Projektkoordinatorin Gwladys Awo mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des „Change“-Projektes.©Sandra Gätke/Plan
Projektkoordinatorin Gwladys Awo mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des „Change“-Projektes.©Sandra Gätke/Plan
24.11.2015

Schutz von Mädchen in Hamburg vor weiblicher Genitalverstümmelung

Runder Tisch erarbeitet Handreichung für Gefährdungssituationen

Einer Plan-Studie zufolge sind auch in Hamburg lebende Mädchen mit afrikanischen Migrationshintergrund potenziell gefährdet, an den Genitalien verstümmelt zu werden. Um diese wirksam zu schützen, hat der "Hamburger Runde Tisch gegen weibliche Genitalverstümmelung" eine Handreichung erarbeitet. Sie erläutert Handlungsoptionen bei unterschiedlichen Gefährdungssituationen.

Gwladys Awo, Koordinatorin des Plan-Projektes „Change“ gegen weibliche Genitalverstümmelung: „Es ist das erste Mal, dass es uns gelungen ist, alle an einen Tisch zu bringen und festzulegen, wo die Schnittstellen der Zusammenarbeit sind. Weil das Thema Genitalverstümmelung so sensibel ist und mit vielen Tabus belegt ist, gab es vorher viel Unsicherheit. Betroffene, aber auch Lehrkräfte oder andere Fachkräfte, wussten oftmals nicht, an wen sie sich bei Verdachtsfällen konkret wenden sollten, um Hilfe zu bekommen.“

Ob Verdachtsfälle, die in Kitas, Schulen, Beratungseinrichtungen des Opferschutzes oder bei Arztbesuchen auftauchen: Die Handreichung erklärt anhand nachvollziehbarer Fallbeispiele, wie sich staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen austauschen müssen, um Mädchen und junge Frauen zu schützen.

Die Fachveröffentlichung richtet sich an Fachkräfte in den Unterstützungssystemen Kinder und Jugendhilfe, Schule, im Gesundheitssystem und Opferschutz, Polizei, Staatsanwaltschaft sowie Fachkräften aus den Community Gruppen. Sie informiert über Handlungsmöglichkeiten der jeweiligen Berufsgruppen und zeigt gleichzeitig wichtige Schnittstellen und Kooperationspartner innerhalb der Interventionskette auf.

Der „Hamburger Runde Tisch gegen weibliche Genitalverstümmelung“ trifft sich seit April 2012 regelmäßig und setzt sich aus Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Vereinen zusammen.

Die Handreichung „Intervention und Unterstützung bei Weiblicher Genitalverstümmelung – Möglichkeiten interdisziplinärer Fallzusammenarbeit.“ Fachveröffentlichung des überbehördlichen „Hamburger Runden Tisches gegen Genitalverstümmelung“ steht als Download unter www.hamburg.de/opferschutz zur Verfügung und kann als Print-Version bestellt werden unter: publikationen@basfi.hamburg.de.


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