Plan International Deutschland e.V.https://www.plan.dePlan Deutschlandde-DEPlan International Deutschland e.V.Tue, 29 Sep 2020 14:46:05 +0000Tue, 29 Sep 2020 14:46:05 +0000www.plan.denews-1629Wed, 23 Sep 2020 13:01:03 +0000Bundeshaushalt 2021: Plan International fordert mehr Unterstützung für Mädchen und Jungenhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/bundeshaushalt-2021-plan-international-fordert-mehr-unterstuetzung-fuer-maedchen-und-jungen.htmlPlan-Geschäftsführerin Maike Röttger kritisiert Kabinettsentwurf im Zusammenhang mit Covid-19 als zu halbherzigPlan International Deutschland kritisiert den Kabinettsentwurf zum Haushalt für das kommende Jahr. Dieser sieht vor, dass der Etat des Bundesentwicklungsministeriums lediglich um 2,3 Millionen Euro auf 12,43 Milliarden Euro steigt. „Die großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie in den Ländern des globalen Südens können mit einer kaum spürbaren Anhebung der Ausgaben für internationale Entwicklungszusammenarbeit nicht effektiv bewältigt werden“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Covid-19 ist nicht nur eine globale Gesundheitskrise, die jede und jeden von uns betrifft. Die Pandemie droht vor allem die zahlreichen Fortschritte für Kinder in den Bereichen Gleichberechtigung, Bildung und Ernährung in vielen Ländern der Welt zunichte zu machen. Der nun vorgelegte Haushaltsentwurf dämmt diese Gefahr nicht ein. Dafür ist er zu unentschlossen. Wir von Plan International fordern die Bundesregierung deshalb auf, den Etat spürbar zu erhöhen und auch langfristig nachzusteuern.“

Aufgrund ihres Alters und Geschlechts sind vor allem junge Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern von Ungleichheit am stärksten betroffen. Die Corona-Krise verschärft diese Situation noch mehr. Maike Röttger: „Mädchen sind in einer solchen Ausnahmesituation einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, sexualisierte Gewalt zu erleben, gegen ihren Willen verheiratet zu werden und dauerhaft die Schule zu verlassen. Damit wird ihre Chance auf ein selbstbestimmtes Leben minimiert. Es ist zu befürchten, dass die Auswirkungen der Pandemie die bisher erlangten Fortschritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung zum Scheitern bringen. Das ist tragisch, denn Gleichberechtigung ist einer der wirksamsten Faktoren, um Armut nachhaltig zu bekämpfen.“

Deshalb sei jetzt entschlossenes Handeln gefragt. „Die Bundesregierung hat bereits zu Beginn der Pandemie mutig und entschieden Maßnahmen beschlossen, um die Auswirkungen der Pandemie hierzulande abzumildern und auch den Etat des Entwicklungsministeriums angepasst. Sie sollte diesen Weg konsequent weitergehen und die Entwicklungszusammenarbeit stärken, anstatt halbherzig zu agieren. Die Pandemie kennt keine Grenzen. Menschenrechte gelten weltweit.“

Der vorgestellte Haushalt trage zudem den globalen Herausforderungen von Flucht und Migration zu wenig Rechnung, so Maike Röttger weiter. „Weltweit sind Menschen auf der Flucht. Sie alle haben ein Recht auf Überleben in Würde. Deshalb ist es unsere Pflicht, sie dabei angemessen zu unterstützen. Was passiert, wenn das nicht geschieht, sehen wir in beschämender Weise in Moria - direkt vor unserer Haustür. Hier wird Mädchen und Jungen das Recht auf Unversehrtheit, Bildung, Spiel und einen kindgerechten Alltag - auf eine glückliche Kindheit - verwehrt.“ Solche Zustände gebe es nicht nur auf den griechischen Inseln, sondern in Flüchtlingscamps auf der ganzen Welt.

Kritik gibt es auch an der mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2022 bis 2024 für die Entwicklungszusammenarbeit. Hier ist ein Absinken ab 2022 vorgesehen. Maike Röttger: „Die Herausforderungen der Corona-Pandemie bleiben und machen nicht am Ende des Jahres 2021 halt. Wenn die Ausgaben langfristig gekürzt werden, lassen sich Entwicklungsprojekte nicht nachhaltig planen. Besonders gefährdete Gruppen, darunter Mädchen und junge Frauen, werden dadurch noch weiter zurückgelassen. Wir fordern die Bundesregierung auf, ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit abzugeben.“

 

]]>
news-1627Fri, 18 Sep 2020 07:56:15 +0000 Journalist:innen mit Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020 geehrthttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/journalistinnen-mit-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2020-geehrt.htmlBei einem Abendessen mit der Jury in Berlin sind am Donnerstag die Sieger:innen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2020 geehrt worden. Die Auszeichnung in der Sparte Deutschland/Österreich überreichte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller an Stefanie Appel. Sie erstellte im Auftrag des Hessischen Rundfunks den KiKA-Beitrag „Bushra. Vertrieben aus Myanmar“. Der diesjährige Peter Scholl-Latour Preis, der für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten verliehen wird, ging an Dennis und Patrick Weinert für die arte Reportage „Kongo: Ebola ist zurück“. Produzent Manuel Möglich nahm die Trophäe stellvertretend für die in Vietnam lebenden Journalisten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner entgegen. Der internationale Preisträger Rinith Taing aus Kambodscha sendete eine Grußbotschaft per Skype. Er wurde für seinen Artikel „Children of the night“ („Kinder der Nacht“) in der Tageszeitung Khmer Times ausgezeichnet.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller würdigte Nominierte und Preisträger: „Corona trifft Kinder am härtesten. 1,2 Milliarden können nicht zur Schule und viele verlieren so die einzige Mahlzeit am Tag. 150 Millionen Mädchen und Jungen müssen jeden Tag auf Teeplantagen oder in Steinbrüchen hart schuften. Kinder brauchen eine Stimme und Menschen, die sich für sie einsetzen. Ich danke Plan International und dem Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte, dass sie immer wieder unseren Blick auf die Probleme von Kindern in prekären Situationen lenken und so helfen, dass die Kinder eine Zukunft bekommen.“

Ulrich Wickert, Stifter und Plan-Kuratoriumsmitglied: „Stefanie Appel porträtierte für das junge Publikum der KiKA-Sendereihe ,Schau in meine Welt!‘ die neunjährige Bushra, die mit ihrer Familie im Flüchtlingscamp Kutupalong in Bangladesch lebt. Der Journalistin gelingt es, ein hoch sensibles Thema kindgerecht aufzubereiten. Sie zeigt das Leben in der Unterkunft aus unmittelbarer Nähe, überlässt es jedoch dem Rohingya-Mädchen, das Geschehen zu kommentieren. Ein Fernsehstück, das Klein und Groß zum Nachdenken anregt.“

Jurymitglied Barbara Scherle, Moderatorin News & Political Information bei ProSiebenSat.1, sagte: „Die arte Reportage ,Kongo: Ebola ist zurück‘ von Dennis und Patrick Weinert ist eine hochaktuelle Dokumentation. Sie zeigt, wie routiniert und furchtlos an Ebola erkrankten Menschen im schwer zugänglichen Osten des Landes geholfen wird. Gleichzeitig verdeutlicht der Beitrag, wie schwierig und gefährlich die Arbeit des Gesundheitspersonals ist. Der Rechercheaufwand und Mut der beiden jungen Filmer sind bemerkenswert. Entstanden ist ein leises, aber eindringliches Werk, das die Würde der Protagonist:innen wahrt.“

Jurymitglied Charlotte Maihoff, Moderatorin der Nachrichtensendung RTL aktuell, sendete eine Grußbotschaft für den internationalen Preisträger: „Der Beitrag ,Children of the night‘ von Rinith Taing aus Kambodscha öffnet uns die Augen für ein Leben und ein Leid, das Touristen oft nur am Rande mitbekommen: Kinder, die nachts in den Ausgehvierteln von Phnom Penh Kleinigkeiten verkaufen oder betteln müssen. Der Artikel zeigt Probleme auf, die auch wir – die Westtouristen – mit verursachen und schildert mit viel Einfühlungsvermögen, welchen Gefahren die zwölfjährige Sok Lin und ihre beiden Brüder ausgesetzt sind an Orten, die andere aufsuchen, um sich zu vergnügen. Dieser besondere Einblick und der Perspektivwechsel, den er uns damit ermöglicht, haben die Jury überzeugt.“

83 Journalist:innen aus 11 Ländern bewarben sich für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020, der mit insgesamt 18.000 Euro dotiert ist. Zur Jury gehören: Susanne Amann (Der Spiegel), Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Thomas Frankenfeld (Journalist und Autor), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Thomson Foundation), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (RTL aktuell), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist und Politikberater), Barbara Scherle (ProSiebenSat1), Viola Wallmüller (Funke Women Group), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte und Kampagnen von Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird zu Ehren seines besonderen Engagements vergeben.
 

]]>
news-1622Thu, 10 Sep 2020 10:32:29 +0000Plan International und Beiersdorf helfen gemeinsamhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/plan-international-und-beiersdorf-helfen-gemeinsam.htmlProjekte zur Unterstützung von Mädchen und Frauen in Lateinamerika unter Covid-19Zwei starke Partner: Das Kinderhilfswerk Plan International und der Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf arbeiten ab sofort gemeinsam daran, die Situation von Mädchen und jungen Frauen in Ecuador, Kolumbien und Brasilien zu verbessern. Ab September startet eine Vielzahl von Projekten, die sie darin stärken, ihr Recht auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben wahrnehmen zu können. Der Ausbruch von Covid-19 hat viele Länder in Lateinamerika besonders hart getroffen. Zu den Leidtragenden gehören in erster Linie Kinder, Mädchen und junge Frauen sowie Geflüchtete, vor allem aus Venezuela. Die Corona- Lockdowns haben zu Schulschließungen und einem Anstieg von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt geführt. Die Chance auf Bildung und ein sicheres Leben bleibt dabei in vielen Fällen auf der Strecke. 

