Durch BLOOM+ verbesserten sich Brights Lebensbedingungen. © Plan International
Durch BLOOM+ verbesserten sich Brights Lebensbedingungen. © Plan International
28.03.2018

Plan hilft Jugendlichen, ihre Ziele zu verfolgen

Das Bildungsprojekt BLOOM+ von Plan International bestärkt Jugendliche darin, ihre Lebensziele zu verfolgen und selbstbewusster zu werden. Rund 1200 Mädchen und Jungen in Nigeria nehmen an den Kursen teil. Auch die Lebensbedingungen der 16-jährigen Bright haben sich durch dieses Projekt verbessert.

Frühe Schwangerschaften, Kinderheirat und geschlechtsspezifische Gewalt sind in Nigeria alltäglich und oft eine Konsequenz der Armut und des Mangels an Bildung, die in den Gemeinden verbreitet sind.

Eine von vier nigerianischen Frauen erfährt als Kind sexuelle Gewalt. In einem Land, in dem Frauen als den Männern untergeordnet gelten, geht diese Kultur der sexuellen Unwissenheit mit verstärkten Stereotypen einher, erniedrigt Frauen und trägt zu der Ungleichheit bei, die die Entwicklung der Gesellschaft behindert.

Um das Risiko der Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu reduzieren, geht Plan International gegen diese Ursachen vor. Wir helfen Jugendlichen dabei, ihre Persönlichkeit zu stärken. Dazu gehören, ihr Selbstbewusstsein, ihre zwischenmenschliche Kommunikation und ihre berufliche Planung zu fördern. Dieses Ziel erreichen wir durch unser „Better Life Options and Opportunities Model+”, kurz BLOOM+, (dt. etwa: Modell für bessere Lebensbedingungen und -möglichkeiten).

Ziele setzen

„Unser Kursleiter hat uns beigebracht, uns Ziele im Leben zu setzen. Das hat mich an meinen Traum erinnert, den ich schon seit der Grundschule hatte: Bücher zu schreiben”, sagt die 16-jährige Bright, die mit ihrer Tante und ihren Cousins in Cross River State lebt.

Plan International hat eine Gruppe von Kursleitern trainiert, von denen die meisten ausgebildete Lehrer sind. Sie nutzen den so genannten „Choose a Future”-Lehrplan (dt. etwa: wähle eine Zukunft), welcher speziell dafür entworfen wurde, 1200 junge Mädchen (80%) und Jungen (20%) über einen Zeitraum von 16 Wochen zu unterrichten.

„In den Klassen, habe ich gelernt, meine Emotionen zu kontrollieren und die Kommunikation mit meiner Familie zu verbessern. Bevor ich diesen Unterricht besuchte, habe ich meiner Tante oft widersprochen. Jetzt habe ich diese Angewohnheit geändert”, erklärt Bright, die ihre Eltern verloren hat, als sie sechs Jahre alt war.

Ihre Eltern in so jungen Jahren zu verlieren, machte Bright einsam und verletzlich, was oft zu Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihrer Tante führte, die sich zudem um vier eigene Kinder kümmert.

Brights Tante freut sich, dass ihre Nichte eine neue Möglichkeit zum Lernen hat: „Bright hat an dem Projekt BLOOM+ teilgenommen, weil ich es mir nicht leisten konnte, ihr Schulgeld zu bezahlen. Damit sie nicht den ganzen Tag zuhause verbringen muss, habe ich zugestimmt, dass sie dem Projekt beitreten kann. Der Unterricht findet dreimal die Woche statt.”

Mit Brights neuer Aufgabe im Leben bemerkt ihre Tante eine Veränderung bei ihrer Nichte: „Bevor sie an dem Projekt teilnahm, hatten wir viele Probleme, da sie unhöflich zu mir war. Das ist jetzt vorbei. Ich hoffe, dass ich genug Geld bekommen kann, um sie zurück in die Schule zu schicken.”

Aktiv Veränderung bewirken

Indem wir junge Leute mit den Kompetenzen, die sie für ein selbstbestimmtes Leben benötigen, ausstatten, geben wir ihnen die Möglichkeit, den sozialen Wandel, der nötig ist, um geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern, aktiv mitzugestalten.

Brights Ambition ist es, eine professionelle Beraterin zu werden. Kürzlich hat sie begonnen, ihr Buch zu schreiben, nachdem sie von ihren Mitschülern und ihren Kursleitern ermutigt wurde.

„Ich habe mein Buch jetzt fast beendet. Im Moment ist es noch ein Entwurf. Bevor ich es einem meiner Kursleiter zur Prüfung gebe, muss ich es noch in Ordnung bringen”, sagt sie. „Das Buch ist für alle junge Mädchen, die sich noch selbst finden müssen und vielleicht denken, dass sie nutzlos sind. Sie sollen wissen, dass es eine andere Zukunft gibt, die auf sie wartet, wenn sie hart arbeiten, ohne ihre Hoffnung zu verlieren.”


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