psychosoziale Unterstützung bekommen. In unseren Schutzräumen, den „Safe Spaces“, können Kinder wieder Kinder sein. Vor allem unbegleitete Kinder erleben dort Sicherheit und ein Stück Alltag, das ihnen hilft, das Erlebte zu verarbeiten. In Übergangsschulen bekommen sie eine Mahlzeit und können lernen. Das ist wichtig, denn 13 Millionen Mädchen und Jungen gehen zum Teil schon Jahre nicht mehr zur Schule und verlieren immer mehr ihre Bildungschancen.
- Ein besonderer Fokus liegt auf der Betreuung von Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Für sie gibt es eigene Schutzräume und psychosoziale Betreuung. In schweren Fällen arbeitet Plan International mit medizinischen Partnern zusammen, wie den Ärzten ohne Grenzen, die beispielsweise in Tawila ein Krankenhaus betreiben und betroffene Frauen akut versorgen können.
- Als eine von wenigen Nichtregierungsorganisationen verfügen wir über gute Strukturen, um Nothilfegüter per LKW nach Darfur oder andere Krisengebiete zu bringen.
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