Plan International Deutschland e.V. http://www.plan.de Plan Deutschland de-DE Plan International Deutschland e.V. Wed, 26 Sep 2018 12:32:31 +0000 Wed, 26 Sep 2018 12:32:31 +0000 www.plan.de news-904 Mon, 24 Sep 2018 11:30:41 +0000 Mädchen in Krisen: Leben zwischen Angst und Gewalt https://www.plan.de/news/detail/artikel/maedchen-in-krisen-leben-zwischen-angst-und-gewalt.html Neuer Bericht von Plan International zeigt: Mädchen in Krisensituationen leiden unter sexueller Gewalt, Isolation, Zwangsheirat und fehlender Bildung. Der Bericht „Adolescent Girls in Crisis: Experiences of Risk and Resilience“ fasst drei Studien von Plan International zusammen, die in drei der größten Krisen- und Konfliktregionen der Welt durchgeführt wurden: in Südsudan, Bangladesch und der Tschadsee-Region. Befragt wurden etwa 1000 Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren. Zusätzlich wurden intensive Interviews und Gruppengespräche mit etwa 400 Mädchen durchgeführt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Obwohl sie in ganz unterschiedlichen Ländern und Kontexten leben, kämpfen die Mädchen alle mit ähnlichen Problemen: Diskriminierung, sexuelle Gewalt, Frühverheiratung und fehlendem Zugang zu Bildung.

In Südsudan ist die Situation so aussichtslos, dass jedes vierte Mädchen an Selbstmord denkt. Laut Schätzungen der UN sind dort 2 Millionen Mädchen von geschlechterbasierter Gewalt bedroht. Sie haben Angst vor Mord, Vergewaltigung, Entführung und sexuellem Missbrauch - vor allem während sie Nahrung, Wasser oder Feuerholz holen. „Ich fühle mich hier auch am Tag nicht sicher, weil viele Mädchen in der Gegend vergewaltigt werden“, erzählt ein Mädchen aus Südsudan.

In den Flüchtlingslagern der Rohingya in Bangladesch leiden Mädchen unter extremer Isolation. Sie dürfen ihre Zelte häufig nur verlassen, um Feuerholz zu sammeln oder Wasser zu holen. Grund ist die Angst davor, Opfer von Gewalt, Belästigung oder Entführung zu werden. Die meisten sind durch die Erlebnisse in ihrer alten Heimat Myanmar schwer traumatisiert. „Ich habe gesehen, wie Soldaten Menschen in Stücke geschnitten und in den Fluss geworfen haben“, sagt ein Mädchen, das jetzt in einem Camp in Bangladesch lebt. „Viele der Mädchen haben extreme Gewalt erlebt und brauchen dringend Unterstützung“, betont Orla Murphy, Plan-Länderdirektorin in Bangladesch. „Aber die können sie nicht wahrnehmen, wenn sie 24 Stunden am Tag zu Hause eingesperrt sind.“

Das Leben der Mädchen in der Tschadsee-Region, zu der die Staaten Niger, Nigeria, Tschad und Kamerun gehören, ist vor allem von Gewalt geprägt. Sie leben in einem Gebiet, in dem die Terrormiliz Boko Haram Menschen ermordet, Häuser und Schulen bombardiert und Mädchen entführt und vergewaltigt. Selbst wenn die Mädchen es schaffen zu fliehen, sind sie nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatdörfer oft massiven Anfeindungen und Stigmatisierung ausgesetzt. Sie gelten als unrein und werden von der Gemeinde verstoßen, ebenso wie die Kinder, die häufig aus den Vergewaltigungen entstehen. Sie haben keine Chance, wieder ein normales Leben zu führen. „Ich kenne ein Mädchen, das deshalb gezwungen wurde, ihren Vergewaltiger zu heiraten“, erzählt eine 13-Jährige.

In allen drei Krisenregionen ist fehlender Zugang zu Bildung ein großes Problem. Die meisten Mädchen können nicht zur Schule gehen, weil ihre Eltern sich das Geld für die Schulgebühren oder die Materialien nicht leisten können oder sie zu Hause mithelfen müssen, um einen Teil zum Einkommen beizutragen. Auch sehr weite oder gefährliche Schulwege sind ein Hindernis. Zudem wird ein Großteil der Mädchen sehr früh verheiratet und meist kurz danach schwanger, sodass sie die Schule abbrechen müssen.

Auf der UN-Generalversammlung, die momentan in New York stattfindet, macht Plan International mit einer eigenen Veranstaltung auf die zentrale Bedeutung des Schutzes von Mädchen in Krisenregionen aufmerksam. „Das Leben jedes Menschen, der Krieg, Krisen, Katastrophen oder Hunger miterleben musste, wird dadurch komplett auf den Kopf gestellt. Aber keiner leidet so sehr darunter wie Mädchen - sie sind die Hauptleidtragenden“, sagt Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International. „Hilfsmaßnahmen, egal welcher Art, können niemals wirklich erfolgreich sein, wenn sie die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen ignorieren.“

Plan hat den Schutz von Mädchen in Krisenregionen zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht. So ist ein Teil von Plans Nothilfemaßnahmen speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen ausgerichtet, zum Beispiel durch das Errichten sicherer Waschgelegenheiten oder das Verteilen von Menstruations-Sets.

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news-899 Tue, 18 Sep 2018 09:11:33 +0000 Plan setzt sich auf UN-Generalversammlung für Stärkung von Mädchen in Krisenregionen ein https://www.plan.de/news/detail/artikel/plan-setzt-sich-auf-un-generalversammlung-fuer-staerkung-von-maedchen-in-krisenregionen-ein.html Heute, am 18. September, startet die 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York. Das übergreifende Thema dieser Sitzung ist, die UN für alle Weltbürger bedeutend zu machen: Globale Führungskompetenzen und geteilte Verantwortung für friedliche, gleichberechtigte und nachhaltige Gesellschaften. Zusammen mit Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International, wird eine Delegation von Plan an Schlüsselveranstaltungen, Diskussionen und Treffen auf höchster Ebene teilnehmen. Auf einer eigenen Veranstaltung am 24. September wird Plan den Abschlussbericht der Studie „Mädchen in Krisenregionen“ vorstellen und seine Agenda zur Förderung und zum Schutz der Rechte von heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen in Krisenregionen voranbringen.

Weltweit leben über 48 Millionen Mädchen und Jungen in Krisenregionen. Die Studie zeigt: Heranwachsende Mädchen und junge Frauen sind aufgrund ihres Alters und ihres Geschlechts besonders gefährdet und einem erhöhten Risiko ausgesetzt, zu sterben, gegen ihren Willen verheiratet zu werden, sexualisierte Gewalt erleben, oder dauerhaft die Schule verlassen zu müssen.

Auf Basis der dreiteiligen Studie fordert Plan die internationale Staatengemeinschaft auf, dringende Maßnahmen zum Schutz und zur Stärkung von Mädchen in Krisenregionen zu ergreifen und ihre Teilhabe an Entscheidungen in allen Aspekten der humanitären Hilfeleistungen zu ermöglichen.

Mädchen in Krisenregionen zu schützen, ist ein Schwerpunkt von Plans Arbeit. So ist ein Teil von Plans Nothilfemaßnahmen vor Ort speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen ausgerichtet, zum Beispiel das Errichten sicherer Waschgelegenheiten oder das Verteilen von Menstruations-Sets.

Bis Dezember werden in unterschiedlichen Sitzungen auf der UN-Generalversammlung Entscheidungen über Frieden und Sicherheit in der Welt sowie über den Eintritt neuer Mitglieder und den UN-Haushaltsplan getroffen. Alle 193 Mitgliedsstaaten - darunter auch Deutschland - werden mit bis zu fünf Vertreterinnen und Vertretern ihres Landes an der Versammlung teilnehmen und haben jeweils eine Stimme.

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news-896 Sun, 16 Sep 2018 09:48:07 +0000 Taifun verwüstet Nord-Philippinen: „Kinder brauchen dringend Hilfe“ https://www.plan.de/news/detail/artikel/taifun-verwuestet-nord-philippinen-kinder-brauchen-dringend-hilfe.html Der Taifun "Mangkhut" hat am Samstag im Norden der Philippinen schwere Schäden angerichtet. Mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 200 Stundenkilometern ist der Wirbelsturm im Nordosten der Philippinen auf Land getroffen. Nothilfe-Teams von Plan International sind vor Ort, um das Ausmaß der Schäden und der notwendigen Hilfsmaßnahmen einzuschätzen.

Taifun "Mangkhut" - lokal Ompong genannt - forderte Menschenleben, zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume und löste zahlreiche Erdrutsche aus. Viele Straßen sind nicht mehr passierbar. Über vier Millionen Menschen in den nördlichen Provinzen auf der Hauptinsel Luzon waren am Samstag ohne Strom. „Unsere Hilfsmaßnahmen gelten jetzt vor allem den Kindern. Sie sind bei einer solchen Katastrophe besonders gefährdet und brauchen dringend unsere Hilfe“, sagt Dennis O’Brien, Länderdirektor von Plan Philippinen. „Zeltplanen, Decken und Hygiene-Sets stehen bereit. Unsere Nothilfe-Teams vor Ort ermitteln derzeit, was die betroffenen Gemeinden am dringendsten benötigen. Sie sorgen dafür, dass die Aufbauarbeiten so bald wie möglich aufgenommen werden können, damit die Menschen wieder in den Alltag zurückfinden.”

Mehr als 15.000 Familien mussten im Vorfeld ihre Häuser verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. 39 Schulen wurden als Evakuierungszentren genutzt. Viele Familien haben ihre Häuser verloren. Laut Schätzungen der Helfer vor Ort sind bis zu 4,5 Millionen Menschen von den Schäden betroffen.

Die Philippinen zählen zu den am meisten von Naturkatastrophen betroffenen Ländern weltweit. 2013 hatte der Taifun Haiyan in den Phillipinen massive Schäden angerichtet, damals kamen mehr als 6.300 Menschen ums Leben.

Plan International ist seit 1961 in den Philippinen tätig und arbeitet zurzeit in über 400 Gemeinden in den Programmgebieten Masbate, Occidental Mindoro, Northern Samar, Eastern Samar, Western Samar und Central Mindanao. Diese Regionen sind nicht vom Taifun Mangkhut betroffen.
Es ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass die dort lebenden 36.000 Patenkinder und ihren Familien nicht betroffen sind.

