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Anlagebeirat nimmt Arbeit auf

von Stiftung Hilfe mit Plan

Die Stiftung Hilfe mit Plan setzt trotz des schwierigen Kapitalmarkt-Umfelds mit seinen niedrigen Zinsen und volatilen Märkten weiterhin positive Impulse. Ein nächster Schritt ist die Etablierung eines neuen, unabhängigen Anlagebeirats. Im Interview sprechen Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hilfe mit Plan, und Geschäftsführerin Kathrin Hartkopf über Stiftungsarbeit und erfolgreiche Vermögenskonzepte in schwierigen Zeiten.

Die Niedrigzinsphase hat die gesamte bundesdeutsche Stiftungswelt auch 2018 beschäftigt. Was bedeutet das für die Stiftungsarbeit??

Kathrin Hartkopf: Natürlich sind wir – wie alle Stiftungen – von der Niedrigzinsphase betroffen. Die Finanzierung unserer Projektarbeit erfolgt ja zu einem großen Teil aus den Erträgen der Kapitalanlagen, etwa bei unseren Treuhandstiftungen. Nun sind wir trotzdem in einer wirklich glücklichen Situation, denn die Anzahl der von uns betreuten Treuhandstiftungen wächst stetig weiter. 2018 konnten wir mit der Stiftung „Starke Kinder – starke Zukunft“ die Gründung der 250. Stiftung unter unserem Dach feiern! Damit liegen wir voll im bundesdeutschen Trend. Laut aktueller Zahlen des Bundesverbands wächst der gesamte Stiftungssektor seit 2001 kontinuierlich. Immer mehr Menschen, die sich engagieren wollen, entscheiden sich für eine langfristige Perspektive. Das merken wir auch bei unseren Chancengeberinnen und Chancengebern. Ihre Zustiftungen fließen als Kapital direkt in die Dachstiftung Hilfe mit Plan. Im Gegensatz etwa zur einmaligen Projektspende ermöglicht ihr Engagement so regelmäßige Erträge. Die Stiftung Hilfe mit Plan wiederum kann mit einem höheren Gesamtkapital auch bessere Anlagemöglichkeiten erschließen. Das ist, selbst wenn diese Erträge in Niedrigzinsphasen etwas geringer als gewünscht ausfallen mögen, im Kern ein gutes Modell für eine verlässliche Finanzierung der Projekte. Und diese Verlässlichkeit in der Finanzierung ist für die Menschen vor Ort in unseren Programmländern immens wichtig.

Stichwort Vermögensanlage, Zinserträge und Kapitalerhalt: „2018 war ein hartes Jahr“, sagte unlängst Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Wie hat sich die Stiftung Hilfe mit Plan gegen den allgemeinen Trend gestemmt?

Dr. Werner Bauch: Früher gab es im Hinblick auf Anlagestrategien den Begriff der Mündelsicherheit. Eine solche Sicherheit gibt es heute auf dem Kapitalmarkt einfach nicht mehr. Deshalb haben wir verstärkt in Immobilien investiert. Das ist aber nur ein Weg. Im Jahre 2017 haben wir unsere sehr defensive Anlagepolitik auf den Prüfstand gestellt und Veränderungen vorgenommen. Seitdem dürfen wir z.B. bis zu 50 Prozent unserer liquiden Mittel in Aktien anlegen – selbstverständlich unter Beachtung der Nachhaltigkeitskriterien. Wir werden darüber hinaus aus aktiven Anlageformen wie Stiftungsfonds aussteigen und aus Kostengründen mittelfristig in passive nachhaltige ETF’s investieren. Um dieses neue Risikoprofil jederzeit richtig einzuschätzen, werden wir bei den Entscheidungen zukünftig durch einen Anlagebeirat unterstützt. Den haben wir 2018 neu etabliert. Alle diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, uns weiterhin positiv zu entwickeln. Gleichwohl gibt es natürlich keine Garantie in sehr volatilen Zeiten.

Wer sind die Experten des Anlagebeirats?

Dr. Werner Bauch: Wir freuen uns sehr, dass wir drei ausgewiesene Experten für Renten- sowie Aktienanlagen gefunden haben, die unser stiftungsrechtliches Know-how ergänzen und die sich zudem bereit erklärt haben, uns pro bono, also ehrenamtlich, zu unterstützen. Namentlich sind das Dr. Stephan Howaldt, Dr. Lars Rothe und Moritz Schildt. Dr. Howaldt ist Chief Investment Officer der Howaldt & Co. Investment-AG und Manager des überwiegend auf Aktien fokussierten Wertanlagen Fonds. Er verfügt über ca. 20 Jahre an Erfahrung mit Aktieninvestments. Dr. Rothe ist Vorstand der WAVE Management AG, die sich mit dem operativen Management von Wertpapieren beschäftigt und beratend tätig ist in allen Fragen des Asset-Managements. Herr Schildt ist Vorstand der nordIX AG, die sich ausschließlich mit Anleihen und Derivaten beschäftigt. Damit ist die Stiftung Hilfe mit Plan in allen Anlagefragen gut und kostengünstig aufgestellt. Darüber hinaus werden wir von der Erdmann Financial Management GmbH betreut, die unsere Finanzanlagen monitort und analysiert.

Dr. Stephan Howaldt

Dr. Lars Rothe

Moritz Schildt

Wie genau hat der Anlagebeirat seine Expertise eingebracht?

Dr. Werner Bauch: Der Anlagebeirat unterstützt uns durch professionelle Beratung. Für die konkrete Umsetzung der neuen Anlagerichtlinie haben wir uns als Erstes sehr intensiv mit unseren aktuellen sogenannten Standardanlagen beschäftigt. Wir haben uns gefragt: Bilden diese überhaupt die gewünschte Risikoverteilung ab? Oder wie sieht die Kostenstruktur aus? Gibt es vielleicht andere Anlageprodukte, die aus heutiger Sicht besser zu uns passen? Dann haben wir uns Vorschläge für alternative Investmentportfolios von professionellen Fondsvermittlern erstellen lassen. Diese Vorschläge haben wir mit dem Anlagebeirat als neutralem Gremium diskutiert und auf Basis der Expertenmeinungen hat der Vorstand dann seine Entscheidung für die Änderung des Standardportfolios der Stiftung Hilfe mit Plan getroffen.

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Julia Hammer & Team

Tel.: 040 / 607 716 - 260
E-Mail: info@stiftung-hilfe-mit-plan.de

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