Hunderttausende Kinder und stillende Mütter in Nepal sind unterernährt © Plan
Hunderttausende Kinder und stillende Mütter in Nepal sind unterernährt © Plan
25.08.2015

Nepal: Risiko von Mangelernährung bei Kindern wächst

Vier Monate nach den beiden schweren Erdbeben in Nepal leiden insbesondere die Kinder unter den fehlenden Nahrungsmitteln im Land. Laut der Vereinten Nationen (UN) sind 10.000 Mädchen und Jungen akut unterernährt.

In Nepal herrschte schon vor der Katastrophe chronische Unterernährung: Schätzungen der UN zufolge sind fünf Millionen Menschen in Nepal unterernährt. Als Folge davon sind über 40 Prozent der Kinder zu klein für ihr Alter und fast ein Drittel untergewichtig. Besonders betroffen sind Neugeborene und Kinder unter fünf Jahren.

„Viele Familien haben keinen Zugang zu Nahrungsmitteln, da Lebensmittelgeschäfte zerstört sind. Mütter essen häufig zu wenig und haben dadurch nicht genügend Milch für ihre Babys. Erschwerend kommt hinzu, dass durch verschmutztes Trinkwasser und unzureichende sanitäre Anlagen viele Menschen geschwächt sind“, sagt Paolo Lubrano, Mitarbeiter von Plan International Nepal. „Da hier in Nepal derzeit Erntezeit für Mais und Anbauzeit für Reis und Hirse ist, fehlt den Müttern vielfach die Zeit, sich um die Ernährung der Kinder zu kümmern. Das ist ein Teufelskreis, denn sie müssen sich ja auch um die langfristige Nahrungsmittelproduktion kümmern.“

Plan International hat bisher 40.000 Nahrungsmittelpakete verteilt, jedes mit 20 Kilogramm Reis, drei Kilogramm Hülsenfrüchten, Öl, Salz, Zucker und Gewürzen. Eine fünfköpfige Familie kann sich damit eine Woche lang ernähren. Zusätzlich werden mit Hilfe hunderter Freiwilliger monatliche Treffen organisiert, an denen Babys und Kinder gewogen und untersucht werden. Die Mütter lernen bei diesen Zusammenkünften neue Zubereitungsarten mit den nach den Erdbeben noch verfügbaren Nahrungsmitteln.


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