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Gemeinsam werden wir junge Frauen und ihre Gemeinden in der Coronakrise und darüber hinaus unterstützen und stärken. Wir müssen schnell und direkt handeln, um in dieser aktuellen Notlage sowohl Soforthilfe zu leisten als auch langfristig die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen zu sichern. Nach einer längeren erfolgreichen Zusammenarbeit in der Vergangenheit freuen wir uns sehr, dass wir Beiersdorf im Rahmen des internationalen Hilfsprogramms erneut als starken und verlässlichen Partner an unserer Seite haben.“ 

„Im Rahmen von ‚Care Beyond Skin‘ haben wir das größte, weltweit koordinierte humanitäre Hilfsprogramm in der Geschichte unseres Unternehmens ins Leben gerufen und gleich zu Beginn der Krise rasch gehandelt“, sagt Stefan De Loecker, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG. „Wir haben nicht nur Soforthilfe im Kampf gegen Covid-19 geleistet. Wir stellen auch eine langfristige Unterstützung sicher, indem wir unseren Beitrag auf Gruppen in unserer Gesellschaft konzentrieren, die besonderen Schutz benötigen – vor allem, da viele Länder bereits vor sozioökonomischen Herausforderungen stehen, die über die unmittelbare Gesundheitskrise hinausgehen. Indem wir Initiativen von Plan International unterstützen, tragen wir dazu dabei, dass die Organisation ihre wertvolle Arbeit vor Ort langfristig fortsetzt. Zudem stellen wir sicher, dass unsere finanzielle Unterstützung direkt bei den gefährdeten Bevölkerungsgruppen ankommt.“

Die gemeinsamen Projekte von Plan International und Beiersdorf decken vielfältige Bereiche in Ecuador, Kolumbien und Brasilien ab. Die Teams vor Ort verteilen insbesondere an Geflüchtete Hygienekits mit Binden, Unterwäsche, Handwaschseife, Zahnbürsten und Zahnpasta. Darin enthalten sind auch Informationsbroschüren rund um die Prävention von Covid-19. Besonders stark betroffene Familien, alleinerziehende Mütter und Opfer sexueller Gewalt erhalten finanzielle Unterstützung für Nahrungsmittel und Unterkünfte. Damit junge Frauen ihr Recht auf Bildung und auf ein gewaltfreies Leben wahrnehmen können, lernen sie in Online- und Offlineworkshops mehr über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte, die Prävention von und Reaktion auf geschlechtsbasierte Gewalt und die Verhinderung von Frühschwangerschaften. Plan International entwickelt zusammen mit jungen Frauen und Expert:innen aus den örtlichen Behörden entsprechende Aufklärungskampagnen. Zudem führt das Kinderhilfswerk Schulungen mit Elterngruppen und Jungen durch, um genderstereotypes Verhalten bewusst zu machen und zu verändern. 

„Die Coronakrise ist vor allem für unzählige Mädchen und junge Frauen in Entwicklungsländern eine große Gefahr. Sie droht, die schon greifbare Chance auf ein selbstbestimmtes Leben gerade für die weibliche Bevölkerung zunichte zu machen. Das wäre ein unvorstellbarer Rückschritt für ihre Bildungschancen und die Gleichberechtigung. Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und darüber hinaus müssen auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet sein. Es ist unsere Aufgabe, ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen in den Fokus zu rücken. Gemeinsam haben wir die Chance, vor Ort etwas zu bewegen und zahlreichen jungen Frauen und ihren Familien eine Zukunft zu geben“, so Maike Röttger.
 

]]>
news-1620Wed, 09 Sep 2020 12:15:12 +0000Nach Brand in Flüchtlingscamp Moria: Kinder in Sicherheit bringenhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/nach-brand-in-fluechtlingscamp-moria-kinder-in-sicherheit-bringen.htmlStatement der Kinderrechtsorganisation Plan International zum Feuer auf der griechischen Insel LesbosNach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fordert Plan International Deutschland die Evakuierung des Camps ein. „Dabei müssen Kinder durch die Europäische Mitgliedsstaaten und Deutschland priorisiert behandelt und gemeinsam mit ihren Familien in Sicherheit gebracht werden“, fordert Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. Ihre Rechte sind in dem Flüchtlingslager massiv verletzt worden. In einem Zustand von Chaos und Panik wie bei diesem Feuer leiden Kinder ganz besonders. Es ist nicht abzusehen, welches Trauma die Mädchen und Jungen dadurch erleiden. Erneut wird ihnen das Recht auf Unversehrtheit, Bildung, Spiel und einen kindgerechten Alltag verwehrt - und auf eine glückliche Kindheit genommen.“

Plan International setzt sich weltweit an Flüchtlingsrouten und in Deutschland für die Rechte und den Schutz von geflüchteten Mädchen und Jungen ein. In diesem Zusammenhang hat die Kinderrechtsorganisation die deutsche Regierung und die Europäische Union bereits lange zuvor ermahnt, sich an die UN-Kinderrechtskonvention zu halten.

Deutschland müsse nun die Aufnahmeanzahl an die hohe Aufnahmekapazitäten der Bundesländer anpassen, ohne Rücksicht darauf, ob andere Mitgliedsstaaten sich überhaupt oder mit einer geringeren Anzahl beteiligten, so Maike Röttger weiter. „Die Europäische Union hat sich dazu verpflichtet, bisher erreichte humanitäre Werte zu schützen. Dies funktioniert nicht, indem man restriktive Abschottungspolitik betreibt und die Augen davor verschließt, welche Konsequenzen sie für die Menschen - insbesondere für Kinder - hat. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, Menschenrechte zu verteidigen, statt sie zu beschneiden. Insbesondere Mädchen und junge Frauen sind in dieser Situation gefährdet, Opfer von Diskriminierung, Missbrauch und Gewalt zu werden. Wir von Plan International fordern die Europäische Union daher auf, den Schutz von Mädchen und Frauen zu einem expliziten Bestandteil ihrer Unterstützung für geflüchtete Menschen zu machen.“

Das Feuer im Flüchtlingslager Moria offenbare das Versagen der europäischen, aber auch deutschen Migrationspolitik. Maike Röttger: „Es wurde versäumt, die unsägliche Lage der Menschen in Moria durch eine frühzeitige Verteilung auf die EU-Mitgliedsländer kontrolliert zu verbessern. Spätestens mit der Verbreitung von Covid-19 hätte das Camp evakuiert werden müssen. Deutschland alleine hätte eine größere Rolle in der Aufnahme spielen können.“

Bei dem Feuer im Flüchtlingslager Moria haben nahezu 13.000 Menschen ihre Unterkunft verloren. Das jüngste Unglück verschärft die ohnehin schon menschenunwürdige Lage der Geflüchteten, insbesondere die der Kinder und ihrer Familien, auf Lesbos. Das Camp war nicht nur maßlos überfüllt. Zuletzt waren zahlreiche Migrant:innen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

]]>
news-1614Fri, 28 Aug 2020 09:10:34 +0000Belastungen für Kinder in Unterkünften wiegen schwerer als während der Fluchthttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/belastungen-fuer-kinder-in-unterkuenften-wiegen-schwerer-als-waehrend-der-flucht-save-the-children-und-plan-international-legen-gemeinsam-expertise-vor-und-geben-handlungsempfehlungen.htmlSave the Children und Plan International legen gemeinsam Expertise vor und geben HandlungsempfehlungenDeutschlands Aufnahmeeinrichtungen für geflüchtete Menschen werden die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei sind die Bedingungen, unter denen Kinder nach ihrer Flucht leben, ganz entscheidend für die Bewältigung belastender Erfahrungen. Das ist das Fazit einer - von Save the Children und Plan International in Auftrage gegebenen - Expertise zu den Kinderschutzstandards in Unterkünften hervor. Die Organisationen beraten mehrere Bundesländer bei der Verbesserung kindgerechter Strukturen in den Einrichtungen und geben praktische Handlungsempfehlungen, damit die Minderjährigen unmittelbar nach ihrer Flucht bestmöglich versorgt werden.

Stress in Unterkünften erschwert Kindern Aufarbeitung von Trauma
Obwohl die Aufnahmeeinrichtungen auf einen kurzen Verbleib ausgerichtet sind, bleiben sie häufig über Monate oder sogar Jahre der zentrale Lebensmittelpunkt für Kinder. Für Familien ist das Leben in einer solchen Unterkunft besonders belastend – bei den Kindern kann es sogar eine gesunde Entwicklung beeinträchtigen. Damit sich beispielsweise Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen nicht verstärken, muss die Versorgung genau auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sein. Ihr Umfeld sollte die Erholung und die Einkehr von Normalität fördern. 

„Die Belastungen nach der Flucht wiegen für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen noch schwerer als die Zeit vor und während der Flucht“, erklärt der Autor der Expertise, Dr. Thomas Meysen vom SOCLES Institut, der zahlreiche nationale und internationale Studien auswertete und mit den Rahmenbedingungen der bundesweiten Asyl-, Aufnahme- und Hilfesysteme abglich. 

Kinder sind diversen Formen von Benachteiligung ausgesetzt
„Diese Kinder haben ihr Zuhause verlassen, sie haben Krieg erlebt und oft auch Angehörige verloren. Dazu haben sie eine anstrengende Flucht hinter sich. Was sie bei uns brauchen, sind Ruhe und Geborgenheit sowie professionelle Hilfe, das Erlebte zu verarbeiten – und sie müssen in allen Bundesländern die gleichen Bedingungen vorfinden“, sagt Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children. 

„Einige Bundesländer setzen sich bereits mit den Kinderschutzstandards in ihren Aufnahmeeinrichtungen auseinander", sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Das Gutachten zeigt aber auch, dass Mädchen und Jungen aufgrund ihres Aufenthaltsstatus immer noch diversen Formen von Benachteiligung ausgesetzt sind – dabei verbietet die UN-Kinderrechtskonvention jegliche Form der Diskriminierung. Die Behörden haben hier eine Verantwortung, jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Chancen für ein gesundes Aufwachsen." 

Handlungsempfehlungen zur Gestaltung kindgerechter Unterkünfte
Die Expertise gibt konkrete Handlungsempfehlungen, zum Beispiel zur Schaffung von Gestaltungsfreiräumen für ein selbstbestimmtes Familienleben sowie einer sicheren und anregenden Umgebung. Auch Angebote für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen gehören dazu. Ein besonderes Augenmerk legt Meysen auf den Zugang zur Gesundheitsvorsorge und zur Kinder- und Jugendhilfe. In diesen Bereichen müsse man die individuellen Bedürfnisse geflüchteter Kinder und Familien endlich anerkennen und entsprechende Angebote entwickeln.

Die Wohnverhältnisse seien meist viel zu eng und es gebe kaum Rückzugsmöglichkeiten für Familien. Außerdem fehle es an Zugang zu Bildung, Förderung, Beratung und Therapien. Strenge Verwaltungsvorschriften und Reglementierungen sowie ein Mangel an Freizeitangeboten schränken die gesunde und altersgemäße Entwicklung der geflüchteten Kinder zusätzlich ein. 

Noch keine einheitlichen Standards für Kinderschutz in den Bundesländern

Da jedes Bundesland seine eigenen Regelungen hat, bestimmt der Ort der Unterbringung, wie es einem Kind nach seiner Ankunft in Deutschland ergeht. Save the Children und Plan International setzen sich für bundesweit einheitliche Standards für die Unterbringung geflüchteter Kinder ein. Dabei stehen ihr Wohl und die Bedürfnisse von Familien im Vordergrund.

