Die 15-Jährige bemüht sich, als Schulsprecherin Missstände in ihrer Schule anzugehen. © Plan International
01.03.2019 - von Lara Betz

Schulsprecherin Mercy drängt auf Veränderungen

Plan International hat gemeinsam mit der kanadischen Regierung das „Tulinde Tusome“-Projekt in Kenia eingeführt. Das Ziel des Projekts ist, den Zugang zu hochwertiger Bildung für Kinder zu verbessern und ihnen eine sichere Umgebung in ihren Gemeinden zu bieten.


Als Mitglied von Plan Internationals „Tulinde Tusome“-Projekt hat es sich die 15-jährige Mercy zum Ziel gesetzt, die Sicherheit von Kindern an ihrer Schule in Kilifi County im Südosten von Kenia zu verbessern.

„Ich wurde letztes Jahr von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern in einer geheimen Abstimmung zur Schülersprecherin gewählt“, erklärt Mercy. „Ich war sehr glücklich darüber und, dass sie an mich glauben. Denn es zeigt, dass auch Mädchen wichtige Positionen und Verantwortung übernehmen können.

Kinder unterstützen

Die Laufzeit des „Tulinde Tusome“-Projekts wurde auf fünf Jahre angesetzt. Im Rahmen des Projekts schult Plan International Jugendleiterinnen und -leiter, Lehrende sowie Gemeindevorsteherinnen und -vorsteher zu Themen wie Kinderschutz, Gleichberechtigung, sexueller und reproduktiver Gesundheit und zu Rechten von Kindern und Jugendlichen. So sollen sie sich der Schwierigkeiten bewusst werden, mit denen die Kinder tagtäglich konfrontiert sind, besonders Kinder aus prekären Verhältnissen. Außerdem sollen sie lernen, wie sie die Kinder am besten unterstützen können.

„Seit meiner Wahl habe ich eng mit Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern zusammengearbeitet“, berichtet Mercy. „Ich höre den Kindern zu, wenn sie von den Problemen an der Schule berichten, und agiere als Vermittlerin zwischen den Lehrkräften und meinen Mitschülerinnen und Mitschülern, um die vorhandenen Missstände an unserer Schule offen anzusprechen und anzugehen. Dazu zählen z.B. der Mangel an Trinkwasser, Toiletten ohne Türen und zu wenige Bälle zum Spielen. Außerdem haben wir keine Schulbibliothek und nicht genug Lehrerinnen und Lehrer.“

Bildung statt Frühschwangerschaft und Armut

Fast die Hälfte aller kenianischen Kinder wird in armen Verhältnissen geboren und wächst mit geringen Zukunftsaussichten auf. Das betrifft insbesondere die Mädchen: Oft werden sie früh verheiratet und bekommen bereits im Teenageralter Kinder, die wiederum genauso arm und ohne richtige Perspektive aufwachsen. Dieser so genannte Kreislauf der Armut kann durch eine erfolgreiche Schulbildung durchbrochen werden - mit jedem Jahr, das Mädchen länger zur Schule gehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt heiraten und weniger Kinder bekommen. In Kenia ist die Einschulungsrate jedoch immer noch sehr niedrig, obwohl Grund- und weiterführende Schulen in Kenia kostenlos sind. Dafür ist die Schulabbruchrate umso höher.

Mercy ermutigt ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, in der Schule zu bleiben und ihr Bestes zu geben, damit sie später ein besseres Leben führen können. „Ich nutze meine Position als Schülersprecherin, um die Lernsituation hier in der Schule zu verbessern, damit wir alle unser volles Potential ausschöpfen können.“


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