Plan International Deutschland e.V.https://www.plan.dePlan Deutschlandde-DEPlan International Deutschland e.V.Tue, 29 Sep 2020 13:23:07 +0000Tue, 29 Sep 2020 13:23:07 +0000www.plan.denews-1631Fri, 25 Sep 2020 08:52:25 +0000Fünf Jahre Globale Nachhaltigkeitszielehttps://www.plan.de/news/detail/fuenf-jahre-globale-nachhaltigkeitsziele.htmlDie Corona-Pandemie bremst die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele. Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger fordert globale Anstrengungen, um die Ziele zu erreichen. Als sich die UN-Mitgliedsstaaten auf die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verständigten, war das Weltgeschehen geprägt von vielfältigen Krisen: Bürgerkrieg in Syrien, Flucht über das Mittelmeer, IS im Nahen Osten, Griechenland und der Euro, Terror in Frankreich. Angesichts dieser Entwicklungen war es ein gutes Zeichen, als sich 193 Regierungschef:innen im Frühherbst 2015 auf gemeinsame Grundsätze einigten: Bis zum Jahr 2030 soll die Welt für alle Menschen gerechter, sozialer und ökologischer werden - mithilfe von 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals - SDG). Zu diesem Zeitpunkt war eine Krise nicht vorherzusehen: Covid-19. 

Am heutigen 25. September werden die SDGs fünf Jahre alt. Die Arbeit von Plan International ist eng mit den Zielen der Agenda 2030 verknüpft. Die Kinderrechtsorganisation orientiert sich in ihrer strategischen Ausrichtung an den Entwicklungszielen, sodass alle Projekte in ihren Programmländern sowie in Deutschland zur Unterstützung von Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, auf das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele einzahlen - insbesondere auf sieben der 17 Ziele:

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
SDG 4: Hochwertige Bildung
SDG 5: Geschlechtergleichstellung
SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
SDG 10: Weniger Ungleichheiten
SDG16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
 
Indes sorgt der Ausbruch der Corona-Pandemie für eine beispiellose Bedrohung für das Gesundheitswesen und das Wirtschaftsleben. Ein Drittel der vorgesehenen Zeit zum Erreichen der SDGs ist vorbei und im Schatten der aktuellen Krise wird es noch schwieriger, die Nachhaltigkeitsziele zum Schutz des Planeten zu erreichen. Moderate Fortschritte in den ersten Jahren nach der Formulierung der SDGs wurden durch Corona zunichte gemacht. Die UN kommt in ihrem aktuellen Entwicklungsbericht zu dem Schluss, dass in den Ländern des Globalen Südens gerade die Schwächsten - darunter Kinder, ältere Menschen, Migrant:innen und Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen sowie indigene Bevölkerungen - Gefahr laufen, noch härter von den Auswirkungen der Pandemie getroffen zu werden. Überall auf der Welt seien junge Menschen unverhältnismäßig stark betroffen, insbesondere in der Arbeitswelt. Mädchen und Frauen sehen sich mit neuen Barrieren und neuen Bedrohungen konfrontiert, die von Gewalt bis zur zusätzlichen Belastung durch unbezahlte Betreuungsarbeit reichen. 

„Der Ausbruch der Pandemie hat bestehende Ungleichheiten und Missstände verstärkt und damit die Umsetzung der SDGs abgebremst“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International. Besonders hervorzuheben sei dabei das SDG 5 – Geschlechtergerechtigkeit. Über den eigenen Körper bestimmen, bei Entscheidungen mitreden, gewaltfreies Aufwachsen – das sollte überall auf der Welt für Mädchen und Frauen möglich sein. „Tatsächlich aber werden Mädchen immer noch benachteiligt. Sie gehen seltener zur Schule und dürfen häufig ihren Ehepartner und den Zeitpunkt der Eheschließung nicht selbst aussuchen.“ Oft könnten Frauen nicht entscheiden, ob und wann sie schwanger werden oder würden Opfer schädlicher, menschenrechtsverletzender Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung. „Diese Gefahren potenzierten sich während der Pandemie. „Umso mehr sind nun globale Anstrengungen gefragt, die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, lautet Maike Röttgers Appel.

Deutschland belegt laut eines entsprechenden Berichts, den unter anderem die Bertelsmann Stiftung verfasst hat, im internationalen Vergleich Platz fünf: Zu gut 80 Prozent hat die Bundesrepublik danach die Ziele erfüllt. Besser abgeschnitten haben Schweden, Dänemark, Finnland und Frankreich; zu den Schlusslichtern gehören auch Plan-Programmländer wie Südsudan und die Zentralafrikanische Republik. Den größten Handlungsbedarf hierzulande sehen die Autor:innen des Berichts bei den SDGs 12 („verantwortungsvolle Konsums- und Produktionsmuster“), 13 („Maßnahmen zum Klimaschutz“) und 14 („Leben unter Wasser“). 

„Die SDGs sollen bis 2030 überall realisiert werden, also auch in Deutschland“, sagt Maike Röttger. „Deshalb geht unsere Arbeit entlang der Nachhaltigkeitsziele weiter. Sie sind unser Kompass zurück zur Normalisierung.“  

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news-1628Mon, 21 Sep 2020 06:08:51 +0000Marc Cain: „Mini Me Charity Edition“ zum internationalen Weltkindertag https://www.plan.de/news/detail/marc-cain-mini-me-charity-edition-zum-internationalen-weltkindertag.htmlAnlässlich des internationalen Weltkindertages am 20. September hat das Premium Modelabel Marc Cain sein erstes Kinder-T-Shirt mit Leo-Print entworfen und spendet pro verkauftem Charity T-Shirt 10 Euro an das Plan Projekt „Allin Mikuna - Kinder gesund ernähren“ in Peru. Das T-Shirt wird zusammen mit dem passenden Mama-T-Shirt als limitierte „Mini Me Charity Edition“ angeboten. Mit dem Projekt „Allin Mikuna“ verbessert Plan die Ernährungs- und Gesundheitssituation der Kinder in vier Distrikten der Provinz Paucartambo in Peru. Dafür unterstützen wir 600 Familien mit Kindern unter fünf Jahren, damit sie sich ihre Lebensgrundlagen sichern und ihre Kinder gesund ernähren können.

„Kinder liegen uns ganz besonders am Herzen. Für mich ist es so inspirierend die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen, sagt Katja Foos, Marc Cain Director Design. „Ich finde es herrlich, dass wir diesen Blick mit unserer ersten „Mini Me Charity Edition“ und dem gemalten Kinder-Leo kreativ umsetzen können. Außerdem ist es eine Hommage an die besondere Bindung, die zwischen Mutter und Kind besteht. Dass wir damit die wertvolle Arbeit von Plan International Deutschland unterstützen können rundet das Projekt perfekt ab.“

Die Cause-Related-Marketing-Aktion geht bis zum 31. Oktober 2020 und ist bereits die vierte Kooperation des Modeunternehmens mit Plan International. 
 

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news-1626Wed, 16 Sep 2020 10:31:34 +0000Nachhaltige Sensibilisierung zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelunghttps://www.plan.de/news/detail/nachhaltige-sensibilisierung-zum-schutz-vor-weiblicher-genitalverstuemmelung.htmlIn Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 64.000 Mädchen und Frauen, die von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen sind. Mit dem von der EU - und seit 2016 auch von Stiftung Hilfe mit Plan - geförderten Projekt „Let’s CHANGE“ hat Plan International die Ausbildung sogenannter CHANGE-Agents unterstützt, die die Familien für das Thema sensibilisieren. Gestern fand eine große virtuelle Abschlusskonferenz statt, die Arbeit der CHANGE-Agents ist damit beendet.„Wir haben viele Menschen erreicht – Frauen wie Männer“, so eine Mitarbeiterin des Projekts. “Inzwischen ist unser Engagement gegen den Einsatz von weiblicher Genitalverstümmelung in den Communities so bekannt, dass unsere Multiplikator:innen nicht mehr um den heißen Brei herumreden müssen, sondern das Thema direkt ansprechen können. Das ist zwar noch nicht in allen Communities möglich, aber wir sind mit unserer Aufklärungsarbeit einen großen Schritt weitergekommen.“

Acht junge Frauen und Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern wurden im letzten Projektabschnitt in den vergangenen zwei Jahren von Projektkoordinatorin Gwladys Awo zu sogenannten CHANGE-Agents ausgebildet. In einer Reihe von Schulungen setzten die Teilnehmer:innen  sich mit den religiösen, sozialen, medizinischen und rechtlichen Aspekten der weiblichen Genitalverstümmelung auseinander. Die Aufgabe der CHANGE-Agents war es, das Thema in als Multiplikator:innen in ihre Communities hineinzutragen und über die gesundheitlichen und psychischen Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation / Cutting, kurz: FGM/C) aufzuklären.

Konstruktiver Austausch nach anfänglichen Schwierigkeiten

Darüber hinaus wurden in Hamburg in den letzten zwei Jahren sechs CHANGE-Trainer:innen ausgebildet, die Workshops für Fachkräfte verschiedener Berufsgruppen und Behörden durchführten - zum Beispiel für Mitarbeiter:innen von Einrichtungen für Geflüchtete, Kindertagesstätten, Familienberatungsstellen und sozialen Diensten. Die Beratung wurde gut angenommen. Einer der Trainer, ein in Hamburg tätiger Imam, schulte die männlichen Mitglieder seiner Moschee. Er berichtete über die Schwierigkeiten, das Tabuthema als Mann an Männer weiterzugeben und einen offenen Diskurs anzuregen. Doch schließlich kam es zu einem konstruktiven Austausch und man war sich einig, dass FGM/C gestoppt werden muss.

Mit einem Flyer im Pocket-Format auf Deutsch, Englisch und Französisch, die für das Thema sensibilisiert, richtet sich Plan an alle von FGM/C betroffenen Gemeinden in Europa. Um eine Stigmatisierung zu vermeiden, wurde das kleine Heft so illustriert, dass es auch für Analphabeten verständlich ist. Mitte September diesen Jahres fand schließlich eine virtuelle Abschlusskonferenz statt, in der die Projektergebnisse und Erfahrungen mit einem Fachpublikum, Vertreter:innen aus Politik und den zuständigen Behörden der involvierten Länder geteilt wurden.

Auch wenn Let’s CHANGE nun abgeschlossen ist, der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung/beschneidung geht weiter.
 

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news-1623Tue, 15 Sep 2020 07:33:01 +0000Schwarzkopf: Bildung für Mädchen und junge Frauen in Chinahttps://www.plan.de/news/detail/bildung-fuer-maedchen-und-junge-frauen-in-china.htmlSchwarzkopf und Plan International starten ihr drittes gemeinsames Projekt in der Region Shaanxi.Ab Juli 2020 realisieren Schwarzkopf und Plan das Individualprojekt „Technology Advances Youth Employment“ für junge Erwachsene in China. In den kommenden zwei Jahren erhalten 660 Frauen und Männer zwischen 16 und 30 Jahren aus der chinesischen Provinz Shaanxi, davon 80% Mädchen und junge Frauen, eine umfassende Berufsausbildung im technologischen Bereich

Ziel des Projekts ist es, die jungen Erwachsenen, die allesamt aus benachteiligten Verhältnissen oder ethnischen Minderheiten stammen, berufliche Qualifizierung in den stark nachgefragten Bereichen Programmieren, digitales Produktionsdesign, Photographie- und Filmbearbeitung zu ermöglichen. Darüber hinaus werden durch die Ausbildung traditionelle Geschlechterrollen aufgebrochen und die jungen Menschen erlangen durch Bewerbungstrainings und anschließende Beschäftigungsmöglichkeiten auch wirtschaftliche Unabhängigkeit. 