In dem vom Bundesfamilienministerium geförderten Kooperationsprojekt „Kinder schützen – Strukturen stärken!“ begleiten und beraten Save the Children und Plan International die Regierungen der Länder Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in der Schaffung einheitlicher Kinderschutzstandards. Im Fokus der Zusammenarbeit steht die Etablierung von Kinderschutzstrukturen innerhalb der Landesunterkünfte.  


Die Expertise zum Schutz geflüchteter Kinder steht als PDF zum Download bereit: 

https://www.savethechildren.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Dokumente/2020/SOCLES_Schutz_begleitet_gefluechteter_Kinder_Expertise.pdf   

]]>
news-1608Thu, 13 Aug 2020 09:41:30 +0000Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020: Finalist:innen stehen festhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2020-finalistinnen-stehen-fest-journalistenpreis-ehrt-reportagen-zum-thema-kinderrechte.htmlUlrich Wickert würdigt mit dem Journalistenpreis seiner Stiftung Medienbeiträge, die das öffentliche Bewusstsein für die Rechte von Kindern stärken. Zusammen mit einer hochkarätig besetzten Jury nominierte er in diesem Jahr drei Reportagen für den Preis Deutschland / Österreich. Darüber hinaus können zwei Journalistinnen und drei Journalisten auf den Peter Scholl-Latour Preis hoffen, der für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben wird. Rinith Taing, freier Journalist in Kambodscha, steht bereits als internationaler Preisträger fest. Er erhält die Auszeichnung für seinen Beitrag „Children of the night“ (Kinder der Nacht) in der Tageszeitung Khmer Times. 

Im Rahmen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2020 sind nominiert
für den Preis Deutschland / Österreich:
•    Stefanie Appel: „Bushra. Vertrieben aus Myanmar“, KiKA, Sendung „Schau in meine Welt!“ (Hessischer Rundfunk)
•    Andreas Boueke: „Zuhause gibt es keine Zukunft – jugendliche Landarbeiter in Guatemala“, RBB Kultur
•    Ulrike Heidenreich: „Brutal billig“, Süddeutsche Zeitung.

Für den Peter Scholl-Latour Preis sind nominiert:
•    Anne Allmeling: „Bürgerkriegs-Flüchtlinge: Ein Zelt im Libanon ist besser als ein Schloss in Syrien“, Deutschlandfunk
•    Claudia Kling: „Von Menschen und Bestien“, Schwäbische Zeitung
•    Daniel Hechler: „Irak: Kinder des IS“, NDR Fernsehen, Sendung Weltbilder
•    Dennis und Patrick Weinert: „Kongo: Ebola ist zurück“, arte Reportage

83 Journalist:innen aus 11 Ländern bewarben sich für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020, der mit insgesamt 18.000 Euro dotiert ist. Wegen der Corona-Pandemie tagte die Jury erstmals per Videokonferenz. Die Preisträger:innen werden bei einem Abendessen mit der Jury und den Finalist:innen im September vorgestellt. Eine öffentliche Preisverleihung wird es in diesem Jahr nicht geben.

Zur Jury gehören: Susanne Amann (Der Spiegel), Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Thomas Frankenfeld (Journalist und Autor), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Thomson Foundation), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (RTL aktuell), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist, Politikberater), Barbara Scherle (ProSiebenSat1), Viola Wallmüller (Funke Women Group), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte des Kinderhilfswerks Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird in Ehren an das besondere Engagement des Verstorbenen vergeben.
 

Weitere Informationen:

Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg

  • Antje Schröder, Pressereferentin, Tel. 040 / 60 77 16-281, presse@plan.de
]]>
news-1607Wed, 12 Aug 2020 11:29:00 +0000Frauen erleben in ihren Städten Angst, Belästigung und Gewalthttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/frauen-erleben-in-ihren-staedten-angst-belaestigung-und-gewalt.htmlKaum eine Frau fühlt sich sicher, wenn sie in Hamburg, Berlin, Köln oder München unterwegs ist. Das ist das Ergebnis der von Plan International von Januar bis März dieses Jahres durchgeführten Befragung „Safe in the City?“ zur gefühlten Sicherheit in deutschen Großstädten. Knapp 1.000 Teilnehmerinnen setzten dazu auf interaktiven Städtekarten so genannte “Pins“ (Markierungen) an Orte, die sie als sicher oder unsicher erlebt hatten. Von den insgesamt 1.267 gesetzten Ortsmarkierungen wurden 80 Prozent als negativ eingestuft. Begründet wurde dies zum Beispiel mit aufdringlichen Sprüchen beim Joggen im Park, mit schlecht beleuchteten Straßen auf dem Heimweg, Verfolgungen oder unsittlichen Berührungen. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Unsere Umfrage zeigt, dass Mädchen und Frauen sich in ihrer Stadt nicht wirklich sicher und frei bewegen können. Im Schnitt hat jede der Teilnehmerinnen einen unsicheren Ort in ihrem Umfeld markiert. Jede vierte Frau hat sexuelle Belästigung erlebt und jede fünfte wurde schon mal verfolgt, beschimpft und bedroht. Ein Ergebnis, das uns sehr zu denken gibt.“

Die am häufigsten genannten Gründe für ein unsicheres Gefühl sind Begegnungen mit Personengruppen, die Alkohol oder Drogen konsumieren, ebenso schlecht beleuchtete Wege und Parks sowie einsame Gegenden, wo Hilfe im Notfall fehlen würde. Maike Röttger: „Unsere Umfrage hat gezeigt, dass der Handlungsbedarf groß ist. Jedes Mädchen und jede Frau hat das Recht, sich in ihrer Stadt frei und ohne Angst zu bewegen. Um dahin zu kommen, sollten Mädchen und Frauen aktiv in die Gestaltung ihres Umfeldes einbezogen werden. Städtebauliche Maßnahmen wie mehr oder bessere Beleuchtung oder das Abschaffen von uneinsichtigen, düsteren Ecken in Parks wären zum Beispiel ein guter erster Schritt. Genauso wichtig ist es aber, dass wir Geschlechterrollenbilder verändern, die vielen Jungen und Männern immer noch suggerieren, dass es völlig in Ordnung ist, Frauen zu belästigen. Stereotype und Diskriminierung sind die tiefer liegenden Gründe dafür, dass Mädchen und Frauen sich nicht sicher fühlen können.“

Eine 2018 veröffentlichte Befragung von Plan International in den Metropolen Delhi, Sydney, Kampala, Lima und Madrid hat bereits gezeigt, dass sich ein großer Teil der Mädchen und jungen Frauen in der Stadt nicht sicher fühlt. Von insgesamt über 21.000 Orts-Markierungen waren ebenfalls fast 80 Prozent negativ. Dieses Ergebnis ist deckungsgleich mit der deutschen „Safe in the City?“-Umfrage. Um den Lebensraum Großstadt für Mädchen und Frauen sicherer zu machen, hat Plan International  2014 gemeinsam mit UN-Habitat das „Urban Programme – Safer Cities for Girls“ ins Leben gerufen. Aktuell wird es in 12 Ländern durchgeführt, unter anderem in Ägypten, Indien, Peru, Uganda, Australien und Spanien.


Die wichtigsten Ergebnisse der „Safe in the City?“-Umfrage:

  • Von 1.267 markierten Orten wurden 80 Prozent als unsicher und nur 20 Prozent als sicher bewertet. Im Schnitt hat also jede der 940 Teilnehmerinnen mindestens einen Ort in ihrer Stadt markiert, an dem sie sich nicht sicher fühlt. Nur jede dritte Frau hat hingegen einen für sie sicheren Ort markiert.
  • Jede vierte Frau hat in ihrer Stadt bereits sexuelle Belästigung erlebt. Etwa 26 Prozent aller negativen Markierungen auf der „Safer Cities Map“ wurden damit begründet, dass sie dort bereits sexuell belästigt wurde.
  • Durchschnittlich jede fünfte Teilnehmerin ist in ihrer Stadt schon einmal Opfer von Gewalt, Verfolgung oder Bedrohung geworden. Bei den erlebten Vorfällen handelt es sich in den meisten Fällen um tätliche Übergriffe und verbale Attacken.
  • Der am häufigsten genannte Grund für ein unsicheres Gefühl bei Mädchen und Frauen sind angsteinflößende Personen und hier vor allem Menschen, die öffentlich Drogen oder Alkohol konsumieren. Auch schlechte Beleuchtung wurde häufig als Grund für ein unsicheres Gefühl angegeben. An dritter Stelle der Begründungen liegt das Gefühl, von Hilfe abgeschnitten zu sein.
  • Am unsichersten fühlen Mädchen und Frauen sich, wenn sie auf der Straße unterwegs sind. Auch beim Warten auf oder der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln fühlen sie sich unwohl, oder wenn sie sich in Parks oder Grünflächen aufhalten. Sicher fühlen sie sich hingegen in Bars, Restaurants oder bei Veranstaltungen.
  • Die Mehrheit der Teilnehmerinnen fühlt sich in ihrer Stadt am unsichersten, wenn es dunkel ist: 806 der 1.014 negativen Pins wurden abends oder nachts gesetzt, nur 208 Pins dagegen am Tag.


Weitere Informationen, Fotos und Grafiken zum Download finden Sie in unserem Pressebereich:www.plan.de/presse

Kontakt:
Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str. 70, 22305 Hamburg

  • Alexandra Tschacher, Leiterin des Presseteams, Tel. 040/607716-278 
  • Claudia Ulferts, Pressereferentin, Tel. 040/607716-267, presse@plan.de
]]>
news-1604Fri, 31 Jul 2020 10:47:52 +000080 Jahre: Happy Birthday, Marie-Luise Marjanhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/80-jahre-happy-birthday-marie-luise-marjan.htmlWenn das kein Grund zu feiern ist: Die beliebte Schauspielerin Marie-Luise Marjan wird am 9. August 80 Jahre alt. Für die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland ein schöner Anlass, dem Lindenstraßen-Star für seine langjährige und engagierte Unterstützung als Patin, Kuratoriumsmitglied und Stifterin zu danken:

„Wir gratulieren Marie-Luise Marjan ganz herzlich zu ihrem 80. Geburtstag“, sagt Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland. „Seit 30 Jahren unterstützt sie als Patin und seit 10 Jahren als Stifterin die Arbeit von Plan mit ihrem persönlichen und beispiellosen Engagement. Darüber hinaus ist sie seit fast drei Jahrzehnten als Mitglied in unserem Kuratorium aktiv. Der große Erfolg von Plan International in Deutschland ist auch ihr Erfolg. Ihrer beherzten Überzeugungskraft verdanken wir viele neue Patinnen und Paten: 1990 waren es noch 1.500 Patenschaften, heute sind es über 350.000. Zahlreichen benachteiligen Mädchen und Jungen auf dieser Welt hat sie durch ihre Unterstützung die Chance auf eine bessere Zukunft gegeben.“

Vor 30 Jahren übernahm Marie-Luise Marjan ihre erste Plan-Patenschaft für ein Mädchen in Indien, weitere Patenschaften für Kinder in Vietnam, Sri Lanka, Paraguay, Haiti und Mosambik folgten. Eine persönliche Beziehung zu ihren Patenkindern herzustellen, ist Marie-Luise Marjan wichtig. Sie reiste im Laufe der Jahre in mehrere Plan-Programmländer, um sich von der Nachhaltigkeit der Projekte zu überzeugen und ihre Patenkinder und deren Familien kennenzulernen. Der beliebte TV-Star nutzte auch ungewöhnliche Wege, um auf die Arbeit von Plan aufmerksam zu machen: „Möchten Sie ein Kind von mir?“ fragte Marie-Luise Marjan gerne augenzwinkernd in ihrem Umfeld, um zur Übernahme neuer Patenschaften zu bewegen.  

