In Aceh baute Plan Schulen, Kindergärten und Wohnhäuser wieder auf, führte Gesundheitsprogramme durch und versorgte die Flut-Opfer mit neuen Trinkwassersystemen.
17.12.2014

Neubeginn nach dem Tsunami in Indonesien

Zehn Jahre ist es her, dass der Tsunami auf die abgeschottete, vom Bürgerkrieg gezeichnete Region Aceh im Norden Sumatras traf. Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger hat sich Wiederaufbauprojekte in Banda Aceh angesehen und gewann einen Einblick in die beeindruckende Entwicklung der Stadt.

„Bei meinem Besuch habe ich erlebt, dass die Acehnesen, die vor zehn Jahren noch sehr isoliert waren, offen geworden sind und ihre Chancen für einen Neubeginn gut genutzt haben.“

Das Erdbeben im Indischen Ozean löste am 26. Dezember 2004 eine Reihe von Flutwellen aus, die mit unvorstellbarer Wucht auf die asiatischen Küstenstaaten trafen. Insgesamt starben allein in Indonesien mehr als 130.000 Menschen, 37.000 weitere werden bis heute vermisst. In der Region Aceh wurden die Hilfsarbeiten durch den Bürgerkrieg besonders erschwert. Die Kinderhilfsorganisation Plan International leistete Nothilfe, sobald die indonesische Regierung Hilfsorganisationen den Zugang zu dieser isolierten Region ermöglichte und war als eine der ersten vor Ort.

Mehr als 260.000 Menschen bekamen Unterstützung über das Kinderhilfswerk. Einer der Schwerpunkte der Nothilfe von Plan ist die Traumabewältigung. Mehr als 21.000 Kinder und ihre Eltern wurden nach dem Tsunami betreut. Es wurden sogenannte Kinderschutzbereiche geschaffen, in denen Mädchen und Jungen sich nach der Katastrophe erholen und ein Stück Normalität erleben konnten. Einer dieser Überlebenden ist Surya. Die riesige Welle riss den damals siebenjährigen Jungen von der Hand seiner Mutter. Fünf Kilometer weiter landete er in einem Mangobaum. Seine Eltern und weitere zwölf Geschwister kamen ums Leben. Heute besucht er eine weiterführende Schule und möchte Imam werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der humanitären Hilfe von Plan ist Bildung. Die Wiederherstellung eines Schulalltags mit festen Abläufen und Arbeitsbereichen schafft Normalität für die Kinder und bietet Schutz in Krisensituationen. Die Lamnga-Grundschule ist eine der von Plan wiederaufgebauten Schulen in Aceh. Maike Röttger: „80 Schüler starben durch den Tsunami, doch nun können die Menschen nach vorne schauen. Die überlebenden Kinder haben vor dem Bau der Schule ihre Wünsche aufgemalt oder geschrieben. Deshalb gibt es nun Bäume auf dem Schulhof, einen überdachten Gebetsplatz und eine Sitzecke. Auf dem Stundenplan steht das Verhalten bei Erdbeben und Tsunamis, an den Wänden finden sich Wegweiser für Evakuierungsrouten.“


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