03.02.2016

Verfahren gegen ehemaligen Plan-Mitarbeiter

Am 03. Februar 2016 erging der Urteilsspruch gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Plan International Deutschland e.V.

Im Strafprozess gegen den ehemaligen Leiter der Plan-Finanzabteilung (Siegfried B.) fand am 03. Februar 2016 der vierte Verhandlungstag im Amtsgericht Hamburg statt. Er endete wie erwartet mit einem Urteil: Danach wurde der Angeklagte wegen Untreue sowie wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Im Verlauf der Verhandlung brachte die Vorsitzende Richterin der Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass Siegfried B. zum Zeitpunkt seiner Einstellung im Jahr 2003 wegen Untreue vorbestraft war. Geschäftsführung und Vorstand von Plan International Deutschland hatten von einer Vorstrafe keine Kenntnis. Ein Führungszeugnis wird bei Plan seit 2004 bei der Einstellung verlangt.

Bereits im März 2014 fand ein öffentlicher Gerichtstermin in Anwesenheit der Presse im Amtsgericht Hamburg-Bramfeld statt. Im Rahmen einer internen Revision der Geschäftsprozesse wurde im Frühjahr 2012 der Untreuefall entdeckt und zur Anzeige gebracht. Dem ehemaligen Plan-Mitarbeiter wird vorgeworfen, sich durch Einnahmen aus dem Verkauf von Postwertzeichen zum Nachteil von Plan Deutschland persönlich bereichert zu haben.

Plan hat nach dem Auftreten erster Verdachtsmomente sofort eine umfangreiche forensische Untersuchung aller Geschäftsvorfälle durch eine Sondereinheit der Wirtschaftsprüfungskanzlei PriceWaterhouseCoopers (PwC) veranlasst, das bedeutet sämtliche Prozesse wurden im April 2012 geprüft. Im Rahmen der Null-Toleranz Politik gegenüber Straftaten wurde der Sachverhalt dann im Mai 2012 bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt.

Die bei Plan Deutschland implementierten Richtlinien zur Vermeidung von Korruption und Missbrauch sowie die Null-Toleranz-Politik von Plan International gegenüber strafrechtlichen Handlungen wurden strikt eingehalten und umgesetzt.

Zu keinem Zeitpunkt waren Spendergelder von Plan International Deutschland betroffen. Der Verdacht bezieht sich ausschließlich auf Unregelmäßigkeiten bei der Buchung von Briefmarkenverkäufen. Die interne Revision hat keine Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten aufgezeigt. Plan ist gegen Vermögensschäden durch Korruption oder Betrug versichert.

Plan International Deutschland e.V. verfügt über verschiedene Richtlinien, um präventiv für den Verein nachteilige unrechtmäßige und ggfs. strafbare Handlungen zu vermeiden. Insbesondere die Richtlinien zur Zeichnungsberechtigung,zur Rechungsprüfung und -Freizeichnung und die Anti-Korruptionsrichtlinie sind darauf gerichtet, das Ansehen und die Integrität von Plan Deutschland und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu wahren und das Vertrauen der Spender, Unterstützer und Partner in die Arbeit von Plan Deutschland aufrechtzuerhalten und zu stärken.

Innerbetrieblicher Ansprechpartner für die Mitarbeiter/innen für alle in diesem Zusammenhang entstehenden Vorfälle und Verdachtsmomente ist die Plan Deutschland übergeordnete unabhängige Stelle zur Korruptionsprävention, die von der Ombudsperson Dr. Juliane Hilf wahrgenommen wird.


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