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Mayra – eine junge Frau, die studieren will. Aber eigentlich die Welt verbessern…

von Redaktion

 

Es ist eine lange Reise von Guatemala nach Hamburg. Doch Mayra, die nun vor uns sitzt, wirkt ganz wach – und bereit für ein erstes Gespräch. Denn die junge Frau hat eine Mission…

Bist du in Guatemala ein Star? Auf die Frage mit einem herzhaften „Ja“ zu antworten, das ist nicht Mayras Art. Die junge Frau tut sich nicht leicht mit ihrer Rolle. Ja, sie werde für ihr Engagement durchaus gesehen, sagt sie, manchmal werde sie auch auf der Straße angesprochen. Aber es ist ja nicht die Arbeit einer Einzelperson, sondern die eines Teams. Und: „Es geht um eine wichtige Sache, nicht darum berühmt zu sein.“

Man sieht ihr an, dass so eine lange Reise anstrengend ist. Insgesamt war Mayra mehr als einen Tag unterwegs – von ihrem Dorf in Alta Verapaz über Guatemala-Stadt und Amsterdam nach Hamburg. Und doch sitzt sie jetzt mit einem Lächeln hier. Die junge Frau in der traditionellen, bunten Kleidung der Cequi, sie trägt einen grün-türkis-gelb-gesprenkelten langen Rock und einen gehäkelten, gold-gelben Pullover, ist nach Deutschland gekommen, um über ihre Arbeit in ihrer Heimat zu berichten. Wir haben diese hier bereits vorgestellt.

Foto © Susanne Baade/Stiftung Hilfe mit Plan

 

 

„Manchmal verstehen die Menschen die Grausamkeit der Welt viel besser, wenn sie darüber lachen können."

#Mayra, Guatemala

Jetzt interessieren wir uns für die Person hinter dem Engagement. Mayra hat die Schule beendet und steht nun vor dem nächsten wichtigen Lebensschritt: Sie will studieren. Undzwar Jura. Das ist gar nicht so einfach. Zwar sind keine Studiengebühren zu entrichten. Aber es gibt dennoch unendlich viele Kosten, die einer jungen Frau aus einer abgelegenen Bergregion den Zugang zur Bildung erschweren. Mayra zählt auf: Eine junge Frau aus einem Dorf wie ihrem müsse ja in der Hauptstadt wohnen, denn in Guatemala gibt es nur eine Universität. Es fallen Fahrtkosten an, die junge Frau braucht Geld für Lebensmittel, Bücher, Internetzugang, etc. Mayra rechnet: Es sind 100 bis 300 Dollar, die an monatlichen Kosten zusammen kommen. „Das ist sehr, sehr viel Geld.“

Dabei besteht die Herausforderung nicht nur darin, dieses Geld zu verdienen. Mayra sagt, in der Hauptstadt könne man sicherlich einen Job finden, bei dem man 100 Dollar, vielleicht auch 200 erhält. Doch dafür müsse man so viel arbeiten, dass kaum noch Zeit bleibt für die Uni. Hinzu kommt, wer die eigene Familie nicht mit Arbeitskraft unterstützen kann, muss finanziell Hilfe leisten. Die junge Frau, die als 12-jährige mit ihrem Engagement für bessere Bildung für die Menschen in den entlegenen Regionen ihres Heimatlandes viel Aufmerksamkeit erzielt hat, rechnet vor, wie leicht eine Ausbildung ins Stocken geraten kann.

Es ist für uns in einem Land wie Deutschland eigentlich nur schwer vorstellbar, welche Hürden vor allem junge Frauen zu überwinden haben, wenn sie die eigene Zukunft gestalten wollen. Es ist nur ein geringer Betrag. Der fehlt für Bildungsgerechtigkeit. Dafür dass junge Frauen einen Zugang zur Bildung haben – und eine eigene Stimme etablieren können in einer von Männern geprägten Welt.

Auf die ihr typische, freundliche, aber sehr klare Art sagt Mayra nun, dass junge Frauen in ihrer Heimat immer von Männern abhängig sind. Das Recht über die eigene Zukunft zu entscheiden, die eigene Sexualität. Es sind die Männer, die sich vier oder fünf oder mehr Kinder Wünschen. Es sind die Männer, die der Frau vorschreiben, was sie nicht anziehen darf, ob und wann sie Verhütungsmittel verwenden soll. Es sind oft die Männer, die über die Frau bestimmen.

 

„In meiner Heimat sind Frauen immer von Männern abhängig. Ich möchte, dass Frauen ihre Rechte kennen."

#Mayra, Guatemala

Foto © Andrea Aragón/Plan International

Mayra hat sich vorgenommen, die Frauen über ihre Rechte zu informieren. Das ist keine Arbeit, die man aus einem schicken Büro in der Hauptstadt aus tun kann. Es ist eine Arbeit, für die man hinaus muss ins Land. In Guatemala leben viele Menschen auf dem Land. Und die Frauen kennen ihre Rechte nicht. Mayra geht es nicht darum, dass die Frauen diese Rechte einfordern. Ihr geht es darum, dass die Frauen wissen, dass sie diese Rechte überhaupt haben.

Die Menschen zu erreichen, ist eine Herausforderung. In einem Land wie Guatemala zu reisen, das erfordert selbst bei vermeintlich kurze Distanzen große Anstrengungen. Auf lokaler und überregionaler Ebene veranstaltet Mayra Workshops mit jungen Frauen und deren Eltern. Es geht vor allem um Aufklärung. Sie haben auch ein Theaterstück zum Thema Selbstbestimmung geschrieben und bereits mehrfach aufgeführt. Vielen fällt es leichter, die Herausforderungen für junge Frauen und diese Gesellschaft durch ein Schauspiel zu verstehen. Mayra sagt: „Manchmal verstehen die Menschen die Grausamkeiten dieser Welt besser, wenn sie darüber lachen können.“

Auf lokaler und überregionaler Ebene arbeiten sie in Teams zusammen. Dabei ist die Unterstützung von Plan International sehr wichtig. Denn die jungen Frauen interessieren sich sehr für diese Themen. Und viele leben bereits die Veränderungen. Dazu gehört, dass es weniger Gewalt gibt. Nicht nur gegenüber Frauen, sondern allgemein. Auch unter den Männern. Und so hat diese Aufklärungsarbeit, bei der die Rechte der Frauen im Vordergrund stehen, eine große, fast subversive Kraft – für eine bessere Gesellschaft.

100 Millionen Gründe

Wir wollen, dass 100 Millionen Mädchen lernen, leiten, entscheiden und sich entfalten können.

Engagieren auch Sie sich jetzt für junge Frauen wie Mayra.

 

Haben Sie Fragen, dann kontaktieren Sie uns gern unter
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040/611 40-260

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