„Dank der langjährigen Partnerschaft mit Schwarzkopf können wir zwei weitere Jahre junge Menschen in Shaanxi dabei unterstützen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit einer Ausbildung im technologischen Bereich schaffen sich die teilnehmenden Frauen so eine sehr gute Basis, ihre Zukunft aktiv zu gestalten und wirtschaftlich unabhängig zu sein“, so Wolfgang Porschen, Geschäftsführer Marketing und Fundraising von Plan International

Mehr zu dem Engagement von Schwarzkopf bei Plan seit 2016 finden Sie hier
 

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news-1621Thu, 10 Sep 2020 10:15:23 +0000Starke Partner: Plan International und Beiersdorf helfen gemeinsamhttps://www.plan.de/news/detail/starke-partner-plan-international-und-beiersdorf-helfen-gemeinsam.htmlPlan International und der Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf arbeiten ab sofort gemeinsam daran, die Situation von Mädchen und jungen Frauen in Ecuador, Kolumbien und Brasilien zu verbessern. Der Ausbruch von Covid-19 hat viele Länder in Lateinamerika hart getroffen. In Ecuador, Kolumbien und Brasilien gehören in erster Linie Kinder, Mädchen und jungen Frauen sowie Geflüchtete vor allem aus Venezuela zu den Leidtragenden. Die Corona Lockdowns haben zu Schulschließungen und einem Anstieg von häuslicher und geschlechterspezifischer Gewalt geführt. Die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bleibt dabei in vielen Fällen auf der Strecke.

Ab dem 09. September startet eine Vielzahl von Projekten, die Mädchen und junge Frauen darin stärken, ihr Recht auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben wahrnehmen zu können. Die Projekte decken vielfältige Bereiche vor Ort ab. Plan International verteilt insbesondere an Geflüchtete Hygienekits mit Binden, Unterwäsche, Handwaschseife, Zahnbürsten und Zahnpasta. Darin enthalten sind auch Informationsbroschüren rund um die Prävention von Covid-19.

Besonders stark betroffene Familien, alleinerziehende Mütter und Überlebende sexueller Gewalt erhalten finanzielle Unterstützung für Nahrungsmittel und Unterkünfte. Damit junge Frauen ihr Recht auf Bildung und auf ein gewaltfreies Leben wahrnehmen können, lernen sie in Online- und Offlineworkshops mehr über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte, Prävention von und Reaktion auf geschlechterbasierte Gewalt und Verhinderung von Frühschwangerschaften. Plan entwickelt zusammen mit jungen Frauen und Expert:innen aus den örtlichen Behörden entsprechende Aufklärungskampagnen. Zudem führen wir Schulungen mit Elterngruppen und Jungen durch, um genderstereotypes Verhalten bewusst zu machen und zu verändern.

„Nach einer längeren erfolgreichen Zusammenarbeit in der Vergangenheit, freuen wir uns sehr, dass wir Beiersdorf im Rahmen des internationalen Hilfsprogramms erneut als starken und verlässlichen Partner an unserer Seite haben“, so Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan. „Gemeinsam haben wir die Chance, vor Ort etwas zu bewegen und zahlreichen jungen Frauen und ihren Familien eine Zukunft zu geben.“

Die projektbasierte Zusammenarbeit von Beiersdorf und Plan ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

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news-1615Fri, 28 Aug 2020 12:25:16 +0000Nach der Explosion von Beirut: Mit Theater, Basteln und Sport gegen das Trauma der Kinderhttps://www.plan.de/news/detail/nach-der-explosion-von-beirut-mit-theater-basteln-und-sport-gegen-das-trauma-der-kinder.htmlPlan International leistet Nothilfe mit lokalen Partnern in der libanesischen Hauptstadt. Das Kinderhilfswerk verteilt nicht nur Hygieneartikel und Gesichtsmasken, sondern leistet psychologische Erste Hilfe. Kinder und ihre Familien erhalten Unterstützung, um mit dem Erlebten fertig zu werden.Die Bilder der Druckwelle von Beirut lösten einen weltweiten Schock aus. Am 4. August explodierten rund 3.000 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen der libanesischen Hauptstadt. Mehr als 190 Menschen kamen dabei ums Leben. 6.500 wurden verletzt, darunter nach UNICEF-Angaben rund 1.000 Kinder. Große Teile der Mittelmeermetropole sind verwüstet. Laut Behördenangaben sind Wohnungen von 300.000 Menschen, darunter 100.000 Mädchen und Jungen (UNICEF), beschädigt oder zerstört. Unzählige Bewohnerinnen und Bewohner von Beirut sind traumatisiert. 

Plan International hat unmittelbar nach dem Unglück Nothilfe vor Ort gestartet. „Die Explosion hat eine humanitäre Krise ausgelöst. Tausende von Kindern und ihre Familien brauchen dringend Nahrungsmittel, Wasser und psychosoziale Hilfe. Viele haben alles verloren“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Das Unglück trifft das Land inmitten einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise, die durch die Corona-Pandemie noch einmal verschärft wurde.“

Bereits vor der Explosion waren eine halbe Million Kinder im Land von Hunger bedroht

Kinder gehören zu der am meisten gefährdeten Gruppe im Land. Bereits vor der Explosion waren im Libanon rund eine halbe Million Mädchen und Jungen von Hunger bedroht. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl noch steigen wird. Auch in anderen Bereichen ist das Kindeswohl in Gefahr: Durch Wohnungslosigkeit, Trennung von den Eltern sind sie einem hohen Risiko von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Maike Röttger: „Dabei gilt unsere Sorge insbesondere Mädchen und jungen Frauen. Gerade sie werden in solchen Krisensituationen häufig Opfer von sexueller Gewalt.“

Plan International arbeitet mit lokalen Partnern im Libanon zusammen, um Nahrungsmittel, Hygiene-Kits und lebensnotwendige Güter wie Damenbinden, Windeln, Handdesinfektionsmittel, Seife und Gesichtsmasken an Kinder und ihre Familien zu verteilen. Zudem leistet das Kinderhilfswerk psychosoziale Unterstützung für Kinder, die durch die Explosion verletzt, obdachlos geworden sind oder Familienmitglieder verloren haben. Gerade sie sind anfällig dafür, eine posttraumatische Belastungsstörung oder Angstzustände zu entwickeln. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 60.000 Kinder psychologische Unterstützung brauchen. 

Plan International hilft Kindern und ihre Familien, mit dem erlebten fertig zu werden

Gegenüber Plan International berichten Eltern davon, dass Kinder immer häufiger Schwierigkeiten hätten einzuschlafen, unter Albträumen litten oder Angst hätten, nach draußen zu gehen. Die Furcht, allein gelassen zu werden, führt bei einigen Kindern zu aggressivem Verhalten, ständigem Weinen oder Bindungsproblemen. Christina, eine Mutter, berichtet davon, dass ihr fünfjähriger Sohn sich weigert, in seinem eigenen Bett zu schlafen, seit die Explosion ihr Viertel nahezu vollständig zerstört hat. „Er möchte, dass ich ihn die ganze Zeit im Arm halte. Ich weiß nicht, wie ich ihm Sicherheit vermitteln soll. Ich fühle mich selbst unsicher.“

Plan International organisiert deshalb Aktivitäten für Kinder wie Theater, Basteln, Geschichtenerzählen und Sport, bei denen sie in einer sicheren Umgebung mit anderen interagieren können. Neben der psychologischen Ersten Hilfe gibt Plan International Eltern Hilfestellung bei der Frage, wie sie mit Kindern und Jugendlichen über die Katastrophe sprechen können.

Maike Röttger: „Neben Nahrung, Hygieneartikeln und Unterkünften ist auch psychosoziale Unterstützung erforderlich, um den Kindern und ihren Familien in Beirut zu helfen, mit dem Erlebten fertig zu werden. Sie sollen darüber sprechen und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen können. Wir möchten ihnen auf diese Weise die Möglichkeit geben, ihre Traumata zu überwinden. Den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen, möchte ich herzlich für ihr Engagement danken.“
 

 

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news-1613Wed, 26 Aug 2020 12:00:15 +0000Gemeinsam stark für Kinderschutz und Integrationhttps://www.plan.de/news/detail/gemeinsam-stark-fuer-kinderschutz-und-integration.htmlGemeinsam schaffen der Betreiber fördern und wohnen und Plan International in Hamburger Unterkünften eine sichere und kindgerechte Umgebung, die sich am Bedarf von geflüchteten Kindern und ihren Familien orientiert und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen ermöglicht. Nun trafen sich die Geschäftsführer:innen der beiden Organisationen zu einem persönlichen Austausch.Seit vier Jahren arbeitet Plan International mit fördern und wohnen (f & w) zusammen. Das Sozialunternehmen betreibt in Hamburg vier Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende und an über 100 Standorten in der Hansestadt Unterkünfte für wohnungslose Menschen, darunter auch viele für geflüchtete Familien.  
 
Schon lange war ein persönliches Treffen der Geschäftsführerin und des Geschäftsführers der beiden Hamburger Organisationen geplant, nun hat es endlich geklappt: Dr. Arne Nilsson, Geschäftsführer von fördern und wohnen und Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, trafen sich zu einem persönlichen Austausch im Büro von Plan in Hamburg-Barmbek - und bestärkten ihre Zusammenarbeit: „Das Empowerment der Menschen in unseren Einrichtungen ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben“, sagt Dr. Arne Nilsson von fördern und wohnen. Maike Röttger ergänzt: „Unser Ziel ist, geflüchteten Kindern und ihren Familien die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen.“  
 
Kinder und Jugendliche im Fokus

Plan International Deutschland ist in mehreren Wohnungsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen von fördern und wohnen aktiv. Unter anderem führte Plan mit Unterstützung von f & w in allen bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen Risiko- und Schutzanalysen durch, richtete kindgerechte Rückzugsräume ein, erarbeitet Konzepte zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung und der Resilienz von Erwachsenen und bietet wöchentliche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zum präventiven Kinderschutz an.   

Darüber hinaus stehen fördern und wohnen und Plan International in über 15 Netzwerken sowie Fach- und Arbeitsgruppen in den verschiedenen Hamburger Bezirken im regelmäßigen Austausch und arbeiten gemeinsam an Konzepten zur Stärkung des Kinderschutzes und zur Förderung der Einhaltung der Kinderrechte.

Empowerment als gemeinsames Konzept

Für Dr. Arne Nilsson und Maike Röttger steht fest: fördern und wohnen und Plan International werden sich auch zukünftig gemeinsam für den Schutz der Kinder und ihrer Familien einsetzen und die Zusammenarbeit der beiden Organisationen vertiefen. Ein besonderer Fokus liegt dabei weiterhin auf der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und dem gemeinsamen Ziel, die geflüchteten Familien in die Lage zu versetzen, in unserer Gesellschaft ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
 

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news-1612Wed, 26 Aug 2020 09:20:23 +0000Covid-19: Plan International organisiert erstmals Hilfsprogramm auf drei Kontinenten gleichzeitighttps://www.plan.de/news/detail/covid-19-plan-international-organisiert-erstmals-hilfsprogramm-auf-drei-kontinenten-gleichzeitig.htmlPlan International Deutschland gibt eine globale Antwort auf die globale Krise. Das Kinderhilfswerk legt Programm für humanitäre Hilfe in mehr als einem Dutzend Entwicklungsländern auf und wirbt dafür mehr als fünf Millionen Euro vom Auswärtigen Amt ein.Drei Kontinente, 14 Länder: Plan International Deutschland hat Fördergeld in Millionenhöhe eingeworben, welche das Auswärtige Amt erstmals für ein globales Nothilfeprogramm zur Verfügung stellt. Öffentliche Mittel fließen üblicherweise in Hilfsprojekte, die örtlich begrenzt sind. Um die Auswirkungen der Coronakrise aber wirksamer bekämpfen zu können, leistet Plan International Deutschland die humanitäre Hilfe nun länder- und kontinentalübergreifend - aus einer Hand. „Die globale Krise fordert globale Antworten. Covid-19 macht nicht an Grenzen halt“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass das Auswärtige Amt uns in dem Bemühen unterstützt, die Situation für die betroffenen Menschen in mehreren Ländern gleichzeitig zu verbessern.“ Das Budget des Hilfsprogramms beträgt mehr als fünf Millionen Euro.

Projektstandorte in Südamerika sind Kolumbien, Peru und Ecuador, in Afrika sind es Äthiopien, Uganda, Niger, Nigeria, Kamerun, Mali, Sudan und Südsudan sowie die Zentralafrikanische Republik, und in Asien Myanmar und die Philippinen. Der Ausbruch der Pandemie in diesen Ländern traf eine Bevölkerung, die ohnehin schon unter vielfältigen Krisen zu leiden hat. Die Ausbreitung von Covid-19 bedeutet für die Menschen eine weitere Verschärfung der ohnehin schon schwierigen Lebenssituation. Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte sind nun noch mehr in Gefahr als sie es zuvor schon waren. Es drohen häusliche und sexualisierte Gewalt, Übergriffe durch Terrororganisationen sowie politische Unruhen.

Ziel der Hilfe ist zum einen, die Ausbreitung des Coronavirus‘ einzudämmen und zum anderen die negativen Auswirkungen auf Kinder, Heranwachsende und junge Frauen in Camps von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen sowie in städtischen Slums und örtlichen Gemeinden zu bekämpfen. Gerade diese Bevölkerungsgruppen sind besonders anfällig für die negativen Auswirkungen der Pandemie. Sie können sich nur schwerlich oder gar nicht vor einer Ansteckung schützen und haben keinen oder kaum Zugang zum ohnehin schlecht ausgestatteten Gesundheitssystem. Weil sie ihre Jobs im Zuge der Lockdowns verlieren, fehlt ihnen Geld, um ihre Familien zu versorgen.

Gerade für Mädchen und junge Frauen haben etwa Schulschließungen besonders weitreichende Folgen. Je länger die Schulen geschlossen bleiben, desto höher das Risiko, dass Mädchen nicht wieder dorthin zurückkehren, wenn diese wieder öffnen. „Statt Bildung als Grundlage für ein besseres Leben drohen Zwangsverheiratung und frühe Schwangerschaft. Aus diesem Grund wollen wir mit unseren Nothilfe-Maßnahmen die Auswirkungen der Pandemie insbesondere für Mädchen und junge Frauen verringern“, so Maike Röttger.

Die Plan-Nothilfe in den 14 Ländern fokussiert sich auf drei Themenbereiche. Unter den ersten Bereich fallen die Aufklärung über die Pandemie sowie die Durchführung konkreter Maßnahmen zur Ansteckungsprävention. Dazu baut Plan International Deutschland Handwaschstationen auf und verteilt Hygiene-Pakete mit Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhen. In einem weiteren Bereich geht es um die Stärkung des Kinderschutzes. So erhalten etwa Eltern und Pflegefamilien in den Gemeinden Unterstützung und Beratung bei der Frage, welche Herausforderungen der Lockdown auf das Familienleben haben und wie diese bewältigt werden können. Der dritte Bereich beschäftigt sich ganz praktisch mit dem Zugang zu Nahrungsmitteln. Dafür verteilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisation Essenspakete oder Geld- und Gutscheine.

Das humanitäre Hilfsprogramm ist so angelegt, dass Plan International Deutschland bis Ende dieses Jahres mehr als 390.000 Menschen mit den Maßnahmen erreichen kann. Da das Kinderhilfswerk in allen Regionen bereits vor der Pandemie tätig war, kann es auf seine bestehenden Strukturen zurückgreifen. Darüber hinaus hat Plan International Deutschland die Möglichkeit, flexibel auf den sich ständig ändernden Verlauf der Pandemie zu reagieren. „Je nachdem, wie sich das Virus in den unterschiedlichen Krisengebieten ausweitet oder eingedämmt wird, können wir die Fördermittel innerhalb der 14 Projektländer nach dem jeweiligen Bedarf einsetzen“, so Maike Röttger. „Das verleiht unseren Maßnahmen eine maximale Wirksamkeit.“
 

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news-1609Tue, 18 Aug 2020 11:04:14 +0000Covid-19 in Sierra Leone: Bildung für Mädchen durch Solar-Radioshttps://www.plan.de/news/detail/covid-19-in-sierra-leone-bildung-fuer-maedchen-durch-solar-radios.htmlPlan International hat 25.000 solarbetriebe Radios in abgelegenen Gemeinden des Landes verteilt, um den Zugang zum Fernunterricht während der Corona-Schulschließungen zu ermöglichen.Tausende von Mädchen im ländlich geprägten Sierra Leone haben ab sofort die Möglichkeit, während der Corona-Pandemie am Fernunterricht teilzunehmen. Möglich machen das 25.000 solarbetriebene Radios, die Plan International in den Projektgebieten des westafrikanischen Staates verteilt hat. Die Geräte sollen dazu beitragen, dass Kinder an den Radio-Unterrichtsprogrammen teilnehmen können, die das Land 2014 eingerichtet hatte. Damals mussten die Schulen wegen der Ebola-Epidemie schon einmal geschlossen werden. Die Schulschließungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie in Sierra Leone haben erneut zur Folge, dass viele Mädchen keine Chance mehr haben zu lernen. 

„Schulschließungen betreffen Mädchen und Jungen zunächst zwar gleichermaßen. Es sind aber gerade die Mädchen, die unter den Langzeitfolgen zu leiden haben, denn viele von ihnen werden auch nach der Krise nicht wieder in den Unterricht zurückkehren“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Eltern, die selbst keine Schule besucht haben, fehlt oft das Verständnis für die Bedeutung von Schulbildung. Insbesondere Mädchen müssen häufig zum Einkommen beitragen, im Haushalt zu helfen und auf ihre Geschwister aufzupassen, anstatt für die Schule zu lernen.“ Grund dafür ist das weit verbreitete traditionelle Rollenverständnis, dass Hausarbeit und Kinderbetreuung Frauensache sei. Maike Röttger: „Je länger die Schulen geschlossen bleiben, desto höher ist auch das Risiko, dass Mädchen minderjährig und gegen ihren Willen verheiratet und früh schwanger werden, weshalb sie dann nicht mehr zur Schule gehen können. Durch die Radios bekommen die Mädchen den Lernstoff weiterhin mit. Auf diese Weise erhöhen sich die Chancen, dass sie in die Schulen zurückkehren, sobald diese wieder öffnen.“

Die breite Verteilung und die auf je eine Familie begrenzte Nutzung eines Radios sollen darüber hinaus dazu beitragen, dass die Gefahr, sich mit dem Corona-Virus anzustecken weiter sinkt. „Als wir noch kein Radio zu Hause hatten, musste ich immer zu meinen Cousins, um den Fernunterricht anzuhören“, sagt die 15-jährige Jeneba. „Deshalb haben wir uns sehr gefreut, als wir erfuhren, dass Plan International jetzt auch Radios für uns hat.“

Ja, ich möchte ein Radio schenken!

Die Verteilung der 25.000 Solar-Radios ist eine von vielen Maßnahmen zu humanitären Hilfe, die Plan International - angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen - in über 50 Programmländern weltweit aufgesetzt hat, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Die Radios sorgen nicht nur dafür, dass Kinder weiter lernen können. In Gebieten, die aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen kaum oder gar nicht erreichbar sind, können die Menschen durch die Radioprogramme über Covid-19 informiert und darüber augeklärt werden, wie man sich am besten vor einer Ansteckung schützen kann. Solche Radios können Sie auch über "Sinnvoll Schenken" spenden.

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news-1606Fri, 07 Aug 2020 06:59:56 +0000Covid-19: Gewalt gegen indigene Mädchen wächsthttps://www.plan.de/news/detail/covid-19-gewalt-gegen-indigene-maedchen-waechst.htmlDie Corona-Pandemie hat die Armut und Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Lateinamerika verschärft. Insbesondere Indigene, die sich nicht ausreichend schützen können, sind davon betroffen.Aus den Metropolen Lateinamerikas verbreitet sich das Infektionsgeschehen inzwischen immer stärker in die Provinzen und gelangt in die Gebiete der indigenen Völker. Die Gemeinschaften besitzen und bewahren einen Reichtum an traditionellem Wissen und Praktiken, Sprachen und Kulturen. Aber sie leben fast drei Mal häufiger in extremer Armut als nicht-indigene Menschen. Abgesehen von der Not und einer fehlenden Widerstandskraft gegenüber Krankheiten, leben viele indigene Völker in isolierten oder abgelegenen Gemeinden, in denen Gesundheitsdienste schwer zugänglich sind und diese nur begrenzte Kapazitäten haben.

Das Kontinentale Netzwerk Indigener Frauen in Amerika (ECMIA) - ein Verbund von mehr als dreißig indigenen Frauen-Organisationen in dreiundzwanzig Ländern, mit dem auch Plan International zusammenarbeitet - prangert in einem kürzlich veröffentlichten Bericht an, dass die Covid-19-Pandemie den sexuellen Missbrauch und die Armut, die Indigene aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres Geschlechts und ihrer wirtschaftlichen Situation erleben, verschlimmert hat. Auch frühe Schwangerschaften und Kinderehen haben in den indigenen Gemeinschaften zugenommen.

Laut ECMIA ist der Mangel an offiziellen, nach Geschlecht differenzierten Daten eines der wesentlichen Probleme für einen wirksamen Schutz indigener Mädchen und Frauen. Dieser führt dazu, dass nicht nur die Zahl der Infektionen und Todesfälle indigener Menschen unbekannt ist, sondern auch niemand weiß, wo und wie viele indigene Mädchen und Frauen erkrankt sind.

Staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie würden von und für die privilegierte, städtische Bevölkerung konzipiert und hätten sich in den indigenen Gemeinden als unwirksam erwiesen. Empfehlungen wie häufiges Händewaschen können Indigene oft nicht einhalten, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Viele indigene Mädchen können auch nicht an einem virtuellen Unterricht teilnehmen, weil ihre Familien weder Strom noch einen Internetanschluss besitzen.

Das Netzwerk fordert, indigene Mädchen und Frauen an staatlichen Maßnahmen zur Bewältigung von Gesundheitsnotfällen und zur Milderung ihrer Auswirkungen zu beteiligen. Mit indigenen Organisationen und Gemeindeführern sollten speziell der Schutz indigener Kinder und Frauen, die von Gewalt betroffen sind, koordiniert werden, um sie zu unterstützen und zu stärken. Darüber hinaus sollten Notfallfonds für indigene Völker eingerichtet werden, die den Zugang zu den Grundbedürfnissen während dieses Ausnahmezustands gewährleisten und mittel- und langfristig zur Wiederaufnahme ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten beitragen.

Unterstützen Sie den Mädchen-Fonds von Plan International oder unsere Corona-Hilfe, um das Leben von Mädchen während der Krise sicherer zu machen.
 

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news-1605Fri, 07 Aug 2020 06:33:39 +000080 Jahre: Happy Birthday, Marie-Luise Marjan!https://www.plan.de/news/detail/80-jahre-happy-birthday-marie-luise-marjan-1.htmlWenn das kein Grund zu feiern ist: Die beliebte Schauspielerin Marie-Luise Marjan wird am 9. August 80 Jahre alt. Für die Plan International Deutschland ein schöner Anlass, dem Lindenstraßen-Star für seine langjährige und engagierte Unterstützung als Patin, Kuratoriumsmitglied und Stifterin zu danken.„Wir gratulieren Marie-Luise Marjan ganz herzlich zu ihrem 80. Geburtstag“, sagt Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan International Deutschland. „Seit 30 Jahren unterstützt sie als Patin und seit 10 Jahren als Stifterin die Arbeit von Plan mit ihrem persönlichen und beispiellosen Engagement. Darüber hinaus ist sie seit fast drei Jahrzehnten als Mitglied in unserem Kuratorium aktiv. Der große Erfolg von Plan International in Deutschland ist auch ihr Erfolg. Ihrer beherzten Überzeugungskraft verdanken wir viele neue Patinnen und Paten: 1990 waren es noch 1.500 Patenschaften, heute sind es über 350.000. Zahlreichen benachteiligen Mädchen und Jungen auf dieser Welt hat sie durch ihre Unterstützung die Chance auf eine bessere Zukunft gegeben.“

Vor 30 Jahren übernahm Marie-Luise Marjan ihre erste Plan-Patenschaft für ein Mädchen in Indien, weitere Patenschaften für Kinder in Vietnam, Sri Lanka, Paraguay, Haiti und Mosambik folgten. Eine persönliche Beziehung zu ihren Patenkindern herzustellen, ist Marie-Luise Marjan wichtig. Sie reiste im Laufe der Jahre in mehrere Plan-Programmländer, um sich von der Nachhaltigkeit der Projekte zu überzeugen und ihre Patenkinder und deren Familien kennenzulernen. Der beliebte TV-Star nutzte auch ungewöhnliche Wege, um auf die Arbeit von Plan aufmerksam zu machen: „Möchten Sie ein Kind von mir?“ fragte Marie-Luise Marjan gerne augenzwinkernd in ihrem Umfeld, um zur Übernahme neuer Patenschaften zu bewegen.

„Das ist das Jahr der Jubiläen“, freut sich Marie-Luise Marjan: „Mein 80-jähriger Geburtstag, 30 Jahre Patin bei Plan und zehn Jahre meine eigene Stiftung!“ Unter dem Dach der „Stiftung Hilfe mit Plan“ gründete sie 2010 die Marie-Luise Marjan Stiftung, mit der sie benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine bessere und selbstbestimmtere Zukunft ermöglicht. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde Marie-Luise Marjan im selben Jahr mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik –  und 2014 mit dem Verdienstorden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

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news-1592Tue, 14 Jul 2020 10:08:09 +0000Kinderarbeit beenden, Gleichberechtigung fördernhttps://www.plan.de/news/detail/kinderarbeit-beenden-gleichberechtigung-foerdern.htmlDie Bundesregierung muss ihren Teil dazu beitragen, Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen und Gleichberechtigung zu fördern. Dazu muss sie auch Unternehmen in die Pflicht nehmen und faire Lieferketten sicherstellen.Ein Gesetz, das die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards entlang globaler Lieferketten verbindlich sicherstellt, ist ein notwendiger Schritt zum Schutz von Kinderrechten und für den verstärkten Einsatz zur Armutsbekämpfung und Bildung. Den hatte der Plan-Jugendbeirat bereits im letzten Jahr zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni bei Bundesminister Müller gefordert.

Denn Kinderarbeit hängt mit unfairen globalen Wertschöpfungsketten zusammen: Wenn am Anfang der Lieferkette keine existenzsichernden Löhne gezahlt werden, steigt das Risiko, dass Arbeitsverhältnisse ausbeuterisch werden, wodurch möglicherweise Kinder mitarbeiten müssen, weil die Familien anders nicht überleben können. 

Weltweit sind 152 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren von Kinderarbeit betroffen. Diese Kinder leiden unter schweren körperlichen und psychischen Folgen. Sie können häufig nicht zur Schule gehen und haben kaum Zeit zum Lernen. Dadurch haben sie keine Chance auf eine bessere Zukunft und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Unternehmen tragen durch eine unzureichende Kontrolle ihrer Lieferketten maßgeblich zur Situation der Kinder bei.

Auch bestehende Geschlechterungleichheiten sind zumindest in Teilen darauf zurückzuführen: Mädchen und Frauen sind in besonderem Maße von den negativen Auswirkungen globalen Wirtschaftens betroffen. Nicht nur verdienen Arbeitsnehmerinnen weltweit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen - im Schnitt etwa 16 Prozent! -, auch erfahren sie Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten in anderer Weise als Männer. Beispielsweise erleiden sie in weit höherem Maße geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt, sowohl im häuslichen Umfeld als auch im beruflichen Kontext. Hinzu kommt eine große Ungleichheit bei der Aufteilung der Haus- und Sorgearbeit, die Mädchen und Frauen kostenlos für Familie und Gesellschaft leisten und zu einer erheblichen Doppelbelastung führt.

Die Corona-Krise hat die Diskriminierung von Mädchen und Frauen in vielen Lebensbereichen noch verstärkt und sichtbarer gemacht - auch in der Wirtschaft: Es sind vor allem Frauen, die in der Produktion am Anfang vieler globaler Wertschöpfungsketten stehen und damit im informellen und Niedriglohnsektor arbeiten. Der ist gekennzeichnet von prekären Beschäftigungsverhältnissen, mangelnder sozialer Sicherung und unzureichenden Arbeitsstandards. Regelungen zur Arbeit während der Schwangerschaft, zu Mutterschutz und Stillzeit werden oft systematisch missachtet.

Um das zukünftig zu verhindern, fordert Plan International in einem Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen, in dem heute vorgestellten Entwurf zum Lieferkettengesetz die Rechte von Frauen und Mädchen fest zu verankern. 

„Das Lieferkettengesetz sollte klarstellen, dass Unternehmen die in der UN-Frauenrechtskonvention genannten Rechte achten. Es sollte Unternehmen dazu verpflichten, bei ihren Risiko- und Folgeabschätzungen geschlechtsspezifisch vorzugehen, auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Entgeltgleichheit und existenzsichernde Löhne bei ihren Geschäftspartner:innen hinzuwirken und soziale Sicherungssysteme anzubieten. Die Unternehmen sollten all ihre Geschäftspartner:innen zu einer Null-Toleranz gegenüber Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz verpflichten“, fordert Karolin Seitz, Leiterin des Programmbereichs Wirtschaft und Menschenrechte des Global Policy Forums.

Das Bündnis hat in einem Positionspapier Vorschläge erarbeitet, wie die Durchsetzung von Frauenrechten in Lieferketten mit dem geplanten Gesetz gezielt adressiert werden kann. 

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news-1591Tue, 14 Jul 2020 09:36:54 +0000Youth Advocates starten eigene Videoserie https://www.plan.de/news/detail/youth-advocates-starten-eigene-videoserie.htmlIn Zusammenarbeit mit dem Hamburger Kommunikationssender TIDE haben die Youth Advocates aus Plans Kinderschutzprogramm ein Serienformat mit kleinen Informationsvideos speziell für Jugendliche mit Flucht- und Migrationsgeschichte entwickelt. Entstanden ist eine kurzweilige und gelungene Videoproduktion. Die erste Folge „Lernen in Zeiten von Corona“ ist seit gestern am Start.news-876Sat, 11 Jul 2020 09:30:00 +0000Familienplanung ist ein Menschenrechthttps://www.plan.de/news/detail/familienplanung-ist-ein-menschenrecht.htmlObwohl Familienplanung seit über 50 Jahren international als Menschenrecht anerkannt ist, haben viele Frauen noch immer keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Anlässlich des heutigen Weltbevölkerungstages machen wir auf die sexuellen und reproduktiven Rechte von Mädchen und Frauen aufmerksam.In vielen Ländern der Welt ist es Mädchen und Frauen nicht möglich, selbstbestimmt über die Anzahl und den Zeitpunkt der Geburt ihrer Kinder zu entscheiden. Tatsächlich wollen rund 214 Millionen Frauen weltweit im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft vermeiden, nutzen jedoch zurzeit keine moderne Verhütungsmethode. Darunter sind circa 23 Millionen Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. In Ländern des globalen Südens kann somit jede vierte Frau nicht selbst und frei entscheiden, wann und wie viele Kinder sie bekommt.

Das ist auch ein Grund dafür, weshalb die Weltbevölkerung insbesondere in den ärmsten Ländern der Welt wächst. Aktuell leben 7.798.407.305 Menschen auf der Erde. Jede Sekunde kommen knapp drei dazu. Pro Jahr wächst die Weltbevölkerung um rund 82,4 Millionen Menschen - das entspricht fast der Gesamteinwohnerzahl von Deutschland!

Eingeschränkter Zugang zu Verhütungsmitteln

Jedes Jahr werden 308 Millionen ungeplante Schwangerschaften mithilfe moderner Verhütungsmittel verhindert. Wenn wir den Bedürfnissen von allen Mädchen und Frauen gerecht würden, könnten jährlich 67 Millionen weitere ungeplante Schwangerschaften abgewendet werden. Dennoch gibt es 35 Länder auf der Welt, die mindestens ein Gesetz haben, das den Zugang zu Verhütungsmitteln für Mädchen und junge Frauen einschränkt.

Diese Gesetze beinhalten, dass unverheiratete Frauen keine Verhütungsmittel kaufen dürfen oder dass sie die Zustimmung ihrer Eltern benötigen, um Verhütungsmittel zu erhalten. Abgesehen davon gibt es viele weitere Barrieren, die Mädchen und Frauen davon abhalten, ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrzunehmen. Dazu gehören der Mangel an Beratungsstellen für Jugendliche unzureichende Informationen, soziales Stigma und finanzielle Mittel.

Recht auf freie Entscheidungen

Plan International setzt sich dafür ein, dass Mädchen über ihre Körper selbst bestimmen können. Um Gleichberechtigung der Geschlechter zu erreichen, muss sichergestellt werden, dass alle Mädchen und Frauen ihre vollen sexuellen und reproduktiven Rechte verwirklichen können. Diese beinhalten das Treffen von freien Entscheidungen auf Basis von Informationen, zu denen sie Zugang haben müssen. Auch die Kontrolle über die eigene sexuelle und reproduktive Gesundheit und das eigene Leben zu haben, frei von Zwang, Gewalt, Diskriminierung und Missbrauch, gehört dazu.

Die Möglichkeit, verhüten zu können, wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens einer Frau aus - auch auf ihre Bildung und ihren Job. Jedes Mädchen und jede Frau ist unterschiedlich und hat verschiedene Wünsche. Trotz dieser persönlichen Vielfalt, sind Menschenrechte für jeden gleich. Alle haben das Recht, frei und verantwortungsvoll über die eigene Familienplanung zu entscheiden.

* Zurzeit gibt es keine Daten über den Zugang zu Verhütungsmitteln für Mädchen unter 15 Jahren.

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news-1589Thu, 09 Jul 2020 16:20:38 +0000Corona-Krise global: Schwerpunkt Lateinamerikahttps://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-lateinamerika.htmlCovid-19 hat auch die 12 lateinamerikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier.In den Staaten Zentral- und Südamerikas haben sich die Fallzahlen sehr unterschiedlich entwickelt. Eine besonders große Anzahl infizierter Personen ist mit über 1 Million Fälle in Brasilien zu finden, während in dem Nachbarstaat Paraguay nur wenige tausend Menschen betroffen sind.
In den Ländern dieser Region bestehen bzw. bestanden umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. In Peru beispielsweise müssen sich alle Menschen zu Hause oder in einer Unterkunft aufhalten. Das Verlassen ist nur zu besonderen Gelegenheiten gestattet, so etwa für einen Angehörigen des Haushalts, um notwendige Lebensmittel einzukaufen sowie eine Bank oder Apotheke zu besuchen, ebenso für Personen, die sich im Notfall in ärztliche Behandlung begeben müssen. Die Grenzen des Landes sind geschlossen. Nicht nur in Peru werden die Schulen dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr öffnen.


In El Salvador hat sich die Abriegelung negativ auf die am stärksten gefährdeten Familien, auf Menschen ohne feste Arbeit und auf diejenigen, die nur begrenzten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen haben, ausgewirkt. Kinder in Plan-Gemeinden haben oft keinen Zugang zum Internet, um an staatlich finanziertem Online-Lernen teilzunehmen. 14 Millionen Menschen in Lateinamerika und in der Karibik könnten in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie nach Prognosen des Welternährungsprogramms ernsthafte Ernährungsunsicherheit erfahren.


Es ist zu erwarten, dass sich durch die Covid-19-Pandemie die Sicherheitssituation erneut verschlechtert, dazu gehören etwa Ladendiebstahl, Raubüberfälle im Haus, häusliche Gewalt, Plünderungen, Erpressung und geschlechtsspezifische Gewalt.

Insgesamt erreicht Plan International in Lateinamerika mit den Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 3,2 Mio. Menschen. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • Ecuador: Eine Million Lebensmittelrationen wurden bislang innerhalb des Landes verteilt. Plan Ecuador lieferte Hygiene-Kits an über 1.000 Familien in Guayas, Loja, Manabí und Santa Elena. Zudem konnte Plan in über 30 Radiosendungen zu gesunder Ernährung über gesunde Ernährung, gewaltfreie Erziehung und Kinderschutz informieren.
  • Bolivien: Plan International Bolivien setzte die Lieferung von Lebensmittelkits an betroffene Familien in Tarija, La Paz und Santa Cruz fort. Insgesamt profitierten 2323 Familien aus ländlichen Gemeinden von den verteilten Nahrungsmittelpaketen. In Tarija und La Paz wurden außerdem Hygiene-Kits verteilt.
  • Brasilien: In Maranhão und Piaui stellte Plan International Brasilien Informationsmaterial zum Kinderschutz zur Verfügung und setzte eine Kinderschutzkampagne in São Paulo fort. Zudem wurden verschiedene Kampagnen in den sozialen Medien zum Thema reproduktive Gesundheit und Rechte durchgeführt, die 12.500 Familien erreichten. Lieferungen von Hygiene- und Lebensmittelkits in Maranhão wurden fortgesetzt.
  • Kolumbien: Die kolumbianische CO hat Geldtransferhilfen für die Ernährungssicherheit und Prävention von Covid-19 in den Gemeinden Bolívar und Sucre zugesichert. Außerdem wurden Hygienesets an Familien und Einzelpersonen zur Prävention von Covid-19 verteilt, wobei Lieferungen von Menstruationshygieneprodukten für Jugendliche und Frauen Vorrang hatten.
  • El Salvador: Mitarbeitende des Gesundheitsministeriums in Cabañas, La Libertad und San Salvador erhielten Schutzkits mit Masken, Gläsern, Alkohol, Thermometern und anderem benötigtem medizinischem Material. Plan International konnte mit Bargeldtransfers weitere betroffene und gefährdete Familien in La Libertad, Chalatenango, Cabañas, Cuscatlán und San Salvador erreichen.
  • Guatemala: Es wurden Lebensmittelpakete für 3.100 Familien von Patenkindern unter 5 Jahren, die in Gebieten mit dem größten Risiko der Ernährungsunsicherheit leben, organisiert. Die Lieferungen werden an die Programmeinheiten Jalapa und Baja Verapaz erfolgen.
  • Haiti: Plan International Haiti hat eine Aufklärungskampagne zum Schutz vor Covid-19 im Südosten des Landes umgesetzt. Haitianischen Beamt:innen führten in verschiedenen Gemeinden im Nordosten und Nord-Osten eine Sensibilisierungskampagne zu Covid-19 durch.
  • Honduras: Plan International Honduras konnte 5 Flüchtlingszentren für junge Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, mit Hygiene- und Lebensmittelkits ausstatten.
  • Paraguay: Plan International Paraguay konnte weitere Entbindungshygiene-Sets an Mädchen und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren in Guaira, Paraguari und San Pedro verteilen. Indigene Gemeinschaften in Caaguazu, San Pedro und Paraguari erhielten Grundnahrungsmittel-Kits.
  • Peru: Infos folgen!
  • Venezuela: Plan International Venezuela hat Selbstversorgungskits an das Gesundheitspersonal des Aida-Krankenhauses in Montilva de Bailadores und Táchira geliefert. Gleichzeitig wurde Schutzkleidung an Familien in Anzoátegui, Bolivar und Carabobo verteilt. Drei Schulen in Táchira (Liceo Bolivariano Libertador, Pedro-Maria-Morantes-Schule und Gustavo-Nietos-Schule) erhielten Hygiene-Kits zum Schutz vor Covid-19. Die Aktion erreichte 570 Menschen (Kinder und Erwachsene). In Anzoátegui, Bolivar, Carabobo und Táchira erhielten Kinder Zugang zu pädagogischer Beratung, die im Rahmen der vom Bildungsministerium festgelegten Fernunterrichtsstrategie stattfanden. In Cusco konnten Schüleri:nnen gleichzeitig an Informationsveranstaltungen zur landesweiten Kampagne "Ich lerne zu Hause" teilnehmen.

Unsere weltweite Corona-Nothilfe können Sie hier unterstützen: https://www.plan.de/jetzt-helfen/start/nothilfe-corona-katastrophe.html

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news-1588Thu, 09 Jul 2020 14:51:49 +0000Corona-Krise global: Schwerpunkt Afrikahttps://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-afrika.htmlVon der Covid-19-Pandemie sind auch die 25 afrikanischen Länder betroffen, in denen Plan International arbeitet. Welche Maßnahmen die Länderbüros treffen, um die Menschen in den Gemeinden zu unterstützen, lesen Sie hier.In den Plan-Programmländern Afrikas sind die Fallzahlen von mit dem Corona-Virus infizierten Menschen glücklicherweise noch nicht sehr hoch. Am stärksten betroffen sind Ägypten sowie Ghana und Kamerun. Wie in vielen anderen Teilen der Welt ist die Dunkelziffer sehr hoch, da Testmöglichkeiten nicht im ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. 

Viele Regierungen in dieser Region verhängten strenge Ausgangsbeschränkungen. Einige Länder im westlichen Afrika erleben nun eine bedeutende "Wiedereröffnung". Von besonderer Wichtigkeit für Kinder und Jugendliche ist die geplante Wiederaufnahme des Schulbetriebs, unter anderem in Benin, Kamerun, Mali, Niger und Senegal - entweder vollständig oder beschränkt auf Schülerinnen und Schüler, die Prüfungen ablegen. Es wird befürchtet, dass die Entscheidung zur Aufhebung der Eindämmungsbeschränkungen zu einem Anstieg der Zahl der Covid-19-Fälle führen könnte, da die international empfohlenen Präventivmaßnahmen, z.B. soziale Distanzierung, Tragen von Masken usw., nur unzureichend praktiziert werden.

In vielen Programmländern der Region bleiben jedoch strenge Beschränkungen wie Ausgangssperren und Reisebeschränkungen vorerst bestehen und wirken sich besonders auf die Lebensumstände der ärmeren Bevölkerungsteile aus.

Kinder, und insbesondere Mädchen, müssen während der Krise noch mehr Haushaltsaufgaben übernehmen als sonst, was stets das Risiko birgt, dass Familien auch nach Schulöffnung die Wichtigkeit von Schulbildung vernachlässigen. Außerdem sind Mädchen in dieser Situation verstärkt dem Risiko von (sexualisierter) Gewalt, Genitalverstümmelung und Kinderheirat ausgesetzt und gefährdet. In einigen Gegenden Westafrikas, wie etwa in der Tschadsee-Region, herrscht zudem noch immer eine schlechte Sicherheitslage aufgrund der Aktivität von Terrororganisationen oder poltischer Auseinandersetzung.


Die Hilfsorganisation Plan International hat mit seinen Nothilfeprogrammen bisher rund 8,1 Mio. Menschen im westlichen und zentralen Afrika, sowie 8,2 Mio. Menschen im östlichen und südlichen Afrika erreicht. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • Kenia: 1350 Handdesinfektionsmittel wurden an Boda-Boda Fahrer (Fahrrad- und Motorrad-Taxis) verteilt. Auch Gesundheitszentren wurden ausgestattet. Zudem wurden Seifen (1700 Stangen) und 4.832 Packungen Menstruationsbinden an Patenkinder in den Programmgebieten Bondo, Kisumu und Homabay verteilt.
  • Ghana: In 40 Gemeinden wurde Informationsmaterial zur Prävention und zum Schutz von Kindern im Rahmen von Covid-19 verteilt. Die Aktion erreichte insgesamt 7.896 Personen, bestehend aus 3772 Erwachsenen und 4124 Kindern. Zudem erhielten Mädchen und junge Frauen, die infolge von Covid-19 arbeitslos geworden sind, Unterstützung beim Erwerb von berufsqualifizierenden Fertigkeiten wie dem Nähen von Gesichtsmasken und wiederverwendbaren Damenbinden. In 8 Gemeinden erhielten 196 Mädchen sogenannte Dignity-Kits, Diese enthalten neben Hygieneprodukte wie Seife und Desinfektionsmittel, auch Menstruationsprodukte. Präventionsmaßnahmen zu Covid-19 erreichten in 28 Gemeinden mit Hilfe eines Infodienstwagens in Sissala West und Ost 4.200 Menschen (1.400 Mädchen, 900 Jungen, 1.200 Frauen, 700 Männer).
  • Benin: In Adjohoun erreichte eine Sensibilisierungskampagne für Covid-19 604 Personen (342 Frauen, 262 Männer). In Zusammenarbeit mit dem Global Fonds wurden 2.000 Ernährungspakete an Frauen und Kinder, die mit HIV leben, ausgeteilt. Zudem haben Vermittler:innen landesweit Informationsveranstaltungen durchgeführt, um über Präventionsmaßnahmen und den Umgang mit der weltweiten Corona-Pandemie zu informieren. Die Aktionen erreichten insgesamt 6.545 Menschen (65 Mädchen, 53 Jungen, 4.452 Frauen, 1.975 Männer).
  • Burkina Faso: Eine von Plan International Burkina Faso durchgeführte Sensibilisierungsmaßnahmen zu Covid-19 erreichten 812 Frauen, 747 Männer und 1225 Mädchen in der Provinz Ziro.
  • Kamerun: Freiwillige, die im Rahmen des 4Girl Plan geschult wurden, führten Sensibilisierungsmaßnahmen zu Covid-19 durch. Insgesamt konnten in 60 Gemeinden in Lagdo und Tcheboa 21.302 Menschen erreicht werden (943 Mädchen, 473 Jungen, 10.728 Frauen, 9.158 Männer).
  • Guinea: Plan International Guinea verteilte vom 29. Juni bis 09.Juli an Gemeindemitarbeiter und Peer Educators 5.847 Seifen, 1.149 hydroalkoholische Gels und 12.007 Gesichtsmasken. In Schulen in der Präfektur Guéckédou konnte mit gemeinsamen Mitteln der irischen Entwicklungshilfe der Unterricht wieder aufgenommen werden. Es wurden 10.000 Gesichtsmasken und Schulrevisionskits verteilt. 512 Schüler:innen konnten die Sekundarschulprüfung ablegen.
  • Guinea Bissau: Die Verteilung von Covid-19 Präventionsmaterial in 326 Gemeinden in den Regionen Bafata und Gabu (Seife, Bleichmittel und Reis) erreichte 20.106 Patenkinder (7.773 Jungen, 12.333 Mädchen).
  • Liberia: In 6 Distrikten wurden 8.016 Stück Wäscheseifen und 8.028 Badeseifen an 2.009 stillende Mütter verteilt. Mit der Hilfe von Plan International konnten Community Health Assistants (CHAs) und Community Health Service Supervisors 10.028 Haushalte (8.026 Frauen) über Präventionsmaßnahmen in Zusammenhang mit Covid-19 informieren.
  • Mali: In 67 Dörfer konnten Hygiene-Kits (Seifen und Handwaschstationen) an 15.165 Mädchen, 13.640 Jungen, 24.184 Frauen und 21.765 Männern verteilt werden.
  • Niger: Um Informationen über die Corona-Pandemie, Präventionsmaßnahmen, Kinderschutz und geschlechtsspezifischer Gewalt in der Region Diffa bereitzustellen, wurden gemeinsam mit norwegischen MFA-Mitteln Gelder für den Kauf von 30 Radios, 40 USB-Sticks, Kommunikationskrediten für 30 Jugendliche und die Gemeinde (15 Frauen, 15 Männer) bereitgestellt. Zudem installierte Plan International Niger 80 Handwaschstationen für 24.289 Schüler:innen; 3.651 Jungen, 4.512 Mädchen in der Sekundarschule und 7.937 Jungen, 8.183 Mädchen in der Grundschule und 6 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen (2 Mädchen, 4 Jungen) mithilfe von ECW-Mitteln in Maradi und Tillaberi.
  • Nigeria: Im Bundesstaat Adamawa und Borno finden derzeit Mentorensitzungen für 65 Vermittler:innen zu aktuellen Herausforderungen beim Kinderschutz statt. 2254 Begünstigte (weiblich 2254, männlich 0) registrierten sich für die Verteilung von Hygiene-Kits und Wasserreinigern in Kaga und Mafa LGA.
  • Senegal: Plan International Senegal organisierte in Dakar zwei Radiosendungen, die vom Plan-Response-Koordinator, 2 weiblichen Führungskräften und 1 Partnerorganisation moderiert wurden und etwa 107.373 Personen erreichten. Der Jugendverband FORJEL produzierte mit Plan 2 Aufklärungsvideos zum Thema geschlechtsspezifischer Gewalt und Covid-19, die 10.550 Menschen in Saint-Louis erreichten. Zudem 686 Mädchen erhielten 1.000 wiederverwendbare Menstruationsbinden, um sie bei der Wiederaufnahme ihrer Schulbildung zu unterstützen. Außerdem wurden 75 Pedalwaschbecken, 100 Hygiene-Sets und 2.400 Masken bereitgestellt, von denen 5.264 Schüler:innen (2.932 Jungen, 2.332 Mädchen) und 165 Lehrer:innen (120 Männer, 45 Frauen) in Kédougou profitierten.
  • Sierra Leone: Plan International Sierra Leone hat 87.000 Menstruationshygiene-Kits für 870 Mädchen in Port Loko in ländlichen und städtischen Gebieten bereitgestellt.
  • Togo: Plan International Togo führte in Adangbé Aufklärungsveranstaltungen durch, die Eltern über gesundheitliche Risiken wie die Folgen 

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news-1552Thu, 09 Jul 2020 13:01:00 +0000Corona-Krise global: Schwerpunkt Asienhttps://www.plan.de/news/detail/corona-krise-global-schwerpunkt-asien.htmlWährend die Covid-19-Pandemie in Europa etwas abzuklingen scheint, verlagern sich die Brennpunkte der Krise in andere Regionen der Welt. Wie Plan International in Asien die Menschen in den Gemeinden unterstützt, lesen Sie hier.Im Januar 2020 wurden die ersten Corona-Fälle in Asien bekannt. Seitdem ist das Coronavirus mit seiner flächendeckenden Ausbreitung zu einer globalen Krise geworden.