Nothilfe-Maßnahmen in den Philippinen und anderen Plan-Programmländern werden über den Nothilfe-Fonds finanziert.

Hier können Sie den Nothilfe-Fonds unterstützen.

Plan International Deutschland e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE92251205100009444933
BIC: BFSWDE33HAN
Stichwort: Nothilfe-Fonds

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news-892 Thu, 13 Sep 2018 10:17:11 +0000 Für eine starke Zivilgesellschaft und Demokratie https://www.plan.de/news/detail/artikel/fuer-eine-starke-zivilgesellschaft-und-demokratie.html Anlässlich des Tages der Demokratie am 15. September fordern Plan International Deutschland und weitere entwicklungspolitische und humanitäre Organisationen die Bundesregierung auf, sich weltweit für die Stärkung und den Schutz von Handlungsräumen zivilgesellschaftlicher Organisationen einzusetzen. Ein Jahr lang saß Deniz Yücel in der Türkei im Gefängnis, weil er kritisch über die politischen Verhältnisse im Land berichtet hatte. Der türkische Staat untergrub das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit und warf ihm Terrorismuspropaganda und Aufwiegelung der Bevölkerung vor.  Ähnliches passierte zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters, die seit Dezember 2017 in Myanmar gefangen gehalten werden. Sie hatten zur Ermordung von zehn Rohingya-Männern und Jungen recherchiert. Ein Gericht verurteilte sie vor zwei Wochen zu sieben Jahren Haft, weil sie angeblich gegen ein Gesetz zu Staatsgeheimnissen verstoßen haben.

Das sind Beispiele dafür, wie Staaten fundamentale Rechte wie Presse- oder Meinungsfreiheit zunehmend einschränken. Man nennt diesen Trend Shrinking Spaces - schwindende Handlungsräume. Und der ist sehr deutlich: In sieben von acht Staaten der Erde ergreifen Regierungen Maßnahmen gegen Journalistinnen und Journalisten, Menschenrechtsverteidigerinnen und -Verteidiger, politische Aktivistinnen und Aktivisten, oder auch Nichtregierungsorganisationen (NROs).

Die Einschränkung der zivilgesellschaftlichen Handlungsräume führt nicht nur dazu, dass Entwicklungsorganisationen in ihrer Arbeit behindert werden, sondern schwächt auch die Demokratie. In Ländern wie Kambodscha, Guatemala oder Ägypten schränken die Regierungen beispielsweise die Beteiligungsmöglichkeiten vieler junger Menschen durch verschiedene Maßnahmen stark ein.

Mit dem „Girls Lead“-Programm unterstützt Plan Jugendliche, insbesondere Mädchen und junge Frauen, darin, sich effektiv für ihre Anliegen und ihre Rechte von der lokalen bis zur internationalen Ebene einzusetzen und Führungsrollen zu übernehmen. Zusammen mit Eltern und anderen Gemeindemitgliedern arbeitet die Organisation daran, dass die politische Arbeit der Jugendlichen, insbesondere der Mädchen, gesellschaftlich akzeptiert und unterstützt wird. Bei Behörden und Regierungen setzt Plan sich auf allen Ebenen dafür ein, Jugendliche systematisch an öffentlichen Entscheidungsprozessen zu beteiligen und dafür die entsprechenden Strukturen zu schaffen. Eine Einschränkung der zivilgesellschaftlichen Handlungsräume erschwert diese Arbeit und macht sie teilweise unmöglich.

Um weiterhin wirkungsvoll arbeiten und Menschen dabei unterstützen zu können, ihre Rechte wahrzunehmen, fordert Plan gemeinsam mit weiteren NROs unter dem Dach des Verbands für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) die Bundesregierung auf, sich für die Rechte und den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaften weltweit stark zu machen.

„Die Bundesregierung muss sich wirkungsvoll bei Regierungsverhandlungen für zivilgesellschaftliche Rechte weltweit einsetzen. Das heißt vor allem auch, dass die außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung nicht dazu beitragen dürfen, dass in anderen Ländern Menschenrechte missachtet und gesellschaftliche Freiheiten beschränkt werden“, sagt Christine Meissler, VENRO-Expertin für Shrinking Spaces und Referentin für den Schutz der Zivilgesellschaft bei Brot für die Welt.

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news-889 Fri, 31 Aug 2018 09:09:11 +0000 Krisenregion Tschadsee: Mädchen leiden unter Gewalt, Frühverheiratung und sexuellen Übergriffen https://www.plan.de/news/detail/artikel/krisenregion-tschadsee-maedchen-leiden-unter-gewalt-fruehverheiratung-und-sexuellen-uebergriffen.html Neuer Plan-Report zu heranwachsenden Mädchen in Nigeria, Niger und Kamerun Die andauernde Krise in der Tschadsee-Region hat massive Folgen für heranwachsende Mädchen. Seit jeher sind sie von Armut und Diskriminierung betroffen. Wie sie selbst in einer Befragung angeben, hat die langjährige, von multiplen Ursachen geprägte Krise ihr Leben noch drastisch verschlechtert. Angst vor Überfällen und Entführungen durch Aufständische, sexueller und physischer Gewalt in den Straßen, aber auch im häuslichen Umfeld, bestimmen ihren Alltag. Jedes fünfte Mädchen zwischen zehn und 19 Jahren gab in einer Befragung an, im vergangenen Monat geschlagen worden zu sein. Nahezu alle Mädchen berichteten, keinerlei Einfluss auf ihr Leben zu haben. Hinzu kommt die Angst, keinen Zugang zu Bildung zu haben. „Viele Mädchen hier brechen die Schule ab, weil sie verheiratet, schwanger oder vergewaltigt werden“ berichtet ein 18-jähriges Mädchen aus Kamerun in dem Report „Heranwachsende Mädchen in der Krise: Stimmen aus der Tschadsee-Region“ der Kinderhilfsorganisation Plan International.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Mädchen, die am stärksten von der Krise betroffenen sind, durch alle Netze fallen“, sagt Hussaini Abdu, Länderdirektor von Plan Nigeria. „Sie haben ein Recht darauf, über ihr Leben zu entscheiden. Zum Beispiel ob, wann und mit wem sie Kinder haben möchten. Genauso wesentlich für ihre Zukunft ist es, dass sie zur Schule gehen können.“ Der Zugang zu Bildung beeinflusst maßgeblich, ob ein Mädchen frühverheiratet wird oder nicht: Die Gefahr, minderjährig verheiratet zu werden, ist in der Region bis zu viermal so hoch, wenn sie keinen Schulabschluss haben. Die Folge sind Frühschwangerschaften mit hohen gesundheitlichen Risiken: Die Tschadsee-Region hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit.

Plan International Deutschland fordert daher von der deutschen Bundesregierung, Bildung als lebensrettende Maßnahme in der humanitären Hilfe anzuerkennen und finanzielle Mittel dafür bereitzustellen. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland:
„Bildung leistet einen wesentlichen Beitrag, Mädchen vor gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu schützen. Gebildete Mädchen kennen ihre Rechte und haben eine größere Chance, sich im Leben durchzusetzen. In Niger werden drei von vier Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Die Chance, diesem Schicksal zu entgehen, steigt mit jedem Schuljahr, das sie absolvieren.“

Plan International hat ein länderübergreifendes Programm in Niger, Nigeria und Kamerun, das vor allem Kinder und Jugendliche sowie von Gewalt betroffene junge Frauen im Fokus hat. Sie bekommen psychosoziale Betreuung sowie Unterstützung, um sich ein Einkommen zu schaffen. Da Schulen bevorzugte Ziele von Terrorakten sind, führt Plan auch das Pilotprojekt „mobile Schulen“ durch, bei dem Lehrkräfte in entlegene Dörfer fahren, um dort Kinder zu unterrichten, deren Schulen zerstört wurden oder deren Schulwege zu gefährlich sind. So soll verhindert werden, dass Mädchen und Jungen über Jahre Bildung verloren geht.

In dem Report „Adolescent Girls in Crisis: Voices from the Lake Chad Basin“ werden heranwachsende Mädchen in Nigeria, Niger und Kamerun zu ihrer persönlichen Sicht auf die Krise befragt. Der Report erscheint parallel zur internationalen Konferenz zur Tschadsee-Region am 3.-4. September in Berlin.

Den Report sowie Fotos zum Download und weiteres Material finden Sie online in unserem Pressebereich unter: www.plan.de/presse

Ein Interview mit Hussaini Abdu, Länderdirektor von Plan Nigeria, in Berlin ist möglich.

Ergebnisse aus dem Report:

•    Jedes dritte befragte Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren fühlt sich im häuslichen Umfeld nicht sicher.
•    Laut Aussage der Mädchen sind sie seit der Krise einem noch größeren Risiko ausgesetzt, vor ihrem 18. Geburtstag zwangsverheiratet zu werden. Über die Hälfte der verheirateten Mädchen in der Region ist bei der Hochzeit zwischen 14 und 15 Jahre alt.
•    Mehr als die Hälfte der Mädchen gab zudem an, in letzter Zeit hungrig ins Bett gegangen zu sein, weil es nicht genügend Lebensmittel gibt.
•    Besonders kritisch ist die Situation für Mädchen, die von ihren Familien getrennt wurden: Um ihr Überleben zu sichern, arbeiten sie oft als Hausangestellte in sklavenähnlichen Verhältnissen. Viele von ihnen berichten, von ihren Arbeitgebern sexuell missbraucht oder vergewaltigt worden zu sein.
•    Fast ein Zehntel der Mädchen gab an, kürzlich sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.
•    Der Report zeigt nicht nur auf, wo die Probleme liegen, er gibt den Mädchen auch eine Stimme, um ihre Träume und Bedürfnisse zu beschreiben. So wünscht sich ein Großteil von ihnen Berufstrainings, um die Familie finanziell unterstützen zu können. Gleichzeitig war den meisten Mädchen der Besuch einer Schule sehr wichtig.

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news-888 Thu, 23 Aug 2018 13:16:44 +0000 Ein Jahr Rohingya-Flüchtlingskrise https://www.plan.de/news/detail/artikel/ein-jahr-rohingya-fluechtlingskrise.html Am 25. August vor einem Jahr wurden auf einen Schlag 700.000 Rohingya gewaltsam aus Myanmar vertrieben. Noch heute leben sie in riesigen Flüchtlingscamps in Bangladesch unter katastrophalen Bedingungen. Besonders schlimm ist die Situation für Mädchen. 2017 sind insgesamt rund eine Million Rohingya aus dem Bundesstaat Rakhine im Westen Myanmars in das angrenzende Bangladesch geflüchtet. Seitdem leben sie auf engstem Raum zusammengepfercht im größten Flüchtlingscamp der Welt in der Region Cox’s Bazar im Südosten des Landes. Grund für den enormen Flüchtlingsstrom war ein eskalierender, gewaltsamer Konflikt zwischen Myanmars Armee und Rebellen.

Auch ein Jahr nach dem Beginn der Flüchtlingskrise sind die Lebensbedingungen der Menschen im Camp trotz internationaler Hilfeleistungen nach wie vor desaströs: Es gibt zu wenig Lebensmittel und Kleidung, kaum sauberes Wasser und nicht genügend Sanitäreinrichtungen, wodurch die Hygienesituation im Camp extrem schlecht ist. Die meisten Menschen leben noch immer in provisorischen, zeltartigen Unterkünften. Zeitweise sind sie bedroht von Überschwemmungen und Erdrutschen, da der Boden die Wassermengen starker Regenfälle nicht aufnehmen kann.

Wenngleich alle Geflüchteten unter den schwierigen Bedingungen im Camp leiden, zeigt eine neue Studie von Plan International: Mädchen sind ohne Zweifel die größten Opfer dieser humanitären Krise. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages in ihren Zelten und sind in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Sie dürfen nur früh morgens oder spät abends ihre Zelte verlassen, beispielsweise um auf die Toilette zu gehen, Feuerholz zu sammeln oder Wasser zu holen. Tagsüber kümmern sich die meisten von ihnen um ihre jüngeren Geschwister, putzen und kochen. Nur 28 Prozent der Mädchen im Camp besuchen eine Schule oder irgendeine Form von Unterricht. Wenn sie raus gehen, haben sie Angst vor Übergriffen oder sexueller Belästigung. Doch auch in den Zelten sind sie häufig nicht sicher. Eines von vier Mädchen hat bei der Befragung angegeben, kürzlich Gewalt erfahren zu haben - fast 90 Prozent davon waren Fälle von häuslicher Gewalt. Zudem sind sie der ständigen Gefahr ausgesetzt, verheiratet zu werden.

Ein Teil von Plans Nothilfemaßnahmen vor Ort ist bereits speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen ausgerichtet, zum Beispiel das Errichten sicherer Waschgelegenheiten oder das Verteilen von Menstruations-Sets. Plan International leistet seit Oktober 2017 Nothilfe in den Flüchtlingscamps, hauptsächlich in den Bereichen Hygiene, Kinderschutz und Bildung.

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news-887 Tue, 07 Aug 2018 08:09:56 +0000 Wir laufen weiter… https://www.plan.de/news/detail/artikel/wir-laufen-weiter.html „Glitzerflitzer“ on Tour: Beim Barmer Women’s Run in Köln starteten am Samstag mehr als 6.500 Läuferinnen und Walkerinnen. In Stuttgart, Berlin, Hamburg und Frankfurt gastierte die größte deutsche Frauenlaufserie bereits. Unter dem Motto „Glitzerflitzer“ werden zahlreiche Läuferinnen auch am 8. September in München und am 29. September in Hannover starten. Wir von Plan sind mit "Because I am a Girl" bereits zum sechsten Mal Charity-Partner des Women´s Run. Durch Sonderaktionen im Vorfeld und auf den Veranstaltungen sammelt der Veranstalter Spenden für "Because I am a Girl". Alle Spenden, die wir vom Women’s Run erhalten, fließen in den Mädchen-Fonds, mit denen Plan Projekte finanziert, die Mädchen in Entwicklungsländern ein gleichberechtigtes Aufwachsen ermöglichen.

Unsere Bildergalerie zeigt, wie viel Spaß die brombeerfarben gekleideten Läuferinnen bis jetzt hatten - und die Teams an den Plan-Ständen übrigens auch:

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news-886 Mon, 06 Aug 2018 11:56:31 +0000 Erbeben auf Lombok: „Kinder und Familien brauchen dringend ein Dach über dem Kopf“ https://www.plan.de/news/detail/artikel/erbeben-auf-lombok-kinder-und-familien-brauchen-dringend-ein-dach-ueber-dem-kopf.html Plan hat mit der Nothilfe in den betroffenen Gebieten begonnen. Nur eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf Lombok, bei dem mehrere Menschen starben, wurde die indonesische Insel gestern von einem weiteren schweren Beben erschüttert. Das Hauptbeben erreichte die Stufe 7 auf der Richterskala, gefolgt von über 130 Nachbeben, die bis in die Morgenstunden anhielten. Die Zahl der Todesopfer liegt bereits jetzt bei über 90 und steigt stündlich an. Tausende Gebäude wurden zerstört, die Straßen sind zum Teil unbefahrbar, was die Verteilung von Hilfsgütern erschwert. Die Situation für die Menschen dort ist mehr als kritisch: viele von ihnen flohen in Panik aus ihren Häusern. In einigen Gegenden ist der Strom ausgefallen.

Dini Widiastuti von Plan International Indonesien: „Die betroffenen Familien und vor allem die Kinder brauchen jetzt schnell ein Dach über dem Kopf. Sie müssen Decken und Planen erhalten, um nachts geschützt schlafen zu können. Im Moment nächtigen viele unter freiem Himmel - manche schon seit dem ersten Erdbeben vor einer Woche. Bei Kindern führt das schnell zu Atemwegserkrankungen. Außerdem sind sie traumatisiert von den anhaltenden Beben.“

Plan International ist seit 1969 in Indonesien tätig und hat mit der Nothilfe in der betroffenen Region begonnen. Expertenteams sind derzeit unterwegs, um das Ausmaß der Schäden und der notwendigen Hilfsmaßnahmen einzuschätzen. Es werden 500 Nothilfe-Sets verteilt, die unter anderem 1000 Planen und Seile, 1000 Schlafmatten und 2000 Decken enthalten. Weil das Gelände nur schwer zugänglich ist, findet die Verteilung der Güter größtenteils aus der Luft statt. Durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und den Bau von Toiletten soll die hygienische Situation verbessert werden, um Krankheiten vorzubeugen.

Ein weiterer Schwerpunkt von Plans Arbeit liegt auf dem Kinderschutz: Durch familienfreundliche Unterkünfte, psychosoziale Beratung und die Verteilung von Schulmaterial will Plan dafür sorgen, dass sie das Trauma überwinden können und in dieser schwierigen Situation wieder ein Stück Normalität erfahren.

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news-884 Fri, 03 Aug 2018 07:21:55 +0000 Hunderttausenden Kindern in Äthiopien droht der Hungertod https://www.plan.de/news/detail/artikel/hunderttausenden-kindern-in-aethiopien-droht-der-hungertod.html Plan International leistet in den Flüchtlingscamps Nothilfe. In den Flüchtlingscamps im Süden Äthiopiens sind eine halbe Million Kinder akut von Hunger und Krankheiten bedroht. Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Die Hilfsorganisation Plan International warnt: Wenn wir nicht schnell handeln, steht das Leben hunderttausender Kinder auf dem Spiel. „Es gibt nicht genügend Essen, kein sauberes Wasser, keine Medikamente und zu wenig Toiletten. Außerdem fehlt es an Kleidung, Decken oder Matratzen, sodass die Kinder nachts auf dem verdreckten Boden schlafen müssen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Auslöser ist ein bewaffneter Konflikt zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen, der im Frühjahr eskalierte. Seit April strömten fast eine Million Menschen in die völlig überfüllten Flüchtlingscamps in den Bundesstaaten Gedeo und West-Guji, die außerhalb der Konfliktzonen im Süden des Landes liegen. Besonders schlimm ist die Situation für die etwa 500.000 Kinder, die knapp die Hälfte der Geflüchteten ausmachen. Jeden Tag müssen hunderte von ihnen wegen schwerer Unterernährung oder Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung behandelt werden. Am meisten gefährdet sind Babys und Kleinkinder unter fünf Jahren. „Viele von ihnen befinden sich in einem sehr kritischen Zustand“, sagt Maike Röttger. Aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen breiten sich Krankheiten rasend schnell aus. Die meisten Kinder können jedoch nicht behandelt werden, weil es keine Medikamente gibt. Gleichzeitig fehlen Nahrungsergänzungsmittel, um akute Unterernährung zu bekämpfen.

Plan International ruft die internationale Staatengemeinschaft deshalb auf, umgehend Hilfe zu leisten und dringend benötigte Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Geschäftsführerin Maike Röttger: „Wenn wir jetzt nicht schnell reagieren, steht das Leben hunderttausender Kinder auf dem Spiel.“

Dramatisch ist die Situation auch für schwangere Frauen und Mütter. Weil es nicht genügend Lebensmittel gibt, haben sie keine Milch, um ihre Kinder zu stillen. Eine junge Mutter, die vor zwei Monaten mit ihrer Familie aus ihrem Dorf fliehen musste, berichtet: „Alles, was wir zu essen haben, ist etwas getrockneter Mais. Ich habe erlebt, wie Kinder vor meinen Augen verhungert sind. Ich habe große Angst davor, dass ich mein Baby nicht ernähren kann.“

Plan International leistet in den Flüchtlingscamps in Äthiopien Nothilfe und versorgt die Menschen dort mit Lebensmitteln, Medikamenten, medizinischem Equipment und Hygiene-Sets. Außerdem richtet Plan spezielle Schutz-Zonen für Kinder ein und unterstützt den Bau von geschlechtergetrennten Toiletten. Für die Hilfskräfte werden Gesundheits-, Hygiene- und Ernährungs-Schulungen durchgeführt, um die medizinische Situation zu verbessern.

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news-880 Wed, 25 Jul 2018 09:01:12 +0000 Venezuelas Bevölkerung flieht vor Hunger und Armut https://www.plan.de/news/detail/artikel/venezuelas-bevoelkerung-flieht-vor-hunger-und-armut.html Auf der Suche nach einem besseren Leben fliehen Hunderttausende Venezolaner aus ihrer Heimat. Sie stranden in Kolumbien, Ecuador und Peru. Plan leistet vor Ort humanitäre Hilfe und verteilt Lebensmittel und Hygieneutensilien an die Geflüchteten. Kaum Essen und medizinische Versorgung, eine Plastikplane auf dem harten Betonboden als Zuhause - so wie Yonaxis und ihre fünfköpfige Familie leben aktuell tausende Venezolaner in Ecuador, Peru und Kolumbien. Sie floh mit ihrem Mann und den drei kleinen Kindern zunächst nach Kolumbien und dann weiter nach Ecuador. Täglich kommen dort 3.000 weitere Menschen in den Flüchtlingscamps an, die vor Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit aus ihrem Heimatland geflohen sind.

Venezuela, einst durch die Ölförderung ein wohlhabendes Land, steckt wirtschaftlich wie politisch seit Jahren in der Krise: Der Agrarsektor produziert nicht mehr genug Lebensmittel, sodass 75% der Venezolaner an Hunger leiden. Die wenigen Lebensmittel, die es zu kaufen gibt, können sich die meisten durch die sinkenden Löhne und gleichzeitigen Anstieg der Preise nicht leisten. Für nötige Importe - auch von Arzneimitteln - fehlt dem Land das Geld. Ebenso bleibt Venezuelas Industrie weit unter ihrer möglichen Leistungsfähigkeit; die Ölproduktion ist so niedrig wie seit 70 Jahren nicht.

Die Folge: Eine der größten Flüchtlingskrisen in der Geschichte Lateinamerikas. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben rund eine Million Menschen Venezuela verlassen - und das nur in den letzten zwei Jahren. Seit 1999 flohen etwa vier Millionen Menschen aus dem Land, Hunderttausende allein seit den schweren Unruhen in der Hauptstadt im April dieses Jahres.

Der größte Teil der Flüchtlingswelle bricht über Kolumbien herein und schwappt in kleineren Wellen weiter in Richtung der Grenzstaaten Ecuador, Peru und Brasilien. Doch auch hier finden viele der Geflüchteten angesichts der schieren Masse an Menschen, die die Länder aufnehmen müssen, nicht die erhoffte Verbesserung. Viele finden keinen Job - nicht nur, weil die Stellen rar sind, sondern vor allem, weil sie illegal über die Grenzen kommen und keine offizielle Arbeitserlaubnis haben.

So ging es auch Yonaxis und ihrer Familie. Sie verbrachten sechs Monate in Kolumbien, bevor sie nach erfolgloser Arbeitssuche nach Ecuador weiterzogen. Dort strandeten sie in der Hauptstadt Quito am Busbahnhof, Schutz vor Regen und ein bisschen Privatsphäre bietet ihnen lediglich eine Plastikplane. Durch die schlechten Hygienebedingungen während der Reise sind die 20-Jährige und ihre Kinder gesundheitlich angeschlagen. Doch die medizinische Versorgung ist aufgrund der Überlastung der Krankenhäuser unzureichend. Yonaxis ist mit ihrem vierten Kind schwanger und leidet unter Blutverlust, ihre Tochter hat Schmerzen im Arm, seitdem sie auf der Reise gestürzt ist. Doch eine Behandlung bei einem Arzt kann die Familie sich nicht leisten.

Plan International hilft geflüchteten Venezolanern sowohl am Busbahnhof in Quito als auch in Kolumbiens Grenzstadt Cúcuta sowie in Peru. Die Organisation verteilt Lebensmittel und stellt Hygieneutensilien zur Verfügung. Außerdem klärt Plan die Migranten über Sex, Verhütung und geschlechtsbasierte Gewalt auf, denn viele hatten bislang keinen Zugang zu diesen lebenswichtigen Informationen. Darüber hinaus unterstützt das Kinderhilfswerk die Geflüchteten darin, ihre Rechte in den Ländern wahrnehmen zu können, in denen sie Zuflucht suchen.

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news-878 Mon, 16 Jul 2018 07:30:00 +0000 Nach dem Vulkanausbruch: Kindern ein Stück Normalität zurückgeben https://www.plan.de/news/detail/artikel/nach-dem-vulkanausbruch-kindern-ein-stueck-normalitaet-zurueckgeben.html Der Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala hat viele Menschen traumatisiert - besonders Kinder leiden unter dem Verlust des eigenen Zuhauses. Plan International hat in den Notunterkünften daher Kinderschutzzonen eingerichtet, in denen sie auch psychologisch betreut werden.

Unbefangen spielen, lernen, einfach Kind sein - das fällt zurzeit nicht leicht in Escuintla, einem Gebiet, das besonders schwer von den Folgen der Eruption des Volcán de Fuego betroffen ist. Über 100 Menschen sind Anfang Juni ums Leben gekommen. Von den rund 13.000 Evakuierten leben immer noch knapp 4.000 in Notunterkünften. Ein Ende der Nothilfe ist daher noch nicht absehbar.

Obwohl nach wie vor für über 20.000 Haushalte die höchste Alarmstufe für Vulkanaktivitäten gilt, geht diese Woche in Escuintla die Schule wieder los. Damit soll sich für die Kinder endlich wieder ein Gefühl der Normalität einstellen. Auch ein Spielplatz, der von Plan International und freiwilligen Helfern aus den Gemeinden wieder aufgebaut wurde, soll dazu beitragen.

Plan International konzentriert sich mit seiner Arbeit auf die Sicherheit und den Schutz von Kindern in drei der größten Unterkünfte in Escuintla. Dazu wurden so genannte „Child Friendly Spaces“ eingerichtet, in denen bereits über 800 Kinder Ruhe, Schutz und Ablenkung finden, um das Erlebte zu verarbeiten. Das Trauma der Katastrophe und der Verlust des eigenen Zuhauses hinterlassen insbesondere bei Kindern tiefe Spuren. In den Schutzzonen helfen Psychologen den Kindern durch Gespräche, Spiele und künstlerische Aktivitäten damit umzugehen. Die kinderfreundlichen Orte werden auch dafür genutzt, die Eltern über Gesundheit und Hygiene, sanitäre Anlagen und die Sicherheit ihrer Kinder aufzuklären.

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news-879 Fri, 13 Jul 2018 12:00:00 +0000 Plan International ist Charity-Partner der Leichtathletik-EM 2018 in Berlin https://www.plan.de/news/detail/artikel/plan-international-ist-charity-partner-der-leichtathletik-em-2018-in-berlin.html Zwischen dem 7. und 12. August findet in Berlin die Leichtathletik-Europameisterschaft statt und wir freuen uns sehr, dass Plan International Deutschland Charity-Partner des Sportevents ist. Rund 1.600 Athletinnen und Athleten werden im Olympiastadion in 47 Disziplinen um die Medaillen kämpfen. Um zu gewinnen, brauchen sie Selbstvertrauen, Willensstärke, Teamgeist und Fairness. Werte, die auch in den Projekten von Plan immer eine Rolle spielen.

„Seit mehr als zehn Jahren nutzen wir die Kraft des Sports in unseren Projekten. Sport gibt Kindern, vor allem Mädchen, Selbstbewusstsein und ein Gesicht in ihren Gemeinden. Dadurch erhalten sie die Chance, sich für ihre Rechte stark zu machen. Dazu gehören das Recht auf Gesundheit und der Zugang zu sauberem Trinkwasser“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

Die Einnahmen aus verschiedenen gemeinsamen Aktionen während der EM fließen deshalb in das Plan-Projekt „Wasser für Schulen und Gemeinden in Ghana“. In den Projektregionen im Südosten von Ghana haben nur 20 Prozent der Menschen Zugang zu sauberem Wasser. An vielen Schulen fehlen sanitäre Einrichtungen. Infektionen und Krankheiten breiten sich durch die schlechten Bedingungen schnell aus und sind gerade für Kleinkinder lebensbedrohlich. Ziel des Projekts ist es, dass 15.600 Gemeindemitglieder durch den Bau von Brunnen und Sanitäranlagen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. „Dass sich die Leichtathletik-EM Berlin 2018 jetzt gemeinsam mit uns dafür engagiert, ist ein großer Gewinn für Plan und die Menschen in Ghana“, so Maike Röttger.

Teil der Aktionen ist beispielweise eine vergünstigte Plan International FanCard für 5 Euro, die für die Vormittagssession am 7. August angeboten wird. 50 Prozent davon fließen in das Plan-Projekt in Ghana. Auch „Berlino“, das Maskottchen der Europameisterschaft, macht sich während der Wettkampftage im Stadion für die Arbeit von Plan stark. Damit ist auch die Leichtathletik-EM Berlin 2018 Teil von Plans Sport-Initiative "Kinder brauchen Fans!", mit der sich viele porminente Sportlerinnen und Sportler sowie Vereine und Verbände gemeinsam mit Plan für Kinder in Entwicklungsländern engagieren.

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news-876 Wed, 11 Jul 2018 09:30:00 +0000 Familienplanung ist ein Menschenrecht https://www.plan.de/news/detail/artikel/familienplanung-ist-ein-menschenrecht.html Obwohl Familienplanung seit 50 Jahren international als Menschenrecht anerkannt ist, haben viele Frauen noch immer keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Anlässlich des heutigen Weltbevölkerungstages machen wir auf die sexuellen und reproduktiven Rechte von Mädchen und Frauen aufmerksam. In vielen Ländern der Welt ist es Mädchen und Frauen nicht möglich, selbstbestimmt über die Anzahl und den Zeitpunkt der Geburt ihrer Kinder zu entscheiden. Tatsächlich wollen rund 214 Millionen Frauen weltweit im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft vermeiden, nutzen jedoch zurzeit keine moderne Verhütungsmethode. Darunter sind circa 23 Millionen Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

Eingeschränkter Zugang zu Verhütungsmitteln

Jedes Jahr werden 308 Millionen ungeplante Schwangerschaften mithilfe moderner Verhütungsmittel verhindert. Wenn wir den Bedürfnissen von allen Mädchen und Frauen gerecht würden, könnten jährlich 67 Millionen weitere ungeplante Schwangerschaften abgewendet werden. Dennoch gibt es 35 Länder auf der Welt, die mindestens ein Gesetz haben, das den Zugang zu Verhütungsmitteln für Mädchen und junge Frauen einschränkt.

Diese Gesetze beinhalten, dass unverheiratete Frauen keine Verhütungsmittel kaufen dürfen oder dass sie die Zustimmung ihrer Eltern benötigen, um Verhütungsmittel zu erhalten. Abgesehen davon gibt es viele weitere Barrieren, die Mädchen und Frauen davon abhalten, ihre sexuellen und reproduktiven Rechte wahrzunehmen. Dazu gehören der Mangel an Beratungsstellen für Jugendliche unzureichende Informationen, soziales Stigma und finanzielle Mittel.

Recht auf freie Entscheidungen

Plan International setzt sich dafür ein, dass Mädchen über ihre Körper selbst bestimmen können. Um Gleichberechtigung der Geschlechter zu erreichen, muss sichergestellt werden, dass alle Mädchen und Frauen ihre vollen sexuellen und reproduktiven Rechte verwirklichen können. Diese beinhalten das Treffen von freien Entscheidungen auf Basis von Informationen, zu denen sie Zugang haben müssen. Auch die Kontrolle über die eigene sexuelle und reproduktive Gesundheit und das eigene Leben zu haben, frei von Zwang, Gewalt, Diskriminierung und Missbrauch, gehört dazu.

Die Möglichkeit, verhüten zu können, wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens einer Frau aus - auch auf ihre Bildung und ihren Job. Jedes Mädchen und jede Frau ist unterschiedlich und hat verschiedene Wünsche. Trotz dieser persönlichen Vielfalt, sind Menschenrechte für jeden gleich. Alle haben das Recht, frei und verantwortungsvoll über die eigene Familienplanung zu entscheiden.

* Zurzeit gibt es keine Daten über den Zugang zu Verhütungsmitteln für Mädchen unter 15 Jahren.

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news-872 Tue, 03 Jul 2018 08:47:00 +0000 Afrikas Sonne liefert die Energie für ein eigenes Einkommen https://www.plan.de/news/detail/artikel/afrikas-sonne-liefert-die-energie-fuer-ein-eigenes-einkommen.html Mit der Installation von Nigers erstem solarbetriebenen Netzwerk startet ein neues Programm von Plan International, das mehr als 6.000 Frauen in Mali, Niger und Senegal zugutekommen wird. Die nun vorhandene Energie aus nachhaltiger Quelle ermöglicht es Frauen, wirtschaftlich unabhängig zu werden. So fördert das Projekt die Gleichberechtigung von Frauen und verbessert ihre Lebensqualität sowie die ihrer Gemeinden. Erneuerbare Energie und Gleichberechtigung sind Schlüsselfaktoren für nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum. Das Projekt richtet sich deshalb auch gegen Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten, mit denen Frauen in der Region zu kämpfen haben. Sie sollen als Unternehmerinnen gefördert und ihr Zugang zu Finanz- und Energiedienstleistungen soll verbessert werden.

Frauen können Veränderungen bewirken

„Frauen spielen auf der ganzen Welt eine entscheidende Rolle im Sozialwesen und für das Wohlergehen ihrer Gemeinden. Unsere Arbeit wird ihnen die notwendigen Ressourcen bieten, dies zu tun. Außerdem entwickeln sie ihre technischen Fähigkeiten, sodass sie ökonomisch unabhängig werden, sich entfalten und Veränderungen bewirken können, die ihnen und ihren Gemeinden nutzen”, erklärt Concha López, Landesdirektorin von Plan International Spanien.

Das Projekt zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Frauen mithilfe erneuerbarer Energie in der Sahelzone wird von Plan International Spanien und sieben Partnern, darunter Ministerien und nationalen Behörden für erneuerbare Energien, über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt. Einen Teil des Projektes finanziert die Europäische Union mit einem Zuschuss von 7,6 Millionen Euro. 

Die erste Solaranlage wurde in einem kleinen Dorf im Südwesten von Niger aufgebaut. Das Stromnetz versorgt nun 107 Haushalte, eine Schule, ein Gesundheitszentrum, zwei Moscheen und einige Läden mit Strom. Dadurch können die Geschäfte jetzt auch Eis und gekühlte Getränke verkaufen. Auch eine neue elektrische Wasserpumpe wurde installiert, sodass die Bevölkerung sauberes Wasser zum Trinken, Waschen und für die Bewässerung ihrer Pflanzen hat.

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news-870 Thu, 21 Jun 2018 12:01:06 +0000 Plan International vergibt Sonderpreis für entwicklungspolitisches Engagement https://www.plan.de/news/detail/artikel/plan-international-vergibt-sonderpreis-fuer-entwicklungspolitisches-engagement.html Bei der Preisverleihung des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ in Berlin hat Plan International Deutschland einen Sonderpreis an Schülerinnen und Schüler des Stromberg Gymnasiums in Vaihingen verliehen. Unter dem Motto „‘Sei weltbewegend!‘ Verantwortungsvoll handeln. Miteinander gestalten“ waren Schulen in ganz Deutschland dazu eingeladen, im Sinne der 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (SDGs) Handlungsideen zu entwickeln und umzusetzen. Rund 32.000 Schülerinnen und Schüler sind diesem Aufruf gefolgt. Die Gewinner wurden aus 516 Einsendungen von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Über 100 Schülerinnen und Schüler wurden bei der Preisverleihung am 21. Juni 2018 beim Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik ausgezeichnet. Neben Preisen in fünf Kategorien werden auch Sonderpreise von zivilgesellschaftlichen Partnern des Wettbewerbs vergeben, darunter auch Plan International. Mit den Sonderpreisen werden Beiträge ausgezeichnet, die sich mit der Perspektive von Kindern und Jugendlichen in Afrika, Asien oder Lateinamerika auseinandersetzen.

Plan International verleiht den so genannten „Hoffnungsträger“ in diesem Jahr an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des Stromberg Gymnasiums in Vaihingen, Baden-Württemberg, für ihr Dokumentarfilmprojekt „Univers croisés“. Darin dokumentieren die Jugendlichen ihren Austausch mit Schülerinnen und Schülern aus Porto Novo, Benin. Der Film zeigt, wie unsere inneren Bilder von Afrika und Europa durch Begegnungen und Erfahrungen in Frage gestellt und verändert werden können. Plan International hat dieses Projekt für den Sonderpreis ausgewählt, weil es eine interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe darstellt und die Erfahrungen der Lerngruppe auf eindrucksvolle Weise in die Schulgemeinschaft getragen wurden. Da Plan International die Fortführung der interkulturellen Begegnung unterstützen möchte, laden wir die Gewinnerinnen und Gewinner des Sonderpreises zu einem Film-Workshop ein, der den Auftakt für die Fortführung des Projektes im nächsten Schuljahr bilden wird.

Erwähnenswert ist auch der Gewinn der Maria-Ward-Mädchenrealschule in Bayern, die im Wettbewerb mit einem Schulpreis für ihr kontinuierliches entwicklungspolitisches Engagement ausgezeichnet wurde. Die Schule hat zwei Patenschaften bei Plan International Deutschland übernommen und unter anderem eine Aktion zum Welt-Mädchentag zur Unterstützung der Plan-Bewegung „Because I am a Girl“ durchgeführt.

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „Alle für Eine Welt – Eine Welt für Alle“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird alle zwei Jahre im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von Engagement Global ausgerichtet. Ziel des Wettbewerbs ist es, den Lernbereich „Globale Entwicklung“ im Unterricht aller Jahrgangsstufen zu unterstützen und Kinder und Jugendliche für die „Eine Welt“ zu sensibilisieren und zu aktivieren.

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news-869 Wed, 20 Jun 2018 07:04:29 +0000 Rohingya-Mädchen: Ein Leben wie im Gefängnis https://www.plan.de/news/detail/artikel/rohingya-maedchen-ein-leben-wie-im-gefaengnis.html In den Flüchtlingscamps in Bangladesch leben fast eine Million Rohingya auf engstem Raum. Die Lebensbedingungen sind schlimm - vor allem für die Mädchen. Eine neue Plan-Studie beschreibt jetzt ihren Alltag: isoliert, eingesperrt und ohne Rechte. Die Gewalt, die sie erlebt haben, ist unvorstellbar. Viele von ihnen mussten mit ansehen, wie ihre Dörfer niedergebrannt und ihre Familien ermordet wurden, einige wurden Opfer von Vergewaltigung oder Folter. Die Flucht aus ihrer alten Heimat Myanmar sollte für die Mädchen der Rohingya ein Neustart werden. Doch ihr neues Zuhause entpuppt sich als Gefängnis. Denn sie haben kaum Rechte und dürfen die notdürftigen und beengten Zelte, in denen sie jetzt leben, kaum noch verlassen - obwohl die Temperaturen dort oft über 40 Grad klettern.

Eine neue Studie von Plan International hat die Lebenssituation der Mädchen in den Flüchtlingscamps der Rohingya untersucht. Das Ergebnis: Sie sind in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und verbringen die meiste Zeit des Tages mit Haushaltspflichten wie Putzen und Kochen oder kümmern sich um ihre jüngeren Geschwister. Nur 28 Prozent von ihnen besuchen eine Schule oder irgendeine Form von Unterricht. Die Zelte dürfen sie nur selten verlassen, zum Beispiel um Feuerholz zu sammeln oder Wasser zu holen. Wenn sie raus gehen, haben sie Angst vor Übergriffen oder sexueller Belästigung. Sie dürfen keine eigenen Entscheidungen treffen und haben damit auch keine Chance, zur Schule zu gehen und ihre Lebenssituation langfristig zu verbessern.

