Foto © Plan International / Vivek Sigh

Inspiration Indien: „Wir haben ein erfülltes Leben, und es ist schön, etwas zurück geben zu können.“

von Redaktion

 

Vor mehr als 20 Jahren übernahmen Dieter Rehm und Robert Zandstra ihre erste Plan-Patenschaft in Indien. Jetzt übergeben sie ihren Nachlass – unter anderem eine Kunstsammlung – mit gutem Gefühl an die Stiftung Hilfe mit Plan. Die Stifterpost hat die beiden getroffen.

„Unsere erste Reise nach Indien unternahmen wir im Jahr 1991, und wir waren von den dort herrschenden Umständen sehr überrascht. Wir waren erschüttert, wie manchmal mit Kindern und Jugendlichen umgegangen wurde“, sagt Dieter Rehm. Er und sein Partner Robert Zandstra sind viel gereist – beruflich wie auch privat. Überall haben sie wunderbare Kulturen und Landschaften kennengelernt. Aber es hat sie immer wieder nach Indien gezogen.

„Wir haben so viele beeindruckende Menschen getroffen! Wir waren unter anderem in Rajasthan, haben die Wüste Thar und den Himalaya bereist, wir haben den Dalai Lama besucht.“ Was die beiden an Indien nicht los gelassen hat, sind die extremen Gegensätze. Besonders die zwischen arm und reich. Dieter Rehm: „Wir haben viel Schönes erlebt, aber auch viel Schreckliches. Und wir haben viel Gewalt bemerkt. Es sind die Paläste auf der einen Seite, und es ist das große Elend auf der anderen.“

„Vielleicht liegt es an der Religion und dem Glauben der Menschen, dass selbst die, die betteln müssen, eine große Würde ausstrahlen."

#Dieter Rehm, Stifter

Nach der ersten Indien-Reise entschlossen sich Dieter Rehm und Robert Zandstra, Plan-Paten in Indien zu werden, und sie sind es bis heute – 28 Jahre später. „Man muss einfach etwas unternehmen, um diese Menschen zu unterstützen. Hilfe zur Selbsthilfe – das Konzept von Plan International hat uns total überzeugt”, sagt Dieter Rehm. 

Eine sehr emotionale Angelegenheit

So sehr, dass die beiden immer wieder überlegten, was sie über eine Patenschaft hinaus tun könnten. Vor zehn Jahren kam dann der erste Kontakt mit der Plan-Stifterfamilie zustande. „Wir waren 2013 beim Stiftertreffen in Baden-Baden, lesen regelmäßig die Stifterpost und haben uns öfter mit der Geschäftsführerin der Stiftung, Kathrin Hartkopf, getroffen, um uns zu beraten. Dadurch konnten wir über all die Jahre die Arbeit von Plan verfolgen, mit Fachleuten sprechen und sehen, dass wirklich etwas bewegt wird.“ 

Testamente können zugunsten der Stiftung Hilfe mit Plan aufgesetzt werden, um sich für benachteiligte Menschen zu engagieren Foto © Warisara Sornpe / Plan International
Dieter Rehm und Robert Zandstra unterstützen wirksame Projekte von Plan International. Sie übergeben ihren Nachlass an die Stiftung Hilfe mit Plan. Foto © Yllaylee Fas / Plan International

Das Vertrauen ist groß, und so reifte ein Entschluss: Dieter Rehm und Robert Zandstra setzen ihr Testament zugunsten der Stiftung Hilfe mit Plan auf. Anders als viele Engagierte haben sie sich aber nicht für eine eigene Treuhandstiftung entschieden. „Bei einer Stiftung würden wir als Personen in Erscheinung treten, was wir aber nicht wollen. Wir haben keine direkten Erben, deshalb haben wir uns für ein Testament zugunsten der Stiftung Hilfe mit Plan entschieden“, erzählt Dieter Rehm fröhlich.

Die Kunstsammlung soll nicht untergehen

Fröhlich? „Ja, wenn man älter wird, möchte man, dass Dinge geregelt sind, und man überlegt, wie es denn weitergeht, wenn man eines Tages nicht mehr da ist.“ Auch die professionelle Beratung durch die Stiftung hat den beiden imponiert. „Wir haben immer wieder gute Gespräche geführt und konnten alle Aspekte einbringen, die uns wichtig sind.“ Entscheidend ist für die beiden unter anderem, dass ihre Kunstsammlung, die Teil des Nachlasses ist, jetzt sortiert und katalogisiert wird – und nicht eines Tages achtlos untergeht. Dieter Rehm: „Das ist für uns eine sehr emotionale Angelegenheit. Zu jedem Stück der Sammlung gibt es eine Geschichte. Das werden wir alles in Ruhe mit der Nachlassverwalterin besprechen.“

„Wir haben ein erfülltes Leben, und es ist schön, etwas zurück geben zu können. Wenn es zum Beispiel notleidenden Kindern zugute kommt, denn Kinder sind doch die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft.  "

#Dieter Rehm, Stifter

Dieter Rehm und sein Partner wissen, dass ein Testament eine Privatsache ist, über die nicht gern geredet wird. Dennoch kommunizieren sie ihren Entschluss ganz offen, denn, so Dieter Rehm: „Ich bin jetzt 76 Jahre alt, und wir kennen viele Gleichaltrige, die nicht wissen, was sie machen sollen. Vielleicht können wir mit unserer Geschichte ein kleines Beispiel geben. Ich persönlich finde es beruhigend, dass wir geordnet aus dem Leben gehen können. Es ist doch etwas ganz Schönes, noch zu Lebzeiten darüber zu bestimmen, was einem wirklich am Herzen liegt.“

Interessant? Weitersagen: