Plan International Deutschland e.V. http://www.plan.de Plan Deutschland de-DE Plan International Deutschland e.V. Tue, 25 Sep 2018 19:47:20 +0000 Tue, 25 Sep 2018 19:47:20 +0000 www.plan.de news-889 Fri, 31 Aug 2018 09:09:11 +0000 Krisenregion Tschadsee: Mädchen leiden unter Gewalt, Frühverheiratung und sexuellen Übergriffen https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/krisenregion-tschadsee-maedchen-leiden-unter-gewalt-fruehverheiratung-und-sexuellen-uebergriffen.html Neuer Plan-Report zu heranwachsenden Mädchen in Nigeria, Niger und Kamerun Die andauernde Krise in der Tschadsee-Region hat massive Folgen für heranwachsende Mädchen. Seit jeher sind sie von Armut und Diskriminierung betroffen. Wie sie selbst in einer Befragung angeben, hat die langjährige, von multiplen Ursachen geprägte Krise ihr Leben noch drastisch verschlechtert. Angst vor Überfällen und Entführungen durch Aufständische, sexueller und physischer Gewalt in den Straßen, aber auch im häuslichen Umfeld, bestimmen ihren Alltag. Jedes fünfte Mädchen zwischen zehn und 19 Jahren gab in einer Befragung an, im vergangenen Monat geschlagen worden zu sein. Nahezu alle Mädchen berichteten, keinerlei Einfluss auf ihr Leben zu haben. Hinzu kommt die Angst, keinen Zugang zu Bildung zu haben. „Viele Mädchen hier brechen die Schule ab, weil sie verheiratet, schwanger oder vergewaltigt werden“ berichtet ein 18-jähriges Mädchen aus Kamerun in dem Report „Heranwachsende Mädchen in der Krise: Stimmen aus der Tschadsee-Region“ der Kinderhilfsorganisation Plan International.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Mädchen, die am stärksten von der Krise betroffenen sind, durch alle Netze fallen“, sagt Hussaini Abdu, Länderdirektor von Plan Nigeria. „Sie haben ein Recht darauf, über ihr Leben zu entscheiden. Zum Beispiel ob, wann und mit wem sie Kinder haben möchten. Genauso wesentlich für ihre Zukunft ist es, dass sie zur Schule gehen können.“ Der Zugang zu Bildung beeinflusst maßgeblich, ob ein Mädchen frühverheiratet wird oder nicht: Die Gefahr, minderjährig verheiratet zu werden, ist in der Region bis zu viermal so hoch, wenn sie keinen Schulabschluss haben. Die Folge sind Frühschwangerschaften mit hohen gesundheitlichen Risiken: Die Tschadsee-Region hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit.

Plan International Deutschland fordert daher von der deutschen Bundesregierung, Bildung als lebensrettende Maßnahme in der humanitären Hilfe anzuerkennen und finanzielle Mittel dafür bereitzustellen. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland:
„Bildung leistet einen wesentlichen Beitrag, Mädchen vor gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu schützen. Gebildete Mädchen kennen ihre Rechte und haben eine größere Chance, sich im Leben durchzusetzen. In Niger werden drei von vier Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Die Chance, diesem Schicksal zu entgehen, steigt mit jedem Schuljahr, das sie absolvieren.“

Plan International hat ein länderübergreifendes Programm in Niger, Nigeria und Kamerun, das vor allem Kinder und Jugendliche sowie von Gewalt betroffene junge Frauen im Fokus hat. Sie bekommen psychosoziale Betreuung sowie Unterstützung, um sich ein Einkommen zu schaffen. Da Schulen bevorzugte Ziele von Terrorakten sind, führt Plan auch das Pilotprojekt „mobile Schulen“ durch, bei dem Lehrkräfte in entlegene Dörfer fahren, um dort Kinder zu unterrichten, deren Schulen zerstört wurden oder deren Schulwege zu gefährlich sind. So soll verhindert werden, dass Mädchen und Jungen über Jahre Bildung verloren geht.

In dem Report „Adolescent Girls in Crisis: Voices from the Lake Chad Basin“ werden heranwachsende Mädchen in Nigeria, Niger und Kamerun zu ihrer persönlichen Sicht auf die Krise befragt. Der Report erscheint parallel zur internationalen Konferenz zur Tschadsee-Region am 3.-4. September in Berlin.

Den Report sowie Fotos zum Download und weiteres Material finden Sie online in unserem Pressebereich unter: www.plan.de/presse

Ein Interview mit Hussaini Abdu, Länderdirektor von Plan Nigeria, in Berlin ist möglich.

Ergebnisse aus dem Report:

•    Jedes dritte befragte Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren fühlt sich im häuslichen Umfeld nicht sicher.
•    Laut Aussage der Mädchen sind sie seit der Krise einem noch größeren Risiko ausgesetzt, vor ihrem 18. Geburtstag zwangsverheiratet zu werden. Über die Hälfte der verheirateten Mädchen in der Region ist bei der Hochzeit zwischen 14 und 15 Jahre alt.
•    Mehr als die Hälfte der Mädchen gab zudem an, in letzter Zeit hungrig ins Bett gegangen zu sein, weil es nicht genügend Lebensmittel gibt.
•    Besonders kritisch ist die Situation für Mädchen, die von ihren Familien getrennt wurden: Um ihr Überleben zu sichern, arbeiten sie oft als Hausangestellte in sklavenähnlichen Verhältnissen. Viele von ihnen berichten, von ihren Arbeitgebern sexuell missbraucht oder vergewaltigt worden zu sein.
•    Fast ein Zehntel der Mädchen gab an, kürzlich sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.
•    Der Report zeigt nicht nur auf, wo die Probleme liegen, er gibt den Mädchen auch eine Stimme, um ihre Träume und Bedürfnisse zu beschreiben. So wünscht sich ein Großteil von ihnen Berufstrainings, um die Familie finanziell unterstützen zu können. Gleichzeitig war den meisten Mädchen der Besuch einer Schule sehr wichtig.

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news-886 Mon, 06 Aug 2018 11:56:31 +0000 Erbeben auf Lombok: „Kinder und Familien brauchen dringend ein Dach über dem Kopf“ https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/erbeben-auf-lombok-kinder-und-familien-brauchen-dringend-ein-dach-ueber-dem-kopf.html Hilfsorganisation Plan International startet Nothilfe Nur eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf Lombok, bei dem mehrere Menschen starben, wurde die indonesische Insel gestern von einem weiteren schweren Beben erschüttert. Das Hauptbeben erreichte die Stufe 7 auf der Richterskala, gefolgt von über 130 Nachbeben, die bis in die Morgenstunden anhielten. Die Zahl der Todesopfer liegt bereits jetzt bei über 90 und steigt stündlich an. Tausende Gebäude wurden zerstört, die Straßen sind zum Teil unbefahrbar, was die Verteilung von Hilfsgütern erschwert. Die Situation für die Menschen dort ist mehr als kritisch: viele von ihnen flohen in Panik aus ihren Häusern. In einigen Gegenden ist der Strom ausgefallen.

Dini Widiastuti von Plan International Indonesien: „Die betroffenen Familien und vor allem die Kinder brauchen jetzt schnell ein Dach über dem Kopf. Sie müssen Decken und Planen erhalten, um nachts geschützt schlafen zu können. Im Moment nächtigen viele unter freiem Himmel - manche schon seit dem ersten Erdbeben vor einer Woche. Bei Kindern führt das schnell zu Atemwegserkrankungen. Außerdem sind sie traumatisiert von den anhaltenden Beben.“

Plan International ist seit 1969 in Indonesien tätig und hat mit der Nothilfe in der betroffenen Region begonnen. Expertenteams sind derzeit unterwegs, um das Ausmaß der Schäden und der notwendigen Hilfsmaßnahmen einzuschätzen. Es werden 500 Nothilfe-Sets verteilt, die unter anderem 1000 Planen und Seile, 1000 Schlafmatten und 2000 Decken enthalten. Weil das Gelände nur schwer zugänglich ist, findet die Verteilung der Güter größtenteils aus der Luft statt. Durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und den Bau von Toiletten soll die hygienische Situation verbessert werden, um Krankheiten vorzubeugen.

Ein weiterer Schwerpunkt von Plans Arbeit liegt auf dem Kinderschutz: Durch familienfreundliche Unterkünfte, psychosoziale Beratung und die Verteilung von Schulmaterial will Plan dafür sorgen, dass sie das Trauma überwinden können und in dieser schwierigen Situation wieder ein Stück Normalität erfahren.

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news-884 Fri, 03 Aug 2018 07:21:55 +0000 Hunderttausenden Kindern in Äthiopien droht der Hungertod https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/hunderttausenden-kindern-in-aethiopien-droht-der-hungertod.html Hilfsorganisation Plan International fordert schnelles Handeln In den Flüchtlingscamps im Süden Äthiopiens sind eine halbe Million Kinder akut von Hunger und Krankheiten bedroht. Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Die Hilfsorganisation Plan International warnt: Wenn wir nicht schnell handeln, steht das Leben hunderttausender Kinder auf dem Spiel. „Es gibt nicht genügend Essen, kein sauberes Wasser, keine Medikamente und zu wenig Toiletten. Außerdem fehlt es an Kleidung, Decken oder Matratzen, sodass die Kinder nachts auf dem verdreckten Boden schlafen müssen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Auslöser ist ein bewaffneter Konflikt zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen, der im Frühjahr eskalierte. Seit April strömten fast eine Million Menschen in die völlig überfüllten Flüchtlingscamps in den Bundesstaaten Gedeo und West-Guji, die außerhalb der Konfliktzonen im Süden des Landes liegen. Besonders schlimm ist die Situation für die etwa 500.000 Kinder, die knapp die Hälfte der Geflüchteten ausmachen. Jeden Tag müssen hunderte von ihnen wegen schwerer Unterernährung oder Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung behandelt werden. Am meisten gefährdet sind Babys und Kleinkinder unter fünf Jahren. „Viele von ihnen befinden sich in einem sehr kritischen Zustand“, sagt Maike Röttger. Aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen breiten sich Krankheiten rasend schnell aus. Die meisten Kinder können jedoch nicht behandelt werden, weil es keine Medikamente gibt. Gleichzeitig fehlen Nahrungsergänzungsmittel, um akute Unterernährung zu bekämpfen.

Plan International ruft die internationale Staatengemeinschaft deshalb auf, umgehend Hilfe zu leisten und dringend benötigte Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Geschäftsführerin Maike Röttger: „Wenn wir jetzt nicht schnell reagieren, steht das Leben hunderttausender Kinder auf dem Spiel.“

Dramatisch ist die Situation auch für schwangere Frauen und Mütter. Weil es nicht genügend Lebensmittel gibt, haben sie keine Milch, um ihre Kinder zu stillen. Eine junge Mutter, die vor zwei Monaten mit ihrer Familie aus ihrem Dorf fliehen musste, berichtet: „Alles, was wir zu essen haben, ist etwas getrockneter Mais. Ich habe erlebt, wie Kinder vor meinen Augen verhungert sind. Ich habe große Angst davor, dass ich mein Baby nicht ernähren kann.“

Plan International leistet in den Flüchtlingscamps in Äthiopien Nothilfe und versorgt die Menschen dort mit Lebensmitteln, Medikamenten, medizinischem Equipment und Hygiene-Sets. Außerdem richtet Plan spezielle Schutz-Zonen für Kinder ein und unterstützt den Bau von geschlechtergetrennten Toiletten. Für die Hilfskräfte werden Gesundheits-, Hygiene- und Ernährungs-Schulungen durchgeführt, um die medizinische Situation zu verbessern.

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news-867 Tue, 19 Jun 2018 07:37:01 +0000 Jury nominiert Journalisten für Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/jury-nominiert-journalisten-fuer-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2018.html Kinderhilfsorganisation Plan International lädt zur Preisverleihung am 27. September Die diesjährigen Finalisten des Journalistenpreises der Ulrich Wickert Stiftung stehen fest. Für den Preis Deutschland/Österreich nominierte die Jury drei Journalistinnen, die beeindruckende Reportagen über Kinder in Entwicklungsländern eingereicht haben. Darüber hinaus können vier Journalisten auf den Peter Scholl-Latour Preis hoffen, der für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben wird. Anuradha Nagaraj, Korrespondentin der Thomson Reuters Foundation in Indien, steht bereits als internationale Preisträgerin fest. Der Sonderpreis für die Medienarbeit von Jugendlichen geht an das Radioprogramm „Rincón Juvenil“ (Jugendecke) in Bolivien. Ulrich Wickert wird alle Finalisten am 27. September 2018 in Berlin begrüßen, wo die Siegerinnen und Sieger auf einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben werden.

Im Rahmen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2018 sind nominiert
für den Preis Deutschland / Österreich:
•    Stefanie Appel: „Fatema, das Surfergirl von Cox's Bazar“, KiKA
•    Sabine Bohland: „Die Perlenmädchen von Kenia“, ARD Weltspiegel
•    Margarete Blümel: „Sie behandeln uns wie Dreck! Straßenkinder in Indien“, SWR2 Tandem

für den Peter Scholl-Latour Preis:
•    Raphael Geiger: „Unter Ruinen das Leben“, Stern
•    Claas Relotius: „Löwenjungen“, Der Spiegel
•    Fritz Schaap: „Es war einmal eine Nation“, Der Spiegel
•    Patrick Witte: „Sun Ladies - Nie wieder Opfer“, NEON

Für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 wurden 95 Medienbeiträge aus 20 Ländern eingereicht. Zur unabhängigen Jury des Journalistenpreises gehören Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Alice Bota (Die Zeit), Marko Brockmann (RadiJojo), Karen Heumann (thjnk), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Thomson Foundation), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (RTL aktuell), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist, Politikberater), Paul-Josef Raue (Redaktionsberater und Autor), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte des Kinderhilfswerks Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird in Ehren an das besondere Engagement des Verstorbenen vergeben.

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news-854 Tue, 05 Jun 2018 07:09:56 +0000 G7 Gipfel: Mädchen in Krisenregionen stärken https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/g7-gipfel-maedchen-in-krisenregionen-staerken.html Plan International fordert: Staaten müssen sich mehr für die Bildung von Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzen. 62 Millionen Kinder auf der Welt gehen in Folge von langanhaltenden Konflikten oder Krisen nicht zur Schule. Für Mädchen ist das Risiko ohne Bildung aufzuwachsen sogar 2,5 Mal höher, wenn sie in solchen Kontexten leben. Plan International fordert die Staats- und Regierungschefs der G7 deshalb auf, sich mit einer Deklaration für die Stärkung von Mädchen in Not- und Krisensituationen einzusetzen – durch politische und finanzielle Verpflichtungen. Der G7-Gipfel am 8. und 9. Juni in Kanada steht in diesem Jahr im Zeichen der Gleichberechtigung und Stärkung von Mädchen und Frauen. Ein zentraler Aspekt ist das Thema Bildung, denn Mädchen haben in vielen Ländern noch immer keinen Zugang dazu. Besonders drastisch ist die Situation in Krisenregionen.

„Die G7-Staaten haben jetzt die Chance, den globalen Blick auf ein weitgehend vernachlässigtes Thema zu lenken: Mädchen in Krisensituationen. Die verheerende Kombination aus alters- und geschlechterspezifischer Diskriminierung, langanhaltenden Krisen und knappen finanziellen Ressourcen erfordert dringend klare politische und finanzielle Zusagen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Bildungsprogramme in Krisenregionen sind meist auf Kurzfristigkeit angelegt, chronisch unterfinanziert und in Zeiten von Krisen und Konflikten meist die ersten, die ausgesetzt, und die letzten, die wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Jahren sind weniger als zwei Prozent der weltweiten finanziellen Mittel für humanitäre Hilfe in Bildungsinitiativen geflossen. „Eine ausreichende Finanzierung ist jedoch entscheidend, um das Menschenrecht auf Bildung auch für Mädchen zu verwirklichen“, betont Maike Röttger. Mit der Deklaration muss sich die G7 verpflichten, innerhalb der nächsten drei Jahre zusätzliche 1,3 Milliarden US-Dollar für internationale Bildungsprogramme bereitzustellen, einschließlich der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) und des Fonds‘ Education Cannot Wait (ECW). Der Fokus muss dabei auf Mädchen in Krisenregionen liegen.

Humanitäre Krisen werden zunehmend komplexer und dauern immer länger an. Betroffene Familien sind im Schnitt 26 Jahre lang auf der Flucht – als Flüchtlinge im Ausland oder als Binnenvertriebene im eigenen Land. Für Mädchen sind die Folgen verheerend. Mangelnder Zugang zu Bildung macht sie in derartigen Situationen noch verletzlicher für gravierende Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsverheiratung, ungewollte frühe Schwangerschaft, sexualisierte und andere Formen von Gewalt, Zwangsprostitution und Menschenhandel.

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news-851 Tue, 29 May 2018 11:18:30 +0000 Jedes vierte Mädchen in Südsudan denkt an Selbstmord https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/jedes-vierte-maedchen-in-suedsudan-denkt-an-selbstmord.html Hamburg, 29. Mai 2018 - Neue Plan-Studie zur Situation von Mädchen im Bürgerkriegsland Südsudan Vier Millionen Menschen sind in Südsudan auf der Flucht, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Zwei Millionen Mädchen und Frauen droht offiziellen Schätzungen zufolge sexualisierte Gewalt. Massiv betroffen von Hunger, Traumatisierung und Gewalt sind vor allem Mädchen - wie die neue Studie „Heranwachsende Mädchen in  Krisenregionen: Stimmen aus Südsudan“ von Plan International zeigt. 26 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen zwischen zehn und 19 Jahren gaben an, im letzten Jahr an Selbstmord gedacht zu haben. Jedes dritte Mädchen sagte, aufgrund der eskalierenden Gewalt schon einmal körperlich verwundet worden zu sein und 13 Prozent der Befragten hatten eine Entführung überlebt. Krieg und Bürgerkrieg haben in Südsudan - einst Hoffnungsträger und jüngster Staat der Welt - viele Familien auseinandergerissen.

Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland: „Das Ausmaß an Leid, das bei dieser Studie zutage kam, ist alarmierend. Die humanitäre Hilfe in Südsudan muss besser auf die Bedürfnisse von heranwachsenden Mädchen zugeschnitten werden, sonst sind sie Gewalt und Traumatisierung schutzlos ausgeliefert. Mädchen müssen auch in Krisenregionen sicher zur Schule gehen können und davor geschützt werden, dass ihre Eltern sie aus Not zur Einkommensquelle machen.“

Um einer drohenden Zwangsverheiratung gegen Brautgeld zu entgehen und um ihre Familie finanziell zu entlasten, gaben Mädchen an, über ihre körperlichen Grenzen hinweg zu arbeiten, beispielsweise indem sie Feuerholz sammelten und verkauften. Angst vor Frühverheiratung und Gewalt - bis hin zu Todesängsten - waren dabei die größten Sorgen der interviewten Mädchen. 76 Prozent gaben außerdem an, häufig hungrig ins Bett zu gehen. Ebenso berichteten sie, dass ihre Familien kein Geld hätten, um ihnen Menstruationsprodukte wie Binden zu kaufen.

Die Bildungsrate in Südsudan ist eine der niedrigsten der Welt. Nur 16 Prozent der Mädchen über 15 Jahren können lesen und schreiben. Die Plan-Studie „Adolescent Girls in Crisis: Voices from South Sudan“ wurde 2017 an fünf Orten in Südsudan durchgeführt. Insgesamt 249 Mädchen und junge Frauen wurden befragt sowie 28 Diskussionsrunden mit jeweils etwa zehn Teilnehmerinnen aus der Fokusgruppe organisiert. In 32 Interviews kamen zudem Gemeindeoberhäupter und andere Vertreter der Zivilgesellschaft zu Wort.

Fotos und Case Studies zum Download finden Sie in unserem Pressebereich.

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news-850 Thu, 24 May 2018 09:09:00 +0000 Menstruation nimmt Mädchen die Chance auf Bildung https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/menstruation-nimmt-maedchen-die-chance-auf-bildung.html Studie zeigt: Armut, schlechte Hygienebedingungen und Stigmatisierung führen dazu, dass Mädchen aufgrund ihrer Periode die Schule abbrechen müssen. Für Milliarden von Mädchen und Frauen auf der Welt ist die Menstruation Teil ihres Alltags. Trotzdem ist das Thema noch immer stark tabuisiert und schließt sie aus vielen Bereichen des Lebens aus. Eine neue Studie von Plan International zeigt, wie gravierend die Auswirkungen vor allem für junge Mädchen in Entwicklungsländern sind. In Indien brechen 20 Prozent der Mädchen die Schule ab, sobald sie ihre Periode haben. In Malawi verpassen 70 Prozent von ihnen jeden Monat bis zu drei Tage Unterricht, weil es an den Schulen keine Möglichkeit gibt, sich zu waschen, die Binde zu wechseln oder sie sich keine Hygieneartikel leisten können. Aufgrund der Fehlzeiten müssen viele von ihnen die Schule verlassen. 

„Die Folgen für die Mädchen sind dramatisch und wirken sich auf ihr gesamtes Leben aus: Sie machen keinen Schulabschluss, haben kein eigenes Einkommen und laufen Gefahr, bereits im Kindesalter verheiratet zu werden“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. In Uganda schließen laut einer Statistik der Regierung nur etwa 57 Prozent aller Mädchen die Schule ab. „Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Menstruation und die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind.“

Die weibliche Menstruation ist in vielen Kulturen negativ behaftet und wird oft von Schweigen, Ausgrenzung und Scham begleitet. In Nepal beispielsweise werden Frauen, die ihre Periode haben, aus dem Haus verbannt und dürfen in dieser Zeit keine anderen Menschen und kein Wasser berühren. Zwar ist dieser Brauch seit einigen Jahren offiziell verboten, in Teilen des Landes wird er jedoch noch immer praktiziert. In vielen Ländern können Mädchen mit niemandem über ihre Periode sprechen, weil sie sich zu sehr schämen. Dieses Schweigen hat meist eine große Unwissenheit zur Folge. Fast die Hälfte aller Mädchen im Iran glaubt, dass Menstruation eine Krankheit ist. Und in Malawi wussten acht von zehn Mädchen bei ihrer ersten Periode nicht, was mit ihrem Körper passiert.

Das Tabu ist nicht nur in Entwicklungsländern verbreitet – auch in Europa ist die Monatsblutung häufig mit peinlichem Schweigen und Scham verbunden. Der 28. Mai wurde deshalb zum „Internationalen Tag der Menstruationshygiene“ erklärt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. In Großbritannien ist es laut der Studie knapp der Hälfte der Mädchen peinlich, wenn sie ihre Periode haben. Jede zehnte junge Frau dort kann sich keine Hygieneartikel leisten – auch weil Tampons und Binden in vielen Ländern so hoch besteuert werden wie Luxusartikel. Viele Mädchen, vor allem in einkommensschwachen Ländern oder in Krisen- und Konfliktregionen, behelfen sich während der Menstruation mit alten Lappen, Blättern oder anderen Notlösungen. Das Risiko von Infektionen ist dadurch sehr hoch, besonders in Gebieten, in denen es kein sauberes Wasser gibt.

„Die Probleme, mit denen Mädchen und Frauen durch ihre Periode zu kämpfen haben, sind bisher noch viel zu wenig beachtet worden – dabei schließen sie sie vom gesellschaftlichen Leben aus und nehmen ihnen die Chance darauf, später ein selbstbestimmtes Leben und unabhängiges Leben zu führen“, betont Maike Röttger. „Wir müssen dafür sorgen, dass Mädchen sich für ihre Periode nicht mehr schämen müssen und die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit sie weiterhin zur Schule gehen können.“ Dazu gehören zum Beispiel der Bau von getrennten Toiletten und Waschmöglichkeiten sowie das Verteilen von Hygieneartikeln. In gesundheitlichen Schulungen lernen die Mädchen – und auch die Jungen – wie der weibliche Zyklus funktioniert und wie sie sich vor Infektionen schützen können. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern hat Plan in Uganda zudem ein Projekt initiiert, bei dem Mädchen auswaschbare Binden selbst herstellen können. In dem ostafrikanischen Land kostet ein Paket Monatsbinden im Schnitt zwei US Dollar – das ist mehr, als die meisten Menschen dort am Tag verdienen.

In dem ostafrikanischen Land kostet ein Paket Monatsbinden im Schnitt zwei US Dollar – das ist mehr, als die meisten Menschen dort am Tag verdienen. Das von Plan geförderte Projekt kann auch durch den Erwerb von Clutches im Plan Shop unterstützt werden.

Die Studie und Fotos zum Download finden Sie in unserem Pressebereich unter www.plan.de/presse

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news-849 Tue, 22 May 2018 12:23:49 +0000 Safe Schools Declaration - Deutschland macht wichtigen Schritt zum weltweiten Schutz von Schulen in Konflikten https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/safe-schools-declaration-deutschland-macht-wichtigen-schritt-zum-weltweiten-schutz-von-schulen-in.html Deutsches Komitee für UNICEF, Kindernothilfe, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland e.V., terre des hommes und World Vision Deutschland begrüßen die heutige Bekanntgabe der Bundesregierung, die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten (Safe Schools Declaration) zu unterzeichnen. Plan International Deutschland begrüßt gemeinsam mit dem Deutschen Komitee für UNICEF, Kindernothilfe, Save the Children Deutschland e.V., terre des hommes undWorld Vision Deutschland die von der Bundesregierung angekündigte Unterzeichnung der Safe Schools Declaration. Die Safe Schools Declaration ist eine rechtlich nicht bindende politische Erklärung, die im Zusammenhang mit dem geltenden Völkerrecht als Richtlinie für verantwortliches militärisches Handeln gilt.

Mit der Unterzeichnung folgt Deutschland dem guten Beispiel 74 anderer Staaten, die eigene Verpflichtung zum Schutz humanitärer und menschenrechtlicher Standards weltweit zu unterstreichen. So leistet das Land einen wesentlichen Beitrag zum besseren Schutz von SchülerInnen und LehrerInnen in bewaffneten Konflikten.

Die Unterstützung der deutschen Bundesregierung kommt nicht nur passend zum dritten Jahrestag nach Verabschiedung der Safe Schools Declaration im Mai 2015. Angesichts zunehmender Angriffe auf Schulen und Universitäten in Konfliktregionen setzt sie auch ein wichtiges und dringend notwendiges Zeichen für den Schutz von Bildungseinrichtungen. Denn Bildung ist nicht nur essentiell für jedes Kind und die Entwicklung eines Landes nach dem Ende eines Konfliktes. Schulen dienen auch während Konflikten als Schutzräume und sichere Orte für Kinder – oft die Einzigen.

Das Ausmaß an Angriffen auf Bildungseinrichtungen ist erschreckend hoch: Der aktuell veröffentlichte Bericht „Education Under Attack 2018“ dokumentiert zwischen 2013 und 2017 mehr als 12.700 Angriffe auf Bildungseinrichtungen, bei denen mehr als 21.000 Lernende und Lehrende verletzt oder getötet wurden. Mehr als 1.000 Angriffe (gezielt oder als „Kollateralschaden“) auf Schulen wurden jeweils in der Demokratischen Republik Kongo (alleine 639 hiervon in der Kasai Region in den Jahren 2016/2017), in Israel und den Palästinensischen Gebieten, in Nigeria und im Jemen dokumentiert. Von zwischen 500 und 999 Angriffen auf Schulen wurde sowohl in Afghanistan als auch im Südsudan, in Syrien und in der Ukraine berichtet.

Die Unterzeichnung der Safe Schools Declaration ist daher ein wichtiger Schritt. Um zu vermeiden, dass während Krisen und Konflikten eine verlorene Generation heranwächst und langfristig inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) tatsächlich zu ermöglichen, müssen jedoch noch zahlreiche weitere Schritte folgen – unter anderem für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten sowie für den Zugang zu Bildung in Krisen und Konflikten.

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news-845 Tue, 15 May 2018 10:51:04 +0000 Neue App soll Kinderheirat in Bangladesch bekämpfen https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/neue-app-soll-kinderheirat-in-bangladesch-bekaempfen.html Hamburg, 15. Mai 2018 - Mit ihrem Handy können Standesbeamte künftig das Alter von Braut und Bräutigam überprüfen. In sechs Monaten wurden so bereits 3750 Kinderehen verhindert. Mehr als die Hälfte der Mädchen in Bangladesch wird vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. In vielen Fällen sind sie sogar jünger als 15 Jahre – obwohl Kinderehen in Bangladesch seit 1929 verboten sind. Um ihre Töchter oder Söhne trotzdem so früh wie möglich zu verheiraten, fälschen viele Eltern die Geburtsurkunden oder Personalausweise. Eine neue App, die gemeinsam von Plan International und der Regierung in Bangladesch entwickelt wurde, soll das jetzt verhindern: Mit Hilfe einer Datenbank können Standesbeamte, Geistliche oder Heiratsvermittler prüfen, wie alt Braut und Bräutigam zum Zeitpunkt der Eheschließung sind. In der sechsmonatigen Testphase konnten auf diese Weise bereits 3750 Kinderehen verhindert werden.

Die App ist mit einer Datenbank verbunden, die die Identifikationsnummer jedes Einwohners gespeichert hat – und somit auch dessen Geburtsdaten. Wird die Nummer auf dem Handy eingegeben, zeigt die App sofort mit einem grünen oder roten Licht an, ob die geplante Ehe legal ist oder nicht. Bei einem Verstoß drohen jedem, der an der Eheschließung beteiligt war, ein Bußgeld von 50.000 Taka (etwa 500 Euro) oder bis zu drei Jahre Gefängnis. Dazu gehören die Eltern der Kinder ebenso wie die Heiratsvermittler, Standesbeamten oder Geistlichen, die die Trauung durchführen.

„Es ist ein wichtiger Schritt, dass wir im Kampf gegen Frühverheiratung auch das Potenzial neuer Medien erkennen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. Da inzwischen fast 80 Prozent der 160 Millionen Menschen in Bangladesch ein Handy besitzen, hat die App eine große Reichweite. Jedoch haben nur 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, weshalb es sowohl eine Online- als auch eine Offline-Version gibt, die via SMS funktioniert. So können auch schwer erreichbare ländliche Gemeinden die Technik nutzen. Die Menschen in diesen Regionen zu erreichen ist wichtig, da Kinderehen dort besonders verbreitet sind: Zwei von drei Mädchen werden bereits als Minderjährige verheiratet.

„Frühverheiratung hat verheerende Folgen für das Leben eines Mädchens: Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie nach der Hochzeit die Schule abbricht und sehr früh schwanger wird. Dadurch ist sie nicht nur einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, sondern läuft auch Gefahr, Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt zu werden. Ihr wird damit jegliches Recht auf Sicherheit, Gesundheit und Bildung genommen“, sagt Maike Röttger.

Durch die Flüchtlingskrise und den Zustrom von Menschen aus Myanmar hat sich das Problem der Kinderheirat in Bangladesch noch verschlimmert. Viele Eltern versuchen in Notsituationen, ihre Kinder dadurch vor Armut zu schützen. Um Perspektiven zu schaffen und gesellschaftliche Strukturen aufzubrechen, leistet Plan International Aufklärungsarbeit. In Trainings lernen Standesbeamte, Geistliche oder Heiratsvermittler nicht nur, wie sie die neue App nutzen können, sondern auch, welche negativen Auswirkungen Frühverheiratung hat. Plan fördert zudem einkommensschaffende Maßnahmen für die Familien, damit die Eltern ihre Kinder nicht aus finanzieller Not heraus verheiraten müssen. Mädchen werden darin gestärkt, ihre Rechte wahrzunehmen und sich gegen eine frühe Heirat zu wehren – damit sie eine Chance auf Bildung, ein eigenes Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben haben.

Fotos und Case Studies zum Download finden Sie in unserem Pressebereich unter: www.plan.de/pressemitteilungen.html

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news-841 Mon, 23 Apr 2018 12:00:00 +0000 Drei Jahre nach Erdbeben in Nepal: Immer noch Krisenregion https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/drei-jahre-nach-erdbeben-in-nepal-immer-noch-krisenregion.html Emilia Schüle engagiert sich als Botschafterin für Mädchen in Krisengebieten    Auch drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal sind die Menschen noch immer nicht zur Normalität zurückgekehrt. Die Wiederaufbaumaßnahmen sind noch immer nicht abgeschlossen. Die beiden aufeinanderfolgenden Beben im April und Mai 2015 kosteten mehr als 8.900 Menschen das Leben und zerstörten über 600.000 Häuser. „Immer noch leben Familien in Übergangsunterkünften, teilweise unter schwierigen Bedingungen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. Verstärkte Regenfälle, politische Unruhen und bevorstehende Wahlen haben den Wiederaufbau zusätzlich erschwert. „Den Menschen stehen staatliche Beihilfen zur Instandsetzung ihrer Häuser zu, doch es geht zu langsam voran. Die zerstörten Schulen und Gebäude müssen dringend wieder aufgebaut werden – und das möglichst erdbebensicher.“

Plan International fördert den Wiederaufbau und unterstützt die Menschen vor Ort mit Schulungen zur Katastrophenvorsorge, um sie möglichst gut auf erneute Erdbeben in der Region vorzubereiten. Prominente Unterstützung erhält die Kinderhilfsorganisation dabei von der jungen Schauspielerin Emilia Schüle, die sich seit einem Jahr als Botschafterin für Mädchen in Krisenregionen bei Plan International engagiert.

„Durch die Begegnung mit den betroffenen Familien habe ich erfahren, was es bedeutet, den Schock der Katastrophe zu überwinden und wieder nach vorne zu schauen“, sagt Emilia Schüle. „Die Kinderhilfsorganisation gibt den Menschen Sicherheit und Vertrauen zurück, zum Beispiel durch Schulungen zum Katastrophenschutz oder psychosoziale Unterstützung. Aber auch die Regierung muss sich an internationale Abmachungen halten und Schulen und Häuser erdbebensicher instand setzen. Sonst bleibt für viele Menschen die Rückkehr in ihr vertrautes Leben unmöglich.“

Emilia Schüle besuchte Anfang 2018 Wiederaufbau- und Katastrophenschutz-Projekte im Distrikt Makwanpur in Nepal. Gemeinsam mit Plan setzt sie sich dafür ein, dass Mädchen in Krisensituationen geschützt und gestärkt werden. „Sehr berührt hat mich die Begegnung mit einem Mädchen aus einem Bergdorf, das beim Spielen vor dem Haus verschüttet wurde. Der Boden bebte so stark, dass es nicht vor der einstürzenden Hauswand weglaufen konnte. Nur durch einen glücklichen Zufall wurde es gerettet. Mit Hilfe von Plan hat das Mädchen es geschafft, sein Trauma zu überwinden. Sie lebt heute in einer Übergangsunterkunft in den Bergen. Ihre Familie hofft wie viele andere auf die staatliche Beihilfe zum Wiederaufbau, damit sie bald wieder in ihr altes Heimatdorf zurückkehren kann.“

Gerade in Krisenzeiten sind vor allem Mädchen in Entwicklungsländern gefährdet. „Ihr Schutz und ihre psychosoziale Betreuung sind uns ein besonderes Anliegen“, sagt Maike Röttger. „Denn es sind vor allem Mädchen, die Opfer von Missbrauch werden, zum Beispiel wenn sie von ihren Familien getrennt sind. Wir sorgen dafür, dass sie Schutzräume erhalten, die ihnen einen Rückzugsort bieten und die sie vor möglichen Übergriffen bewahren.“

Plan International ist seit vielen Jahren in Nepal tätig und hat mit seinen Nothilfe- und Wiederaufbaumaßnahmen bisher über 290.000 Menschen erreicht. In den betroffenen Distrikten errichtete das Hilfswerk über 300 Übergangsschulen für mehr als 21.000 Kinder.

Darüber hinaus wurden mehr als 830 Lehrkräfte geschult und 20 Schulen gebaut. Dabei konnte Plan International seine langjährigen Erfahrungen mit den Auswirkungen von Katastrophen weltweit einbringen. Eine spezielle Konstruktionsweise, basierend auf Plans Knowhow in Erdbebenregionen, ermöglichte den Bau von Schulen, die deutlich weniger einsturzgefährdet sind.

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news-827 Mon, 05 Mar 2018 12:00:00 +0000 Endspurt beim Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/endspurt-beim-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2018.html Am 31. März endet die Bewerbungsfrist für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018. Eingereicht werden können Reportagen und Features, die sich mit den Kinderrechten und der Situation von Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Eine hochkarätig besetzte Jury verleiht außerdem den Peter Scholl-Latour Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten. Die Sieger werden auf einer feierlichen Veranstaltung der Kinderrechtsorganisation Plan International am 27. September 2018 in Berlin ausgezeichnet.

„Mit dem Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte möchten wir Journalisten ermutigen, die Umsetzung der Kinderrechte mit ihrer Arbeit voranzutreiben“, erklärt Ulrich Wickert. „Angesichts von Gewalt, Missbrauch und anderer Gräueltaten ist es nötig, ein besonderes Augenmerk auf die Situation von Kindern und Jugendlichen zu haben und ihre Entwicklung zu fördern. Die Auszeichnungen meiner Stiftung sind Dank und Anerkennung für den besonderen Einsatz von Journalisten.“

Teilnahmeberechtigt sind Redakteure aller Ressorts und freie Journalisten in Deutschland, Österreich und den 52 Partnerländern von Plan International. Sie können Beiträge aus Print- oder Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen einreichen, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2017 erstmals veröffentlicht worden sind. Bewerbungen sind bis zum 31. März 2018 auf der Website www.ulrich-wickert-stiftung.de möglich. Der Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert.

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte und Kampagnen von Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird in Ehren an das besondere Engagement des Verstorbenen vergeben.

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news-814 Wed, 31 Jan 2018 08:56:42 +0000 Koalitionsverhandlungen: Regierung kommt Verantwortung bei Bekämpfung weltweiter Armut nicht nach https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/koalitionsverhandlungen-regierung-kommt-verantwortung-bei-bekaempfung-weltweiter-armut-nicht-nach.html Plan International fordert starkes Bekenntnis zur Gleichberechtigung. Die bisherigen Sondierungsergebnisse zeigen, dass eine mögliche Große Koalition ihrer globalen Verantwortung als Regierung nicht gerecht werden würde: Weder die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung noch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie werden im Sondierungspapier erwähnt. Die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland fordert, dass die Regierung ihre Versprechen einhält und die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsagenda in den Koalitionsvertrag aufgenommen wird. Dazu gehört auch, Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen zum Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik zu machen.

„Die Ungleichbehandlung von Mädchen ist eine wesentliche Ursache für Armut. Barrieren wie Frühverheiratung und Gewalt hindern sie daran, qualifizierte Bildung zu erhalten und ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Gleichberechtigung ist deshalb der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Deutschland hat sich mit der Agenda 2030 zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) bekannt. Die Chancengleichheit der Geschlechter ist darin explizit verankert.

„Deutschland muss seiner Verantwortung nachkommen und im eigenen Land sowie weltweit dazu beitragen, globale Herausforderungen wie Hunger und Armut, Ungleichheit, Klimawandel und Ressourcenverbrauch zu bewältigen“, sagt Maike Röttger. „Nur so kann der Auftrag der Agenda 2030, wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit in Einklang zu bringen, erfüllt werden.“

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Entwicklungsfinanzierung. Die künftige Bundesregierung muss sicherstellen, dass 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungszusammenarbeit fließen - ohne die Ausgaben für Flüchtlinge im Inland mit anzurechnen. Zudem fordert Plan die künftige Regierung auf, mindestens 1 Milliarde Euro in den nächsten fünf Jahren im Etat des Entwicklungsministeriums für die Gleichberechtigung und Bildung von Mädchen zur Verfügung zu stellen, um damit die Weichen für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele und eine chancengleiche und gerechtere Welt zu stellen.

Plan kritisiert zudem, dass das Thema Entwicklungspolitik in den Ergebnispapieren lediglich unter dem übergeordneten Aspekt „Bekämpfung von Fluchtursachen“ Erwähnung findet und somit nicht mehr als eigenes Politikfeld verstanden wird. Ein Fehler, wie Maike Röttger betont: „Fragen der Entwicklungszusammenarbeit dürfen auf keinen Fall sicherheits- und migrationspolitischen Strategien untergeordnet werden.“

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news-811 Mon, 22 Jan 2018 12:00:00 +0000 Weltwirtschaftsgipfel: Gleichberechtigung noch in keinem Land der Welt erreicht https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/weltwirtschaftsgipfel-gleichberechtigung-noch-in-keinem-land-der-welt-erreicht.html CEO von Plan International ruft globale Unternehmen in Davos auf, sich mehr für die Rechte von Mädchen und Frauen einzusetzen Geschlechterdiskriminierung beenden und Frauen und Mädchen in allen Bereichen des Lebens die gleichen Rechte einräumen wie Männern - darauf hatten sich die Staaten der Vereinten Nationen mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) in der Agenda 2030 geeinigt. Doch kein einziges Land wird dieses Ziel in naher Zukunft erreichen - darauf weist Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, mit Blick auf das diesjährige Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) vom 23. bis 26. Januar 2018 in Davos hin: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir es bis 2030 niemals schaffen, dass Mädchen und Frauen endlich die gleichen Rechte wahrnehmen können wie die Männer.“

Gelingen kann dies nur, wenn wir dafür die richtigen Ansätze finden, wie Maike Röttger betont: „Ein entscheidender Faktor, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht, ist Bildung. Nur durch Bildung und einen qualifizierten Schulabschluss haben junge Mädchen die Chance, später unabhängig und stark durchs Leben zu gehen und für ihre Rechte einzustehen.“ Das ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass 130 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen.

Laut einer Studie des WEF zur Gender Gap wird es noch 85 bis 100 Jahre dauern, bis wir echte Gleichberechtigung erreichen. Denn selbst in Staaten wie Deutschland, Finnland, der Schweiz oder den USA, die weltweit als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung gelten, herrschen weiterhin diskriminierende Genderstereotype, die Frauen und Mädchen in verschiedenen Bereichen des Lebens benachteiligen. So ist laut der Studie ein Fünftel (20 Prozent) der deutschen Männer der Ansicht, dass sie im Falle einer Jobknappheit mehr Anrecht auf eine Stelle haben als eine Frau. In Finnland sind nur 23 Prozent der Studierenden in den Fächern Technologie, Ingenieurswissenschaften oder Mathematik Frauen. Und in Belgien gaben 81 Prozent der Frauen an, sich täglich um den Haushalt zu kümmern, während es bei den Männern nur 33 Prozent waren.

Bei dem internationalen Gipfeltreffen in der Schweiz kommen jedes Jahr Staatschefs, Führungskräfte und Experten aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über globale Themen zu diskutieren. Auch Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International, ist in diesem Jahr als eine der wenigen Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen zu Gast. In ihrer Rede fordert sie Unternehmen dazu auf, sich mehr für die Gleichberechtigung einzusetzen - zum Beispiel, indem sie auf sexistische Werbung verzichten, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld mit flexiblen Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter schaffen oder Mentoring-Programme für Frauen und Mädchen - vor allem in männerdominierten Bereichen wie IT, Technologie und Wissenschaft - anbieten.

Denn: „Der private Sektor spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Bekämpfung von diskriminierenden Geschlechterstereotypen geht. Nur wenn Unternehmen, Zivilgesellschaft, Regierung und die Medien zusammenarbeiten, können wir echte Veränderungen bewirken“, sagt Albrectsen.

Veränderungen, die sich am Ende auch positiv auf die Wirtschaft auswirken: Wenn es gelänge, die Kluft zwischen den Geschlechtern in der Berufswelt weltweit um 25 Prozent zu verringern, könnte dadurch das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,3 Billionen US Dollar gesteigert werden.  Wenn Frauen innerhalb Europas die gleiche Anzahl an digitalen Jobs besetzen würden wie Männer, könnten sie das BIP in Europa um 9 Milliarden US Dollar steigern.

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news-808 Wed, 17 Jan 2018 10:30:00 +0000 Rohingya: Lage in den Flüchtlingscamps spitzt sich durch bevorstehende Regenzeit dramatisch zu https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/rohingya-lage-in-den-fluechtlingscamps-spitzt-sich-durch-bevorstehende-regenzeit-dramatisch-zu.html Den geflüchteten Rohingya in Bangladesch stehen nach Einschätzung von Plan International dramatische Wochen bevor: Durch die Regenzeit im Frühjahr drohen Überschwemmungen und Erdrutsche. Das Kinderhilfswerk warnt davor, dass sich die Situation der rund 866.000 Menschen, die in den Flüchtlingscamps der Region Cox’s Bazar leben, dadurch drastisch verschlechtern wird. Das Gebiet im Südosten des Landes, das vorher überwiegend aus Regenwald bestand, wurde für den Bau der Zelte gerodet. Der Boden kann deshalb die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und ist extrem anfällig für Erdrutsche. Es besteht die Gefahr, dass tausende Menschen unter den Schlammlawinen begraben werden. Anhaltende Regenfälle und Sturzfluten drohen das Gebiet zu überschwemmen, vor allem die Täler.

„Die Situation ist bereits jetzt mehr als dramatisch - doch nun bahnt sich mit Beginn der Regenzeit eine weitere Katastrophe an“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Die Menschen sind dem Monsun schutzlos ausgeliefert. Sie leben in notdürftig zusammengebauten Zelten aus Bambus und Plastikplanen, die ihr gesamtes Hab und Gut sind. Sie würden jegliche Lebensgrundlage verlieren und haben keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Vor allem Frauen und Kinder können oft nicht schwimmen und drohen in den Wassermassen zu ertrinken.“

Die Regenzeit bringt noch weitere Probleme mit sich: Durch das feuchte Klima und das Überspülen der Latrinen können sich Krankheitserreger besonders schnell verbreiten. Aktuell gibt es einen Ausbruch von Diphterie. Es wird bereits von 4000 Erkrankten und 32 Todesfällen berichtet, darunter 24 Kinder. Zudem wird das ohnehin verseuchte Grundwasser belastet - bereits jetzt ist der Großteil davon ungenießbar. Die überfluteten Straßen und Wege erschweren zudem die Versorgung mit Hilfsgütern.

Seit August letzten Jahres sind über 655.000 Rohingya aus Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen - über die Hälfte von ihnen sind Kinder. Jede Woche kommen hunderte weitere Menschen an. Die Vereinten Nationen sprechen von der am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise der Welt. Die Camps sind aufgrund der massiven Anzahl an Flüchtlingen völlig überfüllt. Es herrschen unvorstellbare Bedingungen: Es gibt kein sauberes Wasser, keine Toiletten und nicht genügend Lebensmittel. Besonders schlimm trifft es die Frauen und Kinder, die etwa 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

„Die Mütter haben nicht genug Milch, um ihre Babys zu stillen, viele der Kinder sind stark unterernährt“, sagt Maike Röttger. „Außerdem sind vor allem Mädchen und Jungen schwer traumatisiert: sie haben ihre Eltern verloren oder wurden Zeugen, wie ihre Familien getötet wurden. Sie sind besonders durch Missbrauch, Frühverheiratung und Ausbeutung gefährdet.“

Plan International hat bereits Kinderschutzmechanismen gestartet und sichere Räume für Mädchen und Jungen geschaffen. Die Kinder können dort spielen und erhalten psychosoziale Betreuung. Durch den Bau von Latrinen und Waschmöglichkeiten sowie das Verteilen von Hygiene-Sets mit Wassereimern, Kanistern, Zahnbürsten oder Seife soll die hygienische Situation verbessert und die Ausbreitung von Krankheiten wie zum Beispiel Cholera vermieden werden.

Plan International arbeitet seit 1994 in Bangladesch und ist sowohl in ländlichen Regionen als auch in urbanen Gebieten tätig, die von großer Armut geprägt sind und deren Bevölkerung besonders stark benachteiligt ist. Schwerpunkte der Arbeit sind unter anderem kindorientierte Katastrophenvorsorge und -hilfe, Bildung, Wasser- und sanitäre Versorgung sowie die Verbesserung der Gesundheitssituation.

Um die dringend benötigten Hilfsmaßnahmen in den Flüchtlingslagern der Rohingya umzusetzen, hat Plan einen Nothilfe-Fonds eingerichtet:

Plan International Deutschland e.V. - Stichwort: Rohingya
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: IBAN: DE86 2512 0510 0009 4449 44
BIC: BFSWDE33HAN

Weiteres Pressematerial wie Fotos und Hintergrundinformationen als Download finden Sie unter folgendem Link: https://www.plan.de/presse/pressematerial-rohingya.html

Weitere Informationen zur Rohingya-Krise

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news-797 Sun, 10 Dec 2017 12:00:00 +0000 Weil wir Mädchen sind … in Wilhelmshaven eröffnet https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/weil-wir-maedchen-sind-in-wilhelmshaven-eroeffnet.html Wattenmeer Besucherzentrum zeigt interaktive Ausstellung von Plan International Mit drei Mädchen ferne Länder besuchen, ab dem 12. Dezember 2017 ermöglicht das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland diese ungewöhnliche „Weltreise“ im Wattenmeer Besucherzentrum. In der Erlebnisausstellung Weil wir Mädchen sind … kann das Publikum an zahlreichen interaktiven Stationen den Alltag in Afrika, Asien und Lateinamerika nachempfinden. Viele Exponate können ausprobiert und so Vergleiche mit dem Alltag hierzulande angestellt werden.

„In der Kinderrechtskonvention steht ‚Mädchen haben dieselben Rechte wie Jungen‘. Dennoch ist es häufig an der Tagesordnung, dass Mädchen vielfach gedemütigt und benachteiligt werden. Die Erlebnisausstellung Weil wir Mädchen sind… veranschaulicht dies auf einfühlsame, besondere Weise“, sagt die Schauspielerin Pheline Roggan. „Plan International kümmert sich darum, gleichberechtigte Lebenschancen für Mädchen und Jungen zu schaffen. Eine Arbeit, die ich für existentiell wichtig halte und sehr gerne unterstütze."

Dr. Juliana Köhler, Geschäftsführerin des Wattenmeer Besucherzentrums, sagt anlässlich der Eröffnung: „Wir wollen den Blick über den Tellerrand wagen und andere Lebensverhältnisse in fernen Kulturen vermitteln. Die interaktive Ausstellung Weil wir Mädchen sind … von Plan International passt zu unserem Arbeitsansatz hervorragend. Ich freue mich sehr, dass wir diese besondere Schau präsentieren können.“

In der Ausstellung Weil wir Mädchen sind ... nehmen Djenebou aus Mali, Asha aus Indien und Yoselin aus Ecuador das Publikum mit zu einer Visite in ihre farbenfrohen Heimatregionen. Themen wie Gewalt und Zwangsverheiratung werden sensibel auch für ein jüngeres Publikum vermittelt. Die interaktive Schau wendet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren sowie Erwachsene, Familien oder Schulgruppen. Die Veranstalter haben mit Unterstützung der örtlichen Plan-Aktionsgruppe ein spannendes Begleitprogramm vorbereitet. Informationen dazu sowie Anmeldungen für Gruppen über das Wattenmeer Besucherzentrum, Tel. 04421 9107-0, www.wattenmeer-besucherzentrum.de.

Weil wir Mädchen sind … – Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika
12. Dezember 2017 bis 08. April 2018
UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum,
Südstrand 110b, 26382 Wilhelmshaven
www.plan.de/wwms

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news-795 Fri, 08 Dec 2017 08:54:37 +0000 Wolke Hegenbarth eröffnet WeltSpielZeug von Plan https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/wolke-hegenbarth-eroeffnet-weltspielzeug-von-plan.html Kinderhilfswerk zeigt Spielzeug aus Übersee im Bomann-Museum Celle Das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland zeigt ab heute die Ausstellung WeltSpielZeug im Bomann-Museum Celle. Die Schauspielerin und Plan-Patin Wolke Hegenbarth eröffnete die kunterbunte Präsentation, zu der rund 250 fantasievolle Exponate zählen. Kinder aus 30 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas haben die ungewöhnlichen Exponate aus Natur- und Reststoffen gemacht – darunter Flaschen-Segler, Blätter-Puppen, Dosen-Flugzeuge und Holz-Autos. Das WeltSpielZeug ist bis zum 15. April 2018 im Norden Niedersachsens zu sehen.

„Spielen und Basteln sind Kinderrechte, daran erinnert die Ausstellung von Plan International auf eindrucksvolle Weise“, sagte Wolke Hegenbarth zur Eröffnung. „All die kreativen Spielsachen zeigen dem Publikum, wie wichtig die Förderung von Kindern ist – auch mit Spiel- und Freizeitangeboten. Deswegen unterstütze ich die Arbeit von Plan.“

„Wir feiern praktisch schon heute Weihnachten“, sagte Dr. Kathrin Panne, Stellvertretende Museumsleiterin. „Als wir die Wanderausstellung WeltSpielZeug im Bomann-Museum aufgebaut haben, gingen mit den selbst gebastelten Spielsachen lauter liebevoll gestaltete Schätze durch unsere Hände. Sie bieten zusammen mit unserem umfangreichen Begleit-programm vielfältige Einblicke zum Thema Müll und Recycling.“

In Entwicklungsländern haben Familien oft nicht genügend Geld, um teure Spielwaren zu kaufen. Mädchen und Jungen basteln sich dort ihr Spielzeug selbst. Die Exponate der Plan-Sammlung WeltSpielZeug eignen sich besonders für Schulkinder, die so spannende Eindrücke von den Lebenswelten Gleichaltriger in armen Regionen sammeln können. Die Veranstalter haben mit Unterstützung der örtlichen Plan-Aktionsgruppe ein umfangreiches Begleitprogramm organisiert. Aktionsbereiche für Kinder und Erwachsene laden zum Mitmachen ein. Ergänzend wird der Umgang mit Müll thematisiert, unter anderem mit „Trash People“ des Künstlers HA Schult. Einzelheiten dazu sowie Anmeldungen für Gruppen über das Bomann-Museum: Tel. 05141 124555/56/40, E-Mail: bomann-museum@celle.de, www.bomann-museum.de

WeltSpielZeug – Von Ideen, Erfindern, Müll und Kunst
09. Dezember 2017 bis 15. April 2018
Bomann-Museum Celle, Museum für Kulturgeschichte, Schloßplatz 7, 29221 Celle

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news-792 Thu, 30 Nov 2017 11:30:00 +0000 Plan International gratuliert Ulrich Wickert zum 75. Geburtstag https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/plan-international-gratuliert-ulrich-wickert-zum-75-geburtstag.html Plan-Pate ruft zur Teilnahme am Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 auf Geben wir jedem Kind eine Stimme! Mit diesem Leitspruch setzt sich Ulrich Wickert für die Kinderrechte ein. Seit 22 Jahren unterstützt der beliebte Fernsehjournalist und Autor die Projekte und Kampagnen von Plan International. Er ist Pate und ehrenamtliches Kuratoriumsmitglied der Kinderhilfsorganisation und gründete 2011 die Ulrich Wickert Stiftung. Diese fördert Kinder-Medienprojekte und vergibt einen Journalistenpreis für die besten Reportagen zum Thema Kinderrechte. Zum 75. Geburtstag von Ulrich Wickert am 2. Dezember 2017 gratuliert und dankt Plan International seinem langjährigen Botschafter. „Ulrich Wickerts ehrenamtliches Engagement ist ein Glücksfall für die Kinderrechte“, meint Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland. „Geistreich und humorvoll tritt unser Pate und Stifter dafür ein, dass sich die Lebensbedingungen von Mädchen und Jungen weltweit verbessern. Sein Engagement für Kinder ist ein Beispiel für solidarisches Handeln und Verantwortungsbewusstsein. Viele Menschen sehen in ihm ein Vorbild, das sie zu eigenem Handeln für die gute Sache motiviert. Im Namen von Plan International gratuliere ich Ulrich Wickert ganz herzlich und danke ihm für seinen unermüdlichen Einsatz.“

Ulrich Wickert vergibt mit seiner Stiftung auch 2018 wieder einen Journalistenpreis für Reportagen und Features, die sich beispielhaft mit der Lebenswirklichkeit von Kindern in Entwicklungsländern auseinandersetzen und Verletzungen ihrer Rechte öffentlich machen. Im Rahmen des Medienpreises wird zudem der Peter Scholl-Latour Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten verliehen. Die Sieger werden auf einer feierlichen Veranstaltung der Kinderrechtsorganisation Plan International im Herbst 2018 ausgezeichnet.

Eingereicht werden können Beiträge aus Print- und Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2017 veröffentlicht worden sind unter www.ulrich-wickert-stiftung.de. Der Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert, Einsendeschluss ist der 31. März 2018.

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news-767 Mon, 09 Oct 2017 07:24:10 +0000 Welt-Mädchentag: In Deutschland wird es pink https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/welt-maedchentag-in-deutschland-wird-es-pink.html In Deutschland wird es wieder pink. Mit ihrer Aktion macht die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober auf die fehlende Gleichberechtigung von Mädchen und jungen Frauen weltweit aufmerksam: In zahlreichen Städten in ganz Deutschland werden wieder bekannte Gebäude und Wahrzeichen in einem kräftigen Pink leuchten. Auf Initiative der Ehrenamtlichen von Plan International strahlen dieses Jahr beispielsweise der Funkturm in Berlin, die Sankt-Petri-Kirche in Hamburg, das Holstentor in Lübeck, der Münster in Ulm und das Karlstor in München sowie viele weitere exponierte Stätten pink und werden damit zu leuchtenden Zeichen für die Belange von Mädchen. Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule und haben so kaum eine Chance, ihre Rechte wahrzunehmen und ein Leben ohne Armut zu führen. 

„Das ist ein starkes Signal für die Bildung und Gleichberechtigung von Mädchen und jungen Frauen auf dieser Welt“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Beleuchtungsaktion zum Welt-Mädchentag auf eine solch große Resonanz stoßen und dass so viele Städte und Gemeinden zusammen mit uns ein Zeichen für die Stärkung von Mädchen setzen. Unser besonderer Dank gilt unseren lokalen und ehrenamtlichen Aktionsgruppen: Es ist unglaublich beeindruckend, was sie in ihren Heimatstädten auf die Beine gestellt haben, um den Welt-Mädchentag noch bekannter zu machen.“

Parallel zu der Beleuchtungsaktion am Welt-Mädchentag übernehmen Mädchen weltweit für einen Tag Führungspositionen in Politik und Gesellschaft und verschaffen sich in diesen Schlüsselrollen Gehör für ihre Belange. Mit über 600 sogenannten Takeover-Aktionen in mehr als 60 Ländern macht Plan International darauf aufmerksam, dass die meisten Mädchen und Frauen noch nicht gleichberechtigt sind. So teilte beispielsweise Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sein Büro für einen Tag mit einer jungen Kanadierin. In Uganda übernahm ein Mädchen die Rolle des Polizeichefs. In der Schweiz gibt Zürichs Bürgermeister sein Amt an ein Mädchen ab und auf den Philippinen übernehmen zwei Mädchen die Rolle des Präsidenten und des Vizepräsidenten.

Die Vereinten Nationen (UN) riefen auf Initiative von Plan International den Welt-Mädchentag aus. Mit der Bewegung Because I am a Girl will Plan International eine Welt gestalten, die Ungerechtigkeit beendet, die Mädchen wertschätzt und ihre Rechte fördert. Seit 2012 setzt die Kinderhilfsorganisation mit der Farbe Pink ein Zeichen zum Welt-Mädchentag und hat diese neu besetzt: Das kräftige Pink der Because I am Girl-Bewegung hat eine starke Signalkraft und vermittelt Lebensfreude und Zuversicht - genau das, was benachteiligte Mädchen und junge Frauen motivieren kann, für sich und ihre Rechte einzustehen.

Zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober 2017 werden in Deutschland in fast 30 Städten rund 50 bekannte Gebäude, Wahrzeichen und Denkmäler in einem kräftigen Pink leuchten. In vielen der beteiligten Städte finden außerdem Veranstaltungen zum Welt-Mädchentag statt, begleitend dazu informieren die ehrenamtlichen Plan-Aktionsgruppen vor Ort über die Arbeit von Plan International.

Im Norden:

der Rathausturm und das Hochhaus der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, das Rathaus Altona, das Holthusenbad und die Sankt-Petri-Kirche sowie das Büro von Plan International Deutschland in Hamburg, der Weser-Tower und das Universum® in Bremen, das Holstentor, das Europäische Hansemuseum, das Buddenbrookhaus und die Musik- und Kongresshalle in Lübeck, das Schloss in Celle sowie das Oldenburger Schloss und das Staatstheater in Oldenburg 

In Mitteldeutschland: 
der Wasserturm in Mörfelden-Walldorf, das Theater für Niedersachsen in Hildesheim, das Rathaus von Holzminden, die Hochzeitsmühle in Gifhorn sowie das Rathaus und das Phaeno in Wolfsburg

Im Osten:
das Berliner Büro von Plan International Deutschland, das Büro der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Funkturm in Berlin, die Seebrücke in Sellin auf Rügen, der Rote Turm und das Stadthaus in Halle, das Gromke Hörzentrum in Leipzig, sowie der Katharinenturm und die Handwerkskammer in Magdeburg

Im Westen:
das Rathaus, das Musische Zentrum der Ruhr Universität Bochum (RUB), der Wasserturm der Jahrhunderthalle, das Atrium der Stadtwerke und das Schauspielhaus Bochum in Bochum,
der Alte Markt, die Kathedrale St. Pantaleon und das LVR-Landeshaus in Köln, die „Große  Kirche“ in Steinfurt, das Stadttheater in Bielefeld, das Rathaus und das Kulturzentrum "Alte Weberei" in Nordhorn, der Schlossturm in Düsseldorf sowie der Neptunbrunnen in Wuppertal

Im Süden:
Hochofen und Gebläsehalle in Neunkirchen, das Broadway Filmtheater in Trier, die Lorenzkirche in Nürnberg, die Stadthalle in Reutlingen, das Ulmer Münster in Ulm, der Königsplatz, die Rathaustür und das Verwaltungsgebäude 1 in Augsburg, sowie das Karlstor in München.

Hintergrundinformationen zum Download: https://www.plan.de/presse/pressematerial-zum-welt-maedchentag.html



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news-765 Thu, 05 Oct 2017 12:00:00 +0000 Mädchen übernehmen Regierung in Berlin - und weltweit https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/maedchen-uebernehmen-regierung-in-berlin-und-weltweit.html Globale Aktion von Plan International zum Welt-Mädchentag   Am 11. Oktober ist Welt-Mädchentag. Anlass für drei junge Botschafterinnen der Kinderhilfsorganisation Plan International symbolisch die Regierung zu übernehmen. Als Bundeskanzlerin, Entwicklungsministerin und Finanzministerin gaben die drei Mädchen im Alter von 16 - 22 Jahren heute in Berlin eine Regierungserklärung mit Schwerpunkt Gleichberechtigung ab.

„Wir möchten Mädchen weltweit ermutigen, daran zu glauben, dass sie stark sind, dass sie etwas zu sagen haben und dass sie etwas bewegen können, wenn sie sich zusammen tun“, erklärt die 22-jährige Awaz Almuslim aus Syrien, die die Rolle der Finanzministerin übernahm, und seit zwei Jahren in Deutschland lebt.