„Mädchen sind ohne Zweifel die größten Opfer dieser humanitären Krise“, sagt Orla Murphy, Länderdirektorin von Plan International Bangladesch. „Die Bedingungen, die in den überfüllten Camps, aber auch in den notdürftigen Zelten herrschen, in denen sie jetzt zu Zuhause sind, haben verheerende Auswirkungen auf ihr weiteres Leben. Viele von ihnen haben schlimmste Formen von Gewalt erlebt und sind dringend auf Unterstützung angewiesen. Aber sie können diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen, weil sie ihre Zelte nicht verlassen können.“

Und auch in den Zelten sind sie häufig nicht sicher. Eines von vier Mädchen hat bei der Befragung angegeben, kürzlich Gewalt erfahren zu haben - fast 90 Prozent davon waren Fälle von häuslicher Gewalt. Zudem sind sie der ständigen Gefahr ausgesetzt, verheiratet zu werden. Ein 18-Jähriges Mädchen erzählt: „Meine Eltern werden mich zwingen zu heiraten. Ich kann nichts dagegen tun.“ Bereits jetzt ist rund ein Fünftel der Mädchen verheiratet, mehr als zwei Drittel davon haben mindestens ein Kind. Für die Eltern ist es oft der einzige Ausweg, um die Versorgung ihrer Töchter zu sichern.

Plan will mit der Studie deutlich machen, wie wichtig es ist, die Hilfsmaßnahmen in den Camps auch auf die speziellen Bedürfnisse junger Mädchen auszurichten - damit sie den gleichen Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, sanitären Einrichtungen und psychosozialer Unterstützung erhalten und damit sie ein sicheres und selbstbestimmtes Leben führen können. Ein Teil von Plans Nothilfemaßnahmen vor Ort ist bereits speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen ausgerichtet, zum Beispiel das Errichten sicherer Waschgelegenheiten oder das Verteilen von Menstruations-Sets.

Für die Studie „Adolescent Girls in Crisis: Voices of the Rohingya“  wurden im Zeitraum von März bis April 2018 insgesamt 300 Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren in den Camps der Region Cox’s Bazar in Bangladesch befragt. Die Analyse erfolgte in Zusammenarbeit mit der Monash University in Melbourne.

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news-867 Tue, 19 Jun 2018 07:37:01 +0000 Jury nominiert Journalisten für Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 https://www.plan.de/news/detail/artikel/jury-nominiert-journalisten-fuer-ulrich-wickert-preis-fuer-kinderrechte-2018.html Kinderhilfsorganisation Plan International lädt zur Preisverleihung am 27. September Die diesjährigen Finalisten des Journalistenpreises der Ulrich Wickert Stiftung stehen fest. Für den Preis Deutschland/Österreich nominierte die Jury drei Journalistinnen, die beeindruckende Reportagen über Kinder in Entwicklungsländern eingereicht haben. Darüber hinaus können vier Journalisten auf den Peter Scholl-Latour Preis hoffen, der für die Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben wird. Anuradha Nagaraj, Korrespondentin der Thomson Reuters Foundation in Indien, steht bereits als internationale Preisträgerin fest. Der Sonderpreis für die Medienarbeit von Jugendlichen geht an das Radioprogramm „Rincón Juvenil“ (Jugendecke) in Bolivien. Ulrich Wickert wird alle Finalisten am 27. September 2018 in Berlin begrüßen, wo die Siegerinnen und Sieger auf einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben werden.

Im Rahmen des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte 2018 sind nominiert
für den Preis Deutschland / Österreich:
•    Stefanie Appel: „Fatema, das Surfergirl von Cox's Bazar“, KiKA
•    Sabine Bohland: „Die Perlenmädchen von Kenia“, ARD Weltspiegel
•    Margarete Blümel: „Sie behandeln uns wie Dreck! Straßenkinder in Indien“, SWR2 Tandem

für den Peter Scholl-Latour Preis:
•    Raphael Geiger: „Unter Ruinen das Leben“, Stern
•    Claas Relotius: „Löwenjungen“, Der Spiegel
•    Fritz Schaap: „Es war einmal eine Nation“, Der Spiegel
•    Patrick Witte: „Sun Ladies - Nie wieder Opfer“, NEON

Für den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte 2018 wurden 95 Medienbeiträge aus 20 Ländern eingereicht. Zur unabhängigen Jury des Journalistenpreises gehören Karl Günther Barth (Autor und Publizist), Alice Bota (Die Zeit), Marko Brockmann (RadiJojo), Karen Heumann (thjnk), Brigitte Huber (Brigitte), Rudi Klausnitzer (Medienmanager), Christoph Lanz (Thomson Foundation), Markus Lanz (ZDF), Charlotte Maihoff (RTL aktuell), Renate Meinhof (Süddeutsche Zeitung), Jürgen Merschmeier (Journalist, Politikberater), Paul-Josef Raue (Redaktionsberater und Autor), Ulrich Wickert und Dr. Werner Bauch (Plan International Deutschland).

Ulrich Wickert unterstützt die Projekte des Kinderhilfswerks Plan International seit 1995 und ist ehrenamtliches Mitglied des Kuratoriums der deutschen Organisation. 2011 gründete er die Ulrich Wickert Stiftung, die den Journalistenpreis vergibt. Peter Scholl-Latour war Gründungs- und Kuratoriumsmitglied von Plan International Deutschland. Der Sonderpreis mit seinem Namen wird in Ehren an das besondere Engagement des Verstorbenen vergeben.

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news-866 Fri, 15 Jun 2018 09:45:00 +0000 Malaria: Alle zwei Minuten stirbt ein Kind https://www.plan.de/news/detail/artikel/malaria-alle-zwei-minuten-stirbt-ein-kind.html Heute ist Tag des afrikanischen Kindes. Immer noch fordern behandelbare Krankheiten wie Malaria in Afrika viele Todesopfer - die meisten von ihnen sind Kinder. Plan International fördert Projekte, um die Gesundheitsvorsorge zu verbessern - zum Beispiel in Uganda. Durchfall, Malaria und Lungenentzündungen sind Krankheiten, die inzwischen vermeidbar und gut behandelbar sind. Trotzdem stirbt immer noch alle zwei Minuten ein Kind auf der Welt an Malaria.

Besonders verbreitet ist die Tropenkrankheit in Afrika - 90 Prozent der weltweiten Fälle wurden 2016 dort verzeichnet. Am stärksten betroffen sind Kinder unter 5 Jahren, weil ihr Immunsystem besonders anfällig ist. 70 Prozent aller Todesfälle kommen in dieser Altersgruppe vor.

Plan International setzt sich in Uganda für eine bessere Gesundheitsvorsorge ein. Mit dem Projekt sollen vor allem Kinder Zugang zu medizinischer Versorgung und Medikamenten erhalten. Aber auch junge Mütter und schwangere Frauen profitieren davon, denn die Müttersterblichkeit in Uganda ist hoch und das HI-Virus weit verbreitet. Ohne medizinische Betreuung haben infizierte Frauen ein hohes Risiko, die Krankheit auf ihr Kind zu übertragen. Plan unterstützt mehrere Gesundheitszentren in den südlichen Regionen Kamuli und Buyende. Sie erhalten zum Beispiel medizinische Geräte, neue sanitäre Anlagen oder weitere Ausstattung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können an Fortbildungen zur medizinischen Versorgung von Schwangeren und Kindern teilnehmen und Fachkräfte werden im Umgang mit Kinderkrankheiten geschult.

Damit auch entlegene Gemeinden Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten, werden über 500 ehrenamtliche Gesundheitshelferinnen und -helfer ausgebildet. Bei Anzeichen einer Erkrankung sind sie die ersten Ansprechpartner für Betroffene und können mit medizinischem Material und Medikamenten aushelfen. Zudem werden ambulante Gesundheitsdienste angeboten, die unter anderem Schwangerschaftsvorsorge, Impfungen und HIV-Tests umfassen. HIV-positive Mütter werden in ein Präventionsprogramm aufgenommen, regelmäßig untersucht und bei der Behandlung unterstützt.

Um auch langfristig eine bessere medizinische Vorsorge zu gewährleisten, setzt Plan International sich auf lokaler und nationaler Ebene für ein höheres Budget im Gesundheitsbereich ein. In den Gemeinden wird zusätzlich über Patientenrechte, Mutter-Kind-Gesundheit, Familienplanung und HIV/Aids informiert. Im Fokus stehen dabei auch Männer - sie lernen zum Beispiel, welche Rolle sie für die Gesundheit ihrer Partnerin und Kinder spielen. Jugendliche werden über sexuelle und reproduktive Gesundheit aufgeklärt, damit sie eigene Entscheidungen zur Familienplanung treffen können.

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news-856 Fri, 08 Jun 2018 09:00:00 +0000 Glitzern und flitzen: Women’s Run 2018 mit Plan https://www.plan.de/news/detail/artikel/glitzern-und-flitzen-womens-run-2018-mit-plan.html Endlich wieder Laufwetter! Wir von Plan freuen uns, bereits zum sechsten Mal Charity-Partner der Laufserie Barmer Women’s Run zu sein! Die Saison 2018 mit dem Motto „Glitzerflitzer“ startet morgen, am 9. Juni in Stuttgart. Die Kolleginnen von Plan International Deutschland in Hamburg freuen sich ganz besonders auf den 7. Juli, denn dann gastiert der Barmer Women’s Run wieder im Hamburger Stadtpark - erstmals in Kombination mit einem Yoga-Special am Vormittag. Natürlich kann auch hier wieder über Distanzen von fünf oder acht Kilometer gewalkt oder gelaufen werden. Und in bester Tradition treten wieder zwei Plan-Teams in Hamburg an und werden die beiden Distanzen gemeinsam bewältigen. 

Weniger als um Bestzeiten geht es jedoch darum, das sportliche Event mit einer Menge Spaß zu verknüpfen. Dafür gibt es wie in den Vorjahren ein umfangreiches Programm auch neben der Strecke. 

Weil viele Mädchen und Frauen nicht die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen, kooperiert der Veranstalter zum sechsten Mal in Folge mit Plan International Deutschland als Charity-Partner und sammelt Spenden, die in den Mädchen-Fonds von Because I am a Girl fließen. Damit werden Projekte finanziert, die Mädchen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Aufwachsen ermöglichen sollen.

Vor Ort gut informiert 

Wer mehr über die Charity-Partnerschaft wissen will, kann sich vor Ort informieren: Auf allen Laufevents - in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Hannover - sind wir mit einem Stand vertreten. Dort informieren die Ehrenamtlichen unserer Plan-Aktionsgruppen über die Charity-Partnerschaft und die Arbeit von Plan International, besonders natürlich über unseren Einsatz für Mädchen unter dem Dach von Because I am a Girl.