„Das ist das Jahr der Jubiläen“, freut sich Marie-Luise Marjan: „Mein 80-jähriger Geburtstag, 30 Jahre Patin bei Plan und zehn Jahre meine eigene Stiftung!“ Unter dem Dach der „Stiftung Hilfe mit Plan“ gründete sie 2010 die Marie-Luise Marjan Stiftung, mit der sie benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine bessere und selbstbestimmtere Zukunft ermöglicht. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde Marie-Luise Marjan im selben Jahr mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik –  und 2014 mit dem Verdienstorden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

]]>
news-1600Wed, 29 Jul 2020 09:07:47 +0000Lieferkettengesetz: Jugendliche appellieren an Bundeskanzlerinhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/lieferkettengesetz-jugendliche-appellieren-an-bundeskanzlerin.htmlJugendbeirat von Plan International fordert solidarisches globales MiteinanderGlobale Lieferketten gehen mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher, die Kindern und Jugendlichen weltweit die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft nehmen. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig Lieferketten sind, wenn sie nicht nachhaltig ausgestaltet sind: Große Konzerne stornieren Aufträge und entlassen somit die Arbeiter:innen und ihre Familien in den Produktionsländern in die Armut. Der Jugendbeirat von Plan International Deutschland appelliert in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Widerstand der Wirtschaftsverbände nicht nachzugeben und sich für ein Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode stark zu machen.

Starker Appell aus eigener Initiative 

„Wir möchten in einer Welt leben, in der es menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle gibt, unsere Umwelt geschützt ist, kein Kind mehr Kinderarbeit leisten muss und Frauen in jedem Alter an ihrem Arbeitsplatz gleichberechtigt und sicher sind“, sagt die 21-jährige Lara aus dem Jugendbeirat von Plan International. „Es ist nicht in Ordnung, das wir als Konsument:innen nicht wissen, ob wir Produkte kaufen, die unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Es kann nicht sein, dass Unternehmen, die Menschenrechte achten, einen Nachteil gegenüber denjenigen haben, die auf Kosten unserer Zukunft Profite machen. Es macht mich wütend, dass Firmen, die Menschenrechte verletzen und unsere Umwelt zerstören, kaum zur Rechenschaft gezogen werden können. Deshalb brauchen wir endlich eine gesetzliche Regelung, die weitreichend genug ist, um einen Unterschied zu machen. Gerade jetzt in der Corona-Krise sollten wir uns überlegen, wie wir in der Welt von morgen wirtschaften wollen.“  

Lieferkettengesetz zum Schutz der Menschenrechte

Um Menschenrechte in globalen Lieferketten zu schützen, wurde 2016 der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Dieser beruht allerdings auf freiwilligen Maßnahmen seitens der Unternehmen und wurde in diesem und im vergangenen Jahr auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Mitte Juli haben Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil das Ergebnis vorgestellt. Es ist eindeutig: Weit weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen erfüllen ihre Sorgfaltspflichten. 

Plans Jugendbeirat besteht aus 18 Jugendlichen aus verschiedenen Bundesländern im Alter von 14 bis 24 Jahren. Die Mitglieder des Jugendbeirates unterstützen Plan in der politischen Arbeit und begleiten diese aus ihrer Perspektive. Bereits 2019 hatte sich der Jugendbeirat mit seiner Kampagne „Education Not For Sale“ für ein Lieferkettengesetz und gegen ausbeuterische Kinderarbeit eingesetzt.

]]>
news-1582Thu, 18 Jun 2020 09:49:04 +0000Neuer Plan-Bericht zur Situation von Mädchen in der Sahel-Krisenregionhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/neuer-plan-bericht-zur-situation-von-maedchen-in-der-sahel-krisenregion.html

Flucht, Armut und Diskriminierung lassen heranwachsende Mädchen in Mali und Burkina Faso zu lebenslangen Verliererinnen werden. Das ist das Ergebnis des neuen Berichtes „Heranwachsende Mädchen in Krisenregionen: Stimmen aus der Sahelzone“, den die Kinderrechtsorganisation Plan International am 20. Juni 2020 veröffentlicht. Über 800 heranwachsende Mädchen in beiden westafrikanischen Ländern wurden zu ihrer Lebenssituation befragt. Sie erzählen von tief sitzender Angst vor Gewalt und Terror, Sehnsucht nach Frieden und der Sorge, aufgrund von Armut von ihren Vätern frühverheiratet zu werden. Ihr größter Wunsch ist, wieder die Schule besuchen zu dürfen.

„Ein Drittel der interviewten Mädchen in Mali und Burkina Faso hat nicht länger als ein Jahr oder sogar niemals eine Schule besucht“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Durch die exzessive Zunahme von Vertreibung, Gewalt und Terror – vor allem auch gegen Bildungseinrichtungen – wurden in den letzten Jahren Tausende Schulen geschlossen oder sind von bewaffneten Kräften besetzt. Eltern halten ihre Töchter auch aus Angst um deren physische Sicherheit zuhause, statt sie zur Schule zu schicken. Durch die Covid-19-Pandemie können in der Sahelzone vier Millionen weitere Mädchen nicht zur Schule gehen. Das ist eine Katastrophe, denn Schulen sind wichtige Schutzräume, in denen Mädchen neben Bildung erfahren, wie sie Zugang zu modernen Verhütungsmitteln bekommen. Sie können sich dort auch vernetzen und bekommen Unterstützung, wenn ihnen zum Beispiel Frühverheiratung droht. Eine ganze junge Frauengeneration wird gerade ihrer Zukunft beraubt.“

Die Befragung der Mädchen ergab, dass alle Lebensbereiche – von der Frage, wen sie heiraten, über den Schulbesuch bis hin zum Zugang zu Diensten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit – von den Vätern oder den Gemeindevorständen kontrolliert werden. Das ist vor allem im krisengeschüttelten Mali der Fall. Das Land hat eine der weltweit höchsten Frühverheiratungsraten. Jedes zweite Mädchen heiratet minderjährig, knapp jedes fünfte ist bei Beginn der Ehe noch keine 15 Jahre alt. Das führt dazu, dass auch die Mütter- und Kindersterblichkeit zu den höchsten der Welt zählt. Als Grund für Frühverheiratung gaben Erwachsene wie Mädchen an, dass es die Familienehre gefährden könne, wenn Mädchen vor der Ehe sexuell aktiv würden.

Maike Röttger: „Durch vorherrschende Geschlechternormen und Machtverhältnisse werden Mädchen und Frauen in der Sahel-Region traditionell diskriminiert. Die zunehmende Gewalt in der Region sowie die Folgen der Covid-19-Pandemie drängen sie nun noch weiter an den Rand der Gesellschaft, berauben sie grundlegender Menschenrechte. Die Bundesregierung muss Mädchen und Frauen in den Fokus ihres humanitären Engagements in der Sahelzone rücken und hierfür sowie für die gesamte vergessene Krise in der Region ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Auch müssen Mädchen und Frauen bei der Erstellung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen und Prozessen beteiligt werden.“

Der Konflikt in der Sahelzone ist langanhaltend und komplex. Hauptgründe sind islamistischer Terror, ethnische Spannungen, anhaltende Dürre, politische Instabilität sowie zuletzt die Folgen der Covid-19-Pandemie. In den letzten zwölf Monaten ist die Zahl der Vertriebenen in Burkina Faso auf 848.329 Personen gestiegen und hat sich damit verzehnfacht. In Mali selbst gibt es über 239.000 Vertriebene. Zudem sind 3,7 Millionen Menschen in der Region von Ernährungsunsicherheit bedroht. Viele leiden an Hunger. Deutschland hat 2019 nur 1,2 Prozent seiner humanitären Gelder für diese vergessene Krise bereitgestellt.

Plan International veröffentlicht seit Jahren Berichte zur Situation von Mädchen in Krisenregionen, zum Beispiel in der Tschadsee-Region, in Südsudan oder im libanesischen Beirut. In den „Girls in Crisis“-Reports berichten Mädchen ausführlich über ihre Lebenssituation. Die Kinderrechtsorganisation hat den Schutz von Mädchen in Krisenregionen zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Ein Teil der Nothilfemaßnahmen in Krisenregionen ist speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen ausgerichtet, zum Beispiel psychosoziale Betreuung, die Schaffung sicherer Waschgelegenheiten und Aufklärungsarbeit zu häuslicher Gewalt oder sexueller Gesundheit. Am 20. Juni ist Welt-Flüchtlingstag.

]]>
news-1576Thu, 11 Jun 2020 09:20:00 +0000Erlebnisausstellung „Mission 2030“ ab 11.6. wieder zugänglichhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/erlebnisausstellung-mission-2030-ab-116-wieder-zugaenglich.html Ab Fronleichnam Donnerstag, den 11. Juni 2020, ist die Erlebnisausstellung „Mission 2030“ der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland in Osnabrück wieder für das Publikum zugänglich. Außerdem verlängert das Museum am Schölerberg die Ausstellungszeit um rund vier Monate bis Sonntag, den 3. Januar 2021. Mit „Mission 2030“ kann sich das Publikum interaktiv über die Bedeutung von gerechten Lebensverhältnissen, Chancengleichheit sowie den schonenden Umgang mit Ressourcen informieren. Dabei schlüpfen Besucherinnen und Besucher unter anderem in die Rolle von Delegierten und entscheiden, welche gesellschaftlichen Weichenstellungen für die Zukunft der Welt sowie die Zeit nach der Coronavirus-Pandemie die besten sind.

„Mit desinfizierten Kontaktstiften geht es jetzt wieder los“, sagt Norbert Niedernostheide, Leiter des Museums am Schölerberg. „Wir sind in der Lage, die meisten interaktiven Stationen der Ausstellung ,Mission 2030‘ wieder in Betrieb zu nehmen und freuen uns sehr, insbesondere jüngere Leute so auf die lehrreiche Reise nach Ägypten, Ghana, Guatemala, Kambodscha, Kolumbien und Timor-Leste sowie in zwei deutsche Großstädte mitnehmen zu können.“

Plans Mitmachausstellung zu den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) hatte am 1. März 2020 in Osnabrück Premiere. Die Schau musste wegen der Coronavirus-Pandemie jedoch am 14. März 2020 wieder schließen. Zur Eindämmung von Covid-19 hatten bundesweit nicht nur alle Museen geschlossen, insbesondere Mitmachausstellungen wie „Mission 2030“ mit ihren neun multimedialen Modulen, bei denen im Sinne einer interaktiven Erfahrung die Exponate berührt und ausprobiert werden können, blieben ausgeschaltet.

„Die SDGs sollen bis 2030 überall realisiert werden, also auch hierzulande“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Auch wenn die Folgen der Coronavirus-Pandemie die Umsetzung der SDGs bremsen, geht unsere Arbeit entlang der 17 Nachhaltigkeitsziele weiter. Sie sind unser Kompass zurück zur Norma-lisierung. Da freut es mich besonders, dass das Museum am Schölerberg unsere Erlebnis-ausstellung viereinhalb Monate länger als ursprünglich geplant in Osnabrück zeigen wird.“

Plan International hat am zivilgesellschaftlichen Prozess mitgewirkt, der 2015 zur globalen Verabschiedung der SDGs geführt hat. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat zusammen mit Toni Garrn, internationales Model und Botschafterin des BMZ für die Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5), die Schirmherrschaft für „Mission 2030“ übernommen. Das Museum am Schölerberg hat ein umfangreiches Besuchs- und Begleitprogramm vorbereitet. Es ist als Umweltbildungszentrum anerkannt und hat sich weit über die Region hinaus einen Namen für entwicklungspolitische Themen erarbeitet.

]]>
news-1573Thu, 28 May 2020 10:03:58 +0000Binden und Tampons sind für Millionen Mädchen unerschwinglichhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/binden-und-tampons-sind-fuer-millionen-maedchen-unerschwinglich.html Während der Covid-19 Pandemie sind Menstruationsartikel wie Binden und Tampons in vielen einkommensschwachen Ländern knapp und teuer geworden. Das ergab eine Befragung von Gesundheitsfachkräften in 23 Ländern, die für die Kinderhilfsorganisation Plan International vor Ort im Bereich Hygiene arbeiten. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International: „Sanitärprodukte sind zu einer unerschwinglichen Ressource für viele Mädchen und Frauen geworden, da Lieferketten unterbrochen sind, kleinere Unternehmen den Handel eingestellt haben und die Regale leer gekauft sind. Viele Familien haben wegen der Pandemie ihr Einkommen verloren, der Kauf von Menstruationsartikeln hat deshalb keine Priorität mehr. Perioden hören aber bei Pandemien nicht auf. Sie sicher und in Würde zu bewältigen, ist seit der Corona-Krise für Mädchen deutlich schwieriger geworden.“

An jedem Tag menstruieren etwa 800 Millionen Mädchen und Frauen weltweit. In den einkommensschwächsten Ländern  fehlt es ihnen oft auch an sauberem Wasser, an Seife und Sanitäranlagen, die sie während der Pandemie an ihren Menstruationstagen benutzen können. Zum Beispiel sichere Toiletten mit Türen zum Schutz ihrer Privatsphäre. Zudem sind Mädchen derzeit von wichtigen Informationen abgeschnitten. Maike Röttger: „Da Millionen Schülerinnen in einkommensschwachen Ländern seit Monaten keine Schule besuchen, bekommen sie auch keine verlässlichen Informationen über ihre erste Periode und Wissen über ein entsprechendes Hygienemanagement. Das bringt Risiken für ihre Gesundheit mit sich.“

Plan International fordert, dass die Bundesregierung das Thema Menstruationshygiene in ihrem Corona-Sofortprogramm mitdenkt und entsprechende Mittel dafür zur Verfügung stellt. Wesentlich ist es, dass Mädchen und Frauen neben dem Zugang zu Wasser und Sanitärinfrastruktur, auch Produkte der Menstruationshygiene und Informationen zur Verfügung stehen.

Ergebnisse der Online-Befragung von 61 Gesundheitsexpert/innen in 23 Ländern:

  • 73 Prozent der Befragten berichteten von Engpässen und unterbrochenen Lieferketten für Menstruationsartikel.
  • 68 Prozent gaben an, dass es schwierig geworden sei, Menstruationsartikel zu wechseln, reinigen und zu entsorgen.
  • 58 Prozent beobachteten Preissteigerungen für Menstruationsprodukte.
  • 51 Prozent sprachen von schlechterem Zugang zu sauberem Wasser.

 

]]>
news-1560Thu, 07 May 2020 09:13:38 +0000Mädchen und Frauen in ärmeren Ländern vor allem Leidtragendehttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/maedchen-und-frauen-in-aermeren-laendern-vor-allem-leidtragende.html Je länger die Corona-Krise anhält, desto mehr leiden Mädchen und Frauen darunter. Haben sie sechs Monate lang wegen der Ausgangsbeschränkungen keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Verhütungsmitteln, wird das in den einkommensschwachen Ländern zu etwa sieben Millionen ungeplanten Schwangerschaften führen, so UN-Schätzungen. „Das sind katastrophale Aussichten – vor allem für heranwachsende Mädchen und junge Frauen“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt sind schon jetzt eine verbreitete Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren.“ Schätzungen der Vereinten Nationen prognostizieren zudem 13 Millionen zusätzliche Kinderheiraten in den einkommensschwachen Ländern, sollte dort das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf längerfristig um nur zehn Prozent sinken.

Maike Röttger: „Eltern wissen sich in der Krise oft nicht anders zu helfen, als ihre Töchter zu verheiraten, damit sie versorgt sind. Solche Erfahrungen haben wir bereits während der Ebola-Krise 2014 bis 2016 machen müssen. Damals stieg die Zahl der Frühverheiratungen in den besonders betroffenen Regionen um mehr als 60 Prozent. Covid-19 könnte die jahrelangen Bemühungen und Erfolge im Kampf für Gleichberechtigung und für die Achtung der Kinderrechte zerstören. Mädchen und Frauen in den einkommensschwachen Ländern sind in Gefahr, zu den Leidtragenden der Corona-Krise zu werden – vor allem wenn ungewollte Schwangerschaften und Kinderehen massiv zunehmen.“

Plan International fordert, dass Mädchen und junge Frauen in der Corona-Pandemie ihr Recht auf reproduktive und sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung wahrnehmen können – und damit ihre verbrieften Rechte. Es ist begrüßenswert, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Schutz der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung in seinem Corona-Sofortprogramm vorsieht. Der Fokus muss bei der weiteren Ausgestaltung der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 fortgeschrieben und mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestaltet werden.

 

]]>
news-1556Wed, 29 Apr 2020 07:18:31 +0000Nie wieder zur Schule: Millionen Kinder abgehängthttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/nie-wieder-zur-schule-millionen-kinder-abgehaengt.html COVID-19: Kinderrechtsorganisation Plan International warnt vor erhöhter Schulabbrecher-Quote in einkommensschwachen Ländern Fast 1,3 Milliarden Kinder weltweit gehen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht zur Schule. Auch wenn jetzt in Europa die Bildungseinrichtungen nach und nach wieder öffnen, laufen Millionen Mädchen und Jungen in einkommensschwachen Ländern Gefahr, vollkommen den Anschluss zu verlieren. Darauf macht die Kinderrechtsorganisation Plan International anlässlich der Wiederaufnahme des Schulbetriebes ab dem 4. Mai in Deutschland aufmerksam.

„Während Kinder und Jugendliche in Deutschland nun wieder stufenweise an ihre Schulen zurückkehren und sich auf den vertrauten Alltag freuen können, verlieren Millionen Mädchen und Jungen in anderen Ländern für immer den Anschluss an den Unterricht“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Besonders gravierend werden die Auswirkungen der Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen für Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika sein. Für über 360 Millionen von ihnen entfällt außerdem laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) die Schulspeisung – und damit für viele Kinder die einzige reguläre Mahlzeit am Tag. Eine wichtige Ernährungsquelle, die die Eltern entlastet. Das Risiko ist groß, dass ihre Kinder die Schule abbrechen – vor allem für Mädchen im Sekundarschulalter. Allein zehn Millionen von ihnen könnten nach dem Ende der Krise gar nicht mehr in ihre Schulen zurückkehren.“

Das Lernen in der häuslichen Isolation stellt Kinder und Eltern in armen Ländern vor extreme Herausforderungen. Den Mädchen und Jungen fehlen nicht nur die vertraute Lernumgebung und der Kontakt zu anderen Schulkindern. Die meisten Familien leben auf sehr engem Raum. Sie haben in der Regel auch keinen Zugang zum Internet, sodass es nicht möglich ist, den Lehrkräften Fragen zu stellen oder versäumten Lernstoff aufzuholen.

„Mädchen sind in einer solchen Ausnahmesituation einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, Opfer von Ausbeutung, häuslicher Gewalt und Missbrauch zu werden“, so Maike Röttger. „Ihnen fehlen die Ansprechpartner außerhalb der Familie. Nicht nur, dass vielen die alleinige Verantwortung für den Haushalt und die jüngeren Geschwister übertragen wird. Auch kann die wirtschaftliche Not die Eltern dazu treiben, ihre Töchter noch minderjährig und gegen ihren Willen zu verheiraten. Die Chancen dieser Mädchen, ihre Schulbildung fortzusetzen und eine Perspektive für ihre Zukunft entwickeln zu können, sind äußerst gering. Umso wichtiger für uns, vor Ort mit gezielten Maßnahmen anzusetzen.“

Plan International hat den Schutz von Mädchen in Krisenregionen zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht und einen Teil seiner Nothilfe-Maßnahmen speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Zu dem umfassenden Nothilfe-Programm der in über 70 Ländern tätigen Hilfsorganisation gehören folgende Maßnahmen im Bereich Bildung:

  • Unterstützung von Fernunterricht in 50 Ländern durch virtuelle Lernangebote und Bereitstellung von Lernmaterialien für Zuhause.
  • Produktion von Lernmaterialien zur Verbreitung in Radio- und Fernsehsendern, um dem Bildungsrückstand in den jeweiligen Ländern entgegenzuwirken
  • Bereitstellung von Offline-Lernmodulen für Schülerinnen und Schüler in abgelegenen Gebieten, die keinen Zugang zum Internet haben.
  • Ausbau einer kindgerechten COVID-19-Aufklärungkampagne und Bereitstellung von Hygiene-Anleitungen für Schulkinder in rund 30 Ländern.

