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Berufliche Perspektiven für Jugendliche
Jugendliche in ländlichen Regionen Boliviens haben es schwer, eine bezahlte Arbeit zu finden. Mit diesem Projekt wollen wir Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. © Plan International

Berufliche Perspektiven für Jugendliche

In diesem Projekt fördern wir die Jugendbeschäftigung in Bolivien. Wir bieten jungen Menschen Ausbildungen in verschiedenen Bereichen der Tierhaltung, der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten sowie im ländlichen Tourismus. Außerdem erhalten sie Unterstützung bei der Gründung eigener Unternehmen. Unser Ziel ist es, den jungen Frauen und Männern ein regelmäßiges Einkommen und langfristige Perspektiven zu ermöglichen.

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Das Projekt in der Übersicht

Projektregion:
Altiplano, Tarija, Santa Cruz

Projektlaufzeit:
Juni 2019 - November 2022

Ziel:

  • Sichere und menschenwürdige Arbeitsplätze für junge Frauen und Männer
  • Finanzielle Sicherheit für junge Familien

Maßnahmen:

  • berufliche Schulungen für 1.618 Jugendliche und junge Erwachsene
  • Startkapital und Unterstützung bei der Gründung von Unternehmen
  • Ausbildungen im ländlichen Tourismus
  • Förderung landwirtschaftlicher Projekte, insbesondere der Zucht von Lamas, Ziegen und Schafen
  • Stärkung der Gleichberechtigung

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Was uns in Bolivien erwartet

Jugendliche, die in ländlichen Regionen leben, haben es in Bolivien schwer, eine bezahlte Arbeit zu finden. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und der Reichtum im Land sehr ungleich verteilt. 30 Prozent der jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren erhalten für ihre Arbeit keinen Lohn, da sie für ihre Familien zum Beispiel in der Landwirtschaft arbeiten. Eine hohe Ungleichheit im Zugang zu Bildung und Arbeit herrscht auch zwischen den Geschlechtern. So gehen junge Frauen viel seltener einer bezahlten Beschäftigung oder Ausbildung nach als Männer.

Auch in den ländlichen Projektregionen Altiplano und Tarija gibt es nur wenige Unternehmen, die jungen Menschen Arbeit bieten. Oft verlassen die Jugendlichen deshalb ihre Dörfer und emigrieren in die Nachbarländer. In der städtischen Projektregion Santa Cruz de la Sierra sind viele junge Menschen in informellen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Die Verdienste liegen weit unter dem nationalen Mindestlohn. Die Arbeitsbedingungen sind meist prekär und bieten keinerlei soziale Absicherung.

 

Unsere Ziele und Maßnahmen

Mit diesem Projekt wollen wir Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren und insbesondere jungen Frauen die Möglichkeit geben, ihre beruflichen Fähigkeiten und damit ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Dafür unterstützen wir sie, eigene Unternehmen zu gründen, und bieten berufliche Ausbildungen an. Ziel ist es, dass die jungen Menschen Zugang zu sicheren und menschenwürdigen Arbeitsplätzen erhalten, die ihnen langfristige Beschäftigung und ein angemessenes Einkommen bieten. Darüber hinaus wollen wir mit diesem Projekt zur Gleichberechtigung beitragen, indem junge Frauen und Männer lernen, bestehende Rollenbilder und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen.

Eine junge Frau macht sich selbstständig

Helida hat in den vergangenen Jahren schon vielen ihrer Freunde Lebewohl sagen müssen, als diese in die Stadt zogen, um dort ein besseres Leben und bessere Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Helida hat oft gedacht, dass sie das Gleiche tun würde: ihr Dorf verlassen und in die Stadt gehen.

Doch dann hat Plan in ihrem Dorf ein Projekt gestartet, um Jugendliche beruflich zu fördern. Helida hat unternehmerische Schulungen besucht und angefangen, Hühner zu züchten. Innerhalb kurzer Zeit konnte sie ihren Geflügelbestand verdreifachen. Jetzt hat sie einen neuen Traum: Sie möchte studieren und Agraringenieurin werden. „Ich würde gern expandieren und eine Milchfarm mit Kühen aufbauen“, sagt sie.

