Michael und Monika Hug mit ihrem Patenkind Manjil (re.), dessen Bruder Mandip und Mutter Mandira.

Namaste - Willkommen in Nepal!

Nach neun Jahren Briefkontakt besuchten Michael Hug und seine Frau Monika aus dem baden-württembergischen Herrenberg ihr Patenkind Manjil in Nepal. Bei ihrem Aufenthalt im Distrikt Magwanpur konnte sich das Ehepaar einen Überblick über die Arbeit von Plan International verschaffen und den 16-jährigen Manjil und seine Familie kennenlernen. Lesen Sie nachfolgend ihren Bericht.

Patenbesuch bei Manjil

Im April 2009 haben wir Nepal das dritte Mal besucht. Unser erster Besuch liegt bereits 20 Jahre zurück und hat uns dazu bewegt, zur Entwicklung dieses Landes indirekt durch eine Patenschaft und Unterstützung eines Patenkindes, unserem Manjil, beizutragen.

Die diesjährige Reise beinhaltete auch eine Trekking-Tour um den Annapurna und den Besuch des Chitwan Nationalparks. Der Höhepunkt jedoch war definitiv der Besuch von Manjil, seiner Familie und Gemeinde. Der Tag des Kennenlernens war für den 22. April angesetzt und wir hatten im Voraus einige E-Mails mit dem Plan Team vor Ort ausgetauscht, um die Details unseres Besuchs zu besprechen.

Reisevorbereitungen

Am Tag vor dem Treffen reisten wir von Chitwan nach Hetauda, wo wir Anil Deoja, den Patenschaft Programm Manager des Bezirks Magwanpur kennenlernten. Anil gab uns einen Überblick in die Arbeit von Plan Nepal und ein paar Tipps für den anstehenden Besuch. Er lud uns in das Programmbüro in der Stadt ein, wo wir weitere Informationen über die Organisation und Arbeitsweise von Plan Nepal erhielten. Er erklärte uns Plans Programmphilosophie und –grundsätze. Darüber hinaus gewannen wir Einblick in die Arbeit der Bereiche Entwicklung und Unterstützungsschwerpunkte. Anil schenkte uns einen beachtlichen Teil seiner kostbaren Zeit, um uns die vielen Details der Arbeit von Plan in einem Programmland zu erörtern.

Anil holte uns am Tag des Besuchs im Hotel ab und wir fuhren mit dem Plan Jeep durch das unebene Gebiet in die Nähe des Dorfes, wo Manjil zusammen mit seiner Familie lebt. Sie können sich vorstellen, dass das Treffen mit Manjil, mit dem wir uns seit neun Jahren schriftlich austauschen, der wichtigste Teil des Tages war.

Zuhause bei Manjil und seiner Familie

Eingeladen in Manjils Zuhause standen wir Manjil und seiner Familie nun endlich das erste Mal von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Es war ein sehr bewegender Moment. Ein Tag, den wir niemals vergessen werden. Die Familie begrüßte meine Frau Monika und mich mit Blumenketten und lud uns in ihr Wohnzimmer im oberen Stock des Hauses ein. Nach dem Überreichen der Geschenke tauschten wir Geschichten über uns aus. Viel Aufmerksamkeit widmete Manjil dem Fotobuch, das wir extra für ihn zusammengestellt hatten. In dem Buch kann er sehen, wo und wie wir in Deutschland leben und erhält Informationen über unsere Familien und alle möglichen Hinweise und Bilder dazu, wie wir unsere Freizeit verbringen.

Ich war froh, zu sehen, dass sich Manjil, der eine Woche zuvor 16 Jahre alt geworden war, guter Gesundheit erfreut und in einer Umgebung aufwächst, in der er sich entfalten kann. Seine Mutter ist eine sehr engagierte und starke Frau, die ihm und seinem Bruder Mandip ein schönes Heim bereitet.
Manjils Schule ist nur fünf Minuten von seinem Haus entfernt und er erzählte mir, was er gerne mag und was er nach Abschluss der Schule machen möchte. Seine Pläne sind vielversprechend und ich wünsche ihm, dass sich sein Wunsch, Biologe zu werden, erfüllt.
Der Besuch und der persönliche Austausch untereinander waren so herzlich, das wir das Gefühl hatten, uns seit vielen Jahren zu kennen und schon zahlreich getroffen zu haben.

Vorschule, Bio-Gemüse und Mikrokredite – Plan-Projekte vor Ort

Um uns ein Bild von den Entwicklungen vor Ort zu machen, durften wir einen Kindergarten, Bio-Landwirtschaft und die Mikrofinanzinitiative besichtigen. Manjil begleitete uns bei dieser Tour, so konnten wir noch ein paar Stunden miteinander verbringen. 

Der erste Abstecher führt uns zu einem der 198 Kindergärten, die allein im Distrikt Magwanpur von Plan errichtet worden sind. Wir erfuhren, was die kleinen drei- bis fünfjährigen Kinder in der Vorschule lernen und spielen. Die Kinder führten eine kleine, bezaubernde Vorstellung auf, sangen und tanzten für uns, die Lehrerin erzählte von ihrer alltäglichen Arbeit. Der größte Erfolg für die Kindergärten/Vorschulen ist die Akzeptanz und Anerkennung der Arbeit durch die lokale Regierung. Sie übernahm die Verantwortung von Plan für diese Einrichtungen und führt die Arbeit nun in ihren Grundzügen fort.

Weiter ging es zu einer Bio-Bauern-Kooperative. Plan bietet Unterstützung für die Bio-Landwirtschaft Kooperative im Dorf an, die von einigen Bauern ins Leben gerufen wurde. Sie pflanzen Gemüse in ihren Gärten und bewirtschaften zusätzlich Felder. Bei einem Spaziergang über die Felder durften wir frische Gurken mit echtem, intensiven Geschmack kosten. Biologischer Anbau ist hier noch immer im Entstehungsprozess, erzielt aber von Tag zu Tag mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung durch die nepalesischen Konsumenten. Ich wünsche den Bauern Durchhaltevermögen für ihre Mission für einen besseren Weg des Anbaus.

Von fünf auf fünfzigtausend

Das letzte Projekt, das wir kennenlernen durften, war die Mikrofinanzinitiative der Frauen. Bereits vor elf Jahren riefen einige engagierte Frauen mit Hilfe von Plan die erste Mikrofinanzierung hier im Dorf ins Leben. Plan erklärte uns, wie das Prinzip funktioniert, wo die Schwerpunkte liegen und wie sich die Initiative in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Zu Beginn legten die Frauen fünf Rupien pro Monat zur Seite, heute können sie Kredite von bis zu 50.000 Rupien anbieten. Die Anzahl der finanziellen Transaktionen ist unglaublich und sie erhalten gerade Unterstützung von Plan, um ihre Einrichtung zu sanieren.

Bei allen Projekten konnten wir feststellen, wie engagiert und nachdrücklich die Bewohner sich einbringen und welche Erfolge sie damit erzielen.

Interessant? Weitersagen: