Freiwillige Helferinnen kümmern sich im die Kinder nach dem Erdbeben in Nepal © Plan
Freiwillige Helferinnen kümmern sich im die Kinder nach dem Erdbeben in Nepal © Plan
19.08.2015

Welttag der humanitären Hilfe 2015

Laut UN benötigen in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Frauen, Männer und Kinder lebensrettende humanitäre Hilfe. Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen von Konflikten betroffen - und gleichzeitig bleibt die Zahl derer hoch, die unter den Folgen von Naturkatastrophen leiden.

Der Welttag der humanitären Hilfe wird jährlich am 19. August begangen und ehrt die Helfer und Freiwilligen aus aller Welt, die in diesen Konflikten und Krisen Menschen in Notsituationen unterstützen. Erdbeben, Überschwemmungen oder Epidemien - Naturkatastrophen treffen arme Länder meist unvorbereitet. In solchen Situationen herrscht erst mal Chaos. Gleichzeitig zählt jede Minute, und es muss so schnell wie möglich gehandelt werden.

Unter der Leitung der Vereinten Nationen arbeiten Plan und viele weitere Hilfsorganisationen in so genannten "Clustern". Unter diese elf verschiedenen Arbeitsbereiche, die die vereinten Nationen 2005 als wichtigste Arbeitsbereiche bei Katastrophen festgelegt haben, fallen zum Beispiel Gesundheit, Nahrungsmittel, Flüchtlingscamps, Trinkwasser oder Schutz von Kindern.

Soforthilfe sichert Nahrung und Unterkunft

Plan verteilt in einem ersten Schritt Plastikplanen, Zelte, Seile, Decken und Matratzen, damit sich Familien eine Notunterkunft errichten können. In Katastrophensituationen steigt die Gefahr, dass Krankheiten ausbrechen oder dass die Menschen Durchfall durch verunreinigtes Wasser bekommen. Gerade schwangere Frauen, Kinder und alte Menschen sind besonders gefährdet. Auch die Gefahr von Menschenhandel ist erhöht, denn in dem Chaos ist es leicht, Kinder unbemerkt mitzunehmen und zu verschleppen. Plan baut deshalb nach einer Katastrophe Kinderschutzbereiche. Das sind meist Zelte, in denen bis zu 200 Kinder täglich etwas zu essen bekommen, spielen, malen oder über das Erlebte sprechen können, während ihre Eltern Zeit haben, ihr Haus wieder aufzubauen oder eine Arbeit zu finden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Lebensmittelpakete sind in den ersten Tagen und Wochen sehr wichtig, doch ein Paket reicht gerade, um eine zehnköpfige Familie einen Monat lang zu versorgen. Plan und andere Hilfsorganisationen richten "Cash for Work"-Programme ein, bei denen die Menschen beim Wiederaufbau helfen und Geld verdienen. So werden sie schnell unabhängig von den Hilfslieferungen. Nach sechs bis zwölf Monaten endet die Nothilfe, und es beginnt die Übergangshilfe. Die Menschen werden nun dabei unterstützt, in die Normalität zurückzukehren. Sie bekommen zum Beispiel Saatgut und Geräte, mit denen sie ihre Felder bewirtschaften können oder Haustiere wie Ziegen und Hühner. Zugleich werden Pläne für den langfristigen Wiederaufbau gemacht.

Spendenaufrufe in Notsituationen

Hilfsorganisationen wie Plan brauchen viel Geld, um Not- und Wiederaufbauhilfe finanzieren zu können. Bis alles wieder aufgebaut ist, vergeht viel Zeit. Experten glauben, dass es etwa in Nepal nach den beiden schweren Erdbeben zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Land sich erholt hat. Um in diesen Fällen schnell und unbürokratisch helfen zu können, hat Plan International einen Nothilfe-Fonds eingerichtet. Sie können online dafür spenden.


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