In der Kooperative „Dhonk“ bekommen die Mitarbeitenden eine Ausbildung in alten Handwerksmethoden wie Nähen, Blockdruck und Sticken. © Plan International
In der Kooperative „Dhonk“ bekommen die Mitarbeitenden eine Ausbildung in alten Handwerksmethoden wie Nähen, Blockdruck und Sticken. © Plan International
29.04.2021 - von Claudia Ulferts

Kooperativen in Indien brauchen Unterstützung in Corona-Krise

Seit Tagen steigt die Zahl der Corona-Infizierten in Indien. Das Gesundheitssystem ist überlastet, es mangelt überall an Sauerstoff und Krankenhausbetten. Doch das ist nicht das einzige Problem. Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Lage immer angespannter wird und den Menschen ihre Existenz zu rauben droht, berichtet Divya Khandal, Leiterin der Kooperative „Dhonk“.

Vor allem Frauen verdienen in kleinen Kooperativen wie „Dhonk“ den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder. Doch in diesen Zeiten kommen zu der Sorge vor Ansteckung große Existenznöte dazu. Der Tourismus in Indien ist zum Erliegen gekommen, und damit bleiben auch die Kund:innen für die Kooperative „Dhonk“ im nordindischen Bundesstaat Rajasthan aus. 30 Frauen und zehn Männer stellen hier hochwertige Kunsthandwerksprodukte her. Die Kooperative befindet sich nahe des 1973 gegründeten Nationalparks Ranthambore, einem Reservat für Königstiger. Früher wurden diese großen Säugetiere gejagt und standen kurz vor dem Aussterben. Auch wurde illegal Holz in der Region gefällt.

„Dhonk“ wirkt diesen illegalen Praktiken seit Jahren entgegen. In der Kooperative bekommen die Mitarbeitenden eine Ausbildung in alten Handwerksmethoden wie Nähen, Blockdruck und Sticken. Oft werden dabei die traditionellen Tigermotive zum Beispiel für Stickereien oder Drucke verwendet. Die Herstellung solcher Kunsthandwerkeprodukte sichert vor allem Frauen eine Perspektive auf ein selbst bestimmtes Leben und ermöglicht es ihnen, die Schulbildung ihrer Töchter finanzieren.

„Dhonk“-Gründerin Divya Khandal und ihre Mitarbeitenden hatten erst Ende März die Arbeit nach wochenlanger Pause wiederaufnehmen können, als der Lockdown in Rajasthan aufgehoben wurde. So produzieren die Mitarbeitenden seit einigen Wochen Ware auf Vorrat. Doch durch die Pandemie fielen zuletzt immer mehr Abnehmer:innen weg. „Im Moment ist der Plan Shop der letzte Kunde. Es ist im Moment unsere einzige Hoffnung auf ein Einkommen“, sagt Divya Khandal. Sie hofft darauf, dass sich die Situation bald entspannen wird und die Kooperative weiterbestehen kann.

Wer die „Dhonk“ unterstüzten möchte, findet im Plan Shop weitere Informationen zu dem Projekt.


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