In den ländlichen Regionen Tarija und Altiplano bietet die Zucht von Lamas, Ziegen und Schafen gute Einkommensmöglichkeiten. Im Rahmen des Projektes machen deshalb 930 Jugendliche und junge Erwachsene (70 Prozent von ihnen Mädchen und junge Frauen) Ausbildungen in verschiedenen Bereichen der Tierhaltung. Zu den Ausbildungsinhalten zählen neben der Aufzucht und Pflege der Tiere auch die Herstellung von Futtermitteln, das Management von Weideflächen und Grundlagen der Tiermedizin.

63 Jugendliche, die bereits Erfahrung in der Aufzucht von Tieren haben, erlernen in Schulungen die Weiterverarbeitung von Tierprodukten. So lassen sich mit der Wolle von Lamas und Schafen beispielsweise Webereien aufbauen. Die Milch der Ziegen und Schafe kann für die Herstellung von Käse verwendet werden, und auch für das Fleisch und Leder von Lamas haben sich in den vergangenen Jahren lukrative Märkte entwickelt.

40 junge Frauen und Männer machen eine zweijährige Ausbildung im Bereich des ländlichen Tourismus, die  sie mit einem Zertifikat der Universität abschließen. Schwerpunkte der Ausbildung sind Reiseführung sowie Bergsteigen und Trekking zu den Lagunen im Hochland. Die Jugendlichen erlernen die technischen Fähigkeiten, wie Klettern und Navigation, und stärken ihre sozialen Kompetenzen für den Umgang mit den Touristinnen und Touristen.

In der städtischen Projektregion Santa Cruz besuchen 360 Jugendliche und junge Erwachsene Schulungen  in den Bereichen Gastronomie, Verkauf von Obst und Gemüse sowie Herstellung von Konfitüren und anderen Fruchterzeugnissen.

Da der Schwerpunkt der beruflichen Schulungen auf der Entwicklung von Wirtschaftsunternehmen liegt, werden vor allem die unternehmerischen Kenntnisse der jungen Frauen und Männer gestärkt: angefangen bei der Erstellung von Geschäftsplänen und Grundlagen der Betriebswirtschaft  bis hin zu Kundenbetreuung und der Präsentation von Produkten. Besonders erfolgversprechende Geschäftspläne erhalten eine Anschubfinanzierung. Für 225 junge Frauen und Männer in Santa Cruz bieten wir Schulungen zur Vorbereitung auf eine Arbeitsstelle an. Dabei lernen sie unter anderem, wie sie  Bewerbungen schreiben und sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, Praktika in lokalen Unternehmen zu absolvieren und so den Arbeitsalltag kennenzulernen.

Das Projekt wird sehr dazu beitragen, die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen nachhaltig zu verringern. Denn durch die Reduzierung von Frauen auf ihre familiäre Rolle werden ihnen häufig wichtige Entwicklungschancen genommen – mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Lebensqualität.

Um dieser Benachteiligung entgegenzuwirken, richtet sich dieses Projekt zu 70 Prozent an Mädchen und junge Frauen. Durch die Gründung eigener Unternehmen soll sich ihr Lebensstandard entscheidend und langfristig verbessern. Gleichzeitig stärken wir die jungen Frauen, damit sie mehr Einfluss auf ihr eigenes Leben und die Entwicklung ihrer Gemeinde nehmen können.

Aktuelle Projektbeschreibung

Exemplarische Projektkosten

49 EUR:
kostet eine vierstündige Schulung zur Weiterverarbeitung von Tierleder

78 Euro:
werden für den Bau eines Stalls mit Wassertränke und Futtertrog benötigt

457 Euro:
brauchen wir zur Errichtung eines lokalen Wassersystems zur Versorgung der Tiere und der Landwirtschaft

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