Nicht nur in Berlin übernehmen Mädchen zum Welt-Mädchentag die Führung. Weltweit werden junge Mädchen zum 11. Oktober für einen Tag Führungspositionen in Politik und Gesellschaft übernehmen und sich in diesen Schlüsselrollen Gehör für ihre Belange verschaffen. Mit über 600 sogenannten Takeover-Aktionen in mehr als 60 Ländern macht Plan International darauf aufmerksam, dass die meisten Mädchen und Frauen noch nicht gleichberechtigt sind. So teilt beispielsweise Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sein Büro an diesem Tag mit einer jungen Kanadierin. In Uganda übernimmt ein Mädchen die Rolle des Polizeichefs. Auch in der Schweiz gibt Zürichs Bürgermeister sein Amt an ein Mädchen ab. Und in den Philippinen übernehmen zwei Mädchen die Rolle des Präsidenten und des Vizepräsidenten.

„Deutschland hat sich mit der Agenda 2030 verpflichtet, zur Bildung und Stärkung von Mädchen weltweit beizutragen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Das neue Parlament und die neue Regierung müssen dem Rechnung tragen: Die Förderung von Mädchen und jungen Frauen weltweit muss ein Kernziel zukünftiger Bundespolitik sein. Nur, wenn Mädchen die gleichen Chancen erhalten wie Jungen, etwa durch Zugang zu Bildung, kann die Armut in Entwicklungsländern nachhaltig bekämpft werden.“

Mit der Online-Kampagne One billion for girls fordern Plan International und die Mädchen die Bundesregierung auf, sich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit weltweit für mehr Gleichberechtigung und Bildung von Mädchen einzusetzen. Dafür muss die Regierung in den nächsten fünf Jahren mindestens eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Um die Politik dazu zu bewegen, sich weltweit für die Bildung von Mädchen einzusetzen, ruft Plan die Öffentlichkeit auf, die Kampagne mit dem Hashtag #OneBillionforGirls zu unterstützen und mitzumachen.

Die Vereinten Nationen (UN) riefen auf Initiative von Plan International den Welt-Mädchentag aus. Mit der Bewegung Because I am a Girl will Plan International eine Welt gestalten, die Ungerechtigkeit beendet, die Mädchen wertschätzt und ihre Rechte fördert.

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news-763 Thu, 28 Sep 2017 13:00:00 +0000 Journalisten mit Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2017 geehrt https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/journalisten-mit-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2017-geehrt.html Im historischen Stadtbad Oderberger wurden heute in Berlin feierlich vier Auszeichnungen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte verliehen. Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley überreichte den Peter Scholl-Latour Preis an Lukas Roegler, der mit Naima El Moussaoui die berührende WDR-Dokumentation „Der Traum von Sicherheit. Was Frauen auf der Flucht erleiden.“ gedreht hat. Linda Tutmann überzeugte mit ihrer chrismon-Reportage „Töchter gehören in die Schule“ über Kinderehen in Malawi und bekam dafür den Preis Deutschland / Österreich. Internationale Preisträgerin wurde Kadiatou Touré aus Guinea mit dem eindringlichen TV-Beitrag „Weibliche Genitalverstümmlung im Land der Kissi“. Schau-spielerin Emilia Schüle, die sich mit Plan International für Mädchen in Krisenregionen engagiert, überreichte den Sonderpreis an Mädchen des Epworth Girls‘ Empowerment Club aus Simbabwe.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley würdigte die Preisträgerinnen, Preisträger und Nominierten: „Kinderrechte brauchen engagierte Journalistinnen und Journalisten, die diese Rechte ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Die es schaffen, die Geschichten über Kinder, die in Armut leben oder auf der Flucht sind, direkt zu uns zu holen.“ Sie unterstrich die Notwendigkeit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie haben andere Bedürfnisse und sind anderen Gefahren ausgesetzt als Erwachsene. Deshalb sollten ihre Rechte auch im Grundgesetz ausdrücklich verankert werden.“

Plan-Unterstützer und Stifter Ulrich Wickert sagte: „Die Beiträge verdeutlichen, warum es so wichtig ist, dass Journalisten sich für die Umsetzung der Kinderrechte einsetzen. Sie geben uns Informationen, die nötig sind, um die Situation von Mädchen und Jungen zu verbessern.“

Schauspielerin und Plan-Patin Emilia Schüle erzählte, wie sehr es sie beeindruckt habe, als sie 2016 in den Philippinen in einem Plan-Projekt mit Jugendlichen sprach, die nach dem Taifun Haiyan zum Teil alles verloren hatten und sich nun für Klimaschutz einsetzen. „Kinder und Jugendliche werden viel zu oft unterschätzt“, sagte die Schauspielerin. Deshalb freute sie sich auch, den Mädchen aus Simbabwe den Sonderpreis überreichen zu dürfen.

Auch die Plan-Unterstützerinnen Wolke Hegenbarth, Marie-Luise Marjan, Susan Atwell, Marion Kracht und Charlotte Maihoff nahmen an der Preisverleihung teil.

Für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte, der jährlich im Rahmen des Welt-Mädchentags verliehen wird, wurden in diesem Jahr 98 Medienbeiträge aus 16 Ländern eingereicht. Der Journalistenpreis ist in den vier Sparten mit je 6.000 Euro dotiert.

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news-729 Thu, 29 Jun 2017 08:07:23 +0000 Finalisten für Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2017 stehen fest https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/finalisten-fuer-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2017-stehen-fest.html Plan International lädt zur Verleihung des Journalistenpreises am 28. September Eine hochkarätig besetzte Jury hat die diesjährigen Nominierten für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte ausgewählt. Acht deutsche Journalistinnen und Journalisten können auf eine Auszeichnung hoffen: Neben dem Preis Deutschland/ Österreich wird der Peter Scholl-Latour Preis für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben. Den Preis International erhält Kadiatou Touré, Fernsehreporterin von Radio Télévision Guinéenne, für ihren Beitrag „Kolian Toly: Weibliche Genitalverstümmlung im Land der Kissi“. Den Sonderpreis für ein Kinder- und Jugend-Medienprojekt bekommt der Girls Empowerment Club in Epworth, Simbabwe. Die Finalisten sind am 28. September 2017 nach Berlin eingeladen, wo alle Siegerinnen und Sieger auf einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben und geehrt werden.

Im Rahmen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2017 sind nominiert
für den Preis Deutschland / Österreich:
•    Sabine Bohland: „Kenia: Mutiger Kampf gegen grausames Ritual“, NDR Weltbilder
•    Lena Niethammer: „Feind im Kind“, Berliner Zeitung
•    Linda Tutmann: „Töchter gehören in die Schule“, Chrismon (Fotos: Anne Ackermann),

für den Peter Scholl-Latour Preis:
•    Naima El Moussaoui, Lukas Roegler: „Der Traum von Sicherheit. Was Frauen auf der Flucht erleiden”, WDR Die Story
•    Katrin Kuntz: „Die Kinder des IS“, Der Spiegel (Fotos: Maria Feck)
    Julia Leeb: „Im Schmerzensreich”, Süddeutsche Zeitung Magazin
•    Michael Obert: „Der Fluchtpunkt”, Süddeutsche Zeitung Magazin (Fotos: Matthias Ziegler)

Für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2017 wurden 98 Medienbeiträge aus 16 Ländern eingereicht. Zur Jury des Journalistenpreises gehören Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Alice Bota (Die Zeit), Marko Brockmann (RadiJojo), Karen Heumann (thjnk), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Journalist), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (TV-Moderatorin), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist, Politikberater), Paul-Josef Raue (Redaktionsberater und Autor), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte des Kinderhilfswerks Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird in Ehren an das besondere Engagement des Verstorbenen vergeben.

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news-727 Thu, 22 Jun 2017 15:30:00 +0000 Senta Berger legt Grundstein für Mädchen der Welt https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/senta-berger-legt-grundstein-fuer-maedchen-der-welt.html Einweihung des neuen Bau-Projektes von Plan International Deutschland mit Senta Berger und Olaf Scholz in Hamburg Die Schauspielerin Senta Berger legte heute zusammen mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz den Grundstein für das neue Haus der Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland. Das Gebäude wird direkt gegenüber dem Stammsitz von Plan International Deutschland in der Bramfelder Straße in Hamburg-Barmbek errichtet. Als neue Begegnungsstätte soll es ein Zeichen setzen für die Rechte von Mädchen und für mehr Chancengleichheit.

„Mädchen werden in vielen Ländern der Welt extrem benachteiligt“, sagte Senta Berger, Schirmfrau von Plans Bewegung Because I am a Girl. „Darum bin ich sehr glücklich, heute
bei dieser Grundsteinlegung dabei zu sein – an einem Ort, an dem die Weichen für eine bessere Zukunft von Mädchen gestellt werden.“ Die Schauspielerin läutete damit eine neue Phase von Plan International ein. Die Kinderhilfsorganisation, die sich seit vielen Jahren für eine Stärkung von Mädchen in Afrika, Asien und Lateinamerika einsetzt, will 100 Millionen Mädchen und jungen Frauen ermöglichen, ihre Lebenswelt zu gestalten, politisch Einfluss zu nehmen und wirtschaftlich auf sicheren Füßen zu stehen. 

„Die Bewegung Because I am a Girl ist zu einer starken Stimme für die Gleichberechtigung geworden. Es ist gut, dass sie jetzt einen festen Ort bekommt“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister bei der Grundsteinlegung. „Auch politisch hat es die Idee dieser Bewegung ziemlich weit geschafft – auf die Agenda der G20. Plan International hat erfolgreich darauf hingewirkt, dass die Regierungen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer es als politische Priorität betrachten, Mädchen und Frauen weltweit zu stärken“, betonte Scholz in seinem Grußwort.

„Vor dem Hintergrund der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen hat sich die Kinderrechtsorganisation dem Ziel Gleichberechtigung verpflichtet. Wir wollen damit Mädchen in ihren Rechten, ihrer Autonomie und ihren Führungspotenzialen stärken“, erklärte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Mitten in Hamburg baut die Stiftung Hilfe mit Plan nun ein Haus, von dem aus die Arbeit von Plan International für die Rechte der Mädchen gestaltet und koordiniert werden soll,“ ergänzte Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland und der Stiftung Hilfe mit Plan. „Insbesondere sollen Mädchen und junge Frauen dabei unterstützt werden, ihr Leben selbstbestimmt zu führen und mit ihrem Potenzial ihre eigene Gemeinde und ganze Gesellschaften nachhaltig zu verändern.“ 

Das neue Haus ist der globalen Plan-Bewegung Because I am a Girl gewidmet. Bereits seit 2003 legt Plan International einen zusätzlichen Fokus auf die Arbeit mit Mädchen. Den Impuls dazu gab auch Senta Berger. Auf einer Reise mit Plan International durch Nepal traf sie auf ein kleines Mädchen in Lumpen, das trotz eisiger Kälte barfuß lief, während der Bruder Schuluniform und Schuhe trug. Auf Senta Bergers Frage, warum die Tochter so offensichtlich benachteiligt wird, antwortete die Mutter: „Because she is a girl - Weil sie ein Mädchen ist.“

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news-723 Tue, 20 Jun 2017 09:56:00 +0000 Schutz von Geflüchteten: „Mit ihnen sprechen, nicht über sie“ https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/schutz-von-gefluechteten-mit-ihnen-sprechen-nicht-ueber-sie.html Plan International Deutschland und junge Flüchtlinge geben Bundesfamilienministerium Feedback zur Situation in deutschen Unterkünften Flüchtlinge in Deutschland dürfen nicht isoliert werden: Plan International Deutschland war es ein besonderes Anliegen, geflüchtete Kinder und Erwachsene an der Überarbeitung bundeseinheitlicher Mindeststandards zu ihrem Schutz in Flüchtlingsunterkünften zu beteiligen. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni macht die Kinderhilfsorganisation darauf aufmerksam, wie wichtig es für den Schutz von Geflüchteten ist, sie zu ihrer Situation zu befragen. Ihr Feedback zeigt, dass die Bedeutung der Mindeststandards auch unter den Geflüchteten unbestritten, ihre Umsetzung jedoch nicht überall Realität ist.

Bei einem Besuch im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) überreichten Jugendliche aus Hamburger Unterkünften ihre gemeinsam mit Plan International Deutschland erarbeiteten Empfehlungen an Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär des Bundesfamilienministeriums, und an UNICEF. „Ich freue mich, dass die Jugendlichen sich auf den Weg nach Berlin gemacht haben, um ihre Sicht der Dinge persönlich zu schildern“, sagte Kleindiek. „Die Menschen in den Flüchtlingsunterkünften dürfen nicht isoliert werden, wir müssen sie anhören. Es ist sehr wichtig, dass eine Organisation wie Plan International die Menschen fragt, die die Mindeststandards betreffen. Ihr Feedback hilft uns, die Situation in den Unterkünften besser zu verstehen und das Schutzkonzept um wichtige Aspekte zu ergänzen.“

„Mitsprache darf kein Luxus sein, es ist ein Recht“, bekräftigt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Kinder und Jugendliche wollen eingebunden werden in die Prozesse, die sie betreffen. Darum ist es für uns als Kinderrechtsorganisation so wichtig, ihnen eine Stimme zu geben und sie an der Lösungsfindung zu beteiligen. Die Situation in den Flüchtlingsunterkünften lässt sich nur einem Realitätscheck unterziehen und verbessern, wenn wir ihre Blickwinkel einbeziehen.“

Im Rahmen von Gesprächsgruppen und Workshops hatten insgesamt 138 geflüchtete Kinder, Frauen und Männer in den vergangenen Monaten ihre Perspektive geschildert. Ihr Feedback teilte Plan International Deutschland mit dem Bundesfamilienministerium. Die Befragten äußerten den Wunsch nach einer stärkeren und unabhängigeren Überprüfung, was die Umsetzung des Schutzkonzeptes betrifft. Besonders hervorgehoben wurde, wie wichtig es ist, dass es klare Anlaufstellen für die verschiedenen Probleme gibt und auch Frauen als Ansprechpartnerinnen, wie beispielsweise Dolmetscherinnen. Eine weitere Herausforderung stellt der Umgang mit Geflüchteten dar, die sich radikalisieren. Auch hier konnte die Empfehlung der Befragten in die aktuellen Mindeststandards einfließen, was zu tun ist, wenn Einzelne eine Gefahr für andere Bewohnerinnen und Bewohner darstellen.

Unter dem Dach des Bundesfamilienministeriums und UNICEF hat die Bundesinitiative zum „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus weiteren Partnern die deutschlandweiten Mindeststandards überarbeitet. Diese Leitlinien sollen in allen Flüchtlingsunterkünften in Deutschland umgesetzt und eingehalten werden. Es wurde vereinbart, diese Mindeststandards regelmäßig zu aktualisieren. Pünktlich zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen wird die gemeinsam überarbeitete und erweiterte Auflage veröffentlicht.

Plans bisheriges Engagement im Bereich Partizipation zeigte jedenfalls Wirkung: „Alle Jugendliche, mit denen wir sprachen“ berichtet Maike Röttger, „haben ein ganz klares Interesse an der Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft bekundet."

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news-717 Sun, 11 Jun 2017 15:00:00 +0000 Kinderhilfswerk zeigt Weil wir Mädchen sind … in Ahlen https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/kinderhilfswerk-zeigt-weil-wir-maedchen-sind-in-ahlen.html VHS bringt interaktive Ausstellung von Plan International in die Zeche WestfalenMit drei Mädchen ferne Länder besuchen, ab dem 13. Juni 2017 ermöglicht das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland diese ungewöhnliche „Weltreise“ in der Zeche Westfalen. Die VHS Ahlen präsentiert bis zum 3. September 2017 Plans Erlebnisausstellung Weil wir Mädchen sind … und das Publikum kann an zahlreichen interaktiven Stationen den Alltag in Afrika, Asien und Lateinamerika nachempfinden. Viele Exponate können ausprobiert und so Vergleiche mit dem Alltag hierzulande angestellt werden. „Das Leben scheint ein einziges Glücksspiel zu sein und vor allem Mädchen in Entwicklungsländern ziehen ein schweres Los. Das verdeutlicht diese Ausstellung auf sehr persönliche Weise“, sagt die Schauspielerin Nina Vorbrodt. „Plan International verschafft Mädchen und Jungen gerechtere Lebenschancen. Diese Arbeit unterstütze ich sehr gern, auch mit meiner Patenschaft.“

Dr. Alexander Berger, Bürgermeister der Stadt Ahlen, sagte anlässlich der Eröffnung: „Mit den Afrika-Wochen bietet die Stadt Ahlen wieder ein eindrucksvolles Kulturprogramm, das den Blick über den Tellerrand erlaubt. Die interaktive Ausstellung Weil wir Mädchen sind … von Plan International passt dazu hervorragend. Ich freue mich sehr, dass wir diese besondere Schau in Westfalen präsentieren können.“

In der Ausstellung Weil wir Mädchen sind ... nehmen Djenebou aus Mali, Asha aus Indien und Yoselin aus Ecuador das Publikum mit zu einer Visite in ihre farbenfrohen Heimatregionen. Themen wie Gewalt und Zwangsverheiratung werden sensibel auch für ein jüngeres Publikum vermittelt. Die interaktive Schau wendet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren sowie Erwachsene, Familien oder Schulgruppen. Die Veranstalter haben ein umfangreiches Begleitprogramm vorbereitet. Informationen dazu sowie Anmeldungen für Gruppen über die VHS Ahlen, Tel. 02382 59-436, www.vhs-ahlen.de.

Weil wir Mädchen sind … – Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika
13. Juni bis 03. September 2017
Lohnhalle Zeche Westfalen, Weißkaue, Zeche Westfalen 1, 59229 Ahlen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr
Führungen: samstags, sonn- und feiertags um 11:00 Uhr, 14:30 Uhr, 16:00 Uhr
www.plan.de/wwms

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news-707 Wed, 17 May 2017 08:44:23 +0000 Plan International begrüßt Verbot von Kinderheirat unter 18 Jahren https://www.plan.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/plan-international-begruesst-verbot-von-kinderheirat-unter-18-jahren.html Für bestehende Kinderehen fordert Plan International mehr Einzelfallprüfungen Das Kinderhilfswerk Plan International begrüßt, dass das Mindestalter für Ehen in Deutschland auf 18 Jahre heraufgesetzt wird. „Das ist ein wichtiges Signal für die ganze Welt“, sagte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Organisation anlässlich ihrer Rede vor dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages (AWZ), der heute den Gesetzentwurf beraten hat.

„Für uns von Plan International steht der Kampf gegen Kinderehen weltweit im Mittelpunkt unserer Arbeit. Er ist wesentlich, um Gleichberechtigung zu erreichen, Gewalt zu beenden und Armut zu bekämpfen. Deutschland kommt mit dem neuen Gesetz den Empfehlungen des UN Kinderrechts- und des Frauenrechtsausschusses nach. Die Tradition der Früh- und Zwangsverheiratung ist in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas weit verbreitet und betrifft vorwiegend Mädchen. Früh verheiratet zu werden bedeutet für Kinder in aller Regel eine massive Verletzung ihrer grundlegenden in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Menschenrechte wie dem Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung und Gleichbehandlung. Seit vielen Jahren setzen wir uns deshalb weltweit dafür ein, dass Kinder nicht heiraten müssen.“

Maike Röttger machte aber auch deutlich, dass eine pauschale Aufhebung von Ehen, die im Alter unter 16 Jahren geschlossen wurden, überdacht werden muss: „Bei rückwirkender Anwendung könnte das bedeuten, dass eine heute 22-Jährige mit zwei Kindern, die mit 15 Jahren verheiratet wurde, schlagartig recht- und versorgungslos dar stünde. Deshalb ist es so wichtig, dass auch Eheschließungen von unter 16-Jährigen im Einzelfall geprüft werden können.“

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Ehen in Deutschland ausnahmslos erst ab 18 Jahren geschlossen werden dürfen. Ehen, bei denen ein Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung jünger als 16 Jahre alt war, gelten künftig als nichtig. Ehen, bei denen ein Ehepartner das 16. Jahr vollendet hat, aber noch keine 18 Jahre alt ist, sind künftig durch gerichtliche Entscheidungen aufzuheben. Das Jugendamt oder die zuständige Behörde muss in diesen Fällen einen Antrag auf Aufhebung der Ehe beim Familiengericht stellen. Dies gilt auch, wenn die Ehe nach ausländischem Recht geschlossen wurde.

Die Förderung von benachteiligten Mädchen steht im Mittelpunkt der Arbeit von Plan International. Jedes Jahr werden weltweit ca. 14 Millionen von ihnen unter 18 Jahren verheiratet, das sind 39.000 Mädchen am Tag. Viele dieser Mädchen werden sehr jung schwanger, müssen die Schule abbrechen, haben schlechte Berufsaussichten und so kaum eine Chance, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Die  Erfahrungen von Plan International in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen haben gezeigt, dass Bildung hilft, ihr Heiratsalter zu erhöhen. Deswegen setzt sich Plan International mit der globalen Bewegung „Because I am a Girl“ seit vielen Jahren dafür ein, Mädchen den Zugang zu Bildung zu erleichtern.

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