Staatsrat Jan Fries, Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, Susanne Kuznik von der Plan AG-Bremen-Liliental und Kerstin Straub bei der Vorstellung des Mädchenberichts in Bremen. © Plan
Staatsrat Jan Fries, Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, Susanne Kuznik von der Plan AG-Bremen-Liliental und Kerstin Straub bei der Vorstellung des Mädchenberichts in Bremen. © Plan
21.10.2016

Grundbildung von Mädchen in Entwicklungsländern nicht im Fokus der Bundesregierung

Plan International stellt Mädchenbericht 2016 im Bremer Rathaus vor

Hamburg / Bremen, 20. Oktober 2016 – Ein Großteil der Entwicklungsgelder, die die Bundesregierung für den Bereich Bildung zur Verfügung stellt, bleibt in Deutschland. So flossen 2014 von den 1,4 Milliarden Euro für Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit nur 126 Millionen in die Förderung von Grundbildung von Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern. Über die Hälfte der Gelder blieb in Deutschland zur Finanzierung ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen. 

Das ist eines der Ergebnisse des Berichtes „Bildung für Mädchen in der Entwicklungspolitik - Die Bundesregierung auf dem Prüfstand“, den die Kinderhilfsorganisation Plan International Deutschland am Donnerstagabend im Bremer Rathaus vorstellte. Plan International engagiert sich seit Jahren im Rahmen der weltweiten Bewegung Because I am a Girl mit großem Nachdruck für die Rechte von Mädchen. Der Mädchenbericht 2016 setzt sich kritisch damit auseinander, inwieweit sich die Bundesregierung für die Bildung von Mädchen in Entwicklungsländern engagiert und wieviel Gelder sie dafür zur Verfügung stellt. Dazu wurden 334 Bildungsprojekte unter die Lupe genommen.

Über 80 Gäste waren zu der Vorstellung des Berichts in das Bremer Rathaus gekommen. Jan Fries, Staatsrat der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, eröffnete den Abend: „Mädchen haben in vielen Ländern schlechtere Chancen als Jungen. Gerade in den armen Teilen dieser Welt fehlt ihnen oft der Zugang zu Elementarbildung. Darauf machen der diesjährige Mädchenbericht und Because I am a Girl eindringlich aufmerksam. Auch wenn sich Plan International mit seinen Analysen und Forderungen an die Bundespolitik richtet, sind auch Städte und Regionen, ja alle Einzelnen von uns gefragt, was getan werden kann, um dem Ziel ‚Chancengleichheit für alle Mädchen und Jungen auf dieser Welt‘ näher zu kommen.“ 

„Für Plan International sind die Ergebnisse des Berichts besorgniserregend, da die Bundesregierung ihrem Versprechen nicht nachkommt“, sagte Kerstin Straub, Leiterin der Kommunikation von Plan International Deutschland, die den Bericht und die daraus folgenden Forderungen am Donnerstag in Bremen präsentierte. „Besonders betroffen von der ungleichen Verteilung der Mittel sind Mädchen in vielen afrikanischen Ländern. In den ärmsten Ländern schließt nur etwas mehr als die Hälfte aller Mädchen die Grundschule ab und nur jedes vierte Mädchen südlich der Sahara kann eine weiterführende Schule besuchen. Die Bundesregierung hat sich über die Nachhaltigkeitsziele jedoch verpflichtet, bis 2030 alles zu tun, damit Mädchen und Jungen weltweit kostenlose und qualitative Grund- und Sekundarschulbildung erhalten. Will sie dieses Ziel erreichen, müsste sie zehn Prozent ihrer Gesamtausgaben für Entwicklungszusammenarbeit für den Bereich Grundbildung ausgeben.“
 
Bärbel Reimann, Vertreterin der Landesbeauftragten für Frauen, bestätigte: „Mich persönlich bestärkt der Plan-Mädchenbericht jedes Mal aufs Neue in meiner Arbeit. Die Länder südlich der Sahara und in anderen Teilen der Erde mögen weit weg scheinen. Aber auch in Bremen wissen wir von Beschneidung von Mädchen, von Zwangsheirat, von Nötigung und Gewalt oder einfach bloß fremdbestimmter Lebenswege, nur weil sie Mädchen sind. Diese Realitäten sind mit den Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, deutlich näher an unsere gerückt und geben uns deutliche Aufgaben. Die fundierte Analyse von Plan International wird hoffentlich etwas bewirken.“

Fotos und Hintergrundinformationen zum Welt-Mädchentag können heruntergeladen werden unter:

www.plan.de/welt-maedchentag
 
Sendefähiges Film-Rohmaterial zur Situation von Mädchen in Afrika steht zum Download bereit unter:  http://www.presseportal.de/pm/18591/3449222

Fotos und weitere Informationen:
•         Barbara Wessel, Pressereferentin, Tel. 040 61140-204 
•         Fax:  040 61140-141  / E-Mail: presse@plan.de oder www.plan.de


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