Mädchen und Jungen aus elf Plan-Programmländern wurden zu ihrer Situation befragt.
05.09.2014

Tausende Mädchen berichten von Ungerechtigkeit und sexualisierter Gewalt

Plan hat für eine Studie 7.000 Jugendliche aus elf Ländern zu ihren Lebensumständen befragt. Der Großteil der Befragten waren Mädchen. Viele berichten von täglicher Ungerechtigkeit und sexualisierter Gewalt als Teil ihres Lebens.

Für die Studie „Hear Our Voices“ (Hört unsere Stimmen) wurde eine der größten Umfragen ihrer Art durchgeführt. Plan-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben persönlich mit mehr als 7.000 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren gesprochen. Die Mädchen und Jungen leben in elf Ländern aus den vier Regionen in denen Plan tätig ist: Asien, Lateinamerika, Ost- und Südafrika und Westafrika. Die Ergebnisse zeigen, dass tausende Mädchen sich dauerhaft von Genderrollen, sexualisierter Gewalt und geschlechterbasierten Beschränkungen, die ihre Stärkung und ihre Entwicklung hemmen, eingeschränkt fühlen. Dies hat massive Auswirkungen auf ihr Leben.

Sarah Hendriks, Internationale Gender- und Inklusions-Referentin bei Plan International, sagt: „Diese Studie zeigt, wie ungemein wichtig es nach wie vor ist, die Herausforderungen und Barrieren darzustellen, denen Mädchen auf der ganzen Welt gegenüberstehen. Ob ihnen die Hausarbeit aufgebürdet wird, sie im Teenageralter schwanger werden, sie bedroht werden oder sexualisierte Gewalt erfahren – sie werden jeden Tag eingeschränkt. Es ist das erste Mal, dass wir von so vielen Mädchen von ihren Problemen direkt erfahren haben. Die Ergebnisse sind für uns keine Neuigkeiten, sie sind eine Realität an deren Änderung wir seit Jahren arbeiten. Nun wurde sie uns von tausenden Mädchen anschaulich erklärt. Die aussichtlose Situation von Mädchen kann nur verbessert werden, wenn jeder Mensch in der Gesellschaft Mädchen genauso schätzt wie Jungen“.

Mädchen erfahren Gewalt in Form von sexueller Belästigung, Vergewaltigung, sexueller- und wirtschaftlicher Ausbeutung, Missbrauch und Zwangsverheiratung. Diese Verbrechen gehen oft einher mit Einschüchterungen und Erpressungen, um die Mädchen zum Schweigen zu bringen. Die Umfrage zeigte auch, dass Gewalt an Mädchen als erschreckend gegeben wahrgenommen wird. Die befragten Mädchen erwarten regelrecht Opfer von Gewalt zu werden und sehen den Grad der erlebten Gewalt als normal an. Selten gaben Mädchen an, dass ihr Zuhause, ihre Gemeinden oder Schulen gewaltfrei sind. In Barguna in Bangladesch gaben 58 Prozent der befragten Mädchen an, dass sie sich in ihrer Gemeinde nie sicher fühlen.

Es wurde in der Studie auch deutlich, dass die Mädchen in allen elf Ländern nicht wissen, dass sie Rechte haben. „Die Umfrage war für die Jungen und Mädchen eine Gelegenheit, über ihre Situation und Wege zu Gleichberechtigung und Stärkung nachzudenken. Es hat viele Jugendlichen motiviert, die eigene Position zu überdenken“, sagt Hendriks.

Die Studie wird Grundlage für die weitere Programmplanung von Plan in all seinen Programmländern sein.


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