Foto © Girls Health Alliance

LEADer for Tomorrow: Wie Pauline F. Gartor eine eigene Hilfsorganisation gründete

von Stiftung Hilfe mit Plan

Pauline Faith Gartor ist Gründerin der Nichtregierungsorganisation Girls Health Alliance in Liberia. Die 26-Jährige setzt sich mit ihrer Organisation dafür ein, dass jedes Mädchen ihr Recht auf Gesundheit und Gleichberechtigung wahrnehmen und fundierte Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen kann − frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sie sieht Plan International als einen Schlüsselfaktor bei ihrem Entschluss, eine eigene Hilfsorganisation ins Leben zu rufen.

Bereits als Teenager engagierte sich Pauline F. Gartor gemeinsam mit Plan International für mehr Gleichberechtigung. Sie nahm unter anderem an Workshops teil, um mehr über die Gleichstellung der Geschlechter und ihre Rechte zu erfahren. Auch beteiligte sie sich an Kampagnen zur Förderung von Führungsqualitäten und Aktivismus von Mädchen.

Als einen ihrer größten Erfolge im Einsatz für mehr Gleichberechtigung sieht sie ein Projekt zur Verhinderung von Teenagerschwangerschaften. "Als Botschafterin der Girls Advocacy Alliance von Plan International erzielte ich in fünf Bezirken in der liberianischen Hauptstadt Monrovia messbare Ergebnisse durch eine Kampagne, die wir gemeinsam mit Mädchen an Schulen umsetzten", berichtet sie. "Das Projekt trug dazu bei, die Zahl der Teenagerschwangerschaften in den fünf Schulen innerhalb von zwei Jahren um 55 Prozent zu senken."

Gründung der "Girls Health Alliance"

Nachdem sie sich bereits rund zehn Jahre für die Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt hatte, beschloss Pauline F. Gartor, ihre eigene Organisation zu gründen: die Girls Health Alliance (GHA). Sie beschreibt das Anliegen der Organisation wie folgt: „Wir sind eine Gemeinschaft engagierter Jugendlicher, die sich ausschließlich für die Gesundheitsrechte und die Gleichstellung von Mädchen einsetzt."

© Plan International

„Plan International hat mir und vielen anderen Mädchen wie mir geholfen, uns auf nationaler und internationaler Ebene Gehör zu verschaffen.“

-Pauline F. Gartor

Auslöser für die Gründung waren zwei persönliche Schicksalsschläge: Ihre beste Freundin starb im Alter von nur 17 Jahren, nachdem sie eine Abtreibung vornehmen ließ. Auch ihre Mutter starb viel zu jung an einer Krankheit, die eigentlich heilbar gewesen wäre. „Ich glaube, der Tod meiner Freundin und meiner Mutter hätte verhindert werden können, wenn es in meinem Land bessere Gesundheitseinrichtungen und Dienstleistungen geben würde, die sich um das Wohlergehen von Mädchen und Frauen kümmern.“

Pauline F. Gartor rief die Girls Health Alliance ins Leben und ließ sie in einem ersten Schritt bei der liberianischen Regierung als gemeinnützige Nichtregierungsorganisation registrieren. Nachdem das geschafft war, richtete sie eine Website sowie ein Social-Media-Profil für die Organisation ein. Die Basis war gelegt und sie gründete erste Jugendclubs in der Region Montserrado, in denen sie Mädchen zu ihren Rechten schulte.

"Junge Mädchen sind in meinem Land vielen Gefahren ausgesetzt. Leider erlebe ich immer noch, wie Teenager schwanger werden und heiraten. Das beunruhigt mich sehr und treibt mich immer wieder dazu an, mich für die Rechte von Mädchen und jungen Frauen stark zu machen. Zum Beispiel indem ich mich dafür einsetze, den Zugang zu Verhütungsmitteln und zur Aufklärung über reproduktive Gesundheit zu verbessern − ein zentrales Anliegen der Girls Health Alliance.“

Weltweit im Einsatz für die Rechte von Mädchen

Neben ihrem Engagement mit der Girls Health Alliance wurde Pauline F. Gartor in die Women Deliver Young Leaders Class of 2020 aufgenommen, die junge Aktivist:innen stärkt, indem sie sie mit Menschen und Plattformen vernetzt sowie mit Ressourcen ausstattet, um ihren Einfluss zu vergrößern. Pauline hofft, dass der Einsatz mit dieser globalen Organisation ihr Herzensthema „sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte für Mädchen und Frauen“ weiter voranbringen wird.

Im März 2021 übernahm Pauline F. Gartor zudem die Hauptmoderation beim Jugendforum des 65. Commission on the Status of Women (CSW65) der Vereinten Nationen. Das Jugendforum bietet einen Raum für generationsübergreifende und intersektionale Gespräche, den Austausch von Best Practices sowie der Vernetzung junger Aktivist:innen.

Pauline F. Gartors Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie wir Mädchen und junge Frauen dabei unterstützen können, ihr volles Potenzial zu entfalten. Durch Projekte und Kampagnen schafft Plan International ein Umfeld, in dem Mädchen ihre Stimme erheben und sich zu Themen äußern können, die sie am meisten betreffen − und ebnen ihnen so den Weg zu jungen Aktivistinnen zu werden.

„Mein Leben ist ein klares Beispiel dafür, was Plan International für junge Frauen bewirken kann", sagt Pauline F. Gartor. "Ich kann überall auf der Welt Reden halten, wie zum Beispiel auf dem CSW-Jugendforum der Vereinten Nationen, und ich habe eine eigene Hilfsorganisation gegeründet. Das verdanke ich Plan International und der Arbeit, die sie jeden Tag für Mädchen und junge Frauen leisten.“

Der LEAD-Fonds hilft die Arbeit von Plan International langfristig zu sichern, sodass Mädchen und junge Frauen wie Pauline F. Gartor gestärkt werden, führende Rollen in der Gesellschaft zu übernehmen. Unterstützen auch Sie den LEAD-Fonds mit Ihrer Zustiftung.

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