115 Millionen Kinder gehen gefährlichen Tätigkeiten in Fabriken, im Bergbau oder als Prostituierte nach. © Eric Thallaug/Plan
115 Millionen Kinder gehen gefährlichen Tätigkeiten in Fabriken, im Bergbau oder als Prostituierte nach. © Eric Thallaug/Plan
12.06.2015

Schulbank statt Goldmine

Der Internationale Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni macht darauf aufmerksam, dass Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge weltweit 215 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 17 Jahren von Kinderarbeit betroffen sind. Plan International befreit mit einem Projekt in Tansania Kinder durch Bildungsmöglichkeiten aus der Armutsspirale.

In Tansania, in der Projektregion Geita, ist die Arbeit von Kindern im Kleinbergbau weit verbreitet. Zwar verbietet das tansanische Gesetz, dass Kinder unter 18 Jahren schwerer und gefährlicher Arbeit nachgehen – die Realität sieht jedoch anders aus: Von den insgesamt rund 130.000 Kindern, die in der Region nahe des Viktoriasees leben, arbeiten laut einer Studie von 2008 schätzungsweise 90.000 Kinder oft schon ab dem vierten Lebensjahr in und um die Goldminen von Geita. Manche von ihnen besuchen nie eine Schule.

In den legalen und illegalen Kleinminen arbeiten meist Jungen, die durch den Einsatz von Chemikalien wie Quecksilber und der Gefahr von Mineneinstürzen ihr Leben riskieren. Mädchen arbeiten vor allem in den Bars und Restaurants, die rund um die Minen entstehen, und sind dort Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Diesen Kindern werden ihre Grundrechte wie Bildung, Gesundheit und Schutz vorenthalten. Sie werden ausgebeutet und misshandelt. Viele werden chronisch krank, können als Erwachsene keine bezahlten Tätigkeiten mehr ausüben – der Kreislauf der Armut schließt sich.

Plan-Projekt in Tansania holt Kinder zurück in die Schulen

In dem Projekt hat Plan zusammen mit dem tansanischen Arbeits- und Bergbauministerium ein Netzwerk für Kinderschutz auf Gemeinde-, sowie auf Bezirks- und Distriktebene errichtet. So kontrolliert die Polizei regelmäßig, dass keine Mädchen und Jungen unter 18 Jahren in den Minen beschäftigt sind und leistet zusammen mit Plan Aufklärungsarbeit bei den Minenbetreibern. Außerdem fördert das Kinderhilfswerk die Arbeit von vorschulischen Einrichtungen. Ziel ist es, mehr Kindern den Besuch von Vorschulen zu ermöglichen. Denn viele Kleinkinder bleiben bisher unbeaufsichtigt, während ihre Eltern in den Minen arbeiten.

Rund 4.000 Mädchen und Jungen zwischen fünf und 13 Jahren werden in dem Projekt dabei unterstützt, ihren Schulbesuch fortzusetzen. Circa 550 Jugendliche erhalten im Rahmen des Projektes die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in ihrer Gemeinde zu absolvieren. Um die finanzielle Situation der Familien zu verbessern, werden Frauen und Männer in Einkommen schaffenden Maßnahmen geschult und Spargruppen gegründet. „Bildung ist die einzige Möglichkeit für die Kinder, einem Leben in Armut und der Arbeit in den Minen zu entkommen“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

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