Kinder bis zum Alter von fünf Jahren sind besonders von Malaria bedroht. In Guinea erhalten sie präventiv Medikamente, um potenzielle Malaria-Episoden abzuschwächen. ©Plan International
Kinder bis zum Alter von fünf Jahren sind besonders von Malaria bedroht. In Guinea erhalten sie präventiv Medikamente, um potenzielle Malaria-Episoden abzuschwächen. ©Plan International
23.04.2021 - von Sarah Koch

Schutz vor Malaria während der Covid-19 Pandemie

Auch wenn Covid-19 momentan die mediale Aufmerksamkeit für sich beansprucht, plagt Malaria im Hintergrund weiter große Bevölkerungsgruppen, insbesondere in Subsahara-Afrika. Plan International arbeitet zusammen mit der Regierung von Guinea, um weiterhin vor allem kleine Kinder zu schützen, welche besonders gefährdet sind.

Während Covid-19 selbst die robustesten Gesundheitssysteme auf die Probe stellt, kämpfen vielerorts Menschen gegen mehrere Krankheiten auf einmal an – zum Beispiel gegen Malaria. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge gab es im Jahr 2019 weltweit 229 Millionen Malaria-Fälle, von denen etwa 409.000 tödlich verliefen. Der afrikanische Kontinent ist dabei mit Abstand am schlimmsten betroffen: 94% der Malaria-Fälle stammen aus der Region. Daher stellt Plan International sicher, dass Malaria-Präventionsprogramme auch während der Pandemie weitergeführt werden., insbesondere in Afrika südlich der Sahara, wo die meisten Fälle von Malaria auftreten.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erschweren allerdings häufig den Zugang zu den Programmen: In Guinea, wo Malaria seit langem ein Problem ist, wird befürchtet, dass Malaria-Fälle unbehandelt bleiben, weil die Gesundheitskliniken geschlossen sind oder die Menschen ihre Häuser nicht verlassen wollen.

Plan International arbeitet zusammen mit der Regierung und dem nationalen Malaria Control Programme zusammen, um sicherzustellen, dass Guineas Maßnahmen zur Malariaprävention und -kontrolle nicht durch den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie behindert oder vernachlässigt werden.

Da die Krankheit für Kinder unter fünf Jahren besonders gefährlich ist, hat Plan International eine Kampagne gestartet, bei der Kinder dieser Altersgruppe ab dem dritten Lebensmonat präventiv Malariamedikamente bekommen. Die Medikamente werden monatlich über einen Zeitraum von vier Monaten an Kinder gegeben, die in Gebieten mit hoher Malariaprävalenz leben. Nach Angaben der WHO verringert diese Behandlung etwa 75% aller Malariaepisoden.


Für manche Eltern bedurfte es ein wenig Ermutigung, damit sie ihre Kinder an dem Programm teilnehmen lassen. „Ich persönlich war erst dagegen, dass meine Kinder diese Produkte einnehmen, weil Gerüchte kursierten, dass die Medikamente Covid-19 verbreiten. Eine Plan-Mitarbeiterin hat mir diese Sorge aber genommen und mich über die Wirkung und auch möglichen Nebenwirkungen des Malaria-Mittels aufgeklärt. Inzwischen haben alle meine Kinder ihre ersten Dosen erhalten und ich habe ein gutes Gefühl“, erklärt Lancine, einer der Väter.

Die Kampagne zielt auch darauf ab, sicherzustellen, dass die üblichen Präventionsdienste wie gewohnt weiterlaufen und auch wahrgenommen werden. Unter anderem geht es um die Behandlung von Schwangeren und darum, dass aufgetretene Malariafälle effektiv behandelt werden. Dazu müssen die Menschen bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung eine Behandlungsstelle aufsuchen, was leider während der Pandemie nicht immer möglich ist.

Hinzu kommt die Unsicherheit vieler betroffener Menschen, denn Malaria hat einige ähnliche Symptome wie Covid-19 oder auch eine Grippe bzw. ein grippaler Infekt: Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schwäche. „Malaria kann auch mit vielen anderen Infektionen koexistieren. Daher schließt eine Malaria-Diagnose nicht aus, dass der:die Patient:in auch an Covid-19 leidet. Ebenso bedeutet ein positiver Test auf Covid-19 nicht, dass die Person nicht auch an Malaria erkrankt ist“, erklärt der Direktor des Gesundheitsamtes der Präfektur Siguiri.

Die Maßnahmen von Plan International in der Covid-19-Pandemie zielen darauf ab, die bestehende Infrastruktur zu nutzen und zu stärken, die Gesundheitsinitiativen im Kampf gegen Malaria und andere Infektionskrankheiten in Guinea unterstützt hat. Dadurch können die Auswirkungen der Corona-Pandemie eingedämmt und die Gesundheitsversorgung in Guinea aufrechterhalten werden. Andernfalls könnten die Fortschritte, die in den letzten Jahren in der Bekämpfung von Malaria erzielt wurden, verloren gehen.


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