Erstmals ist Hannover als siebte Women’s Run-Stadt dabei - hier wird das Saisonfinale am 29. September ausgetragen. Mehr Informationen, Termine und Anmeldungen für die Women’s Runs sind hier online zu finden.

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news-855 Thu, 07 Jun 2018 07:01:29 +0000 Vulkanausbruch in Guatemala https://www.plan.de/news/detail/artikel/vulkanausbruch-in-guatemala.html Nur wenige Tage nach der ersten Eruption des Feuervulkans in Guatemala mit rund 100 Toten ist der Volcán de Fuego erneut ausgebrochen. Plan leistet vor Ort Nothilfe - die Programmgebiete sind von der Vulkanaktivität jedoch nicht direkt betroffen. Schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen sind laut der Regierung in Guatemala vom Ausbruch des Feuervulkans direkt betroffen. Die Zahl der Todesopfer beim schwersten Ausbruch des Vulkans seit 40 Jahren stieg auf mindestens 75. Rund 200 Menschen werden noch vermisst. Knapp 3.500 Bewohner konnten in Sicherheit gebracht werden, viele Orte in den betroffenen Gebieten wurden evakuiert. In weiten Teilen brach die Strom- und Wasserversorgung zusammen.

Guatemalas Präsident Jimmy Morales rief für drei Gebiete rund um den Vulkan den Notstand aus: Escuintla, Chimaltenango und Sacatepéquez. Auf diese Weise werden internationale Hilfseinsätze ermöglicht, an denen sich auch Plan International beteiligt. Das Länderbüro vor Ort arbeitet zur Koordination der Nothilfe eng mit dem nationalen Katastrophenschutz und dem Team der humanitären Hilfe zusammen. Tausende Menschen wurden in Notlagern untergebracht - Plan stellte dafür 500 Matratzen und weitere Güter zur Verfügung. Außerdem werden Sammellager für die notwendigsten Hilfsmittel wie Trinkwasser und Medikamente eingerichtet.

Der Feuervulkan in Guatemala liegt im Süden des Landes, gut 60 Kilometer südwestlich der Hauptstadt, dem Sitz des Länderbüros von Plan International. Die Mitarbeiter dort befinden sich ebenso wie die Patenkinder, ihre Familien und Gemeinden in den Programmgebieten von Plan im Osten und Nordwesten des Landes (Jalapa, Polochic, Carchá, Salamá/ Rabinal) in Sicherheit.

Die Bevölkerung von Guatemala ist einer Vielzahl von Katastrophen ausgesetzt. Neben Vulkanausbrüchen wie diesem ziehen auch Erdbeben, tropische Stürme und Dürren das Land regelmäßig in Mitleidenschaft. Deshalb unterstützt Plan mit der kindzentrierten Katastrophenvorsorge und -hilfe vor Ort die Gemeinden darin, sich bestmöglich auf drohende Gefahren vorzubereiten und die Risiken zu minimieren. Dazu werden - unter Einbezug der Kinder - Vorsorgemaßnahmen und Schutzmechanismen sowie konkrete Notfallpläne für verschiedene Katastrophenszenarien entwickelt und trainiert. Die dringende Schutzbedürftigkeit von Kindern und Frauen wird dabei besonders berücksichtigt.

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news-854 Tue, 05 Jun 2018 07:09:56 +0000 G7 Gipfel: Mädchen in Krisenregionen stärken https://www.plan.de/news/detail/artikel/g7-gipfel-maedchen-in-krisenregionen-staerken.html Plan International fordert: Staaten müssen sich mehr für die Bildung von Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzen. 62 Millionen Kinder auf der Welt gehen in Folge von langanhaltenden Konflikten oder Krisen nicht zur Schule. Für Mädchen ist das Risiko ohne Bildung aufzuwachsen sogar 2,5 Mal höher, wenn sie in solchen Kontexten leben. Plan International fordert die Staats- und Regierungschefs der G7 deshalb auf, sich mit einer Deklaration für die Stärkung von Mädchen in Not- und Krisensituationen einzusetzen – durch politische und finanzielle Verpflichtungen. Der G7-Gipfel am 8. und 9. Juni in Kanada steht in diesem Jahr im Zeichen der Gleichberechtigung und Stärkung von Mädchen und Frauen. Ein zentraler Aspekt ist das Thema Bildung, denn Mädchen haben in vielen Ländern noch immer keinen Zugang dazu. Besonders drastisch ist die Situation in Krisenregionen.

„Die G7-Staaten haben jetzt die Chance, den globalen Blick auf ein weitgehend vernachlässigtes Thema zu lenken: Mädchen in Krisensituationen. Die verheerende Kombination aus alters- und geschlechterspezifischer Diskriminierung, langanhaltenden Krisen und knappen finanziellen Ressourcen erfordert dringend klare politische und finanzielle Zusagen“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland.

Bildungsprogramme in Krisenregionen sind meist auf Kurzfristigkeit angelegt, chronisch unterfinanziert und in Zeiten von Krisen und Konflikten meist die ersten, die ausgesetzt, und die letzten, die wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Jahren sind weniger als zwei Prozent der weltweiten finanziellen Mittel für humanitäre Hilfe in Bildungsinitiativen geflossen. „Eine ausreichende Finanzierung ist jedoch entscheidend, um das Menschenrecht auf Bildung auch für Mädchen zu verwirklichen“, betont Maike Röttger. Mit der Deklaration muss sich die G7 verpflichten, innerhalb der nächsten drei Jahre zusätzliche 1,3 Milliarden US-Dollar für internationale Bildungsprogramme bereitzustellen, einschließlich der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) und des Fonds‘ Education Cannot Wait (ECW). Der Fokus muss dabei auf Mädchen in Krisenregionen liegen.

Humanitäre Krisen werden zunehmend komplexer und dauern immer länger an. Betroffene Familien sind im Schnitt 26 Jahre lang auf der Flucht – als Flüchtlinge im Ausland oder als Binnenvertriebene im eigenen Land. Für Mädchen sind die Folgen verheerend. Mangelnder Zugang zu Bildung macht sie in derartigen Situationen noch verletzlicher für gravierende Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsverheiratung, ungewollte frühe Schwangerschaft, sexualisierte und andere Formen von Gewalt, Zwangsprostitution und Menschenhandel.

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news-852 Wed, 30 May 2018 14:30:24 +0000 Große Charity-Auktion der VELUX EHF Champions League zugunsten von Plan https://www.plan.de/news/detail/artikel/grosse-charity-auktion-der-velux-ehf-champions-league-zugunsten-von-plan.html Am vergangenen Wochenende trafen die vier besten europäischen Handball Clubs in der Lanxess Arena in Köln zum VELUX EHF FINAL4 aufeinander. Nach 4 Spielen konnte sich das Team von Montpellier HB bei seiner ersten Teilnahme an dem Finale den begehrten Pokal sicher. Mit dabei auch Plan, denn seit der Saison 17/ 18 wird die Kinderhilfsorganisation als Charity-Partner von der VELUX EHF Champions League tatkräftig unterstützt. Nach vielen gemeinsamen Aktionen über die Saison war Plan nun auch als Teil des Finales in Köln auf der Spielfläche sichtbar und konnte an einem Aktions-Stand im Umlauf der Halle seine Arbeit vorstellen. Und auch für eingefleischte Fans war etwas dabei: Jeder Fan konnte in der Plan-Foto-Box Teil eines großen FINAL4 Charity-Fotos werden.

Und wer etwas Gutes  tun und gleichzeitig eine einmalige Erinnerung an dieses großartige Turnier haben möchte: Gemeinsam mit der Velux EHF Champions League werden bis zum 19. Juni 2018 über eine Online-Auktion exklusive Gegenstände aus dem Turnier versteigert. Das Highlight dieser tollen Aktion: der Original Handball aus dem Finale. Die Spenden aus dieser Auktion fließen in den Mädchen-Fonds.

Mit den Mitteln des Mädchen-Fonds finanziert Plan Projekte, die Mädchen ein gleichberechtigtes Aufwachsen ermöglichen sollen. Denn weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Die Gründe sind: Armut, Diskriminierung und Gewalt. Damit wird Mädchen Tag für Tag ihr Recht auf Bildung genommen. Jedes dritte Mädchen in Entwicklungsländern wird vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Und Teenagerschwangerschaften zählen zu den häufigsten Todesursachen für Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Wenn Kinder selber Kinder bekommen, bedeutet das fast immer auch das Ende ihrer Schulbildung und ihrer weiteren Entwicklungschancen.

Zu den Projekten, die durch den Mädchen-Fonds finanziert werden, gehören deshalb auch Projekte, die Plan im Rahmen von „Because I am a Girl“, der weltweiten Kampagne für Mädchen, realisiert: Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung, Schutz vor sexueller Gewalt und Ausbeutung oder das Engagement für Schulbildung für Mädchen.

Hier geht’s zur Auktion: https://www.unitedcharity.de/Specials/VELUX-EHF-FINAL4

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news-851 Tue, 29 May 2018 11:18:30 +0000 Jedes vierte Mädchen in Südsudan denkt an Selbstmord https://www.plan.de/news/detail/artikel/jedes-vierte-maedchen-in-suedsudan-denkt-an-selbstmord.html Neue Plan-Studie zur Situation von Mädchen im Bürgerkriegsland Südsudan Vier Millionen Menschen sind in Südsudan auf der Flucht, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Zwei Millionen Mädchen und Frauen droht offiziellen Schätzungen zufolge sexualisierte Gewalt. Massiv betroffen von Hunger, Traumatisierung und Gewalt sind vor allem Mädchen - wie die neue Studie „Heranwachsende Mädchen in  Krisenregionen: Stimmen aus Südsudan“ von Plan International zeigt. 26 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen zwischen zehn und 19 Jahren gaben an, im letzten Jahr an Selbstmord gedacht zu haben. Jedes dritte Mädchen sagte, aufgrund der eskalierenden Gewalt schon einmal körperlich verwundet worden zu sein und 13 Prozent der Befragten hatten eine Entführung überlebt. Krieg und Bürgerkrieg haben in Südsudan - einst Hoffnungsträger und jüngster Staat der Welt - viele Familien auseinandergerissen.

Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland: „Das Ausmaß an Leid, das bei dieser Studie zutage kam, ist alarmierend. Die humanitäre Hilfe in Südsudan muss besser auf die Bedürfnisse von heranwachsenden Mädchen zugeschnitten werden, sonst sind sie Gewalt und Traumatisierung schutzlos ausgeliefert. Mädchen müssen auch in Krisenregionen sicher zur Schule gehen können und davor geschützt werden, dass ihre Eltern sie aus Not zur Einkommensquelle machen.“

Um einer drohenden Zwangsverheiratung gegen Brautgeld zu entgehen und um ihre Familie finanziell zu entlasten, gaben Mädchen an, über ihre körperlichen Grenzen hinweg zu arbeiten, beispielsweise indem sie Feuerholz sammelten und verkauften. Angst vor Frühverheiratung und Gewalt - bis hin zu Todesängsten - waren dabei die größten Sorgen der interviewten Mädchen. 76 Prozent gaben außerdem an, häufig hungrig ins Bett zu gehen. Ebenso berichteten sie, dass ihre Familien kein Geld hätten, um ihnen Menstruationsprodukte wie Binden zu kaufen.

Die Bildungsrate in Südsudan ist eine der niedrigsten der Welt. Nur 16 Prozent der Mädchen über 15 Jahren können lesen und schreiben. Die Plan-Studie „Adolescent Girls in Crisis: Voices from South Sudan“ wurde 2017 an fünf Orten in Südsudan durchgeführt. Insgesamt 249 Mädchen und junge Frauen wurden befragt sowie 28 Diskussionsrunden mit jeweils etwa zehn Teilnehmerinnen aus der Fokusgruppe organisiert. In 32 Interviews kamen zudem Gemeindeoberhäupter und andere Vertreter der Zivilgesellschaft zu Wort.

Fotos und Case Studies zum Download finden Sie in unserem Pressebereich.

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news-850 Thu, 24 May 2018 09:09:00 +0000 Menstruation nimmt Mädchen die Chance auf Bildung https://www.plan.de/news/detail/artikel/menstruation-nimmt-maedchen-die-chance-auf-bildung.html Studie zeigt: Armut, schlechte Hygienebedingungen und Stigmatisierung führen dazu, dass Mädchen aufgrund ihrer Periode die Schule abbrechen müssen. Für Milliarden von Mädchen und Frauen auf der Welt ist die Menstruation Teil ihres Alltags. Trotzdem ist das Thema noch immer stark tabuisiert und schließt sie aus vielen Bereichen des Lebens aus. Eine neue Studie von Plan International zeigt, wie gravierend die Auswirkungen vor allem für junge Mädchen in Entwicklungsländern sind. In Indien brechen 20 Prozent der Mädchen die Schule ab, sobald sie ihre Periode haben. In Malawi verpassen 70 Prozent von ihnen jeden Monat bis zu drei Tage Unterricht, weil es an den Schulen keine Möglichkeit gibt, sich zu waschen, die Binde zu wechseln oder sie sich keine Hygieneartikel leisten können. Aufgrund der Fehlzeiten müssen viele von ihnen die Schule verlassen. 

„Die Folgen für die Mädchen sind dramatisch und wirken sich auf ihr gesamtes Leben aus: Sie machen keinen Schulabschluss, haben kein eigenes Einkommen und laufen Gefahr, bereits im Kindesalter verheiratet zu werden“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. In Uganda schließen laut einer Statistik der Regierung nur etwa 57 Prozent aller Mädchen die Schule ab. „Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Menstruation und die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind.“

Die weibliche Menstruation ist in vielen Kulturen negativ behaftet und wird oft von Schweigen, Ausgrenzung und Scham begleitet. In Nepal beispielsweise werden Frauen, die ihre Periode haben, aus dem Haus verbannt und dürfen in dieser Zeit keine anderen Menschen und kein Wasser berühren. Zwar ist dieser Brauch seit einigen Jahren offiziell verboten, in Teilen des Landes wird er jedoch noch immer praktiziert. In vielen Ländern können Mädchen mit niemandem über ihre Periode sprechen, weil sie sich zu sehr schämen. Dieses Schweigen hat meist eine große Unwissenheit zur Folge. Fast die Hälfte aller Mädchen im Iran glaubt, dass Menstruation eine Krankheit ist. Und in Malawi wussten acht von zehn Mädchen bei ihrer ersten Periode nicht, was mit ihrem Körper passiert.

Das Tabu ist nicht nur in Entwicklungsländern verbreitet – auch in Europa ist die Monatsblutung häufig mit peinlichem Schweigen und Scham verbunden. Der 28. Mai wurde deshalb zum „Internationalen Tag der Menstruationshygiene“ erklärt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. In Großbritannien ist es laut der Studie knapp der Hälfte der Mädchen peinlich, wenn sie ihre Periode haben. Jede zehnte junge Frau dort kann sich keine Hygieneartikel leisten – auch weil Tampons und Binden in vielen Ländern so hoch besteuert werden wie Luxusartikel. Viele Mädchen, vor allem in einkommensschwachen Ländern oder in Krisen- und Konfliktregionen, behelfen sich während der Menstruation mit alten Lappen, Blättern oder anderen Notlösungen. Das Risiko von Infektionen ist dadurch sehr hoch, besonders in Gebieten, in denen es kein sauberes Wasser gibt.

„Die Probleme, mit denen Mädchen und Frauen durch ihre Periode zu kämpfen haben, sind bisher noch viel zu wenig beachtet worden – dabei schließen sie sie vom gesellschaftlichen Leben aus und nehmen ihnen die Chance darauf, später ein selbstbestimmtes Leben und unabhängiges Leben zu führen“, betont Maike Röttger. „Wir müssen dafür sorgen, dass Mädchen sich für ihre Periode nicht mehr schämen müssen und die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit sie weiterhin zur Schule gehen können.“ Dazu gehören zum Beispiel der Bau von getrennten Toiletten und Waschmöglichkeiten sowie das Verteilen von Hygieneartikeln. In gesundheitlichen Schulungen lernen die Mädchen – und auch die Jungen – wie der weibliche Zyklus funktioniert und wie sie sich vor Infektionen schützen können. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern hat Plan in Uganda zudem ein Projekt initiiert, bei dem Mädchen auswaschbare Binden selbst herstellen können. In dem ostafrikanischen Land kostet ein Paket Monatsbinden im Schnitt zwei US Dollar – das ist mehr, als die meisten Menschen dort am Tag verdienen.

In dem ostafrikanischen Land kostet ein Paket Monatsbinden im Schnitt zwei US Dollar – das ist mehr, als die meisten Menschen dort am Tag verdienen. Das von Plan geförderte Projekt kann auch durch den Erwerb von Clutches im Plan Shop unterstützt werden.

Die Studie und Fotos zum Download finden Sie in unserem Pressebereich unter www.plan.de/presse

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news-849 Tue, 22 May 2018 12:23:49 +0000 Safe Schools Declaration - Deutschland macht wichtigen Schritt zum weltweiten Schutz von Schulen in Konflikten https://www.plan.de/news/detail/artikel/safe-schools-declaration-deutschland-macht-wichtigen-schritt-zum-weltweiten-schutz-von-schulen-in.html Die Bundesregierung hat in Genf bekannt gegeben, die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten - die Safe Schools Declaration - zu unterzeichnen. Damit hat Deutschland einen wichtigen Schritt zum weltweiten Schutz von Bildungseinrichtungen in Konflikten gemacht. Plan International Deutschland begrüßt gemeinsam mit dem Deutschen Komitee für UNICEF, Kindernothilfe, Save the Children Deutschland e.V., terre des hommes undWorld Vision Deutschland die von der Bundesregierung angekündigte Unterzeichnung der Safe Schools Declaration. Die Safe Schools Declaration ist eine rechtlich nicht bindende politische Erklärung, die im Zusammenhang mit dem geltenden Völkerrecht als Richtlinie für verantwortliches militärisches Handeln gilt.

Mit der Unterzeichnung folgt Deutschland dem guten Beispiel 74 anderer Staaten, die eigene Verpflichtung zum Schutz humanitärer und menschenrechtlicher Standards weltweit zu unterstreichen. So leistet das Land einen wesentlichen Beitrag zum besseren Schutz von SchülerInnen und LehrerInnen in bewaffneten Konflikten.

Die Unterstützung der deutschen Bundesregierung kommt nicht nur passend zum dritten Jahrestag nach Verabschiedung der Safe Schools Declaration im Mai 2015. Angesichts zunehmender Angriffe auf Schulen und Universitäten in Konfliktregionen setzt sie auch ein wichtiges und dringend notwendiges Zeichen für den Schutz von Bildungseinrichtungen. Denn Bildung ist nicht nur essentiell für jedes Kind und die Entwicklung eines Landes nach dem Ende eines Konfliktes. Schulen dienen auch während Konflikten als Schutzräume und sichere Orte für Kinder – oft die Einzigen.

Das Ausmaß an Angriffen auf Bildungseinrichtungen ist erschreckend hoch: Der aktuell veröffentlichte Bericht „Education Under Attack 2018“ dokumentiert zwischen 2013 und 2017 mehr als 12.700 Angriffe auf Bildungseinrichtungen, bei denen mehr als 21.000 Lernende und Lehrende verletzt oder getötet wurden. Mehr als 1.000 Angriffe (gezielt oder als „Kollateralschaden“) auf Schulen wurden jeweils in der Demokratischen Republik Kongo (alleine 639 hiervon in der Kasai Region in den Jahren 2016/2017), in Israel und den Palästinensischen Gebieten, in Nigeria und im Jemen dokumentiert. Von zwischen 500 und 999 Angriffen auf Schulen wurde sowohl in Afghanistan als auch im Südsudan, in Syrien und in der Ukraine berichtet.

Die Unterzeichnung der Safe Schools Declaration ist daher ein wichtiger Schritt. Um zu vermeiden, dass während Krisen und Konflikten eine verlorene Generation heranwächst und langfristig inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) tatsächlich zu ermöglichen, müssen jedoch noch zahlreiche weitere Schritte folgen – unter anderem für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten sowie für den Zugang zu Bildung in Krisen und Konflikten.

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