Während die Fallzahlen im zuvor schwer betroffenen China sinken, kommt es zu einer Ausbreitung der Infektionen in anderen Ländern sowie der Bildung regionaler Brennpunkte. Insbesondere Indien und Bangladesch, aber auch Indonesien und die Philippinen verzeichneten zuletzt einen starken Anstieg neuer Covid-19-Fälle.

Nachdem starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Reisebeschränkungen verhängt wurden, um die Ausbreitung des Virus' zu bremsen, lockern mittlerweile einige Länder die erlassenen Lockdown-Maßnahmen wieder. Auch Plan International versucht mittels verschiedener Hygienekonzepte den Betrieb in den regionalen Büros wieder aufzunehmen. Zu den Ländern, die bereits weitreichende Öffnungen vorgenommen haben zählen China, Vietnam, Laos und Thailand. Noch unter starken Beschränkungen und somit schwer zugänglich für die Umsetzung von Hilfsmaßnahmen sind die Philippinen, Kambodscha, Timor Leste, Indonesien, Indien und Myanmar.

Nachdem Nepal am längsten komplett abgeschottet war, dürfen dort mittlerweile kleinere Geschäfte wieder öffnen und religiöse, kulturelle sowie auch soziale Veranstaltungen können mit bis zu 15 teilnehmenden Personen stattfinden, sofern die nationalen Abstandsregeln eingehalten werden. Trotzdem kommen Hilfsmaßnahmen dort aufgrund der weiterhin anhaltenden Restriktionen nur schwer an. Sorgen bereitet daher auch die beginnende Regenzeit, durch die in den kommenden Wochen mit Sturmfluten und Erdrutschen zu rechnen ist.

Dementsprechend fallen auch die Einschränkungen für die Kinder und Familien in den Programmgebieten unterschiedlich aus. Während die Schulen etwa in Bangladesch voraussichtlich noch bis mindestens September geschlossen bleiben, findet der Unterricht im wenig betroffenen Vietnam bereits seit Mitte Mai wieder vor Ort statt. Besondere Herausforderungen dabei sind, die Rückkehr insbesondere von Mädchen in die Schule zu gewährleisten sowie den Schulbesuch sicher zu gestalten und Hygienemaßnahmen umzusetzen.

Ein Problem für Familien stellen die ausfallenden Einkünfte aufgrund der Beschränkungen durch Corona dar, da viele nicht ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen können. Dies führt zu einer Verschlechterung der Nahrungssituation, und so sind beispielsweise in Indien bis zu ein Viertel der jungen Frauen akut mangelernährt. Zudem kämpft die Bevölkerung etwa in Teilen von Indien und Bangladesch noch mit den Nachwirkungen des Zyklon Amphan, der im Mai 2020 zu schweren Schäden und Überschwemmungen mit Todesopfern führte.

Insgesamt erreicht Plan International in Asien mit den Maßnahmen der Corona-Hilfe rund 5,9 Millionen Menschen, darunter etwa 2,4 Millionen Kinder. Im Folgenden sind einige Highlights aus den Projektländern aufgezählt.

  • In Indien, Indonesien und Timor-Leste wurden Hygiene-Kits inklusive verschiedener Menstruationsartikel an rund 100.000 Patenkind-Familien und die umliegenden Gemeinden verteilt.
     
  • In Indien konnten darüber hinaus 5.584 Frühverheiratungen von Kindern verhindert werden. Mindestens 92.203 Interventionen wurden von der Organisation Childline durchgeführt, um Kinder in Not während des Lockdowns zu schützen.
     
  • Auf den Philippinen wurden rund 13.500 Familien von Patenkindern mit einer finanziellen Soforthilfe unterstützt.
     
  • Plan Thailand ist dabei, weitere 4.000 wiederverwendbare Mund-Nasen-Schutzmasken und 2.000 Hygiene-Kits zu beschaffen und in den Gemeinden zu verteilen.
     
  • In Nepal haben bereits über 3.300 Familien finanzielle Unterstützung erhalten. Unter ihnen sind rund 1.400 Familien von Patenkindern. Außerdem wurde dringend benötigtes medizinisches Material in die Gesundheitszentren in den Projektgebieten geliefert. Darüber hinaus haben knapp 6.000 in der Grenzregion Banke wartende Saisonarbeiter:innen Nahrungs- und Hygienepakete erhalten.
     
  • Das Plan-Büro in China verteilte Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung im Wert von 189.000 Euro an Regierungseinrichtungen und lokale NGOs.
  • Plan Laos hat rund 30 Handwaschstationen in entlegenen Programmgebieten installiert, die rund 135.000 Menschen nutzen können. Außerdem hat  Plan mit nationalen Covid-19 Task-Force der Regierung zur Beschaffung von 100.000 chirurgischen Gesichtsmasken für Gesundheitspersonal kooperiert. Darüber hinaus werden Quarantäne-Center mit Hygiene-Material unterstützt.
  • Plan Bangladesch leistet finanzielle Unterstützung für bis zu 15.000 besonders marginalisierte Patenkind-Familien. Außerdem wurden über 400 Sets persönlicher Schutzkleidung an Anbieter von Gesundheitsdiensten in den Programmgebieten geliefert und Hygiene-Kits für die Gemeinden beschaffen. Gemeinsam mit 25 weiteren lokalen Hilfsorganisationen forderte Plan die Regierungen von Bangladesch und Myanmar auf, den vollen Zugang zum Internet wiederherzustellen, damit Geflüchtete, Vertriebene und Aufnahmegemeinschaften mobil auf lebensrettende Informationen über Covid-19 zugreifen können.
     
  • Plan Kambodscha hat personelle Kapazitäten bei NGOs aufgebaut, um Kinder in der Krise psychologisch besser betreuen und unterstützen zu können. Außerdem arbeitet das Länderbüro mit einem Hilfetelefon für Kinder zusammen, um Beratungen und Online-Dienste rund um den Kinderschutz zu entwickeln. Außerdem wurden 10.600 Handwaschstationen beschafft, die noch im Juli an besonders bedürftige Haushalte verteilt werden.
     
  • Plan Vietnam hat medizinische Ausrüstung an acht kommunale Gesundheitszentren in der Provinz Ha Giang verteilt. Es wird geschätzt, dass rund 27.900 Menschen davon profitierten.

Angelehnt an den globalen Nothilfe-Plan der Vereinten Nationen hat Plan International Maßnahmen zur humanitären Hilfe in über 50 der Programmländer aufgesetzt, um die Menschen vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Diese werden in folgenden Bereichen priorisiert umgesetzt: Gesundheit und Hygiene, einschließlich der Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Kinderschutz und geschlechterbasierte Gewalt, Bildung, Existenzsicherung, einschließlich finanzieller Unterstützung und der Verteilung von Nahrungsmitteln, Teilhabe der Kinder und Gemeinden an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen. Gleichberechtigung, Inklusion sowie Anwaltschaft und Einflussnahme sind bereichsübergreifende Ziele und Teil aller Arbeitsbereiche von Plan – auch und gerade in Krisen.

Unsere weltweite Corona-Nothilfe können Sie hier unterstützen: https://www.plan.de/jetzt-helfen/start/nothilfe-corona-katastrophe.html

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news-1586Wed, 08 Jul 2020 15:11:00 +0000"Marie Curie" startet mit Podiumsdiskussion zu Rollenvorbildernhttps://www.plan.de/news/detail/marie-curie-startet-mit-podiumsdiskussion-zu-rollenvorbildern.htmlAm 16. Juli startet der Film „Marie Curie – Elemente des Lebens“ in den deutschen Kinos. Im Anschluss an die Filmvorführung findet live eine digitale Panel-Diskussion zur Bedeutung weiblicher Vorbilder statt. Mit auf dem virtuellen Podium: Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Marie Curie – Elemente des Lebens“ portraitiert die Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin, die die Radioaktivität entdeckte. Der Film schildert, wie Marie Curie trotz ihrer Intelligenz und ihrer Leidenschaft in der akademischen Männerwelt hart dafür kämpfen musste, ihre Forschung voranzutreiben und ihre Entdeckungen geltend zu machen.

Der Film gibt Anlass zu einer wichtigen Debatte – über Frauenbilder in den Medien, aber auch die Realität von Frauen in der Wissenschaft. Dies ist auch Thema einer digitalen Panel-Diskussion, die im Anschluss an die Filmvorführung am 16. Juli ab 21:00 Uhr in teilnehmenden Kinos auf die Leinwände gestreamt wird. Auch Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland, wird als Panel-Teilnehmerin die Bedeutung weiblicher Vorbilder in der Wissenschaft, und insbesondere im Hinblick auf die Gleichberechtigung, diskutieren.

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news-1583Fri, 19 Jun 2020 10:54:45 +0000"Kinder und junge Frauen sind vielen Risiken ausgesetzt"https://www.plan.de/news/detail/kinder-und-junge-frauen-sind-vielen-risiken-ausgesetzt.htmlInterview zum „Girls in Crisis Sahel“ Report und zu Plans Arbeit in Mali und Burkina Faso mit Rüdiger Schöch, Teamleiter Humanitäre Hilfe, Plan International Deutschland

Mali ist das gefährlichste und fragilste Land der Sahel-Zone. Was macht Plan dort für Mädchen?

Plan Mali arbeitet seit den 1970er Jahren vor Ort in der Entwicklungszusammenarbeit, reagiert aber seit einigen Jahren auch parallel auf die humanitären Notlagen im Land. Seit 2012 leisten wir intensive Hilfe im Kontext von Konflikt und Vertreibung, mit Binnenvertriebenen und malischen Gemeinden in Mali, aber auch grenzübergreifend mit malischen Flüchtlingen in Burkina Faso und dem Niger. Leider sind Terrorismus, bewaffnete Auseinandersetzungen, Vertreibungen, Nahrungsmittelkrisen, Überschwemmungen, Konflikte zwischen lokalen Gemeinden, Dürre zu ständigen Begleitern in Mali und auch in den benachbarten Ländern geworden. Und nun ist auch noch Covid-19 dazu gekommen.

Unser besonderes Augenmerk in dieser humanitären Krise liegt auf Kindern und jungen Frauen. Wir fokussieren uns auf Kinderschutz, geschlechterbasierte und sexualisierte Gewalt, zu der vor allem auch weibliche Genitalverstümmelung gehört, aber auch auf Bildung und Jugendbeschäftigung. Wir sind eine der wenigen Hilfsorganisationen vor Ort, die im Bereich Kinderschutz nicht nur Schutzzentren (Child Friendly Spaces) aufbauen, sondern auch psychologische Unterstützung für Kinder und für Überlebende sexualisierter Gewalt  anbieten. Kinder und junge Frauen sind in Mali vielen Risiken ausgesetzt. Sie werden häufig von ihren Familien und Unterstützungsstrukturen getrennt. So sind sie Gefahren von Missbrauch ausgesetzt, zum Beispiel durch sexuelle Übergriffen in Flüchtlingscamps oder Notunterkünften. 

Im neuen „Girls in Crisis“-Report Sahel wünschen sich  Mädchen vor allem, dass sie wieder in die Schulen können. Wie kann ihnen geholfen werden?

