Die zehnjährige Rimu zeigt stolz ihre Geburtsurkunde.

Geburtenregistrierung - Jedes Kind zählt

Jährlich erhalten weltweit etwa 4 von 10 Neugeborene keine Geburtsurkunde, das waren im Jahr 2012 insgesamt 58 Millionen Mädchen und Jungen. Am meisten betroffen sind Kinder aus ethnischen und religiösen Minderheiten sowie aus benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen. Eine Geburtsurkunde bestätigt offiziell die Existenz eines Kindes und ist ein wichtiges Dokument zur Umsetzung und zum Schutz seiner Rechte.

Geburtsurkunde für ein Leben mit Rechten

Jedes Kind hat nach dem Artikel 7 der UN-Kinderrechtskonvention das Recht, sofort nach seiner Geburt in ein Register eingetragen zu werden. Denn nur wer eine Geburtsurkunde besitzt, kann zum Beispiel einen Ausweis beantragen, ein Bankkonto eröffnen, ein Examen absolvieren, wählen, heiraten oder erben. Bevölkerungsdaten sind zudem wichtig für Regierungen und Organisationen, um Analysen und Projektionen zu erstellen und dadurch die öffentliche Infrastruktur und die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger besser planen zu können.

Kinder, vor allem Mädchen, die ihre Identität und ihr Alter nicht nachweisen können, sind besonderen Gefahren ausgesetzt, wie etwa Frühverheiratung, Entführung und Menschenhandel. Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, bewahrt eine Geburtsurkunde davor, vor Gericht wie Erwachsene bestraft zu werden. Eine Geburtsregistrierung schützt Minderjährige auch in bewaffneten Konflikten: Regierungen können bestraft werden, wenn sie Kinder für Armeen rekrutieren, die nachweislich unter 18 Jahre alt sind.

Warum haben so viele Kinder keine Geburtsurkunde?

Mehr als 100 Entwicklungsländer haben noch keine funktionierenden Registrierungssysteme. Dort wo die staatlichen Voraussetzungen gegeben sind, wird Eltern oft aus anderen Gründen die Registrierung ihrer Kinder erschwert. Zum Beispiel liegt der Wohnort häufig sehr weit von der Meldestelle entfernt. Die Reisekosten und der Zeitaufwand sind für viele Familien schwer aufzubringen. Manchmal fehlen den Eltern schlicht die nötigen Papiere - sie können selbst weder Geburtsurkunde noch Ausweis vorweisen. Oft sind die Meldestellen technisch schlecht ausgestattet und haben unregelmäßige Öffnungszeiten. Auch spielen ethnische Zugehörigkeit, Religion und Sprachbarrieren eine große Rolle, ob ein Kind eine Geburtsurkunde erhält oder nicht.

Wie hilft Plan International?

Plan International fördert Aktivitäten zur Geburtenregistrierung in 36 Entwicklungsländern. Mehr als 40 Millionen Menschen, vor allem Kinder, sind jetzt neu in ein Geburtenregister eingetragen. In zehn Partnerländern haben sich durch Plans Einsatz Gesetze und Infrastruktur so verbessert, dass weitere 153 Millionen Mädchen und Jungen kostenlos registriert werden können. Dazu trug maßgeblich die Einrichtung mobiler Registrierungsstellen bei, die es ermöglicht, auch Menschen in abgelegenen Gebieten zu erreichen. Auch die Verwendung moderner Technologien, wie die Datenübertragung per Handy, erleichtert die Registrierung.

Wofür setzt sich unser Kinderhilfswerk ein?

Plan International setzt sich dafür ein, dass in den Auf- und Ausbau von effektiven, umfassenden und rechteorientierten Systemen zur zivilen Registrierung und Bevölkerungsstatistik investiert wird. Wir fordern nationale Regierungen auf, die Registrierung kostenfrei und verbunden mit einfachen Prozessen anzubieten, so dass alle Mädchen und Jungen nach ihrer Geburt, so bald wie möglich, registriert werden können.

Die Ziele von Plan International sind:

  • dass jedes Kind in ein Geburtenregister eingetragen wird und eine Geburtsurkunde besitzt,
  • weltweit auf die Bedeutung der Geburtenanmledung hinzuweisen,
  • die Nachteile aufzuzeigen, die es hat, wenn Kinder nicht registriert sind,
  • neue Methoden und Wege zu finden, um die Geburtenregistrierung voranzubringen.
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