 

]]>
news-1553Fri, 24 Apr 2020 09:12:46 +0000Coronavirus entfaltet riesige Armuts- und Kinderschutzkrisehttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/coronavirus-entfaltet-riesige-armuts-und-kinderschutzkrise.htmlNicht nur in Bangladesch sind extrem arme Menschen in größter GefahrPlan International stellt sich auf eine immense Zunahme von Armut und geschlechtsspezifischer Gewalt in Bangladesch ein. Das südasiatische Land ist eines der ärmsten und bevölkerungsreichsten der Welt. Der Staat kämpft in der Coronavirus-Pandemie besonders mit Massenarbeitslosigkeit und den Folgen eingeschränkter Bewegungsfreiheit. „Die bestätigten Fälle von COVID-19 in Bangladesch sind zwar vergleichsweise gering, im Hintergrund bahnt sich dort aber eine humanitäre Katastrophe an, die noch Generationen andauern kann“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

In Bangladesch leben 164 Millionen Menschen auf sehr begrenztem Raum. Etwa 90 Prozent arbeiten im informellen Sektor, zum Beispiel der Textilindustrie, und leben buchstäblich von der Hand in den Mund. Durch Ausgangssperren brechen ihnen nun sofort jegliche Einnahmen weg. Versicherungen und finanzielle Unterstützung gibt es nicht, was auch für Menschen in vielen anderen extrem armen Ländern gilt, etwa in Afrika. Zusätzlich erschwerend kommt in Ländern wie Bangladesch hinzu, dass es keine Möglichkeit für eine physische Distanzierung gibt. „Das Land ist auf eine große Zahl von Coronavirus-Fällen absolut nicht vorbereitet, und das Gesundheitssystem ist bereits überlastet“, sagt Maike Röttger. Bis Mittwoch, 22. April 2020, gab es in Bangladesch 3.772 bestätigte COVID-19- und 120 -Todesfälle.

Ausgangssperren, Isolation zu Hause und mangelhafte medizinische Versorgung wirken sich in Bangladesch sowie anderen armen Ländern nicht nur fatal für Tagelöhner aus. Auch ihre Kinder – insbesondere Mädchen – schweben unter den aktuellen Umständen in größter Gefahr. „Die Corona-Krise trifft uns alle, aber für die Schwächsten, die Menschen ohne Stimme und in Armut, sind die Auswirkungen ungleich größer“, warnt Maike Röttger. „Neben einer Armutskatastrophe erwarten wir einen Anstieg der Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen.“ Bangladesch hat bereits jetzt eine der höchsten Raten von Kinder-, Früh- und Zwangsheiraten der Welt. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist weit verbreitet. Diese Kinder- und Menschenrechtsverletzungen werden in der Corona-Krise noch verstärkt.

Um sich auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie vorzubereiten, hat die Kinderrechtsorganisation Plan International für seine 55 Programmländer Nothilfe- und Hygienepläne entwickelt. Der Kinderschutz, digitale Bildungs- und Lernmöglichkeiten sowie medizinische Hilfe für benachteiligte Familien stehen im Vordergrund. In Bangladesch führte Plan International jahrelang erfolgreich Programme gegen Kinderheirat durch.

]]>
news-1546Fri, 17 Apr 2020 17:45:00 +0000„Nachhaltige Entwicklungsziele dürfen nicht Opfer von Corona werden“https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/nachhaltige-entwicklungsziele-duerfen-nicht-opfer-von-corona-werden.htmlGeberländer müssen finanzielle Mittel für die Schwächsten aufstockenPlan International sieht die Ziele der Agenda 2030 in Gefahr. Erstere bildet bis 2030 die Grundlage für weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen. „Wir laufen jetzt große Gefahr, die nachhaltigen Entwicklungsziele und die Agenda 2030 aus den Augen zu verlieren“, warnt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von der Hilfsorganisation Plan International Deutschland. „Schon vor der Corona-Krise war der Bedarf an finanziellen Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe deutlich höher als die verfügbaren Ressourcen. Wenn wichtige Geberländer sich jetzt nur auf ihre eigenen Probleme fokussieren, dann werden vor allem Mädchen und junge Frauen in den Krisenregionen die großen Verliererinnen der Covid-19-Pandemie sein. Das Ausmaß der Gewalt gegen Mädchen und Frauen hat zugenommen, unter anderem weil Schulen geschlossen sind. Frauen machen außerdem 70 Prozent der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen aus, sie sind damit exponentiell der Gefahr einer Covid-19-Infektion ausgesetzt.“

Unterschrieben wurde die Agenda 2030 neben der Bundesregierung von allen UN-Mitgliedsstaaten. Das Regelwerk verpflichtet sie dazu, bis 2030 die 17 Nachhaltigkeitsziele umzusetzen – und ist damit das größte Versprechen, das sich die Welt gegeben hat, um soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit umzusetzen. „Die Bundesregierung muss deshalb bestehende Programme weiter finanzieren, uns Hilfsorganisationen erlauben, die Mittel flexibel einzusetzen und zusätzliche Mittel für denen Einsatz gegen die Coronavirus-Pandemie zur Verfügung zu stellen“, sagt Maike Röttger. „Wenn wir jetzt nicht sehr schnell Projekte zum Kinderschutz und zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt ins Leben rufen, dann wird die Zukunft von Millionen Mädchen und jungen Frauen zerstört werden.“

Schon jetzt sind die Folgen der Coronavirus-Pandemie verheerend. Die Corona-Krise bringt nicht nur hierzulande Krankheit und Tod, sie hat bereits für massive Ausfälle bei der Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele gesorgt. „Die Armut steigt, und sie wird noch viel dramatischer zunehmen als wir es uns bei der Gestaltung der Agenda 2030 jemals hätten vorstellen können. ,Wir lassen niemanden zurück‘ – dieser wichtige Leitsatz der Nachhaltigkeitsziele darf nicht ein weiteres Opfer des Virus werden.“

]]>
news-1537Thu, 09 Apr 2020 10:39:00 +0000Corona-Krise bedroht die Zukunft von Millionen Mädchen https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/corona-krise-bedroht-die-zukunft-von-millionen-maedchen.html Kinderrechtsorganisation Plan International warnt: Risiko für Kinderehen, frühe Schwangerschaften und sexuelle Gewalt wird steigenDie Covid-19-Pandemie könnte die Zukunft von Millionen von Mädchen auf der Welt zerstören. „Die akuten Auswirkungen dieser Krise sind für alle Kinder fatal – doch vor allem für unzählige Mädchen und junge Frauen in Entwicklungsländern wird die schon greifbare Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zunichtegemacht“, warnt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. Sie sind durch die aktuellen Ausgangsbeschränkungen einem extrem hohen Risiko ausgesetzt, Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt zu werden. Zudem steigt die Gefahr, dass sie noch minderjährig und gegen ihren Willen verheiratet werden, wodurch auch die Zahl der frühen Schwangerschaften steigen wird. „Aus der Ebola-Krise von 2014 wissen wir, dass viele Familien ihre Töchter zu früh verheiratet haben, weil sie finanziell in Not gerieten“, so Maike Röttger. In Sierra Leone beispielsweise stieg die Zahl der Kinderehen in besonders von Ebola betroffenen Gemeinden um 65 Prozent.

Schon vor der Corona-Pandemie hatten viele Mädchen in ärmeren Ländern nur geringe Chancen auf eine Schulbildung. Durch die Schließung von Schulen wird dieses Problem jetzt noch verstärkt. Mädchen müssen im Haushalt arbeiten, die Betreuung ihrer Geschwister übernehmen oder zum Einkommen der Familie beitragen. Selbst wenn Schulen wieder öffnen, werden arme Familien kein Geld mehr haben, um ihre Töchter wieder in den Unterricht zu schicken. Von den weltweit rund 743 Millionen Mädchen, die seit Ausbruch der Pandemie nicht zur Schule gehen können, wird ein großer Teil aus Ländern mit niedrigem Einkommen nicht in den Unterricht zurückkehren – vor allem, wenn es um weiterführende Schulen geht.

Maike Röttger: „Das wäre ein unvorstellbarer Rückschritt für die Gleichberechtigung. Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie müssen deshalb auch auf die besonderen Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet werden. Wir müssen ihre Gesundheit, Sicherheit und ihr Wohlergehen in den Fokus rücken. Es ist sehr wichtig, dass bereits laufende Förderprojekte weiterfinanziert werden. Zudem müssen wir sie jetzt an die Corona-Krise anpassen. Dazu gehört auch, dass Finanzierungsvereinbarungen mit öffentlichen Gebern flexibilisiert und vereinfacht werden.“

Plan International veröffentlicht seit Jahren Berichte zur Situation von Mädchen in Krisenregionen, zum Beispiel in der Tschadsee-Region, in Süd Sudan oder in Beirut. In den „Girls in Crisis“-Reports beklagten Mädchen durchweg, dass sie nicht mehr zur Schule gehen konnten, sondern Aufgaben im Haushalt übernehmen mussten, in dem auf engstem Raum oft das Risiko von Gewalt höher ist. Plan hat deshalb den Schutz von Mädchen in Krisenregionen zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht. So ist ein Teil der Nothilfemaßnahmen speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen ausgerichtet, zum Beispiel psychosoziale Betreuung, die Schaffung sicherer Waschgelegenheiten und Aufklärungsarbeit zu Themen wie häusliche Gewalt oder sexuelle Gesundheit.

Zahlen zu den Auswirkungen von Covid-19 auf Mädchen und Frauen
• 
   Rund 1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche gehen derzeit nicht zur Schule oder zur Universität - darunter fast 743 Millionen Mädchen. Für Mädchen aus Ländern mit niedrigem Einkommen ist die Gefahr, nach der Corona-Krise nicht in Schulen zurückzukehren, deutlich höher als für Jungen.
•    Über 111 Millionen Mädchen leben in Ländern mit besonders niedrigen Einkommen, in denen der Zugang zu Bildung bereits jetzt ein großes Problem ist.
•    Etwa 75 Millionen Kinder lebten schon vor der Corona-Krise in von Krisen und Kriegen betroffenen Gebieten. Das Risiko, dass sie keine Sekundarschule besuchen, ist mehr als doppelt so groß wie bei Jungen.

]]>
news-1533Thu, 02 Apr 2020 10:55:18 +0000Plan warnt vor humanitärer Katastrophe durch Corona-Virus https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/plan-warnt-vor-humanitaerer-katastrophe-durch-corona-virus.html „Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit könnten über Jahre ausradiert werden.“  Entwicklungsländern droht durch Covid-19 eine humanitäre Katastrophe. „Das Virus trifft gerade ungebremst auf arme Länder mit völlig unzureichenden Gesundheitssystemen. Das wird eine hohe Sterberate zur Folge haben, denn nicht nur für ältere Menschen, auch für Kinder mit Vorerkrankungen ist das Virus lebensbedrohlich“, warnt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Kinder werden von den Folgen der Covid-19-Pandemie am schwersten betroffen sein. Wenn die Schulen schließen, fehlt ihnen nicht nur Bildung – viele Kinder erhalten dort ihre einzige Mahlzeit des Tages. Wenn diese wegfällt, wird das fatale Folgen haben, denn viele von ihnen sind jetzt schon mangelernährt und völlig geschwächt.”