Im Bereich Bildung ist Plan einer der stärksten Partner in Mali mit einem großen Bildungsprogramm, besonders in Gebieten, die hart von der Krise getroffen wurden, denn dort ist der Zugang für Kinder zu Schulen besonders schwierig: Schulen werden während terroristischer Angriffe oft zerstört oder von bewaffneten Gruppen besetzt. Aber es gibt noch andere Hindernisse für die Bildung: Im vergangenen Jahr kam es in Timbuktu zu Überschwemmungen. Einwohner der Stadt sind in die Schule geflohen und haben diese für sich eingenommen, da es eines der sehr wenigen festen Gebäude im Ort war und viele Unterkünfte in den Fluten zerstört worden waren. Ohne Bildung haben Mädchen keine Zukunftsperspektive, leben in Abhängigkeit und können der Armut nicht entkommen. Wir setzen uns daher zum Beispiel auch mit anderen Akteuren wie Save the Children gegenüber der malischen Regierung dafür ein, dass Schulen nicht als Lager für die Armee missbraucht oder Ziele von Angriffen werden dürfen und Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können. 

Welche anderen Arbeitsschwerpunkte hat Plan in Mali?

Neben einem starken Kinderschutzprogramm liegt ein großer Fokus auf dem Thema weibliche Genitalverstümmelung. Mali gehört zu den Ländern mit der höchsten Prävalenzrate, was diese schwere Menschenrechtsverletzung angeht. Seit Jahren arbeitet Plan zu dem Thema und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit religiösen Führungspersonen, aber auch lokalen Medien und Youth-Advocates. Diese lokalen jungen Aktivistinnen machen zum Beispiel Radiosendungen zum Thema. Plan unterstützt sie dabei, in sozialen Medien und über „door to door“ Gemeindearbeit über die Gefahren weiblicher Genitalverstümmelung aufzuklären. Religiöse Führer sprechen sich aufgrund unserer Arbeit in der Öffentlichkeit mittlerweile gegen diese Praktik aus. Plan arbeitet aber auch mit der Regierung, um die Beschneidung von Frauen gesetzlich verbieten zu lassen und dieses Verbot auch umzusetzen.

Was tut Plan, um geflüchtete Mädchen zu unterstützen?

Mali ist in Westafrika eines der Länder mit den höchsten Migrantenzahlen, auch Migranten, die auf der Durchreise nach Europa sind. Hier möchte Plan in Zukunft verstärkt arbeiten, um Jugendlichen eine bessere Perspektive zu bieten. Dazu wird der Aufbau von Ausbildungszentren gehören. Plan möchte besonders jungen Frauen helfen, eine Tätigkeit zu erlernen, mit der sie sich ein Einkommen erwirtschaften können. Wir wollen sie generell darin bestärken, ihre Rechte einzufordern. In dem Report „Girls in Crisis Sahel“ haben wir ja gesehen, dass es oft die Väter sind, die über das Leben der Mädchen bestimmen. Dabei wissen die Mädchen sehr gut, was sie sich für ihre Zukunft wünschen. Uns geht es nicht um Bekämpfung von Fluchtursachen, wir wollen sie also nicht von etwas abzuhalten, sondern Perspektiven für sie schaffen. Dazu schauen wir uns die Bedürfnisse vor Ort an und gewährleisten den Bedürftigsten Schutz und Unterstützung. 

Auch Burkina Faso leidet seit Jahren unter Instabilität und islamistischen Angriffen. Was macht Plan dort?

In Burkina Faso gibt es so viele Binnenflüchtlinge wie nie zuvor. Wir haben 2012 mit humanitärer Hilfe im Land angefangen, als im Zuge der Gewalt in Nordmali immer mehr Menschen nach Burkina Faso fliehen mussten. Mehr als 600.000 Geflüchtete leben mittlerweile dort. Innerhalb eines Jahres hat sich ihre Zahl um 500 Prozent erhöht. Diverse bewaffnete Gruppen terrorisieren zudem das Land. Und eine anhaltende Dürre hat vielen Menschen ihre Existenz geraubt. Mittlerweile sind auch 1.700 Schulen im Land geschlossen. Ebenso mussten viele Gesundheitszentren schließen, was verheerende Auswirkungen hat, vor allem für Mädchen und Frauen. Wir konzentrieren uns bei unserer humanitären Hilfe auf Bildung, Kinderschutz, der Verteilung von lebensnotwendigen Gütern und um den Bereich Jugendbeschäftigung.

Jetzt ist auch noch Covid-19 als weiteres Problem in der Sahelregion dazugekommen. Wie sind die Prognosen für die Ausbreitung der Pandemie?

Prognosen für die Sahelzone sind ganz besonders schwierig. Aktuell gibt es dort kein sehr schnelles, leider aber kontinuierliches Ansteigen der Covid-19-Pandemie. Wir gehen in Westafrika auch von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Es ist äußerst schwierig, verlässliche Zahlen für Gebiete zu bekommen, in denen Konflikte und Gewalt herrschen. Alle westafrikanischen Länder, in denen wir arbeiten, wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Länder mit „community transmission“ deklariert, das ist die höchste von insgesamt drei Stufen. Das  bedeutet, dass es nicht nur sporadische Fälle oder einzelne Cluster gibt, sondern ein breites Infektionsgeschehen in den Gemeinden. 

Wir passen unsere laufenden humanitären Hilfsprojekte deshalb an und bringen über verschiedenste Medien und Kanäle Informationen zum Schutz vor Pandemie in die Gemeinden. Zum Beispiel schulen wir freiwillige Helfer und nutzen soziale Medien, Radios, sowie das Internet, um Aufklärungsarbeit zum Thema Hygiene und Schutz vor Ansteckung zu machen. Außerdem arbeiten wir mit lokalen Komitees auf Gemeindeebene zum Thema Kinderschutz. Die Ebola-Krise, während der es auch zu einem starken Anstieg von Frühverheiratungen kam, hat uns gezeigt, worauf wir uns vor Ort einstellen müssen.

Warum ist es Plan so wichtig, die Berichte zu Mädchen in Krisensituationen zu machen? 

Wir befragen bewusst Mädchen und junge Frauen, weil ihre Perspektive bislang kaum gehört wurde und wir sie nicht gut genug kennen. Unser Ziel ist es, ihnen eine Stimme zu geben und ihre Themen in unsere Programmarbeit und humanitäre Hilfe einzubeziehen. Die Aussagen der Mädchen helfen uns, unsere Arbeit zu priorisieren. Zum Beispiel im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit. Wir möchten bei Gebern Einfluss nehmen und zeigen, wie dringend zu diesen Themen gearbeitet werden muss.

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news-1574Wed, 03 Jun 2020 12:12:00 +0000Plan International nimmt Arbeit in Hamburger Unterkünften für geflüchtete Menschen wieder aufhttps://www.plan.de/news/detail/plan-international-nimmt-arbeit-in-hamburger-unterkuenften-fuer-gefluechtete-menschen-wieder-auf.htmlNach intensiver Vorbereitungszeit ist es nun soweit: Plan International Deutschland wird in zwei ausgewählten Hamburger Unterkünften für geflüchtete Menschen im Rahmen eines Covid-19 Response-Einsatzes tätig werden. Die Kinderrechtsorganisation leistet damit einen Beitrag zur Vorbeugung der Übertragung von Covid-19 in Unterkünften für geflüchtete Menschen und lindert die durch Kontakteinschränkungen ausgelösten psychosozialen Auswirkungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Schon mit Beginn der Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen hat das deutsche Kinderschutzprogramm von Plan International im Rahmen der bestehenden Projekte digitale Lern-, Spiel- und Informationsangebote an Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern in Unterkünften für geflüchtete Menschen herangetragen. Jetzt kann die Arbeit unter Wahrung von Schutzmaßnahmen auch wieder persönlich vor Ort stattfinden und damit den Kinderschutz unmittelbar stärken.

Durch die starke Einschränkung des Schul- und Kindertageseinrichtungsbetriebs verbunden mit der sozialen Abgeschiedenheit steigt die psychosoziale Belastung innerhalb der Familien, wodurch psychische und körperliche Gewalt begünstigt werden. Frauen und Mädchen sind in dieser Situation in besonderem Maße gefährdet. Schutzfaktoren wie soziale Kontakte zu Bezugspersonen außerhalb der Familie oder der tägliche Schul- oder Kindergartenbesuch und andere tagesstrukturierende Angebote sind reduziert. Die soziale Distanzierung birgt die Gefahr, Mädchen und Frauen den Zugang zu Hilfsstrukturen zu erschweren, welche sie vor häuslicher Gewalt schützen könnten.

Auch die Umstellung auf „Homeschooling“ hat große Auswirkungen auf die Lernsituation der Schülerinnen und Schüler. Insbesondere Kinder, die von zuhause nicht die Art von Unterstützung beim Lernen erfahren, die sie benötigen, sind durch diese Umstellung doppelt benachteiligt. Nicht nur mangelnde deutsche Sprachkenntnisse der Eltern, sondern auch beschränkter Zugang zu digitalen Lernangeboten und -plattformen sowie beengte Wohnverhältnisse, die wenig Ruhe und Platz zum Lernen bieten, sind Alltag für viele geflüchtete Kinder.

Das Thema Kinderschutz steht deswegen im Fokus von Plans Response-Aktivitäten. Dazu zählen auch die Themen Information und Kommunikation, Gesundheit und Hygiene sowie Bildung. Die Mitarbeitenden sprechen etwa mit den Eltern über Sorge und Wünsche und unterstützen sie bedarfsgerecht und partizipativ bei ihren Fragestellungen. Für alle Eltern, die Bedarf haben, gibt es außerdem das Angebot einer Telefon-Sprechstunde in ihrer bevorzugten Sprache. Für die Kinder sind unter anderem spielerische Aktivitäten geplant, die über den Umgang mit Covid-19 aufklären und es werden Bildungsaktivitäten wie Hausaufgabenbetreuung angeboten. Sie sollen außerdem altersgerechte Beschäftigungsboxen mit Spielzeug, Kinderseife und Atemschutzmaske erhalten.

Alle Aktivitäten finden unter besonderen Schutzmaßnahmen statt, die dem Infektionsschutzgesetz sowie den Vorgaben der Bundesregierung sowie des Hamburger Senats entsprechen. So tragen beispielsweise alle Teilnehmenden während der Aktivitäten einen Mund-Nasen-Schutz und halten den Mindestabstand von 1,5 Metern ein. Genutzte Gruppenräume werden gut belüftet und anschließend desinfiziert. Alle Mitarbeitenden der Response sind zudem in einem festen Personalstamm pro Unterkunft eingeplant.

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news-1575Fri, 29 May 2020 12:25:00 +0000Corona-Pandemie verstärkt Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Lateinamerikahttps://www.plan.de/news/detail/corona-pandemie-verstaerkt-gewalt-gegen-maedchen-und-frauen-in-lateinamerika.htmlInfolge der Covid-19 Pandemie gibt es in Lateinamerika und in der Karibikregion eine starke Zunahme von geschlechtsbasierter Gewalt gegen Mädchen und Frauen im häuslichen Umfeld. Die gesammelten Daten zeichnen ein alarmierendes Bild. Schon vor der Pandemie hatte Lateinamerika hohe Raten geschlechtsspezifischer Gewalt. Doch mit den Lockdowns und Quarantänemaßnahmen hat die Gewalt hinter verschlossenen Türen noch einmal massiv zugenommen, wie die gesammelten Zahlen von Plan International zeigen. So wurden im ersten Quartal des Jahres über 23.000 Fälle von häuslicher Gewalt in Honduras gemeldet. In Kolumbien nahmen Anrufe bei den Helplines in den Wochen nach den Quarantänemaßnahmen um 142 Prozent zu. Von 25. März bis 7 .Mai wurden  4.385 Gewaltfälle gemeldet, dreimal so viele wie im Vorjahr. Auch in Peru, wo besonders harte Lockdown-Regeln vorherrschen, sind Mädchen und Frauen häuslicher Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. In den ersten zwei Aprilwochen gingen 9.812 Hilfeanrufe bei der Helpline „Línea100“ ein. Darunter waren auch 2.300 Anrufe von Kindern, die erzählten, dass ihre Mütter oder Geschwister geschlagen würden. Im Nachbarland Bolivien wurden vom 17. März bis 5. Mai 1.370 Fälle geschlechtsbasierter Gewalt gemeldet. In der Dominikanischen Republik erhielt die „Línea Mujer“, eine Notrufnummer des Frauenministeriums, in den ersten 25 Tagen der Quarantäne 619 Hilfe-Anrufe.

Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: "Maßnahmen zur sozialen Distanzierung haben dramatische Auswirkungen auf Mädchen und Frauen. Wir befürchten Tausende weiterer Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt in der Region, wenn die Regierungen ihre bestehenden Schutz- und Reaktionssysteme nicht anpassen. Sie müssen sicherstellen, dass der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie zu sicheren Räumen und Notrufdiensten für Kinder, Mädchen und Frauen erreichbar bleibt.“

"Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist viel schlimmer als das Virus selbst, sagt die 21-jährige Samya aus Ecuador. „In abgelegenen Gemeinden gibt es oft noch nicht mal ein Telefon, um Hilfe zu suchen.“ Auch die Peruanerin Betsabé, 15 Jahre, findet, dass das Gewaltproblem nicht genug gesehen wird: "Alle sprechen nur über Covid-19, aber nicht über Gewalt. Viele Mädchen werden physisch und psychisch misshandelt, aber das kommt nicht an die Öffentlichkeit.“

Plan International nutzt soziale Netzwerke oder Radios in der gesamten Region, um Mädchen und junge Frauen über die ihnen zur Verfügung stehende Unterstützung zu informieren. Parallel dazu arbeitet die Kinderrechtsorganisation mit lokalen Regierungen zusammen, um deren Schutzsysteme zu stärken. Maike Röttger: „Das Einbeziehen von Männern und Jungen in den Kampf gegen Gewalt ist wesentlich, um dieses Problem zu bekämpfen".
 

 

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news-1572Wed, 27 May 2020 16:05:50 +0000Girls Get Equal: Kunstverkauf für weltweite Corona-Nothilfehttps://www.plan.de/news/detail/girls-get-equal-kunstverkauf-fuer-weltweite-corona-nothilfe.htmlDurch den Verkauf von limitierten Kunstwerken sammeln internationale Künstlerinnen und Künstler Spenden für die Corona-Nothilfe von Plan International. „New World, new Rules“ (dt.: „Neue Welt, neue Regeln“) ist das Motto der Kunst-Verkaufsaktion „Girls Get Equal Art Sale“. 30 einflussreiche Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt haben jeweils mindestens ein Werk zu der von Plan International initiierten Aktion beigetragen. Die Werke stellen dar, wie sich die Kunstschaffenden eine neue Welt mit neuen Regeln für Mädchen und Frauen nach der Corona-Krise vorstellen: eine Welt, in der sie gleichberechtigt gesehen, gehört und geschätzt werden.

Jedes Kunstwerk wird als Druck in limitierter Auflage für 30 Pfund verkauft – das entspricht inklusive Versand etwa 40 Euro. Der Erlös geht an Plan Internationals weltweite Nothilfe im Rahmen der Corona-Krise.

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen, die getroffen werden, um die Ausbreitung zu bremsen, betreffen vor allem Mädchen und junge Frauen. Nicht nur, weil Frauen häufiger Tätigkeiten ausüben, bei denen sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit COVID-19 zu infizieren – zum Beispiel im Pflegebereich und Gesundheitswesen. Auch und besonders, weil sich in Krisensituationen ohnehin schon bestehende Ungleichheiten und bedrohliche Verhältnisse verschärfen.

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news-1567Wed, 20 May 2020 12:50:54 +0000Die Katastrophe in der Katastrophehttps://www.plan.de/news/detail/die-katastrophe-in-der-katastrophe.htmlErst brachte der Lockdown in der Corona-Krise das öffentliche Leben in Bangladesch und Indien zum Stillstand, nun erreicht Super-Wirbelsturm Amphan die beiden südasiatischen Länder. Die Küstenstreifen wurden evakuiert und Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h erreichte heute Nachmittag Zyklon Amphan die Küste in Höhe der ost-indischen Stadt Kalkutta. Vor allem für das direkt benachbarte Bangladesch erwarten Experten immense Schäden. Amphan treibt eine Wasserwalze von etwa 1,70 m Höhe vor sich her, viele Küstenabschnitte in Bangladesch liegen aber nur knapp über dem Meeresspiegel. Vor allem werden in der gesamten Region extreme Niederschläge durch den Super-Zyklon erwartet, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen können.

In der Coronavirus-Pandemie hatte auch Bangladesch Schulen, Läden und öffentliche Transportwege weitgehend gesperrt. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung haben dadurch derzeit keine oder kaum Einkommensmöglichkeiten. Mitten im Lockdown wurden nun Hunderttausende Familien aus der unmittelbaren Gefahrenzone an der Küste ins Landesinnere in Sicherheit gebracht – Wirbelsturm Amphan droht zur Katastrophe in der Katastrophe zu werden.

Plan-Projekte indirekt betroffen
In Bangladesch arbeitet Plan International nicht im unmittelbaren Einzugsbereich von Wirbelsturm Amphan. Allerdings werden die sich abzeichnenden extremen Niederschläge die Projektregionen Dinajpur, Nilphamari und Lalmonirhat im Nordosten des Landes sowie Dhaka-North und Gazipur nördlich der Hauptstadt erreichen. Auf indischer Seite werden im Osten rund um das Delta des Ganges heftige Niederschläge erwartet, damit auch in den Plan-Projektgebieten Ranchi und Bhubanweswar.

Plans Unterstützung in der Corona-Krise
In Bangladesch informieren unter anderem freiwillige Plan-Teams über die Gefahren des Coronavirus. Bei rund 400 Sitzungen wurden bereits 3.300 Personen direkt erreicht; mit Handzettel wird zusätzlich ein breites Publikum sensibilisiert. Außerdem bekommen 30.000 extrem arme Familien in den Plan-Partnergemeinden sowie in den Notunterkünften für geflüchtete Rohingya Hygienesets. In Indien wurden unter anderem rund 55.000 Familien mit Hygiene- und Menstruationssets sowie rund 45.000 mit Lebensmittelkits versorgt.

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news-1558Mon, 04 May 2020 16:34:04 +0000Coronavirus verschärft Kinderrechtssituation im Libanonhttps://www.plan.de/news/detail/coronavirus-verschaerft-kinderrechtssituation-im-libanon.htmlEine Befragung zeigt, dass die Coronavirus-Pandemie die Lebensbedingungen im Libanon massiv verschlechtert. Eine von der Kinderrechtsorganisation Plan International im Libanon durchgeführte Befragung von 1.100 Mädchen und Jungen, Eltern und Gemeindevertretungen zeigt, dass die Coronavirus-Pandemie arme libanesische Familien sowie in dem Land lebende syrische Geflüchtete massiv getroffen hat.

64 Prozent der befragten Eltern sagten, dass sie nicht genug Nahrung für die nächsten zwei Wochen hätten. Mehr als 35 Prozent der heranwachsenden Mädchen berichteten, keine Menstruationsprodukte mehr zu haben. Nicht nur fehle ihnen wegen der Isolationsmaßnahmen die Möglichkeit, beispielsweise Binden zu kaufen. Sie sagten auch, kein Geld mehr für solche Produkte zu haben. 83 Prozent der Frauen gaben außerdem an, aufgrund der Angst vor einer COVID-19-Ansteckung keinen Zugang zu Verhütungsmitteln sowie sexuellen und reproduktiven Beratungsangeboten zu haben.

Befragt wurden zwischen dem 13. und 17. April 2020 je zur Hälfte syrische Geflüchtete in Flüchtlingssiedlungen sowie Menschen in armen libanesischen Gemeinden der Regierungsbezirke Baalbek-Hermel, Akkar, Nord- und Süd-Libanon sowie Nabaty. Dabei stellte sich heraus, mit welchen extremen Herausforderungen vor allem syrische Geflüchtete angesichts der COVID-19-Pandemie konfrontiert sind.

Das Plan-Partnerland Libanon befand sich schon vor der Corona-Krise in einer Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent, die Staatsverschuldung bei 85 Milliarden US-Dollar. Die Mitte März in Kraft getretene Abriegelung des Landes im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat die Lebensgrundlagen vieler Familien zerrüttet. Das verschärft die Auswirkungen der schweren Wirtschaftskrise und trifft die Schwächsten der Gesellschaft. Sie sind nun zusätzlich mit Hunger, mangelnder Hygiene und fehlendem Zugang zu Verhütungsmitteln konfrontiert; Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung und Familienplanung brechen weg.

Im Libanon leben schätzungsweise 1 Million syrische Geflüchtete. Bei einer Bevölkerung von 4,5 Millionen Menschen beherbergt der Libanon seit 2011 pro Kopf die weltweit höchste Zahl von Geflüchteten aus Syrien – eine erhebliche wirtschaftliche und soziale Belastung für den nahöstlichen Mittelmeer-Staat. Seit 2017 arbeitet Plan International mit lokalen, nationalen und internationalen Organisationen zusammen, um für die Umsetzung der Kinderrechte im Libanon einzutreten.

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news-1550Wed, 22 Apr 2020 18:55:53 +0000Plan unterstützt Coronavirus-Schutz im Flüchtlingslagerhttps://www.plan.de/news/detail/plan-unterstuetzt-coronavirus-schutz-im-fluechtlingslager.htmlIm Lager Azraq, einer Notunterkunft für syrische Geflüchtete östlich der jordanischen Hauptstadt Amman, leben rund 36.000 Menschen. Plan International ist dort seit 2016 in der humanitären Hilfe tätig – und unterstützt nun den Schutz vor dem Coronavirus. Die 12-jährige Majd ist seit vier Wochen nicht mehr zur Schule gegangen – alle Schulen im Lager Azraq in Jordanien sind seit Beginn einer landesweiten Abriegelung Ende März geschlossen worden. Das macht es für die hier lebenden syrischen Kinder schwierig, ihre Ausbildung fortzusetzen. Diese war durch den Konflikt in ihrer Heimat sowie Flucht und Vertreibung ohnehin unterbrochen.

Fehlender Unterricht

„Mein Zuhause ist in Ghouta, in Syrien, aber ich lebe derzeit im Lager Azraq“, sagt Majd. „Meine Familie besteht aus sechs Personen, und wir leben alle zusammen in einem kleinen Zelt. Dort verbringe die meisten Tage. Ich vermisse die Schule und meine Freundinnen.“

Anstatt zum Unterricht zu gehen, schalten Majd und andere Kinder im Lager jetzt lokale Radio- und Fernsehsender ein, um zu lernen. Zu bestimmten Tageszeiten werden für alle Altersgruppen entsprechende Programme ausgestrahlt. Für eine minimale Nachbereitung der Inhalte, stellen die Lehrkräfte im Lager über Mobiltelefone Verbindungen zu den Schulkindern her. „Die Hausaufgaben werden von meinen Lehrern über WhatsApp-Gruppen ausgegeben“, sagt Majd, die einmal Ärztin werden möchte.

Atemschutzmasken produzieren

Um trotz der Isolation der Menschen für etwas Abwechslung und ihren Schutz zu sorgen, hat Plan International seine Programme angepasst. Die Aktivitäten finden nun ohne größere Zusammenkünfte statt. Majd ist Mitglied eines Handarbeitsclubs, der aktuell Anleitungen und Materialien verteilt, damit sich die Menschen selbst Atemschutzmasken produzieren können. „Ich mag die Sitzungen, die wir über unsere Smartphones durchführen“, erklärt die 12-Jährige. „Sie geben mir Beschäftigung und lenken mich von Corona ab, das Virus ist beängstigend.“

Kinderschutz in der Ausnahmesituation

Plan International hat zudem eine Risikobewertung im Lager durchgeführt, um die neuen Herausforderungen zu ermitteln, mit denen Kinder – vor allem Mädchen – konfrontiert sein könnten. Da sie mehr Zeit in engen, geschlossenen Zelten oder Wohncontainern verbringen müssen, erhöhte sich beispielsweise das Risiko von Gewalt. Plan hat seine Projektteams diesbezüglich geschult, um Anzeichen von Missbrauch auch in den Online-Unterrichtssitzungen erkennen zu können.

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