Plan arbeitet in den Gemeinden und richtet kinderfreundliche Zonen ein. ©Plan/Bettina Bauer
09.02.2015

Sahelzone: Langfristige Zusammenarbeit folgt auf Nothilfe

Der seit 2012 andauernde bewaffnete Konflikt im Norden Malis hat auch Auswirkungen auf die angrenzenden Länder Niger und Burkina Faso. Plan International führt seit Beginn der Krise in den drei Ländern Hilfsprojekte für Flüchtlingsfamilien durch.

Seit dem Frühjahr 2013 sorgen internationale Militärverbände unter Leitung der Vereinten Nationen (UN) für eine weitgehende Beruhigung der Lage. Im Norden Malis konnte so nach und nach mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Zehntausende Malier sind zudem vor dem bewaffneten Konflikt in ihrer Heimat ins benachbarte Ausland geflohen und dort weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Aktuell leben noch  immer etwa 75.000 malische Flüchtlinge in Lagern und Gemeinden in Niger und Burkina Faso.

Plan International unterstützt Kinder und ihre Familien sowohl im Norden Malis als auch in den Notunterkünften mit umfassenden Nothilfe- und Wiederaufbauprogrammen. Plan stärkt zum Beispiel den Kindesschutz, organisiert die Versorgung mit Wasser und verbessert die hygienische Situation. Dazu vergibt das Kinderhilfswerk Artikel des täglichen Bedarfs wie Hygienepakete, Kochuntensilien und Kleidung. Zudem fördert Plan die Berufsausbildung von Jugendlichen und unterstützt die allgemeine Existenzsicherung. Mit Hilfe von Plan wird etwa bislang brachliegendes Ackerland wieder nutzbar gemacht, was die Aussicht auf Arbeit und Einkommen sowie die Versorgungslage der Menschen verbessert.

Förderung durch das Auswärtige Amt und das BMZ

Das Auswärtige Amt (AA) sichert seit April 2014 die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge in Niger und Burkina Faso mit einer finanziellen Zuwendung von zwei Millionen Euro ab. Durch das einjährige Projekt wird zugleich gemeinsam mit Plan der Übergang von der Nothilfe zur langfristigen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. So soll eine baldige Rückkehr aller Flüchtlinge und Binnenvertrieben in ihre Heimatregionen ermöglicht werden.

Seit September 2014 unterstützt auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) durch die Mittel der „Entwicklungsfördernden und strukturbildenden Übergangshilfe“ (ESÜH) die Arbeit von Plan. Weitere zwei Millionen Euro stehen dadurch im Rahmen eines dreijähriges Projekts für Wiederaufbaumaßnahmen zur Verfügung. Beide Vorhaben werden im Norden Malis zusammen mit der deutschen Nichtregierungsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not umgesetzt, um insgesamt 150.000 von der Krise betroffene Menschen in Mali, Niger und Burkina Faso direkt erreichen zu können.


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