Auch häusliche Gewalt und Frühverheiratungen werden durch den Druck auf die Familien zunehmen. „Eltern, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können, weil sie durch Isolierungsmaßnahmen kein Geld mehr verdienen, geraten in Not. Der Druck kann dazu führen, dass Mädchen und Frauen vermehrt von ihren Vätern und Männern misshandelt werden. Erfahrungsgemäß wird zudem ein Ausweg darin gesehen, Töchter früh zu verheiraten, um so die finanzielle Last auf die Familie zu lindern. Vor Ort tätige Hilfsorganisationen müssen die verbleibende Zeit mit den lokalen Regierungen jetzt intensiv nutzen, um Aufklärungskampagnen durchzuführen und sich auf einen Covid-19 Ausbruch vorzubereiten. Dazu gehört auch, Schutzmechanismen für Kinder einzuführen. Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, könnten die Erfolge bereits geleisteter Entwicklungszusammenarbeit über Jahre ausradiert werden”, so Maike Röttger.

Plan International fordert, dass die ärmsten Länder jetzt nicht vergessen werden. Die Regierungen des globalen Nordens müssen trotz eigener Probleme mit dem Virus ausreichend zusätzliche Gelder zur Bekämpfung von Covid-19 zur Verfügung stellen, ohne die es die armen Länder nicht schaffen werden. Maike Röttger: „Deutschland muss seiner globalen Verantwortung gerecht werden und sich am Covid-19 Response Plan der Vereinten Nationen angemessen finanziell beteiligen.”

Die Kinderhilfsorganisation Plan International hat derzeit über seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort noch Zugang zu Projektgebieten. Einschränkungen sind aber absehbar. Deshalb wird die Arbeit mit lokalen Partnern, mit denen Plan seit vielen Jahren professionell und vertrauensvoll vor Ort zusammenarbeitet, jetzt wichtiger denn je. Plan stellt finanzielle Ressourcen für lokale Partner zur Verfügung, um die Projekte vor Ort fortzuführen. Die wichtigsten Bereiche sind der Schutz von Kindern, Maßnahmen zur Hygiene sowie die Versorgung mit Lebensmitteln.

]]>
news-1518Fri, 13 Mar 2020 15:11:00 +0000Altersbegrenzung verstößt gegen Kinderrechtskonventionhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/altersbegrenzung-verstoesst-gegen-kinderrechtskonvention.htmlStatement der Kinderrechtsorganisation Plan International zur europäischen Entscheidung über Aufnahme geflüchteter Kinder

Plan International Deutschland fordert die Bundesregierung auf, auch geflüchtete Kinder über 14 Jahre aus den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger: „Laut UN-Kinderrechtskonvention gelten Mädchen und Jungen bis zum 18. vollendeten Lebensjahr als Kinder. Aus diesem Grund fordern wir eine Erweiterung des Vorhabens für alle Kinder und drängen auf eine zügige Umsetzung. Außerdem müssen bei der Unterbringung dieser Mädchen und Jungen die Mindeststandards zum Schutz geflüchteter Menschen in Flüchtlingsunterkünften eingehalten werden.“

Generell begrüßt Plan International Deutschland die Entscheidung, dass bis zu 1.600 besonders schutzbedürftige Kinder aus Griechenland aufgenommen werden. Dabei handelt es sich meist um Mädchen. 

Allerdings reicht es längst nicht aus, dass die „Koalition der Willigen“ (Deutschland, Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Luxemburg und Kroatien) insgesamt nur 1.600 Kinder aufnehmen wollen. Laut aktuellen Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums leben mehr als 42.500 Migranten auf den Inseln Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios; rund 5.500 von ihnen sind nach Aussage der EU-Kommission unbegleitete Minderjährige. Neun von zehn seien 14 Jahre alt oder älter, hieß es unter Berufung auf griechische Behörden. 

Wir fordern daher alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf, der „Koalition der Willigen“ beizutreten und sofort alle 5.500 minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten aufzunehmen. Außerdem muss die Europäische Union gemeinsam mit Griechenland das Recht auf Asyl umgehend wieder gewähren und faire Asylverfahren ermöglichen. Gewalttätige Übergriffe von griechischen Grenzschützerinnen und Grenzschützer auf Asylsuchende müssen sofort eingestellt werden.

Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger: „Darüber hinaus fordern wir, dass schutzsuchende Kinder, die mit ihren Familien geflohen sind, auch gemeinsam mit diesen aufgenommen werden. Auch das ist in der Kinderrechtskonvention, die Deutschland ratifiziert hat, festgelegt. Jedes Kind hat ein Recht darauf, mit seiner Familie vereint zu sein.

Wie wichtig es ist, dass gerade geflüchtete Mädchen nicht von ihren Familien getrennt werden, erleben wir in unserer täglichen Arbeit. Seit 2016 engagiert sich Plan International Deutschland mit Schutzprogrammen für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutschland. So haben wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend und weiteren Organisationen erarbeitet. Weltweit richtet Plan International in den Flüchtlingsunterkünften sichere Orte für Kinder ein, an denen sie Ruhe, Schutz und Ablenkung finden, um das Erlebte zu verarbeiten.“

]]>
news-1520Tue, 10 Mar 2020 10:18:07 +0000Endspurt beim Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/endspurt-beim-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2020.htmlJournalistenpreis ehrt Reportagen und Features zum Thema Kinderrechte

Am 31. März endet die Bewerbungsfrist für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020. Eingereicht werden können Reportagen und Features, die beispielhaft auf die Lebensumstände von Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern aufmerksam machen. Die unabhängige Jury verleiht darüber hinaus den Peter Scholl-Latour Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten. Der Journalistenpreis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden die Siegerinnen und Sieger auf einer Veranstaltung des Kinderhilfswerks Plan International am 17. September in Berlin.

Ulrich Wickert betont: „Die Aufgabe von Journalisten ist es, aufzuklären. Dazu gehört es auch, Informationen zu liefern, die helfen, die Lage von Kindern in der ganzen Welt besser zu erkennen. So tragen Journalisten mit ihren Beiträgen dazu bei, die öffentliche Wahrnehmung und Umsetzung der Kinderrechte voranzubringen. Sie decken Unrecht auf und liefern wichtige Informationen, die notwendig sind, um die Situation der Mädchen und Jungen zu verbessern. Diesen Mut und Einsatz würdigen wir mit dem Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte."

Teilnahmeberechtigt sind Redakteurinnen und Redakteure aller Ressorts sowie freie Journalistinnen und Journalisten in Deutschland, Österreich und den Partnerländern von Plan International. Sie können Beiträge aus Print- oder Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen einreichen, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2019 veröffentlicht worden sind. Bewerbungen sind bis zum 31. März 2020 auf der Website www.ulrich-wickert-stiftung.de möglich.

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte und Kampagnen von Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Zur unabhängigen Jury gehören Susanne Amann (Der Spiegel), Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Thomas Frankenfeld (Journalist und Autor), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Thomson Foundation), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (RTL Aktuell), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist, Politikberater), Barbara Scherle (ProSiebenSat1), Viola Wallmüller (Funke Women Group), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

]]>
news-1513Wed, 04 Mar 2020 13:15:37 +0000Abschottungspolitik zulasten der Menschenrechtehttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/abschottungspolitik-zulasten-der-menschenrechte.htmlStatement der Kinderrechtsorganisation Plan International zur Situation Geflüchteter an der türkisch-griechischen Grenze

Die Innenminister der Europäischen Union beraten heute über die dramatische Lage von Migrantinnen und Migranten entlang der griechisch-türkischen Grenze. Seitdem die Türkei am Wochenende die Grenzen für offen erklärte, versuchen Tausende nach Europa zu gelangen. Polizei und Militär auf griechischer Seite verhindern es mit Tränengas und Wasserwerfern.

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Die aktuelle Situation für die Geflüchteten an der Grenze der Türkei zu Griechenland ist menschenunwürdig. Die Europäische Union hat sich dazu verpflichtet, bisher erreichte humanitäre Werte zu schützen. Dies funktioniert nicht, indem man restriktive Abschottungspolitik betreibt und die Augen davor verschließt, welche Konsequenzen sie für die Menschen - insbesondere für Kinder - hat. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, Menschenrechte zu verteidigen, statt sie zu beschneiden.“

Etwa die Hälfte der Schutzsuchenden sind Kinder und Jugendliche. Eine mögliche Trennung von den Angehörigen während der Flucht vergrößert ihr Leid, ihre spezifischen Bedürfnisse bleiben dabei unsichtbar. Maike Röttger: „Insbesondere Mädchen und junge Frauen sind in dieser Situation gefährdet, Opfer von Diskriminierung, Missbrauch und Gewalt zu werden. Wir von Plan International fordern die Europäische Union daher auf, den Schutz von Mädchen und Frauen zu einem expliziten Bestandteil ihrer Unterstützung für geflüchtete Menschen zu machen.“

Zudem muss ein europaweites humanitäres Aufnahmeverfahren umgesetzt werden, um die schnelle Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in die Mitgliedsstaaten zu gewährleisten. Die Bundesregierung muss eng mit den Kommunen zusammenarbeiten, damit Aufnahmekapazitäten für Asylsuchende angemessen eingeschätzt und genutzt werden können. Bürokratische Hürden dürfen nicht der Grund dafür sein, dass Menschenrechte missachtet werden.“

]]>
news-1509Thu, 27 Feb 2020 12:14:57 +0000Plan International startet Erlebnisausstellung „Mission 2030“https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/plan-international-startet-erlebnisausstellung-mission-2030.htmlMuseum am Schölerberg will vor allem junge Menschen erreichen

Bühne frei für „Mission 2030“! Im Rahmen einer festlichen Premierenfeier öffnete die Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland in Osnabrück die Pforten für ihre neue Erlebnisausstellung. Das Museum am Schölerberg ist erste Station für die interaktive Schau zu den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Die Mitmachausstellung vermittelt anhand von neun multimedialen Modulen die Bedeutung von ausgeglichenen Lebensverhältnissen, Chancengleichheit sowie einem schonenden Umgang mit Ressourcen für die Zukunft der Welt.

