Jugendliche in fünf Großgemeinden nehmen an Schulungen zu reproduktiven und sexuellen Rechten teil.
13.01.2015

Sexuelle Selbstbestimmung für Jugendliche

Im Januar startete Plan International ein neues Projekt für Familienplanung und reproduktive Gesundheit in El Salvador. Damit sollen insbesondere Teenagerschwangerschaften vermieden und Verhütungsmethoden bekannt werden.

In El Salvador sind sexuelle Rechte und sexuelle Selbstbestimmtheit stark eingeschränkt. In dem zentralamerikanischen Land, das im hohen Maße der organisierten Gewalt von Jugendbanden und Straßengangs ausgesetzt ist, sind sexuelle Gewalt und frühe Schwangerschaften ein großes Problem. Gewalt und Missbrauch werden in der Gesellschaft jedoch stark normalisiert und selten strafrechtlich verfolgt. Jugendliche, insbesondere Mädchen, haben kaum die Möglichkeiten, ihren Sexual-Lebenspartner frei zu wählen und werden aufgrund von mangelnder sexueller Aufklärung früh schwanger.

Schwangerschaftsabbrüche - auch infolge von Vergewaltigungen sind in El Salvador jedoch streng verboten und werden mit langen Gefängnisstrafen geahndet. Auch die Müttersterblichkeit ist unter jugendlichen Schwangeren deutlich höher. Viele Mädchen sind seit Bekanntheit einer Schwangerschaft suizidgefährdet. Sexuelle Minderheiten werden in hohem Maße diskriminiert.

Jugendlichen – insbesondere Mädchen und jungen Frauen – soll durch das Projekt ein verbesserter staatlicher Beratungs- und Behandlungsservice angeboten werden, damit diese ein selbstbestimmtes Leben, sowie eine gleichberechtigte Partnerschaft und ein gesundes Sexual- und Familienleben führen können.

Ca. 15.000 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren werden sich als Promotoren aktiv für diese Rechte einsetzen und in Zusammenarbeit mit Schulen und Behörden auch die Akzeptanz von sexuellen Minderheiten (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender)  innerhalb der Gesellschaft vorantreiben.

Von diesem Vorhaben profitieren knapp 77.000 Jugendliche und Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 667.000 Euro und wird von der Europäischen Union mit 500.000 Euro unterstützt.


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