Kinder haben das Recht, vor Gewalt geschützt zu werden. ©Plan/Hayai Limprayoonyong
03.06.2014

Plan startet in den Philippinen ein Projekt zur „positiven Disziplinierung“

Passend zum Weltfamilientag startete Plan das Projekt „Gewaltfrei Aufwachsen in den Philippinen“. Beim Projektstart waren sowohl Vertreter der philippinischen Regierung, als auch der Europäischen Union anwesend, die das Projekt mitfinanziert. Ziel des dreijährigen Projekts ist eine gewaltfreie Erziehung in Familien und Schulen zu erreichen.

Familien, Lehrkräfte und Gemeindevertreterinnen und -vertreter werden dabei unterstützt, Erziehungsmethoden anzuwenden, die frei sind von Schlägen oder Kniffen. Sie sollen lernen, das Verhalten der Kinder auf gewaltfrei Art und Weise zu lenken. Durch Positive Disziplin übernehmen Kinder Verantwortung für sich und lernen Konflikte und Probleme zu lösen.

Von den Projektaktivitäten in den drei ländlichen Regionen Ifugao, Eastern Samar und Sarangani sowie in den Städten Quezon, Naga und Cebu profitieren rund 2,5 Millionen Kinder. Unterstützt wird das Projekt von den Stiftungen Lihok Pilipina Foundation und Philippine Legislators’ Committee on Population and Development (PLCPD) Foundation, der Europäischen Union und Plan International Deutschland.

Prügelstrafe in den Philippinen
In den Philippinen werden Kinder zur Erziehung häufig geschlagen, angeschrien und beschimpft. Wie eine Studie der philippinischen Polizeibehörde zeigt, kommt sogar schwere körperliche Misshandlung bei Kindern immer häufiger vor. Ein Grund dafür ist, dass es Eltern gesetzlich erlaubt ist, Gewalt einzusetzen, um ihre Kinder zu disziplinieren. Lediglich in Schulen und anderen öffentlichen Erziehungseinrichtungen ist die Prügelstrafe offiziell verboten.

Laut Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention, die die Philippinen unterzeichnet haben, müssen Staaten Kinder vor „jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs schützen.“

Das Meinungsforschungsinstitut Pulse Asia stellte hingegen 2011 in einer Umfrage fest, dass zwei von drei Elternteilen in den Philippinen mindesten eine Art von körperlicher oder psychologischer Bestrafung genutzt hatten, um ihre Kinder zu erziehen. Carin van der Hor, Länderdirektorin von Plan Philippinen, erklärt: „Wir wissen, dass die Prügelstrafe und Beschimpfungen in den Philippinen weit verbreitet sind. Wir wissen aber auch, dass diese Arten von Bestrafung keine effektiven Erziehungsmethoden sind. Schläge und Beschimpfungen schaden nachweislich dem Selbstbewusstsein der Kinder und schwächen die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Im schlimmsten Fall führen die Bestrafungen zu Depression und Selbstmord.“

Kollektive Maßnahmen sind erforderlich, um positive Disziplin fördern
Plan unterstützt lokale Behörden dabei, Beratungsstellen zum Kindesschutz einzurichten. Diese dienen als Anlaufstelle für Kinder, die von Gewalt betroffen sind und Hilfe benötigen. In Schulungen bereitet Plan die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen auf ihre Arbeit vor. Auch mit dem philippinischen Bildungsministerium arbeitet Plan eng zusammen, um Lehrkräfte und leitendes Schulpersonal für das Thema „Gewalt an Schulen“ zu sensibilisieren. An den Schulen werden Kindesschutzkomitees gegründet, die sich für ein sicheres und kinderfreundliches Lernumfeld an ihren Schulen einsetzen. Gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales und Entwicklung setzt Plan zudem eine Initiative um, die Eltern die schwerwiegenden Folgen von Gewalt an Kindern aufzeigt.

Auch Sie können das Projekt „Gewaltfrei Aufwachsen in den Philippinen“ unterstützen.


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