Das Publikum schlüpft bei „Mission 2030“ unter anderem in die Rolle von Delegierten und entscheidet, welche gesellschaftlichen Weichenstellungen für die Zukunft die besten sind. Besucherinnen und Besucher reisen virtuell nach Ägypten, Ghana, Guatemala, Kambodscha, Kolumbien und Timor-Leste sowie in die deutschen Großstädte Berlin und Hamburg. Dort erklären jeweils junge Protagonistinnen und Protagonisten anhand von realen Projektbeispielen die verschiedenen Nachhaltigkeitsziele und ihre Umsetzung.

„Alle UN-Mitgliedsstaaten haben den nachhaltigen Entwicklungszielen zugestimmt – nun müssen wir sie gemeinsam bis 2030 umsetzen“, sagt Dr. Werner Bauch, Vorstandvorsitzender von Plan International Deutschland. „Wir laden Besucherinnen und Besucher ein, sich mit Plan auf eine lehrreiche Weltreise zu begeben. Mit „Mission 2030“ können vor allem junge Menschen die SDGs spielerisch kennenlernen und selbst aktiv werden. Wir leben alle auf einem Globus, den gilt es nachhaltig zu erhalten und gerecht zu gestalten.“

„Ich freue mich, dass diese informative Ausstellung von Plan International Premiere hier in Osnabrück im Museum am Schölerberg feiert. Unsere Stadt hat als eine von elf Pilotkommunen im Projekt ,Global nachhaltige Kommune in Niedersachsen‘ die strategischen Ziele der Stadt für 2030 mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen verknüpft. Damit können wir unser kommunales Handeln zukunftsorientierter ausrichten, um unserer Verantwortung auch für künftige Generationen besser gerecht zu werden“, sagt Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann von der Stadt Osnabrück. 

Die Wanderausstellung ist vom 1. März bis 23. August 2020 im Museum am Schölerberg im niedersächsischen Osnabrück zu sehen. Das Museum hat ein umfangreiches Besuchs- und Begleitprogramm vorbereitet. Es ist als Umweltbildungszentrum anerkannt und hat sich weit über die Region hinaus einen Namen für entwicklungspolitische Themen erarbeitet.

Plan International engagiert sich besonders für sieben der 17 SDGs, die auch in der Ausstellung zu erleben sind, unter anderem hochwertige Bildung, Gesundheit und Geschlechtergleichheit. Die Kinderrechtsorganisation hat am zivilgesellschaftlichen Prozess bei den Vereinten Nationen mitgewirkt, der 2015 zur Verabschiedung der SDGs geführt hat. Zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der Organisation gehört es zudem, über die weltweiten Anstrengungen für mehr Chancengleichheit und eine gerechtere Entwicklung zu informieren.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat zusammen mit Toni Garrn, internationales Model und Botschafterin des BMZ für die Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5), die Schirmherrschaft für „Mission 2030“ übernommen.

]]>
news-1489Mon, 13 Jan 2020 10:43:56 +0000Safer Cities Map: Was erleben Mädchen und Frauen im Alltag?https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/safer-cities-map-was-erleben-maedchen-und-frauen-im-alltag.htmlPlan International untersucht Sicherheitslage in vier deutschen Großstädten

Fühlen sich Mädchen und junge Frauen in ihrer Stadt sicher? Haben sie bereits Erfahrungen mit sexueller Belästigung, Diskriminierung oder Gewalt gemacht? Um das herauszufinden, startet die Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland zusammen mit der Agentur Ubilabs die „Safer Cities Map“. Acht Wochen lang - vom 13. Januar bis 13. März 2020 - werden auf einer interaktiven Karte Erfahrungen von Mädchen und Frauen gesammelt, die sie in ihrer Stadt gemacht haben - zunächst exemplarisch in den vier deutschen Großstädten Hamburg, Berlin, Köln und München.

Auf der Seite www.plan.de/safer-cities-map können sie Orte als sicher oder unsicher markieren. Das können aufdringliche Kommentare oder Blicke in der Bahn sein, schlecht beleuchtete Straßen auf dem Heimweg oder einfach ein ungutes Gefühl beim Joggen im Park. Die Daten werden im Anschluss ausgewertet und Mitte Juni 2020 in einem Bericht veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sich Mädchen und Frauen frei und sicher bewegen können und mit welchen Gefahren sie im Großstadtleben zu kämpfen haben. Sie bilden gleichzeitig die Grundlage, um positive Veränderungen in den Städten anzustoßen - zum Beispiel mit Hilfe wichtiger Entscheidungsträger*innen in Stadtplanung, Architektur oder öffentlichem Nahverkehr. 

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Jedes Mädchen und jede Frau hat das Recht, sich in ihrer Stadt frei, sicher und ohne Angst bewegen zu können. Doch die Realität sieht leider anders aus. Tag für Tag erfahren Mädchen und junge Frauen auf der ganzen Welt sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Gewalt: auf dem Weg zur Schule, in der Bahn, beim Einkaufen oder auf dem Spaziergang im Park. Die Safer Cities Map soll dafür sorgen, dass ihre Stimmen gehört und die Probleme sichtbar werden.“

Eine frühere Befragung von Plan International in den Metropolen Delhi, Sydney, Kampala, Lima und Madrid hat bereits gezeigt, dass sich ein großer Teil der Mädchen und jungen Frauen in der Stadt nicht sicher fühlt. Von insgesamt über 21.000 Orts-Markierungen waren fast 80 Prozent negativ. Um den Lebensraum Großstadt für Mädchen und Frauen sicherer zu machen, hat Plan International 2014 gemeinsam mit UN-Habitat das „Urban Programme – Safer Cities for Girls“ ins Leben gerufen. Aktuell wird das Programm in 12 Ländern durchgeführt, unter anderem in Ägypten, Indien, Peru, Vietnam, Australien und Spanien.

]]>
news-1478Thu, 12 Dec 2019 12:47:52 +0000Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2020 - jetzt bewerben! https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2020-jetzt-bewerben.htmlJournalistenpreis prämiert Medienbeiträge über die Situation von Kindern weltweit!

Kinder werden in vielen Ländern ihrer Rechte beraubt. Ulrich Wickert will dies mit dem Journalistenpreis seiner Stiftung ändern. Der Buchautor vergibt mit seiner Stiftung auch 2019 wieder einen Journalistenpreis. Der mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte zeichnet Reportagen und Features aus, die beispielhaft auf die Situation von Kindern in Entwicklungsländern (Preis Deutschland/Österreich) aufmerksam machen. Im Rahmen des Preises wird auch der Peter Scholl-Latour Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten verliehen. Ausgezeichnet werden die Siegerinnen und Sieger auf einer Veranstaltung des Kinderhilfswerks

Plan International im Herbst nächsten Jahres. Ulrich Wickert sagt: „Weil Kinder besonderen Schutz und Förderung brauchen, gelten für sie seit 30 Jahren eigene Rechte. Doch noch immer werden in vielen Ländern Mädchen und Jungen misshandelt oder ausgebeutet. Darum ist es wichtig, dass Journalisten über Verletzungen der Kinderrechte berichten und Unrecht sichtbar machen. Der Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte will Journalisten ermutigen, sich für die Einhaltung der Kinderrechte einzusetzen.“

Eingereicht werden können Medienbeiträge in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2019 in Print- oder Onlinemedien, Radio oder TV veröffentlicht worden sind, unter www.ulrich-wickert-stiftung.de. Über die Preisvergabe entscheidet eine hochkarätig besetzte Jury. Ulrich Wickert unterstützt die Projekte und Kampagnen von Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird zu Ehren des Verstorbenen und seines Engagements für die Kinderrechtsorganisation vergeben.

]]>
news-1471Thu, 05 Dec 2019 12:45:00 +0000Viel mehr als Charity: Ehrenamt bei Plan Internationalhttps://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/viel-mehr-als-charity-ehrenamt-bei-plan-international.htmlGemeinsam mehr erreichen durch Engagement für Kinderhilfsorganisation

Fast 16 Millionen Ehrenamtliche sind in Deutschland aktiv. Auch die Kinderhilfsorganisation Plan International kann auf die breite und bundesweite Unterstützung von Freiwilligen zählen: Mehr als 1.000 Ehrenamtliche sind in den rund 100 lokalen Aktionsgruppen im Einsatz, um die Arbeit von Plan International zu unterstützen.

„Unser Dank gilt dem großartigen Einsatz unserer Ehrenamtlichen, sie haben in ganz besonderem Maße zu unserem Erfolg beigetragen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Es ist sehr beeindruckend, was die einzelnen Gruppen auf die Beine stellen und welche Hebel sie in ihren Heimatstädten in Bewegung setzen, um die Arbeit von Plan International zu unterstützen und noch bekannter zu machen. So sind auf Initiative unserer Aktionsgruppen in den vergangenen 25 Jahren mehr als drei Millionen Euro für Plan-Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammengekommen.“ 

Die Aktionsgruppen veranstalten in ihren Städten und Gemeinden Benefizkonzerte, organisieren Kinderfeste, Spendenläufe und Flohmärkte, knüpfen Kontakte zu lokalen Politikern und Medien und kooperieren mit Schulen und Unternehmen. Zusätzlich informieren sie über die Arbeit von Plan und gewinnen auf diese Weise neue Patinnen und Paten.  

„Sich für Plan International zu engagieren, bedeutet, über den eigenen Tellerrand zu gucken“, sagt Antje Arold-Hahn von der Plan-Aktionsgruppe Frankfurt und Kuratoriumsmitglied bei Plan International Deutschland. „Der überwiegende Teil der Weltbevölkerung lebt unter sehr viel schlechteren Bedingungen, das sollten wir immer im Auge behalten. Unser Einsatz geht aber weit über karitative Hilfe hinaus.“ Plan-Patin Antje-Arold Hahn gründete 1993 in Frankfurt die erste Aktionsgruppe und hat im Rahmen ihres Engagements für Plan viele neue Freundschaften geschlossen: „In unseren Aktionsgruppen kann sich jeder einbringen, auch wenn neben Beruf und Familie nur begrenzt Zeit bleibt. Die Vielfalt der Kenntnisse und Interessen innerhalb der Gruppen erlaubt ein Engagement auf breiter Basis.“

Nachwuchs ist bei den Plan-Aktionsgruppen herzlich willkommen: Für alle, die sich einer der lokalen Gruppen in den rund hundert Städten in Deutschland anschließen – oder eine neue gründen möchten – finden sich sinnvolle Aufgaben. Dem Alter sind keine Grenzen gesetzt. Darüber hinaus ist es auch möglich, ehrenamtlich für Plan zu übersetzen. Rund 1.000 Freiwillige sind als Übersetzerinnen und Übersetzer der Patenpost im Einsatz.

Auch Interesse an entwicklungspolitischen Themen und die Perspektive junger Menschen sind bei Plan International gefragt: Im Plan-Jugendbeirat engagieren sich 20 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren aus ganz Deutschland für die Gleichberechtigung und politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen weltweit.

]]>