Mehr als 36.000 Kinder sind unter den Flüchtlingen, die aus der Zentralafrikanischen Republik nach Kamerun geflohen sind.
14.05.2014

Tausende fliehen aus Zentralafrikanischer Republik nach Kamerun

Mehr als 36.000 Kinder sind unter den Flüchtlingen, die aus der Zentralafrikanischen Republik nach Kamerun geflohen sind. Im Dezember 2013 begann dort ein gewalttätiger Konflikt. Viele von den Flüchtlingen sind dringend auf Nahrung und medizinische Versorgung angewiesen.

Auf der Flucht haben die Kinder, die teilweise ohne ihre Familie im Kamerun angekommen sind, Hunger, Krankheiten und gewalttätige Übergriffe erlebt. „Einige Kinder, die über die Grenze kommen, sind am Rande des Todes. Sie sind massiv unterernährt oder haben andere medizinische Probleme. Die humanitären Organisationen, die vor Ort sind, geraten an ihre Grenzen“, erklärt Famari Barro, Länderdirektor von Plan Kamerun.

Laut dem UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) sind seit der Eskalation des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik im Dezember 2013 rund 80.000 Menschen in das Nachbarland Kamerun geflohen. Knapp die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder, unter diesen Minderjährigen sind auch Mütter mit kleinen Babys.

„In den vergangenen sechs Wochen sind rund 200 stark unterernährte Kinder bei uns eingeliefert worden, die unter Krankheiten wie Tuberkulose, Diarrhöe, Blutarmut oder Lungenentzündung litten. Von ihnen sind 25 an ihren Erkrankungen gestorben“, berichtet Wassou Madeleine. Madeleine leitet ein Pflegezentrum für Unterernährte mit elf Betten in einem staatlichen Krankenhaus in Batouri im Osten des Kameruns.

Jede Woche erreichen bis zu 1.000 Flüchtlinge einen der zwölf Grenzübergänge von der Zentralafrikanischen Republik nach Kamerun. Die Neuankömmlinge werden in eines von fünf Flüchtlingslagern im Norden und Osten des Landes begleitet. Ein Teil der Flüchtlinge wird bei Gastfamilien untergebracht. Dies bedeutet, dass auch Gemeinden in Kamerun eine Belastung aushalten müssen.

Plan ist eine der humanitären Organisationen, die am umfangreichsten auf die Flüchtlingssituation in Kamerun reagiert. Es wurde ein zweijähriges Nothilfe-Programm gestartet, dessen erste Phase sich auf die Versorgung der dringendsten Bedürfnisse der Flüchtlinge, und hier besonders der Kinder, fokussiert.

„Viele Kinder sind von der extremen Gewalt, die sie erlebt haben schwer traumatisiert“, sagt Henri-Noel Tatangang, Plans Nothilfe-Experte für das westliche Afrika. „Unseren Außendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wurden furchtbare Geschichten erzählt. Einige von den Kindern haben ihre komplette Familie verloren und manche mussten sogar die Ermordung ihrer eigenen Eltern mit ansehen.“

Eine Herausforderung für die humanitären Organisationen in dieser Krise ist, dass die Ressourcen sehr knapp sind. Sie reichen nicht aus, um all die Flüchtlinge, die nach Kamerun kommen, zu versorgen.

Nothilfe-Maßnahmen wie in Kamerun werden über den Nothilfe-Fonds von Plan finanziert.

Plan International Deutschland e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
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Konto: 9444933
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Stichwort: Nothilfe-Fonds

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