Foto © Plan International

Coronavirus: Schnelle Hilfe für Ha Thi und ihre Familie

von Stiftung Hilfe mit Plan

Covid-19 hat auch das Leben der 27-jährigen Ha Thi aus Vietnam komplett auf den Kopf gestellt. Normalerweise verkauft sie Lebensmittel auf einem Markt, um ihre Familie zu ernähren. Doch aufgrund der Corona-Sicherheitsmaßnahmen und -Beschränkungen, kann Ha Thi derzeit nicht arbeiten – und hat somit keinerlei Einnahmen mehr. Auch Rücklagen besitzt die Familie nicht. Plan International und die Stiftung Hilfe mit Plan unterstützten Familien wie die von Ha Thi nun schnell und unbürokratisch mit Grundnahrungsmitteln wie Reis und Nudeln.

Ha Thi wohnt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren in der vietnamesischen Provinz Thua Thien Hue. Sie nimmt an dem Projekt „Zukunftsperspektiven durch Ausbildung und Mikrokredite“ teil. Vorher verdiente sie Geld, indem sie gemeinsam mit ihren Kindern auf der Straße leere Flaschen und Plastik zum Recyceln sammelte. Im Rahmen des Projekts erhielt sie einen Kredit von 10 Millionen vietnamesischen Dong (circa 300 Euro) und konnte ihr eigenes Unternehmen starten. Gemeinsam mit ihrem Mann stellt sie handgemachte Frühlingsrollen und andere Fleischprodukte her, die sie auf einem Markt in der Nähe verkauft. Dank ihrer harten Arbeit konnte sie sich so ein stabiles Einkommen sichern und war in der Lage, die steigenden Lebenserhaltungskosten und die Schulgebühren ihrer Kinder zu bezahlen.

Seit Mitte März muss jedoch die gesamte Familie zu Hause bleiben. Die Arbeit auf dem Markt ist nicht möglich. Wie in vielen anderen Ländern verordnete die Regierung diese Maßnahme, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Ohne Einkommen hat Ha Thi keine andere Wahl, als sich Geld zu leihen, um Essen für ihre Familie kaufen zu können.

Foto © Plan International | Ha Thi und ihre Kinder freuen sich über Reis und Nudeln.

Ha Thi macht sich große Sorgen, da sie nicht will, dass ihre Kinder die Schule verlassen und wieder auf der Straße arbeiten müssen. Sie fragt sich:

„Wie soll ich den Kredit und die monatlichen Zinsen zurückzahlen? Was wird morgen passieren? Werden meine Kinder wieder zur Schule gehen können oder müssen sie wieder mit mir auf der Straße arbeiten? Und was wird aus ihrer Zukunft?”

Doch Ha Thi bekam einen unerwarteten Besuch. Plan-Mitarbeitende brachten ihr 10 kg Reis und Nudeln, um ihr in der aktuellen Situation zu helfen. Ihre Kinder sprangen vor Freude auf und ab. Außerdem erfuhr Ha Thi, dass sie die monatlichen Zinsen für den Kredit, den sie im Rahmen des Projektes erhalten hatte, mindestens drei Monate lang nicht zurückzahlen muss. „Was für ein überraschendes Geschenk”, freut sie sich.

Ha Thi und ihre Familie sind nicht die einzigen, die in der aktuellen Situation schnell Hilfe erhalten: Weitere 430 Familien in Vietnam, die unter der Corona-Krise leiden, werden im Rahmen des Projektes mit Grundnahrungsmitteln, wiederverwendbaren Gesichtsmasken und Seife versorgt.

Aktuelle Situation in Vietnam

Stand: 16.04.2020
Bisher gibt es 268 bestätigte Covid-19-Infektionen in Vietnam. Die vietnamesische Regierung hat die Grenzen für internationale Reisen sowie Schulen geschlossen und den Inlandsverkehr begrenzt. Um das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren, schickt Plan International keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Projektgemeinden. Es werden aktuell keine gemeinde- und schulbasierten Aktivitäten durchgeführt. Plan-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. Dank lokaler Gemeindehelferinnen und -helfern besteht weiterhin Kontakt zu den Projekt-Gemeinden, wobei bestimmte Hygienevorschriften, wie das Tragen von Gesichtsmasken, eingehalten werden müssen.

Im Februar und März führte Plan International im Rahmen der Projekte Aufklärungskurse zu Themen, wie Hygiene, Gesundheit und der Prävention von Covid-19, durch. Die Teilnehmenden lernten dort unter anderem richtiges Händewaschen und wurden mit Seife ausgestattet.

Hier erfahren Sie mehr zu unserer Arbeit in der Corona-Krise.

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